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	<title>Daumenschraube.ch &#187; Reisefieber</title>
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		<title>Afghani oder afghani nid?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 13:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klapsmühle]]></category>
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		<description><![CDATA[Man muss sich manchmal auch was gönnen.
Hase und ich haben deshalb unsere Ängste und Sorgen überwunden und uns in ein noch wenig erforschtes Gebiet aufgemacht, um dort die lokalen Besonderheiten und Gebräuche zu studieren. Und so nebenbei bissi im Schnee rumzutoben. Gerne, als Kontrastprogramm zu unserem normalen Leben, in ein Gebiet, das von religiösen Fundamentalisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss sich manchmal auch was gönnen.</p>
<p>Hase und ich haben deshalb unsere Ängste und Sorgen überwunden und uns in ein noch wenig erforschtes Gebiet aufgemacht, um dort die lokalen Besonderheiten und Gebräuche zu studieren. Und so nebenbei bissi im Schnee rumzutoben. Gerne, als Kontrastprogramm zu unserem normalen Leben, in ein Gebiet, das von religiösen Fundamentalisten und/oder politischen Autokraten beherrscht wird. Im Grunde genommen hatten wir also nur Weissrussland, die Kandahar-Region oder das Wallis zur Auswahl &#8211; wir entschieden uns dann, weil niedrigster CO2-Footprint, für letzteres und sind auf die Bettmeralp gefahren.</p>
<div id="attachment_8786" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/der-zigan-kocht.png"><img class="size-full wp-image-8786 " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/der-zigan-kocht.png" alt="" width="245" height="245" /></a><p class="wp-caption-text">Gypsy Kitchen!</p></div>
<p>Gut, wir haben auch festgestellt, dass das Wallis jedes Jahr ungefähr gleichviel Entwicklungshilfe und Wirtschaftsförderung wie Afghanistan und Weissrussland zusammen erhält, von dem her wollten wir doch auch mal sehen, was die mit unserem Geld so machen den ganzen Tag. Hase hatte im Internet eine Ferienwohnung gesucht und auch gefunden &#8211; sie war zwar schweineteuer, aber immerhin ausgezeichnet ausgestattet. Meine Wenigkeit war ja primär an der Küche interessiert und dementsprechend hocherfreut, als ich feststellen durfte, dass es die mit Abstand besteingerichtete Ferienwohnung war, die ich je zu mieten das Vergnügen hatte. Ich sag jetzt natürlich nicht, wo die Wohung genau war, weil ich vermeiden will, dass schon wieder eine Dschango Beinhart-Gedenkstätte eingerichtet wird, aber nur soviel: man hatte seitens Besitzerfamilie sogar daran gedacht, itauiänische Espresso-Maschinen in dreifacher Ausführung (klein, mittel, gross) anzuschaffen. Und da der Dschango auch ein nettes Sortiment an Pfannen und Töpfen sowie ein ordentlich geschliffenes, grosses Messer vorfand, konnte dem erholsamen Aufenthalt eigentlich gar nichts mehr im Weg stehen.</p>
<p>Man kann vorausschickend sagen, dass man im Wallis, den durchaus berechtigten Vorurteilen zum Trotz, einen ganz hübschen Urlaub verleben kann. Auch sind die Walliser gar nicht so schlimm, wie sie in den Medien dargestellt werden. Man muss im Umgang mit ihnen einfach folgende Themen meiden:</p>
<ul>
<li>die Jagd im Allgemeinen, Wölfe im Speziellen</li>
<li>Zahlungsausgleich</li>
<li>Subventionen</li>
<li>Umweltschutz</li>
<li>Religion, v.a. die Abwesenheit derselben</li>
<li>Politik</li>
<li>Militär / Schusswaffenbesitz</li>
<li>Heli-Skiing</li>
<li>Klimawandel</li>
<li>Frauenrechte</li>
<li>Minderheitenrechte</li>
<li>Europa</li>
<li>EU und UNO (wenn nicht in der Rolle als Geldgeberinnen)</li>
</ul>
<p>Als Faustregel darf gelten: was an einem normalen Familientreffen nicht zur Katastrophe führt, wird auch im Gespräch mit Wallisern in der Regel friedlich enden (your family may vary). Und wie an einem Familientreffen machen grosse Mengen an Alkohol die Sache weit erträglicher.</p>
<p>Übrigens durfte ich feststellen, dass die Bettmeralp und benachbarte Gebiete (ich nehme an, das gilt auch für den Rest des Wallis) ein Paradies ist. Jetzt nicht primär ein Paradies für Wandervögel oder Wintersportbegeisterte, sondern auch und vor allem ein Paradies für den Deppenapostroph. Dieser war derart inflationär in Gebrauch, dass ich mir überlege, ihn zukünftig nur noch &#8220;Bettmerapostroph&#8221; zu nennen. Die nachfolgende Lichtbildreihe, die keineswegs Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit erhebt, mag dies belegen.</p>
<div id="attachment_8789" class="wp-caption aligncenter" style="width: 342px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph03.png"><img class="size-full wp-image-8789    " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph03.png" alt="Bettmerapostroph 1" width="332" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Bettmerapostroph 1 - der zeitlose Klassiker</p></div>
<p style="text-align: center">
<div id="attachment_8788" class="wp-caption aligncenter" style="width: 356px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph02.png"><img class="size-full wp-image-8788  " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph02.png" alt="" width="346" height="461" /></a><p class="wp-caption-text">Bettmerapostroph 2 - originell!</p></div>
<p style="text-align: center">
<div id="attachment_8787" class="wp-caption aligncenter" style="width: 356px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph01.png"><img class="size-full wp-image-8787  " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph01.png" alt="" width="346" height="461" /></a><p class="wp-caption-text">Bettmerapostroph 3 - die absolute Härte</p></div>
<p style="text-align: center">
<p>Auffallend ist, dass die Walliser für viele Dinge eine ganz eigene Bezeichnung haben. Dies hat nichts mit dem Walliser Dialekt zu tun, sondern nur mit der Tatsache, dass einige Dinge jenseits des Tunnels einfach ganz anders laufen. Ein Beispiel wäre hier der Begriff &#8220;autofrei&#8221;. Die Bettmeralp wirbt ja damit, autofrei zu sein. Nun stellt sich der strunznormale Tourist unter &#8220;autofrei&#8221; vor, dass er während seines Aufenthalts davon entbunden ist, Abgase aus Motorfahrzeugen einzuatmen. Auf der Bettmeralp bedeutet &#8220;autofrei&#8221; aber nur, dass keine vierrädrigen Personenwagen auf den Strassen fahren, was aufgrund der Topographie sowieso unmöglich wäre. Stattdessen hat man dort auf das CO2-freundliche und völlig lärmneutrale Fahrzeug &#8220;Motorschlitten&#8221; gesetzt und mutmasslich jedem Einwohner von Betten mit einem IQ von über 30 so ein Teil geschenkt, was dazu führt, dass man vor der Seilbahnstation innert fünf Minuten ungefähr dieselbe Menge an Feinstaub und Zweitakter-Abgasen einatmet, wie wenn man sich während einer Stunde in Zürich ans Central gestellt hätte. Aber Autos im Sinne von vierrädrigen PKWs, das muss man sagen, haben wir die ganze Woche über tatsächlich keine gesehen.</p>
<p>Interessant ist auch, wie sich die Touristen in einem &#8220;autofreien&#8221; Gebiet verhalten. Ungedenk der Tatsache, dass ständig Monstertrucks auf Raupen in einem Arschtempo durchs Dorf heizen, lassen Unterschweizer mit einem seligen Grinsen im Gesicht ihre Brut völlig sorglos umhertoben, beziehungsweise sich auf der Strasse hin- und herwälzen. Das Kind an sich verhält sich bei akuter Gefahr ja ähnlich wie das gemeine Reh, nämlich entweder mit Flucht oder mit Schockstarre. Der Fluchtreflex wird aber offenbar durch Winterkleidung und Schnudernase massgeblich behindert, so dass nur die Starre als adäquate Reaktion bleibt. Herzerfrischend, mitanzusehen, wie so einem Laurin oder einer Leonie vor einem 1.5 Tonnen schweren Dröhnmaschin der Kiefer runterklappt, weil der dumme Bratz gerade gemerkt hat, dass nur die just vollstreckte Vollbremsung des umsichtigen Chauffeurs sein Ende als Fettfleck auf Schnee verhindert hat. Gut, bei einigen Kindern hatten wir den Eindruck, als ob die Eltern das absichtlich machen würden (&#8220;Herr Richter, wir können doch nichts dafür, da stand ja extra noch <em>autofrei</em>!&#8221;). Aber das ist eine ganz andere Geschichte.</p>
<p>Und nochwas zum Thema Motorschlitten: für eine Fahrt von der Seilbahnstation zu unserer Wohnung (Fahrtzeit: grob geschätzte 12 Sekunden) durften wir SFr. 30.- (in Worten: dreissig) abdrücken. Zum Vergleich: mit dreissig Franken fahre ich hier mit dem Taxi einmal quer durch Bern und wieder retour. Dass uns der grenzdebile Freizeit-Schlittler auch noch am völlig falschen Ort rausgeschmissen hat und ich anschliessend auf Abwege geriet, deshalb auf die Schnautze knallte und dabei mein eh schon lädiertes Knie in schmerzhafter Weise in den Boden rammte, war in den dreissig Eiern glücklicherweise bereits inbegriffen.</p>
<p>Zum Schnee nur soviel: es hatte Unmengen von dem Zeug. Überall. Hase kam gar nicht mehr aus dem Vergischplen raus und mir, das muss ich zugeben, hing das Material nach vier Tagen doch schon ganz ordentlich aus dem Hals. Auch zeigte man sich auf der Bettmeralp mir gegenüber extrem unkooperativ, indem man jede Nacht den plattgedrückten und runtergeskifahrten Schnee wieder durch Neumaterial aus Schneekanonen und -lanzen ersetzte, wodurch es am nächsten Morgen dann wieder genauso aussah wie am Tag davor. Jede Nacht konnte man buchstäblich mit ansehen, wie sich an den Hängen unsere Steuern in weisses Rutschmaterial verwandelten. Es wäre ein wunderschöner Anblick gewesen, hätte es nicht so einen Höllenlärm veranstaltet.</p>
<div id="attachment_8785" class="wp-caption alignright" style="width: 489px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-panorama.png"><img class="size-full wp-image-8785  " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-panorama.png" alt="" width="479" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Oben blau und unten weiss. Viel mehr gab es da eigentlich nicht zu sehen.</p></div>
<p>Oh, und apropos Schnee: wir waren ja auch noch Schneeschuhlaufen. Das war ein grosser Spass! Weil wir Memmen und blutige Anfänger sind, dachten wir uns, wir schliessen uns vielleicht besser einer geführten Schneeschuhwanderung an und entschieden uns dann für eine Tour mit <a href="http://wandersport.ch/" target="_blank">Ed Kummer</a>, einem alten Hasen im Geschäft. Ed heisst mit vollständigem Namen übrigens weder Edgar, noch Eduard, noch Theodor, sondern <strong>Edelbert</strong>, I shit you not. Nun ja, der Marsch war lange und grandios, dem Aletsch-Gletscher entlang und durch den Aletsch-Wald, ein Traum. Im Übrigen ist Schneeschuhlaufen relativ einfach und gar nicht so anstrengend, wie ich meinte. Hase hat dann auch noch stellvertretend für die Gruppe und zur Erheiterung derselben herausgefunden, dass man in Schneeschuhen nicht rückwärts gehen kann. Hei, was haben wir gelacht.</p>
<p>Nach etwa vier Stunden im Schnee waren wir dann auch relativ gebacken und wollten unbedingt etwas futtern. Das stellte uns aber vor einige logistische Probleme. Wir befanden uns nämlich auf der Riederfurka und wir wollten auf der Bettmeralp einkehren, was erstmal eine gute Stunde Marsch bedeutet. Gut, soweit kein Problem. Wenn man aber einen langen, unanstrengenden Weg geht, kommt man ins Plaudern. Und wenn man gehend und plaudernd Hunger hat, spricht man darüber, was man bald essen möchte. Und irgendwie hatten wir uns die fixe Idee &#8220;Raclette&#8221; eingebrockt. Auf der Bettmeralp angekommen, hatten wir uns die ganze Zeit schon auf Raclette gefreut und waren entsprechend giggerig auf das Zeug. Womit wir aber nicht gerechnet haben: nirgends ist es schwieriger, an ein Walliser Raclette zu gelangen, als im Wallis.</p>
<p>Ja, gut, in der einen oder anderen Beiz hätten wir wohl ein Raclette kredenzt bekommen können. Aber, und dieses aber muss ich gleich fett wiederholen, <strong>aber</strong> also ist es rein vom ökonomischen Standpunkt her extrem uninteressant, mit mir portionenweise Raclette verspeisen zu wollen. So ein Kilo Raclettekäse verdrücke ich nämlich schon locker, wenn ich gar nicht ausgesprochen hungrig bin und da auf der Bettmeralp, ich kann euch sagen, mein Magen lief ständig so zwei, drei Meter hinter mir her und sah schon aus wie ein täupelender Sepp Blatter. Es war kein schöner Anblick.</p>
<p>Wir latschten dann also das elende Dorf auf und ab, um eine Gaststätte zu finden, die uns Raclette à discretion kredenzen würde &#8211; völlig aussichtslos. Schon portionenweise war das nur in einer Beiz möglich (acht Stutz für die Portion &#8211; ja danke, für geschätzt 150 Hämmer kann ich mir den Ranzen auch mit subventionsfreien Sushi vollschlagen). Es war schon lange dunkel und in den Strassen liessen sich mittelalte Touristinnen von mittelschönen Skilehrern das Vorspiel bestehend aus Schüümli Pflüümli und Wodka Redbull angedeihen, als sich Dschango und sein Hase entschlossen, das Raclette-Thema zu vertagen und uns stattdessen eine Pizza zu gönnen. Die zwar wahnsinnig lecker war (gut, man hätte mir an jenem Abend auch eine überfahrene Leonie in der Mikrowelle aufwärmen können und ich hätte sie <em>wahnsinnig lecker</em> gefunden), mir aber die nächsten Tage den Dünnschiss bescherte. Man kann halt einfach nicht immer gewinnen und wer weiss, was mir mit einem Discount-Raclette oder einer Leonie im Bauch widerfahren wäre.</p>
<p>Raclette hatten wir dann übrigens am Tag der Abreise, indem wir uns im Bettmeralper Coop (das originellerweise &#8220;Walliser Wochen&#8221; hatte &#8211; wirklich exotisch so mitten im Wallis) eine Ladung des leckeren Walker-Käses gekauft haben und diesen dann am Abend zuhause in der Hasenhöhle zum Schmelzen brachten.Was zudem ohne einen Wirt zu bewerkstelligen war, der dauernd nervös um mich herumtanzt (&#8220;sitter <em>ganz </em>sicher, dass der no möget&#8230;?!?&#8221;).</p>
<p>Man kann abschliessend also feststellen: ja, es ist möglich, im Wallis Ferien zu machen und dies auch noch zu überleben. Andere Entwicklungsländer sind sicher günstiger, haben auf der anderen Seite aber meist auch weniger Schnee, von Motorschlitten ganz zu schweigen. Oh, da fällt mir noch ein, dass <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Malawi-prueft-Furz-Verbot-article2532101.html" target="_blank">Malawi ein Furz-Verbot kennt und dieses in Zukunft auch durchsetzen will</a>. Also noch eine Gegend, die aus finanziellen Gründen als Feriendestination für den Dschango eher als kostspielig einzuschätzen ist.</p>
<p>Nächstes Jahr also doch Afghanistan.</p>
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		<title>Von Zügen und Jägern</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 12:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf Geschäftsreisen erlebt man viele lustige Sachen. Was sage ich da, es ist ein regelrechter Kosmos voller Absurditäten, gerade wenn man im Zug reist. Folgendes trug sich auf den Schienen zwischen Zürich und München zu:
Da wäre beispielsweise dieser anabolisch aufgeblasene Ostblöckler (hätte auf Rumäne oder Bulgare getippt), der morgens um sieben gefühlte 278 SMS schreibt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Geschäftsreisen erlebt man viele lustige Sachen. Was sage ich da, es ist ein regelrechter Kosmos voller Absurditäten, gerade wenn man im Zug reist. Folgendes trug sich auf den Schienen zwischen Zürich und München zu:</p>
<p>Da wäre beispielsweise dieser anabolisch aufgeblasene Ostblöckler (hätte auf Rumäne oder Bulgare getippt), der morgens um sieben gefühlte 278 SMS schreibt, und das mit eingeschalteten Tastentönen. Meine höfliche Intervention (&#8220;Würden sie bitte die Tastentöne ausschalten?&#8221;) wurde mit einem unfreundlichen &#8220;Nein, das kann isch ned&#8221; quittiert.</p>
<p>&#8220;Natürlich können sie das!&#8221; kam mir gerade noch über die Lippen, doch dann erkannte ich die Sinnlosigkeit meiner Bildungsoffensive. Der Herr meinte wohl, es sei technisch nicht möglich, ich hingegen bin der Meinung, dass die Anabolika dem Gehirn dieses Fleischberges nicht allzu gut getan haben. Sei&#8217;s drum.</p>
<p>Für echte Heiterkeit sorgte aber der Schwäbische Schaffner, der in schönstem Schwenglisch bei jedem Halt u.A. &#8220;Ssänk juh foa trävelling wis se Deutsche Bahn, guud bajj&#8221; über die Lautsprecher schmetterte. Die einzigartige Betonung des &#8220;i&#8221;-Lautes in <em>Good Bye</em>, kombiniert mit der etwas zu langgezogenen, verschwäbelten Aussprache, haben mich für alle Tastentöner und Kloraucher auf dieser Fahrt entschädigt.</p>
<p>Nicht vollständig entschädigt wird wohl der Kanton Bern für seinen teuren Einsatz gegen den renitenten Rentner Kneubühl. Was für eine absurde Geschichte. Da freut man sich als Steuerzahler, wenn für die ausgegebenen Millionen am Ende wenigstens ein bisschen Gerechtigkeit dabei herausschaut.</p>
<p>Zudem scheint die Meinungsfreiheit in unserer Demokratie noch intakt, wenn einem Polizisten das halbe Gesicht weg geschossen wird und trotzdem ein paar Hirnamputierte in Texas-Manier &#8220;Go, Kneubühl, go!&#8221; skandieren. Da fühlt man sich gut aufgehoben.</p>
<p>Doch die Kirsche auf dem Kuchen ist die Begegnung der fahndenden und leicht nervösen Schroterei mit dem gestandenen und total <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/polizei-bedroht-hobby-jaeger-156690" target="_blank">mutigen Taubenjäger</a> aus dem Jura, was für ein Mannsbild in dieser ach so wilden Schweiz hinter den sieben Bergen.</p>
<p>Wir finden es ja total verhältnismässig, für ein bisschen (gefühlte) Freiheit und Stolz in Kauf zu nehmen, mit staatlich finanziertem Blei aus Polizei-Schrotflinten vollgepumpt zu werden.</p>
<p>Eh ja, jedem seine Priorität.</p>
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		<title>Rettet die braunen Arschlöcher!</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 13:59:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So, da bin ich wieder.
Das Gegrippe ist einigermassen gut überstanden, an dieser Stelle nochmals danke für die netten Genesungswünsche und selbige zurück. Mittlerweile krochelt der Hase rum, agiert schon recht genervt, weil sie im Haus bleiben muss, und hat eine Stimme wie Marlene Dietrich nach jahrzehntelangem Zwangsnikotin- und Whisky-Konsum. Finde ich ja noch so rRRRrRRRrrrrRRRRrrrr, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, da bin ich wieder.</p>
<p>Das Gegrippe ist einigermassen gut überstanden, an dieser Stelle nochmals danke für die <a href="http://www.dschwerzmann.ch/wordpress/index.php/2009/10/ich-habe-einen-virus/" target="_blank">netten Genesungswünsche</a> und selbige zurück. Mittlerweile krochelt der Hase rum, agiert schon recht genervt, weil sie im Haus bleiben muss, und hat eine Stimme wie Marlene Dietrich nach jahrzehntelangem Zwangsnikotin- und Whisky-Konsum. Finde ich ja noch so rRRRrRRRrrrrRRRRrrrr, findet Hase aber gar nicht gut, vor allem deshalb nicht, weil ich jedesmal lüstern grinse, wenn sie was krächzt. Und damit man versteht, wie ich jetzt von der sexy Stimme meiner Freundin zum übernächsten Absatz und dem eigentlichen Thema dieses Artikels komme, dafür lade ich die werte Leserschaft nun auf eine kleine Assoziationsreise in die Dschango-Welt ein.</p>
<p>Festhalten, meine Damen und Herren, der Assoziations-Express fährt los! Erste Station: tiefe Hasenstimme, Hauptbahnhof. Ohne weiteren Halt geht es da zur Marlene Dietrich, bzw wieder zurück zu dieser. Umsteigen. Nach der Marlene kommt ein Zwischenhalt im Zweiten Weltkrieg. Vom Zweiten Weltkrieg kommen wir nach Algerien. Von Algerien geht es nach Tunesien. Von da zum Thema &#8220;lustige Demokratien&#8221;, dort nehmen wir dann den Bummler nach Libyen, treffen unterwegs im reservierten Abteil (wo wir während der Fahrt primitive Karikaturen von Mohammed und Hannibal im Darkroom malen) unsere Geiseln/Geschäftsmänner/Gepäckverlierer/Terroristen/whatever  und steuern von da auf direktem Weg zum Bundesmerz im Appenzöllischen. Wenn wir im Appenzöll sind drängt sich der Zölibat und folglich der Katholizismus auf, also besuchen wir rasch den Papst, ziehen aber gleich weiter Richtung Emmental. Nach kurzweiliger Wanderung sehen wir die Freikirchen links und rechts des Wegs aufragen und den Minaretten die Sonne nehmen, folglich biegen wir dort scharf rechts ab und stehen schliesslich vor dem Haus vom Wabers Chrigu von der EDU. Womit wir am Ende unserer Reise wären und der Übergang zum nächsten Thema quasi kanten- und schmerzfrei ist.</p>
<p>Also, &#8216;Anal Bleaching&#8217; ist das Thema. Irgendwie ist mir dieser Begriff mal ins Hirn gefallen, ich habe ihn fein säuberlich unter &#8220;Diverse LOLies&#8221; eingeordnet und dann sein lassen. Das war eigentlich eine gute Entscheidung, weil er sich in meinem Alltag nur sehr sperrig auf regelmässiger Basis anwenden lässt. Vielleicht wäre das anders, wenn ich Porno-Darsteller wäre, aber so als IT-Knilch und Teilzeit-Zigeuner kommt man eher selten mit diesem Ausdruck in Kontakt.</p>
<p>Vielleicht etwas einleitende Information für alle diejenigen unter uns, die noch echte Probleme haben: Mit &#8216;Anal Bleaching&#8217; wird die Hautaufhellung im Bereich des Anus bezeichnet (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anal_bleaching" target="_blank">Wikipedia</a>). Ja, ich weiss, &#8220;rund um den Anus&#8221; hätte hier auch gut gepasst. Anal Bleaching wird übrigens gerne mit &#8216;Anal Bleeding&#8217; verwechselt, dabei ist das etwas komplett anderes.  Und es ist tatsächlich so, dass Leute hart in der Krise verdientes Geld dafür hinblättern, sich das eigene (!) Arschloch mit allerlei Chemie farblich pimpen zu lassen. Zwar primär dahingehend, den rektalen Farbton der Umgebung des Restarsches anzupassen, ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass man sich in Zukunft die Rosette passend zum Handtäschli tönen lassen kann. Und will.</p>
<p>Und damit das schon mal klar ist: solange es nicht Pflicht wird und keine Menschen gegen ihren Willen involviert sind, ist mir das sowas von schniezepurzepipifaxegal. Färbt euch doch eure Rekta in allen möglichen Regenbogenfarben, meinetwegen auch kariert, schraffiert und mit Bitmap-Grafik unterlegt. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich keineswegs jemals alles begreifen werde, was die menschliche Natur so umtreibt, wenn sie genug Geld und Freizeit zur Verfügung hat, von dem her habe ich ja gar nicht den Anspruch, verstehen zu wollen, warum Mensch so etwas freiwillig tut. Ausserdem: auch Kosmetikerinnen müssen von etwas leben! Ob jetzt von der Hand in den Mund oder von selbiger am Anus, scheissegal. Und wenn es nun Leute gibt, die es erfüllend finden, anderen Menschen im Broterwerb das Fäkalloch einzufärben, so sei ihnen das unbenommen, meinen Segen habt ihr, ziehet hin und färbet euch bunt und scheckig!</p>
<p>Es geht aber nicht anders als dass ich ganz schüchtern die Frage in den Raum werfe: Wer in aller Welt braucht sowas? Und wozu? Gut, das waren jetzt zwei Fragen, aber trotzdem. Ich mag ja ein bisschen von gestern sein und vielleicht ist das heute anders als bei uns damals, aber mal so ganz ontrenuu: wer um Himmels Willen steht nackig mit dem Rücken zum Spiegel, bückt sich dann derart runter, dass er/sie seine/ihre Fussspitzen berühren kann, linst zwischen den Knien hoch zum Spiegelbild und denkt sich: &#8220;hmmm, sonst ist ja alles OK bei mir, mein Körper ist ein Geschenk an die Welt, aber verdammt&#8230; meine Rosette ist so&#8230; so&#8230; <em>braun</em>!&#8221;? Wer von euch (Handzeichen bitte!) hat schon mal die Situation erlebt, dass der Sexualpartner den Farbton im Genitalraum bemängelt hätte? Und warum habt ihr dann selbigem Sexualpartner nicht einfach ein mittelgrosses Küchenutensil in den Arsch gerammt und diesen mitsamt dem daranhängenden Ex-ualpartner per Fusstritt aus der Wohnung befördert?</p>
<p>Mal ganz abgesehen davon, dass ich dort, wo täglich die eine oder andere Kackwurst rausgedrückt wird, spontan jetzt keine anderen Farben als &#8211; allenfalls herbstlich angereicherte &#8211; Brauntöne erwartet hätte: was <em>machen </em>diese Leute eigentlich den ganzen Tag? Hat man ihnen noch nicht erklärt, dass Analbeschnüfflung zwar im Tierreich oft und gerne praktiziert wird, beim Menschen aber eher unüblich ist? Oder unterliegen diese Leute einer unwahrscheinlichen Selbstüberschätzung, indem sie meinen, die ganze Welt sei am Closeup-Anblick ihrer Gagidüse interessiert? Müssten wir auf der Daumenschraube die Kategorie &#8220;Nabelschau&#8221; in &#8220;Analschau&#8221; umbenamsen, mal wieder stehenden Fusses dem Zeitgeist voraushinkend? Ich sehe schon, heute gibt es wieder weit mehr Fragen als Antworten.</p>
<p>Man munkelt ja in Expertenkreisen, Rom sei deshalb untergegangen, weil die Dekadenz umgekehrt proportional zur Kultur gewachsen ist und diese Dekadenz die arme Kultur schliesslich abgehängt hat. Das mag sein. Aber man nehme sich die Zeit und stelle sich jetzt bildhaft einen Römer im untergehenden Rom vor, meinetwegen einen Senator oder sonst einen Bonzen, der den ganzen Tag nur faul auf einem Steinbett liegt und sich von blutjungen Sklavinnen Weintrauben in den Hals stecken lässt, also quasi den Archetypen der Dekadenz, was der für Augen machen würde, wenn man ihm ein Anal Bleaching vorschlagen würde. Nebst der Tatsache, dass er mit diesem Begriff nichts, aber auch gar nichts anzufangen wüsste, weil der Lateiner englischen Begriffen generell wenig Verständnis entgegenbringt, er würde wohl nur traurig das archetypisch-dekadente Haupt schütteln, selbst wenn man ihm präzise erklären würde, was Anal Bleaching genau ist. Also sogar für den dekadenten Senator wäre dies ein deutliches Zuviel an Dekadenz, man stelle sich das jetzt mal plastisch und in 3D vor!</p>
<p>Und apropos Senator: man ist es sich ja von der Politik her schon gewohnt, dass die grössten Arschlöcher traditionell braun sind. Ich fände es deshalb schon nur aus soziopolitischen Gründen nicht akzeptabel, wenn diese schöne Tradition aufgeweicht würde. Deshalb: Freiheit für braune Arschlöcher! Gegen die Arisierung von braunen Fäkalrohren! Denn auch <em>deine </em>Rosette hat ein Recht auf ihren Schokohof.</p>
<p>Bin froh, dass wir das jetzt endlich einmal besprochen haben.</p>
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		<title>Itauiänisch reloaded</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 11:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir waren ja mal wieder in Italien, Hases Genpool besuchen gehen. Diesmal gaaaanz tief runter: &#8220;finibus terrae&#8221; hat die Ecke mal geheissen, und tatsächlich, danach kommt nur noch Afrika und Griechenland. Und um dasjenige, das eh alle am meisten interessiert, gleich vorwegzunehmen: 4,3 Kilo in sieben Tagen. So. Man munkelt, dass sich die Insassen einer hier ungenannt wollenden Berner Trainingslokalität bereits schelmisch darauf freuen, nächste Woche einem fetten, alten Zigeuner den faulen Arsch grün und blau zu schlagen. Und ich habs ja verdient, soviel restzwinglianischer Masochismus muss mir erlaubt sein.</p>
<h3>Labern, fressen, labern, fressen, schlafen. Repeat.</h3>
<p>Habe ich schon mal erwähnt, dass sowohl der Italiener als auch die Italienerin an sich kein Gramm normal sind? Sogar, wenn ich dies schon getan hätte &#8211; es ist dermassen wahr, dass es kaum oft genug gesagt werden kann.</p>
<p>Zwei Hauptpunkte: die Fresserei und die Schwaflerei. Beides sind die Hauptsäulen, auf denen die italienische Kultur steht. Und beides wird bis zum Exzess betrieben.</p>
<p>Gut, OK, es waren ja Verwandte, da ist klar, dass mit der grossen Kelle angerichtet wird. Aber einmal haben wir fünfzehn Gänge über den ganzen Tag verteilt gezählt, da war noch nicht mal ein Frühstück drin. Kann das noch gesund sein?! Und man verstehe mich jetzt richtig: nicht so Chrüter-Oski-Nouvelle-Wobischdu-Portionen, sondern solche, die dazu geeignet sind, Holzfäller oder Kampfhunde nach härtestem Einsatz zu sättigen. Ich kann wirklich fressen wie gestört, aber nach drei Tagen habe auch ich aufgegeben: es war, wie wenn meine Verdauung einfach nicht mehr nachkäme, all das Zeug, das oben reingestopft wird, zu verarbeiten, bevor schon wieder Nachschub kam. Gefühlsmässig habe ich deshalb noch eine Woche nach der Rückkehr in die Schweiz italienische Nahrungsmittel defätiert.</p>
<p>Und dann haben sie uns dauernd versichert, dass es an &#8220;normalen&#8221; Tagen bei ihnen nicht so wäre, dass sie nur für uns ein Festessen veranstalten. Und im nächsten Satz erzählen sie, wie man vor drei Tagen (ohne, dass Schweizer oder sonst ein erkennbarer Grund zur Völlerei vorhanden gewesen wäre) wie deppert geschaufelt habe, einfach so. Und wie zwischen erstem Advent und Stefanstag der Tisch in der Regel gar nie abgeräumt, sondern einfach nur immer das Leergegessene wieder aufgefüllt werde. Und dass Weihnachten im Vergleich zu Ostern geradezu harmlos sei.</p>
<p>Aber eben: erzählt wird viel an italienischen Tischen. Verdammt, elend, unglaublich viel sogar. Wir lernten einmal eine gebildete junge Frau kennen, die sogar ausländisch parlieren konnte (Französisch, Englisch, sogar bissi Deutsch), was in Italien wirklich eine Ausnahme darstellt. Ihre Sprechleistung von ungefähr zweitausend Silben Italienisch pro Sekunde sprengte die Kapazität meines Gehirns bei weitem, weshalb ich vorschlug, in eine mir etwas näher stehende Sprache zu wechseln. Nachdem ich ihr etwa drei Minuten beim Französischsprechen zugehört habe, sagte ich ihr, sie könne auch genauso gut wieder Italienisch sprechen &#8211; die Sprache hatte zwar gewechselt, sowohl Betonung als auch Tempo blieben aber unverändert.</p>
<p>Meine Theorie ist ja, dass alle, die nördlich des Gotthards geboren sind, eine Verengung in ihrem Gehörgang angeboren haben. Dank (oder Fluch, je nachdem) derer ist man nicht in der Lage, mehr als eine gewisse Anzahl Worte aktiv zu hören, geschweige denn, sinnvoll zu verarbeiten. Entsprechend sind auch unsere Sprechwerkzeuge aufgebaut: darauf optimiert, die diffizile Architektur eines nördlichen Gehörgangs zu berücksichtigen, ihn ja nicht mit zu viel Sprachleistung zum Bufferüberlauf zu treiben. (Dass dies mit einer erhöhten Leistung beim Bedenken des zu Sagenden einhergeht, ist zwar naheliegend, die Erfahrung zeigt aber, dass es eine Fehlannahme ist.)</p>
<p>Das südländische Ohr hingegen ist ein bodenloser Krater, der völlig ungerührt auch die unglaublichste Menge an Worten aufnehmen und verarbeiten kann. Entsprechend sind auch südländische Zungen gefertigt: als linguistische Maschinengewehre, wartungsfrei und nur dann wirklich glücklich, wenn sie auf höchsten Touren feuern können.</p>
<p>Es ist mir bisher erst einmal gelungen, einen Tisch mit immerhin fünfzehn italienischen Dransitzenden für ein paar Sekunden zum Schweigen zu bringen, und das ging so: man wollte mich zum Verzehr irgendeiner Widerlichkeit nötigen, ich glaube, es war Fischgehirn. Normalerweise bin ich solchem Mist ja nicht ganz abgeneigt &#8211; mein Top-Team aus Gaumen und Magen erträgt zumindest rein theoretisch eigentlich alles, was kreucht und fleucht. Bockig werde ich aber dann, wenn ich etwas &#8220;muss&#8221; &#8211; wenn ich etwas probieren muss, etwas machen muss, etwas erledigen muss. Dann stellen sich bei mir die Nackenhaare auf, die Augenbrauen ziehen sich zusammen und bevor es denkt, sagt es schon &#8220;sicher nicht&#8221;. Muss was genetisches sein.</p>
<p>Item, man sagte mir also, ich müsse dieses Fischgehirn jetzt unbedingt probieren, weil, nebst seiner kulinarischen Qualitäten habe es auch noch&#8230; <em>andere</em>. Aha, so fragte ich, welcher Art diese Qualitäten denn seien, und bekam zur Antwort, diese Qualitäten seien besonders, wenn nicht gar explizit, für Männer geeignet. Gut, gab ich zurück, dann macht es uns also so intelligent wie Frauen? Kopfschütteln über den Barbaren aus dem Norden war die Folge, neiein, das hätte ich falsch verstanden, es wirke mehr&#8230; <em>unten</em>. Achso!, ich wieder, dann sei ja gut, und fragte mit grösster Unschuldsmiene, weil, ich hätte da unten keineswegs Performance-Probleme &#8211; ob das bei den anderen Herren hier am Tisch etwa der Fall sei?</p>
<p>Tatsächlich schwiegen jetzt alle &#8211; Männer und Frauen &#8211; während etwa dreissig Sekunden, in einer Stille, die andere als beklemmend empfunden hätten, ich aber genoss, da ich endlich mal in Ruhe und ohne Störung einen oder zwei Bissen kauen konnte.</p>
<h3>Echte Männer</h3>
<p>Sowieso, es ist ja eine Freude, Italien als Mann zu bereisen, der tradierten Insignien der Männlichkeit im besten Fall mild belächelnd, im weniger guten Fall offensiv bekämpfend begegnet. Konkret: ich hasse Autofahren, ich scheisse auf rote Sportwagen, ich schlafe bei Fussball ein, ich glaube jeder Studie, die behauptet, dass mehr als 30 Minuten Velofahren im Tag impotent macht, ich koche gerne, ich putze mehr als die Frau, ich verdiene weniger als ebendiese, ich definiere mich nicht über meinen Job und wenn mir ein Geschlechtsgenosse über seine böse Alte vorjammert, bin ich reflexartig auf deren Seite. Männersolidarität finde ich selten mehr als bemitleidenswert und ja, verdammt, ich tausche halt lieber mit der Hausfrau Rezepte aus, als virtuelle Schwanzlängenvergleiche mit den klötentragenden Jammerlappen im Wohnzimmer auszutragen.</p>
<p>Der Italiener ist ja überzeugt davon, dass es nördlich von Milano eigentlich keine Männer mehr gibt. Der globale Brennpunkt des Testosterons ist irgendwo zwischen Lecce und Rom anzusiedeln, alles andere sind ja nur verweichlichte Memmen. So meint der Italiener.</p>
<p>Dazu passt, dass der Italiener eine Art von Homophobie entwickelt hat, die geradezu Jööööh-Charakter hat. Und zwar wird ganz einfach die Existenz von Homosexualität negiert. Das heisst, man <em>weiss </em>zwar, dass es schwule Italiener gibt, diese leben aber ganz einfach alle in Milano. Irgendwie muss es da einen Botty-Magneten haben, der einfach alle Homos früher oder später da hochzieht. Und weil eben alle Schwulen in Milano leben, kann es an Orten wie zB Lecce gar keine mehr geben. Ist ja logisch, oder?</p>
<p>Entsprechend kann man sich in Süditalien so tuntig aufführen, wie man will, es wird sich niemand daran stören. Solange man nicht mit dem Pimmel im Hintern eines anderen Mannes erwischt wird, ist alles in Ordnung und man wird glauben, dass derjenige eben &#8220;die Richtige&#8221; noch nicht gefunden hat. Und sogar wenn man auf einer öffentlichen Toilette in eindeutiger Pose erwischt wird: eher ist man bereit, an einen schrägen Unfall zu glauben, an einen Ausrutscher auf glitschigem Boden, wobei man, Gesicht voran und &#8220;Goooooooooooooal!&#8221; schreiend, zufällig auf dem &#8211; unerklärlicherweise voll erigierten &#8211; Genital eines Priesters gelandet ist, als dass den Betroffenen homosexuelle Absichten unterstellt werden.</p>
<p>Erklärungsnotstand herrscht nur, wenn der Priester zufälligerweise aus Milano stammt.</p>
<h3>Sprachliches</h3>
<div id="attachment_5811" class="wp-caption alignright" style="width: 252px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/10/superfaust.jpg"><img class="size-medium wp-image-5811" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/10/superfaust.jpg" alt="Moskitos fisten!" width="242" height="363" /></a><p class="wp-caption-text">Fistare gli zanzare!</p></div>
<p>Wir kennen eine aus Apulien stammende Frau, die seit über zwanzig Jahren in der Deutschschweiz lebt (und zeitweise arbeitete) und nach all dieser Zeit noch nicht ein einziges Wort Deutsch oder Schweizerdeutsch versteht, geschweige denn spricht. Sie hat es geschafft, zwei Kinder grosszuziehen und sich selbst während dieser ganzen Zeit in einem selbstgewählten italienischen Ghetto zu halten. Der nächste SVP-Wasserträger, der mir irgendwas vorjammert, weil der Jugo von nebenan nach drei Jahren in Bern noch immer kein Goethe-fähiges Hochdeutsch spricht und keine Schiller-Sonette freihändig vortragen kann, dem muss ich glaub echt mal die Kutteln so richtig durchputzen.</p>
<p>Ich bin ja, was romanische Sprachen angeht, wirklich kein Genie &#8211; Legionen von Franz-LehrerInnen aller möglichen Niveaus, Stufen, Ebenen und Lehrkörper können das bestätigen. Aber nach einer Woche nur Zuhören war ich soweit, dass ich zumindest kapiert habe, um was es in einer umgangssprachlichen Unterhaltung ungefähr geht. Ist ja auch selten Quantentheorie, über die da diskutiert wird. Aber die Ignoranz, die in Italien Fremdsprachen gegenüber geübt wird, ist wirklich sensationell. Es scheint, als ob italienische Gehirne einfach abblocken, sobald was ausländisches an ihre akkustischen Sensoren gerät.</p>
<p>Entsprechend gibt es an italienischen Unis auch so gut wie keine Veranstaltungen, die nicht in Italienisch abgehalten werden. Englisch als Lingua Franca zumindest der Natur- und Wirschaftswissenschaften ist dort auf jeden Fall noch nicht durchgedrungen. Was in einem Land mit einer traditionell rekordhohen Marke an arbeitslosen Uni-Abgängern doppelt idiotisch wäre, eigentlich.</p>
<p>Auf die eigene Sprache jedoch ist der Italiener stolz wie sonstwas. Völlig irrelevant, dass sie ausserhalb der eigenen vier Wände nur noch in der Schweiz (und da auch eher zum Erhalt des Lokalkolorits und um die Restschweiz zu nerven) gesprochen wird: wenn es um Italienisch geht, wird jeder Bauarbeiter zum linguistischen Experten und Ästheten. Völlig normal, dass man mit einem doppelten Doktor nur Italienisch sprechen kann. Ebenso völlig normal, dass man von der Kellnerin augenbrauenhebend korrigiert wird, wenn man ein falsches Geschlecht vors Wort setzt.</p>
<p>Die Sprache ist aber auch immer wieder zu Spässen aufgelegt. So heisst ja bekanntlich &#8220;es stinkt&#8221; auf Italienisch &#8220;puzza&#8221;. Daraus nun abzuleiten, dass &#8220;Trepuzzi&#8221; einfach &#8220;drei Stinker&#8221; seien, ist aber komplett falsch &#8211; es handelt sich hier um eine Stadt, deren Geruchsemissionen sich durchaus im italienischen und gesamteuropäischen Durchschnitt halten. Dass der Mano weiblich ist, ist da nur noch der Tüpfelchen auf das i und konsequent.</p>
<p>Aber auch bei den Namen findet sich allerlei Spassiges: ganz besonders zu erwähnen sicherlich der Name <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Luigi_Sturzo" target="_blank">Sturzo</a> für einen Katholenpolitiker.</p>
<h3>Strandfreuden</h3>
<p>Hase und ich haben eine Tätigkeit kultiviert, die wir &#8220;simulierten Strandurlaub&#8221; nennen. Man geht dazu an dem Ort, wo man sich gerade aufhält &#8211; das kann im Urlaub an einer x-beliebigen, nicht wirklich für ihre Traumstrände berühmte Destination sein oder zur Not auch im Marzili oder im Badezimmer in der Bümplizer Wohnung &#8211; dorthin, wo sich Touristen und Einheimische in der Regel zum Eintunken ihrer Glieder in Salz- oder Süsswasser treffen.</p>
<p>Warum wir das tun? Ganz einfach: als Dink-Vorzeigemodelle sind wir ja prädestiniert für Urlaub auf den Malediven, den Seychellen&#8230;. Hauptsache schön weit weg, schön Strandsonnepalmen und, vor allem, schön teuer. Nun wissen wir ja ganz genau, dass wir es in der Regel selten länger als zwei Stunden an einem Strand aushalten. Wo der Erholungsfaktor beim kollektiven Hautkrebs kultivieren, während links und rechts ein textil unterdotierter, ziemlich repräsentativer Querschnitt durch die ZuschauerInnen des RTL-Nachmittagsfernsehens liegt, krakeelt und&#8230; <em>einfach ist</em>, liegen soll, hat sich für uns noch nie so wirklich erschlossen. Aber trotzdem, man ist ja den ständigen, vierfarbigen Illusionen der Reiseindustrie machtlos ausgesetzt. Und so kommt es halt auch bei uns mal vor, dass wir, meist nach Wochen, in denen die Welt zwanzig mal eingerissen, neu aufgebaut und wieder in Stücke gehauen wurde, schmachtend vor Bildern von weissen Stränden stehen, die nur eines suggerieren: nichts tun.</p>
<p>Das Problem ist nur: wir können nicht nichts tun. Geht nicht, irgendwie. Absenz von Aktivität hat keinerlei Erholungswert für uns. Wenn wir nichts tun, dann möchten wir etwas tun. Sachen anschauen. Lesen. Das Hotelzimmer umräumen, egal. Und auf den Maledellen <em>kann </em>man nichts tun, ausser eben: nichts tun. Und bevor sich da wieder Besserwisser zu Wort melden: Schnorcheln und tauchen ist für uns genau dasselbe wie nichts tun, einfach noch mit bunten Fischlein drumherum.</p>
<p>Und genau aus diesem Grund, um uns von dieser uns innewohnenden Unmöglichkeit zur Untätigkeit immer mal wieder aufs Neue zu überzeugen, machen wir eben simulierten Strandurlaub. Was haben wir schon an Geld und Nerven gespart, indem wir eben <em>nicht </em>auf die Maledellen gefahren sind! Wenn mehr Leute simulierten Strandurlaub machen würden, das Klima wäre im Fall schon fast gerettet, alleine schon nur durch die nicht zurückgelegten Flugmeilen!</p>
<p>Item.</p>
<p>Apulien ist recht berühmt für seine Strände, die zur Hauptsaison vor allem von Italienern, Deutschen und Schweizern frequentiert werden. In dieser Zeit muss die Gegend die absolute Hölle auf Erden sein. Wir haben da wesentlich mehr Glück gehabt, im Wesentlichen waren die Strände nämlich leergefegt, und das trotz, so sagt zumindest Hase, durchaus angenehmen Wassertemperaturen. All die Gummienten-Schnorchel-Badehosen-Shops, die das Bild von solchen Orten sonst prägt, war gnädigerweise bereits grösstenteils weggeschlossen, übrig blieb die stellenweise tatsächlich atemberaubende Landschaft, klarstes Wasser und trotz Bewölkung mehr als genug Sonne für zwei Bleichhasen. Beste Voraussetzungen für simulierten Strandurlaub!</p>
<p>Wir gingen da also an den Strand und profitierten gleich vom &#8220;Liegestühle und Sonnenschirm zusammen für nur zehn Euro&#8221;-Sonderangebot, haben uns mit ausreichend, aber nicht allzu schwerer Lesekost in zu bratender Absicht in den Sand gelegt, das bereits millionenfach als malerisch besungene Meer in unverbaubarer Frontalsicht.</p>
<p>Es war schon todlangweilig, als wir noch standen. Aber im Liegen fühlte ich sofort, wie mein Gehirn im Sekundentakt &#8220;Mami, wie lang geits no? Mami wie lang geits no? Mami wie&#8230;&#8221; in Richtung meines Aufmerksamkeitshorizonts feuerte. Und so schön es auch war, links und rechts über mehrere hundert Meter keinen Grind ansehen zu müssen, irgendwie fehlte etwas. Ich meine, ja, Meer, schön. Aber irgendwann hat man sich doch sattgesehen an Wellen, nicht? Zumal nie zum Beispiel ein Wal angespült wird oder ein Geisterschiff oder ein Hai gesichtet wird oder so. Immer nur dieses dröge Rauschen, das mich ständig in einen lethargischen, passiv-aggressiven Zustand befördert und mich final auf einer mechanisch-tierischen Ebene spitz wie Nachbars Lumpi macht, dass es auch nicht mehr schön ist.</p>
<p>Aber eben, niemand um uns herum. Niemand, den man herzhaft auslachen könnte. Niemand, mit dem man einen Streit vom Zaun brechen könnte. Und das (höchstwahrscheinlich) endvierzige Schweizer Paar, das sich in gerade noch Sichtweite befand (Illustrationsvorschlag: Er Geo-Lehrer im Muristalden, Sie Katechetin und/oder Sozialarbeiterin), mittels Sandwürfen und dem demonstrativen Ziehen eines Burggrabens zu einer zünftigen Schlägerei zu provozieren, erschien mir dann doch als Zeitverschwendung.</p>
<p>Zum Glück begann es nach etwa 45 Minuten zu regnen, was einerseits eine von uns hochgeschätzte Betriebsamkeit am Strand auslöste, andererseits die Möglichkeit eröffnete, uns ohne grösseren Gesichtsverlust (<a href="http://www.daumenschraube.ch/2009/06/26/der-king-hat-ausgepoppt/#comment-156" target="_blank">Andrea</a>: jetzt nicht übersäuern!) von unserem Sonderangebot zu trennen.</p>
<p>Und wieder zweimal SFr. 4&#8242;000.- für Maledellen-Urlaub gespart!</p>
<h3>Mafia, Wirtschaft, Kirche, Politik</h3>
<p>Der staatstragende, klassisch-italienische Vierklang, hier in absteigender Wichtigkeit geordnet.</p>
<p>Diese Woche hat der Cavaliere ja mal wieder aufs Maul bekommen, von einem ultralinken, die Gesetze politisch ausnutzenden Verfassungsgericht. Diese verfluchten Kommunisten in Roben wollen einfach nicht begreifen, dass zwar alle Tiere gleich sind, die grösste Sau unter ihnen aber gleicher als alle anderen sein <em>muss</em>, weil sonst der Staat zusammenbrechen zu droht. In Italien ist dies mehr oder weniger allen (zumindest 70% der ItalienerInnen stehen nach wie vor hinter B.) völlig klar.</p>
<p>Sowieso: man hat in diesem Land eine Form der Betriebsblindheit kultiviert, die von aussen betrachtet sprachlos macht. So sprachen wir beispielsweise die Leute auf die zig-tausenden von Bauruinen an, die jeden Ort, jede Gegend, jedes Feld und jeden Strand zu einer Häuserkampfkulisse machen: auf der Autoreise zwischen Lecce und Brindisi habe ich innert 15 Minuten einmal über dreissig Runien gezählt. Völliges Unverstehen schlug uns entgegen &#8211; wie bitte, Bauruinen? Wir erklärten dann, was wir meinten, zB da die drei Mauern, die offensichtlich seit Jahrzehnten einfach als Mauern mitten im Dorf stehen (&#8220;ach ja, da wollte einer mal eine Fabrik bauen, aber die Regierung hat dann gewechselt&#8221;), oder das Haus, das direkt an der Strandpromenade steht und offenbar nie aus der Rohbau-Phase kam (&#8220;ah. ja, dem ist der Gemeindepräsident mal mit dem Bulldozer übers Haus gefahren&#8221;), oder auch das Villenquartier für gehobene Ansprüche, das einen ganzen Berg für sich beansprucht, laut Baureklame seit 2002 fertig ist, bisher erst aus rohen Mauern besteht und, dem Überwucherungsgrad des Grundstücks nach zu urteilen, seit mindestens drei Jahren keine Baumaschine mehr gesehen hat (&#8220;achso, natürlich, dem ist halt das Geld ausgegangen&#8221;).</p>
<p>In Italien scheint es eine lustige Regelung zu geben: wenn man ein Haus ohne Baubewilligung baut, und man es schafft, bis zum Dachgiebel zu bauen, bevor ein Gericht den Bau untersagt, wird der Bau, nach Zahlung einer &#8220;Gebühr&#8221; selbstverständlich, legalisiert. Wenn ein Gericht einschreitet (lies: man zuwenig &#8220;Gebühren&#8221; gezahlt oder den falschen Empfänger eingesetzt hat), verfügt das Gericht den sofortigen Bauabbruch. Punkt. Keine Verpflichtung, den ganzen Scheiss wieder wegzuräumen. Und da man, genug Kapital vorausgesetzt, erstens sowieso gleich wieder mit der Bauerei von vorn beginnen kann, kauft man halt ein paar hundert Meter weiter ein Stück Land und versucht, möglichst schnell bis zum Giebel zu bauen. Rinse, repeat.</p>
<p>Eine schöne Parabel zur italienischen Politik ist die Strassenbeschilderung. Manchmal meint ein Pfeil, der nach links weist, eigentlich rechts, oder umgekehrt, oder aber, und das ist wohl der Normalfall, er bedeutet einfach geradeaus, einer vagen Mitte folgend, die sich mehr über die Bezeichnung der Strasse (&#8220;super&#8221;, &#8220;mega&#8221;, oder wie auch immer) definiert als über deren tatsächliche Richtung.</p>
<p>Es macht auch durchaus Sinn, dass, wenn man von der Stadt Trecase auf die Autobahn fährt und während einer Stunde dieser geradeaus folgt, nach besagter Stunde dann auf eine Ausfahrt namens &#8220;Trecase&#8221; stösst. Keine Angst, wir sind nicht in einem Wurmloch gelandet, dies ist bloss die&#8230; <em>anders intelligente</em> italienische Strassensignalisation.</p>
<p>Eng mit der Politik (und somit dem organisierten Verbrechen) ist in Italien die Kirche verwoben. Man hat sich da offenbar darauf geeinigt, den Kuchen fair aufzuteilen, getreu dem biblischen Wort, wonach das Weltliche dem Cavaliere und seinen Kumpels, der Rest der Kirche gehören soll. Oder so ähnlich.</p>
<p>Apropos Kirchen: Wir waren ja auch in ein paar solchen (nicht wirklich spannend, die meisten sind aufgehellte, radikal totrenovierte Bauten im apulischen Barok), unter anderem in einer, die auch der Pappa Ratzi mit seinem Besuch beehrt hat. Ich habe sogar einen Stuhl gesehen, auf dem der Ratzi höchstselbst seinen pontifikalen Arsch drauf gesetzt hat. Es mag auf den ersten Blick verwirren, dass dieser Stuhl, im Übrigen kein sonderlich erwähnenswertes Exemplar süditalienischer Schreinerkunst, deswegen nicht als Heiliger oder zumindest seliger Stuhl bezeichnet werden kann, sondern bloss als &#8220;der Stuhl, auf dem der olle Bene, seines Zeichens Heiligstuhlbesitzer im wahrsten Sinne, mal gehockt ist&#8221;.</p>
<p>Leider war es mir nicht vergönnt, mich auf das gebenedeite Sitzwerkzeug zu lagern. Ob es daran lag, dass man befürchtete, die Heiligkeit des Stuhls könnte eventuell auf meinen atheistischen Zigeunerarsch abfärben, konnte ich nicht abschliessend klären. Vielleicht lag es auch nur daran, dass der Wärter meinen Witz vom &#8220;Papa Nazi&#8221; nicht verstanden hat. Seis drum. Man hat es schliesslich auch nicht verstanden, als ich an jedem Padre Pio-Denkmal den Schalter zum versteckten Waffenlager gesucht habe.</p>
<p>Statistisch sind die Apulianerinnen übrigens die eifrigsten Kirchenbesucher Italiens: mehr als 43% besuchen mindestens 1x pro Woche (!) eine Messe. An Apulien kann man übrigens auch schön darstellen, wie Gläubigkeit einiglich mit materieller Armut einhergeht: wenn nur die Hälfte dessen, was in die Kirche und ihre Repräsentanten an Arbeit, Zeit und Kapital investiert wird, stattdessen in eine Volkswirtschaft geleitet würde, die diesen Namen auch verdient und tatsächlich die katastrophalen Infrastrukturprobleme anpacken würde, Apulien wäre wohl die Schweiz Italiens, halt einfach mit einem Meer statt Bergen.</p>
<p>Es passt übrigens auch wie die Faust aufs Auge, dass es in Italien eine Versicherungsgesellschaft namens &#8220;<a href="http://www.cattolica.it/" target="_blank">Cattolica</a>&#8221; gibt.</p>
<h3>Alles Scheisse?</h3>
<p>War jetzt der ganze Urlaub eine Reise in die tiefste Hölle, ist Italien das Afghanistan Europas?</p>
<p>Nunja, manchmal war es schon hart an der Grenze zum Erträglichen. Vor allem das nicht-hinsehen-Wollen war zeitweise extrem schwierig für uns. Wie kann man mit Bergen von Müll vor dem Haus leben, ohne diesen Müll überhaupt noch wahrzunehmen? Wie kann man ein antidemokratisches Regime verteidigen, mit dem einzigen Argument, dass &#8220;die Kommunisten es auch nicht besser gemacht&#8221; haben? Wie kann man eine derartige Denkblockade haben, wenn es darum geht, die Verbrechen der Kirche ihrer guten Taten gegenüberzustellen? Ich weiss es heute noch nicht.</p>
<p>Aber eben, da gab es auch dies:</p>
<p>Der gesamten Mannschaft von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sud_Sound_System" target="_blank">Sud Sound System</a> beim Wellenreiten am Strand zuschauen. Geile neue Rezepte bekommen, zB Orechiette an einer Sauce aus <a href="http://en.wiktionary.org/wiki/cime_di_rape" target="_blank">Cime di Rape</a>. Ein schwuler, kommunistischer Katholik, der zum Präsidenten der Region gewählt wird. Mit Hase am sturmgepeitschten Meer entlanglatschen. Zum ersten Mal im Leben einen früchtetragenden Pfefferstrauch (-baum?) sehen. Die Erkenntnis, dass es auch in Italien eine erstarkende Grüne Bewegung gibt. Und Zia Teresas Sugo, der, mit einer Handvoll Vongole angereichert, für einen Atheisten die wohl grösstmögliche Annäherung ans Paradies darstellt.</p>
<p>Ich weiss, das alles macht einen Berlusconi nicht ungeschehen. Aber es macht ihn zu einer Nebenfigur, einem Störgeräusch, einer Randnotiz einer Fussnote einer Marginalie, in einem ansonsten wunderschönen Buch, das dringend einen anständigen Lektor und eine etwas anspruchsvollere Leserschaft bräuchte.</p>
<p>Viva Italia &#8211; trotz allem.</p>
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		<title>Bescheuert in Paris</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 19:19:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jüngst hat es mich für keine 24 Stunden nach Paris verschlagen, natürlich geschäftlich, sonst wäre das doch eher ein bisschen fragwürdig. Item, dort gabs etwas Feines zu Essen von einem sogenannt &#8220;edlen&#8221; Auslieferservice, doch beim Abfallkonzept dahinter ist mir beinahe das Gesicht abgefallen.
Es scheint aus einer Zeit zu stammen, als man das Wort Abfallkonzept noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jüngst hat es mich für keine 24 Stunden nach Paris verschlagen, natürlich geschäftlich, sonst wäre das doch eher ein bisschen fragwürdig. Item, dort gabs etwas Feines zu Essen von einem sogenannt &#8220;edlen&#8221; Auslieferservice, doch beim Abfallkonzept dahinter ist mir beinahe das Gesicht abgefallen.</p>
<p>Es scheint aus einer Zeit zu stammen, als man das Wort Abfallkonzept noch nicht buchstabieren konnte. Man muss sich beim Betrachten der Bilder einfach bewusst sein, dass alles, wirklich alles à fond perdu ist.</p>
<p>(Für Grossansicht auf die Bilder klicken)</p>
<p><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/10/deliveryfood01.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5785" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/10/deliveryfood01.jpg" alt="" width="128" height="85" /></a> <a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/10/deliveryfood02.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5786" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/10/deliveryfood02.jpg" alt="" width="83" height="96" /></a></p>
<p><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/10/deliveryfood01.jpg"> </a></p>
<p>Mahlzeit!</p>
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		<title>Cliché lass nach&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 18:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[8 Jahre. 8 verdammte Jahre haben meine wilde Süsse und meine Wenigkeit gebraucht, um so etwas wie anständige Ferien zu planen und letztendlich auch umzusetzen. Entweder fehlte das Geld oder die Zeit oder beides. Wir hatten es effektiv nicht hinbekommen, mehr als ein verlängertes Wochenende im Inland oder im angrenzenden Ausland zu verbringen. Und das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/09/sweet_life.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5545" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/09/sweet_life.jpg" alt="" width="305" height="251" /></a>8 Jahre. 8 verdammte Jahre haben meine wilde Süsse und meine Wenigkeit gebraucht, um so etwas wie anständige Ferien zu planen und letztendlich auch umzusetzen. Entweder fehlte das Geld oder die Zeit oder beides. Wir hatten es effektiv nicht hinbekommen, mehr als ein verlängertes Wochenende im Inland oder im angrenzenden Ausland zu verbringen. Und das ist beileibe kein Scherz, sondern bitterer Ernst, also bitteschön.</p>
<p>Doch das spielt jetzt keine Rolle mehr. Heute morgen haben wir unsere Kutsche vollgetankt, bis unter die Dachkante beladen, den Hund eingepackt und sind gen Süden losgefahren. In der Tasche hatten wir eine Buchungsbestätigung und den Wegbeschrieb zu einem klitzekleinen Steinhäuschen irgendwo in der Provence.</p>
<p>Eine Bolognaise (aus lokalen Zutaten) und ein paar Gläser Rosé später sieht die Welt schon ganz anders aus. Sogar die Zigaretten schmecken nicht gleich wie zu Hause.</p>
<p>Die Tomaten sind regelrecht von der Sonne getränkt worden, die Zwiebeln schmecken schon fast süss und der Knoblauch riecht einfach nur episch. Auch der Rosé, der vom Hof der Vermieter stammt, ist eine Klasse für sich.</p>
<p>Das geneigte Lesewesen mag sich jetzt fragen, ob der alte Nasse dermassen ferienreif ist, dass sogar der Billigst-Espresso von der Autobahntanke irgendwie nach Milano schmeckt.</p>
<p>Nein, meine Lieben, im Französischen Süden gibt es diese Amélie-Welt zum Teil noch, wo der Bauer jeden Morgen seine Kühe mit dem Namen anspricht, bevor er zart die Milch aus den Eutern seiner Mädels massiert. Wo der Metzger am Samstag Abend, eine halbe Stunde vor Ladenschluss, die Kunden immer noch mit dem selben Charme bedient wie am frühen Morgen in aller Frische. Wo der Schinken noch nach Landleben duftet, weil die glücklichen Säue provenzalischen Mais und hochwertige Küchenabfälle gefüttert bekamen.</p>
<p>Klar, es ist nicht alles Gold, was im Süden glänzt. Aber die Qualität der Lebensmittel ist hier einfach anders, besser, man spürt die Liebe der Leute zu ihren Produkten. Mit jedem Bissen und mit jedem Schluck wird man daran erinnert, dass es eine Welt abseits von Food Engineering, McDingsbums und Light-Produkten gibt.</p>
<p>Diese Welt ist jetzt für eine Woche unser Zuhause. Oder, um es mit Yello zu sagen:</p>
<p>Oh yeah!</p>
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		<title>Kölschwasser, Schweiss und Tränen.</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 11:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach meinem Trip an die E3 in L.A. hegte ich die stille Hoffnung, dass die gamescom in Köln etwas übersichtlicher wird. Weit gefehlt, es war mit solidem Abstand die grösste Videospiele-Expo auf dieser leicht deformierten Kugel, die Gehdistanzen brachten meine businesstauglich verpackten Füsse zum glühen.
Zum Glück konnte ich allabendlich die ausgeschwitzen Hektoliter mit Kölschen Blonden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach meinem Trip an die <a href="http://e3expo.com/" target="_blank">E3</a> in L.A. hegte ich die stille Hoffnung, dass die <a href="http://gamescom.de/" target="_blank">gamescom</a> in Köln etwas übersichtlicher wird. Weit gefehlt, es war mit solidem Abstand die grösste Videospiele-Expo auf dieser leicht deformierten Kugel, die Gehdistanzen brachten meine businesstauglich verpackten Füsse zum glühen.</p>
<p>Zum Glück konnte ich allabendlich die ausgeschwitzen Hektoliter mit Kölschen Blonden kompensieren, ohne dass mir dieses Gebräu zu fest in den Kopf gestiegen wäre. Gleiche Mengen von Schweizer Bier hätten mich gnadenlos niedergestreckt und in ein lallendes und womöglich kotzendes Monster verwandelt. Schwede hin oder her, ich war nie besonders resistent gegen die Wirkung von Alkohol.</p>
<p>Köln an sich ist sehr relaxed, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass hier eine Million bunt gemischter Menschen auf ziemlich engem Raum zusammenlebt. Ich habe in sechs Tagen Köln weniger Polizei gesehen als an einem Nachmittag in Bern. Ein Taxifahrer erklärte mir auf entsprechende Anfrage, dass man in Köln normalerweise keine der sonst so grossstadttypischen Probleme bekommt, ausser man sei ein Fan von Bayer Leverkusen. Tja, die Leute haben halt ihre Prioritäten, nicht wahr.</p>
<p>Und ganz wichtig: von unserem Hotel aus gesehen musste man vor dem Besuch einer Bar entscheiden ob man es lieber schwul oder normal möchte (Zitat der Ostblock-charmanten Dame an der Hotelrezeption), denn schwul ist links und normal ist rechts.</p>
<p>Kölle alaaf!</p>
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		<title>Köln, isch komme.</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 07:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja ja, das Vertreterleben. Nun zieht es mich an die Gamescom in Köln, damit ich dort meinen Brötchengeber gebührend vertreten kann. Ich freue mich auf viele neue Eindrücke von der digitalen Spielefront und natürlich hie und da ein kühles Kölsch am Abend. Es soll diese Woche ziemlich heiss werden, da tut das sicherlich not.
Die werte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja ja, das Vertreterleben. Nun zieht es mich an die <a href="http://www.gamescom.de/" target="_blank">Gamescom</a> in Köln, damit ich dort meinen Brötchengeber gebührend vertreten kann. Ich freue mich auf viele neue Eindrücke von der digitalen Spielefront und natürlich hie und da ein kühles Kölsch am Abend. Es soll diese Woche ziemlich heiss werden, da tut das sicherlich not.</p>
<p>Die werte Leserschaft hört dann spätestens nächste Woche wieder von mir.</p>
<p>Macht es jut, haut rein und bleibt tight.</p>
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		<title>Analytisches Denken</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 06:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbiges dichtet man mir gelegentlich an, zumindest in guten Momenten. Also ist es höchste Zeit, meine kurze Reise nach Amiland ein wenig profunder zu betrachten.
Der Blick wird vom gerade Erlebten ja gerne etwas getrübt, besonders wenn man sich noch auf der Reise befindet. Aber gestern hatte ich doch noch einen erkenntnisreichen Moment, als ich zusammen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbiges dichtet man mir gelegentlich an, zumindest in guten Momenten. Also ist es höchste Zeit, meine kurze Reise nach Amiland ein wenig profunder zu betrachten.</p>
<p>Der Blick wird vom gerade Erlebten ja gerne etwas getrübt, besonders wenn man sich noch auf der Reise befindet. Aber gestern hatte ich doch noch einen erkenntnisreichen Moment, als ich zusammen mit Dschango die Bilder der Reise betrachtete und wortreich erklärte.</p>
<p>So oder so: Reisen bildet. Ob man jetzt mit anderen Kulturen oder neuen persönlichen Perspektiven (gell, Aga&#8230;) im Sack nach Hause kommt, spielt eigentlich keine Rolle. Es muss auch nicht immer der Overkill an positiven Eindrücken sein (&#8220;Ey, das isch dötte im Fall soo geil gsy!&#8221;), man kann auch etwas nachdenklich oder befremdet nach Hause kommen. Oder enttäuscht, obwohl man ohne Erwartungen losgezogen ist.</p>
<p>Es ist ein wenig wie beim Sport oder im Berufsleben: in der Reiserei erlebt man immer wieder die grossen Dramen des Lebens, allenfalls in etwas anderen Farben und Geschmäckern, auf jeden Fall intensiv.</p>
<p>So gesehen hat mir dieser Trip gut getan, trotz Jetlag, Aircon-Pfnüsel und allgemeinem Reisestress.</p>
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