Archiv für die Kategorie ‘Nerdland’

So Unique

Zwei Drittel der Daumenschrauben-Redaktion sind auf Reisen. Meine Wenigkeit verschlägts nach Los Angeles, ich werde live und nah dran aus der Stadt der Engel (my Ass!) berichten. Bis jetzt mache ich am Gate mit meinem lächerlich kleinen 9-Zoll-eeePC einen auf dicke Hose (LOL?) und geniesse die Vorzüge von öffentlichen WLans. Als ich das letzte mal geflogen bin, war der Milleniumsbug noch ein Thema, WLan maximal ein Gedankenfurz eines genialen Gehirns und ich hatte noch keine grauen Haare. Wie die Zeit rennt…

Fazit: der kleinste eeePC ist definitiv zu klein für so etwas wie Benutzerkomfort und Flughäfen sind tierisch Seelenlose Orte. Alles auf Durchzug und so. Egal, wir bleiben dran und berichten weiter aus dem Vorhof der zivilisatorischen Hölle…

Update: Jetzt habe ich den Zenit der Lächerlichkeit erreicht: ich sitze im Flughafen-Starbucks bei einem überteuerten Espresso und hacke auf meinem Laptop rum.




Erbarmen!

Also.

Morgen in einer Woche beginne ich meinen neuen Job. Bis dahin sollte ich den jetzigen Job in Anstand fertigbringen. Draussen sind gefühlte 52° und am Freitag haben Cockos endlich, endlich REAPER Version 3.0 veröffentlicht. Alles für sich genommen durchaus erquickliche Ereignisse, die mir auch hübsch Freude bereiten, aber heieiei, einisch isch gnue. Folglich gibt es diese Woche von mir weder Lustiges noch Interessantes hier, bitte weitergehen, dankeschön.

Ausserdem solltet ihr bei dem Wetter nicht am Computer sitzen, ihr Nerds.

Echt jetzt.




King Louis

Louis CK ist einer dieser lauten US-Amerikaner, die im normalen Leben manchmal schwer zu ertragen sind. Doch in diesem Fall hat die Lärmerei System, denn Herr Louis ist ein Komiker. Ein recht witziger dazu, wie ich finde. Folgende Clips haben es mir echt angetan, er spricht mir quasi aus der Seele:




Nebenbei notiert

Hier musste ich lachen, besonders bei Icordo, einfach herrlich.

Da habe ich zur Kenntnis genommen, wie verständlich man sich in der Politik mitunter auch ausdrücken kann. Es geht also doch…

Diese hier finde ich recht witzig, manchmal entwaffnend. Es hat für alle etwas dabei. Ausnahmslos.

Etwas erstaunt war ich darüber, dass das Phantom effektiv ein Geist war. Nämlich der Geist des Wattestäbchens. Irre. Hat mich zeitweilig echt beschäftigt, die Sache, CSI sei dank. Ich habe mir ja die wildeste weibliche Kriminalkarriere aller Zeiten zusammengereimt. Tja, ausser Spesen nix gewesen.

Weiter möchte ich auf diesen Artikel von Kollege Beinhart respektive die Kommentare darunter hinweisen, denn: bei uns sitzen Sie in der ersten Reihe.

Last, but not least schon wieder so ein talentierter Bursche, der ausschliesslich mit seinem Gefräss ansprechende Musik macht.

Manchmal braucht man wenig, um glücklich zu sein.




Grenzen der Unbegrenztheit

Beinharts sind ja treue Sunrise-Kunden und als solche eigentlich auch relativ zufrieden. Gut, wir sind die Sorte Kunden, denen alles egal ist, solange sie einigermassen das bekommen, wofür sie bezahlen.

Nunja, Dschango hat sich vor einiger Zeit so ein Sunrise T@KE AWAY (ausgesprochen wohl “Tätki ewei”, muss irgendwas finnisches sein) Teil zugetan, mit der Idee, er wäre dann jederzeit mit einem flotten Internet unterwegs. Das hat eigentlich auch supi funktioniert und Dschango war glücklich. Dann, vor etwa drei Wochen, stelle er fest, dass seine Interwebs nur noch mit maximal 16 KB/s daherkommen. Ja, das ist ungefähr der Datendurchsatz, den wir früher mit unseren analogen Modems erreicht haben. Und nein, mit Technologie aus dem 20. Jahrhundert machen Internet-Anwendungen des 21. Jahrhunderts absolut keinen Spass.

Erster Gedanke: Rechnung nicht bezahlt. Kann ja vorkommen. Flugs Arschlahm geinternetbankt und gesehen, dass ich mal wieder ein vorbildlicher Kunde war. Dann mit dem Notebook in der Hand quer durch Bern gelatscht und festgestellt, dass es definitiv nicht am Standort liegt – überall dieselbe vorsintflutliche Bandbreite. Es führte also kein Weg dran vorbei: ich musste mich beim Sunrise-Kundendienst melden.

Das normale Vorgehen in einem solchen Fall besteht darin, Proviant, Trinkwasser und mediale Unterhaltung für die nächsten zwei Wochen einzulagern, damit man das Hotline-Queuing einigermassen gesund übersteht. Man sucht sich dann eine Sitzgelegenheit, in der man möglichst während mehreren Stunden bequem sitzen kann und stellt sich mental auf die Orgie an drittklassigen Hits aus den 90ern ein, die man bald geniessen darf.

Das Positive zuerst: noch nie war ein Anruf an ein Call-Center so derart schmerzfrei. Natürlich bin ich beim “Wenn Sie Fragen zu…, drücken Sie Taste EINS…”-Gelaber gescheitert – die Situation, dass mein Problem bereits in der Roboter-Schleife korrekt einsortiert wird, wird wohl zu meinen Lebzeiten nie mehr eintreten – und bin folglich beim komplett falschen Herrn gelandet. Als er mir das mitteilte, ging ich als erfahrener Hotliner übergangslos in Kampfstellung: “Könnten Sie mich dann bitte mit der korrekte Stelle verbinden?”. Wie baff war ich, als mir der Herr, immer noch freundlich, aber mit einer leichten Reiznote in der Stimme, zurückgab: “Genau das habe ich Ihnen gerade vorschlagen wollen.”

OK, da war ich jetzt wirklich mal sprachlos. Seit wann denken die Leute in den Callcentern mit? Seit wann kommen die auf die Idee, proaktiv zu überlegen, was der Kunde als nächstes wohl möchte? Seit wann kommen die überhaupt auf Ideen?

Komplett aus dem Häuschen war ich dann, als ich nach nur einmal (!) Umleiten bei der richtigen (!!) Dame landete und diese schon umfassend (!!!) über mein Problem informiert war, inklusive aller relevanten Kundendaten, inklusive der Bandbreitenlimite von 16KB/s, inklusive allem. Dschango zerdrückte eine Freudenträne, wähnte sich im Dienstleistungsparadies und hätte die Dame vor Euphorie fast spontan geheiratet.

Leider bekam Dschango einen doppelten Korb. Auf mein Heiratsangebot ging die Dame überhaupt nicht ein und auf mein Problem in einer Art, die für mich nicht wirklich erfreulich war. Das heisst – und ich kann es nicht genug betonen – die Dame hat es geschafft, mir zu erklären, dass mein Problem halt einfach so sei und dass es auch noch lange so bliebe und dass man da nichts machen könne, dies aber in einer Art, die mich als Kunden einigermassen zufrieden zurückliess. Dafür, liebe Sunrise-Dame mit der netten Stimme, deren Name ich leider nicht mehr weiss, dafür möchte ich mich bei Ihnen nochmals herzlich bedanken. Wenn ich zumindest das Gefühl habe, ernst genommen zu werden, ist es auch nicht mehr so schlimm, wenn Ihre Firma Infrastrukturprobleme hat, die ich als Kunde ausbaden darf.

Mein Problem bestand nämlich darin, dass ich offenbar zuviel Traffic auf meinem Abo hatte. Die nette Frau Sunrise machte mich darauf aufmerksam, dass dies im Vertrag drinstehe, und tatsächlich, da steht zwar:

Inklusive-Datenvolumen unbegrenzt(1)

Aber eben auch:

(1) Fair Usage: Bei Überschreitung einer Datenmenge von 10 GB pro Monat wird die Bandbreite reduziert.

“Hahaaa!”, dachte sich da der Dschango, “das ist wohl, weil ich nur so ein Memmen-Abo (basic) habe. Wenn ich auf das tolle ‘max’ umsteige, dann ist die Limite sicher weg!”

Denkste. Es ist auch nicht möglich, die Bandbreite durch Zahlung eines (meinetwegen saftigen) Aufschlags wieder freizugeben. Die Idee von Frau Sunrise, einfach noch ein zweites Produkt zu kaufen, fand ich dann nicht so super, also bleibt mir nur noch, bis am 4. April (dann beginnt mein Abrechnungszyklus) mit einem Anschluss auszuharren, bei dem sich Internet so anfühlt, als ob jedes Bit einzeln und auf Ochsenkarren zu meinem Computer verschoben würde.

Liebe Sunrise, mit dem Kundendienst hast du diesmal ja punkten können bei mir. Das finnische Internet fliegt aber bei nächster Gelegenheit raus – schick das zu der netten Dame vom Callcenter, die wird dem Siech schon beibringen, wie man Kunden glücklich macht.




Man kann nicht immer lustig sein

ja, liebe Leute, diese Woche macht es sich der Dschango total einfach. Nicht, dass nichts passiert wäre, über das sich zu schreiben lohnen würde, aber euer Dschango war einfach mit anderem Zeug beschäftigt.

Erstens: Kollega Magnussen hat mir die neue Prodigy, „Invaders must die“, gesteckt. Diese ist, das muss ich zugeben, verdammt gut. Ich bin ja momentan sowieso in der Metal-Drum’n'Bass-Fusion-Phase, Pendulum sind meine Helden der Stunde und da passt das Gebrettere der Techno-Punk-Opas perfekt. Wie dem auch sei: die CD hat mich mit Haut und Haaren zurück in die 90er katapultiert. In den 90ern hingegen war mein Gehirn… nunja, anderweitig beschäftigt und keineswegs in der Lage, witzige oder gar kluge Sätze zu formulieren. QED.

Zweitens: wer mich (bzw diesen Blog) kennt, weiss, dass ich ein grosser REAPER-Fan bin. Es ist noch viel schlimmer: ich bin ein REAPER-Fanboy, der sogar mit entsprechendem T-Shirt durch die Gegend rennt. Nun ist die Version 3 unterwegs, diese Woche wurde eine neue Testversion aufgelegt und ich bin einer derjenigen, die das Teil auf Herz und Nieren testet. Im Gegensatz zu anderen Produkten, bei der ein Beta- (bzw Alpha-)Test vor allem daraus besteht, die vorhandenen Bugs soweit zu umschiffen, so dass man die eigentlichen Funktionen trotzdem noch anschauen kann, geht es bei REAPER vor allem darum, die neuen Features auch tatsächlich auszuprobieren. Und von diesen gibt es bei jeder neuen Version mehr als genug.

Drittens: Anfang Monat ist, nach fast zehn Jahren Entwicklungszeit, Darkfall Online erschienen. Ja, ich weiss, nach dem Spore-Debakel habe ich geschworen, mich nie mehr auf ein Game zu freuen. Und dieses Mal war ich tatsächlich cool, liess mich nicht zu sehr euphorisieren von den vollmundigen Versprechungen und habe das Teil mit relativ wenig Emotionen gekauft, installiert und angezockt. Ich weiss nicht, ob es an meiner veränderten Geisteshaltung oder am Spiel selber liegt, aber das Ding ist bis jetzt einfach nur geil. Mein Char versucht im Moment zwar vor allem, auf Bäume einzuhacken und dabei nicht getötet zu werden, aber so nach den ersten paar Stunden kann ich sagen, dass das Spiel zumindest ein würdiger Nachfolger von Ultima Online ist. Ich habe mich sogar dazu hinreissen lassen, in einen Clan einzutreten (Darkfall Pirates, yarrrr!!), für mich als eingefleischten Solo-Player wirklich eine ausserordentliche Sache. Ich werde zu gegebener Zeit einen ausführlichen Bericht darüber schreiben.

Wie ihr seht: Dschango war diese Woche primär damit beschäftigt, sich selbst zu unterhalten und er hat noch nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei. Wer heute auf dieses Blog kommt, nur um sich unterhalten zu lassen, ist deshalb selber schuld.

Ätsch-Bätsch!




Mix it, Baby!

Web Zwonull ist manchmal recht mühsam, und manchmal ist es einfach nur genial:

Youtube Mash Up für Fortgeschrittene.

Mahlzeit!




Von Ownage und anderen Sauereien

Ein Teil unserer werten Leserschaft weiss, was Ownage bedeutet. Der andere Teil schaut bitte kurz hier rein. Herzlichen Dank.

Ich bin auf ein Stück Ownage gestossen, das bei mir ultimativ eingeschlagen hat. Ich habe Tränen gelacht, den Kopf geschüttelt und mich geistig verneigt. Die Rede ist vom Beatboxer/Musiker/Sänger/Multitalent Beardyman, der ein regelrechtes Husarenstück vollbracht hat.

Wie man vielleicht weiss, sind Oasis manchmal voll bedepperte und kaum auszuhaltende Proll-Spasten ein bisschen prätentiös, obschon sie mitunter tolle Musik machen.

Auf jeden Fall bekam der feine Herr Beardyman keine Erlaubnis, einen Remix vom diesem Lied zu veröffentlichen. Ein klarer Fall für eine Vorgehensweise nach Art von Web Zwonull…

Mit Hilfe eines Computers und ausschliesslich seiner eigenen Stimme (!!!) hat der Bartmensch aus dem wilden Süden von England eine vor Ironie und Lebensfreude nur so strotzende Interpretation dieses Songs auf Youtube abgeliefert. Schwer zu beschreiben, mit wie viel Liebe und Hingabe dieser afrikanische Musikstil adaptiert wurde, ich bin schwer beeindruckt. Zückt die Kleenex und lacht euch einen Schranz, hier kommt Beardyman sein Cousin aus Burkina Faso:




Furu Siftware chropmatsch

Wer den Dschango ab und zu IRL trifft, weiss, dass das Chrischtchindli ihm nachträglich noch ein MPD32 gebracht hat. Ein ganz primafeines Gerät, es zischt auch vorzüglich mit REAPER, Dschango ist total glücklich.

Er wäre aber nicht Dschango, wenn er nicht mindestens ein Haar finden würde, und siehe, in der deutschen Preset-Dokumentation wurde er fündig. Wohlverstanden, ich mache mich hier nicht über einen Fremdsprachler lustig, der Google-übersetzte Dokumente generiert. Vielmehr scheint, dass der Autor die eine oder andere Substanz konsumiert hat oder aber einem sprachlichen Kreativ-Schub erlegen ist.

Ganz besonders schlimm hat es den GURU-Teil getroffen, aber man siehe selbst:

Ist lustig, ja – aber bei den Stichworten ‘Siftware’ und ‘chropmatsch’ komme ich schon ins Grübeln. Woher, so frage ich mich, woher wissen Akai um meine Musik-Skills? Woher wissen sie um den Qualitätslevel meiner eingesetzten Programme?

Das erklärt wohl den Zusatz ‘Pro’ im Firmennamen.




Jukebox Part 3

Bei dem allgegenwärtigen Krisengelaber brauchts jetzt echt mal eine Ohrenspühlung. Wer elektronische Musik aus Deutschland mag, kommt diesmal voll auf seine Kosten.

Empfehlung des Tages: Anthony Rother. Es gibt bei seeqpod eine kleine Playlist und als kleines Schmankerl obendrauf noch ein video:

Nasse wünscht einen hervorzüglichen Medienschmaus.




Neulich in Magnussens Waschküche




Einen an die Waffel!

Man mag sich darüber empören, wie viel Schrott unter dem Label ‘Unterhaltung’ produziert wird. Man kann sich auch darüber wundern, wofür Menschen Geld hinzulegen bereit sind. Dies gilt ganz besonders für den Bereich der Computerspiele, denn beim Gamer paaren sich im Idealfall drei Eigenschaften (Technikverliebtheit, Untervögelung und der Bezahlwille, um dem Zocken auch möglichst exzessiv frönen zu können), die ihn zu einem begehrten Zielobjekt von allerlei Herstellern sinnloser Plastikgeräte machen.

Die Firma TN Games hat nun ein Gerät in Helmform angekündigt, das es dem Computerspieler erlaubt, auf ihn eingehende virtuelle Kopfschüsse und Schläge auf den Kopf mittels Force-Feedback zu spüren. Die Firma hat bereits eine Weste auf den Markt gebracht, mit der man spüren kann, wenn der Gegner einen Körpertreffer gelandet hat – und wo.

Ob das nötig ist? Kaum. Macht es die SVP konkordanzfähig? Eher nicht. Rettet es auch nur eine einzige chinesische Katze vor dem Kochtopf? Man darf es bezweifeln. Trotzdem, Dschango findet, hier wurde Geschichte geschrieben. Wer nicht im IT-Support arbeitet versteht das vielleicht nicht, aber ich sage euch: dieses Teil muss von einem IT-Supporter erfunden worden sein.

Man stelle sich die Möglichkeiten vor, die sich beim unternehmensweiten Einsatz solcher Geräte ergeben würden. So könnte man zum Beispiel den Auslöser mit Windows-Systemereignissen koppeln – wer Rückfragen des Systems provoziert, erhält Schläge auf den Hinterkopf, in stufenlos ansteigender Heftigkeit. Wer den Internet Explorer anstatt einem anständigen Browser startet (bzw Bullshit-Meldungen über solche verbreitet), spürt, wie ihm die Trojaner um die Ohren fliegen. Und vergesst die doofen Pop-Ups und Systemmeldungen, die nur hässlich aussehen und um die sich keine Sau kümmert: findet der Virenscanner verdächtige Objekte, wird der Benutzer künftig erstmal mit einem paralysierenden Stromstoss davon abgehalten, weiteren Schaden anzurichten, bis der Fachmann vorbeikommt. Ein Traum!

Selbstverständlich könnte man den Kopfschuss-Helm auch ferngesteuert auslösen. Dann beispielsweise, wenn man, wie diese Woche in Dschangos Büro geschehen, von einem Kunden das gewünschte Logo zwar tatsächlich in computerlesbarer Form und per eMail erhält – allerdings hübsch eingebunden in eine Excel-Tabelle.

Reply – OK – “Terrorists win”




Warum Computer unzuverlässig sind

Nichts Neues im Westen, mag sich da das eine oder andere Lesewesen sagen. Weit gefehlt, sage ich. In der aktuellen Ausgabe 01/09 des Linux-Magazins wurde das Editorial von Professor Andrew S. Tanenbaum (Informatik, freie Uni A’dam) verfasst, der sich unter anderem mit einer fundamentalen Kritik der gängigsten Betriebssysteme hervortut. Die Kernaussage seiner Kritik lautet, dass die aktuell meistverwendeten Systeme für Personal Computer und Server (in dem Fall Unix/Linux und Windows) im Kern zu instabil sind, dies aufgrund des Designs und der Grösse des Betriebsystem-Codes. Herr Tanenbaum definiert gleich selbst einen Wert “Zuverlässigkeit”, der folgendermassen beschrieben ist:

Ein Gerät gilt als verlässlich, wenn 99 Prozent aller Besitzer während des Lebenszeit des Geräts nie irgendwelche Ausfälle zu beklagen haben.

Alle, wirklich alle, die jemals längere Zeit mit einem gängigen Computer gearbeitet haben, wissen, dass dem im Alltag eben nicht so ist. Insofern pflichte ich unserem Professor, auch im Namen unserer computergeplagten Leserschaft, vorerst uneingeschränkt bei. Nun würde es wohl den Rahmen dieses kleinen Boudoirs der Eitelkeiten sprengen, wenn ich diese These in allen Details auseinander nehmen würde. Kurz zusammengefasst und sinngemäss meint der Herr Professor folgendes:

Die Anzahl Fehler pro Tausend Zeilen Programmcode (KLoC) ist bei (sehr) gut programmierter Software eigentlich nicht unter 2 KLoC zu bringen. Will heissen, dass viel Programmcode zwangsläufig auch viele Fehler enthält. Im Falle eines gängigen Betriebssystems heisst das, dass auf die x-millionen Codezeilen entsprechend x-tausend Fehler kommen. Fehler machen ein System instabil und damit den User unzufrieden.

Jetzt gibt es ja Geräte wie Fernseher, Radios, Mobiltelefone und MP3-Player, die quasi absturzfrei durch ein ganzes Geräteleben hindurch funktionieren. Dasselbe bei Geräten im medizinischen und industriellen Bereich. Was ist denn dort anders als bei unseren problemgeplagten Computern? Die Antwort ist, laut dem Herrn Professor, beim Betriebssystemkern (Fachbegriff: Kernel) zu finden. Während bei EKG, Fräsmaschine, Fernseher und Co. so genannte Mini-Kernel eingepflanzt werden, sind bei den verbreiteten Computersystemen vor allem grössere Kernel im Einsatz (wir erinnern uns: mehr Code, mehr Fehler, desto weniger stabil).

Wenn es also darauf ankommt, dass ein Gerät quasi Absturzfrei funktionieren sollte (99 Prozent Verfügbarkeit), dann muss man mit einem Mini-Kernel arbeiten. Der einzige Nachteil von Mini-Kernel gegenüber grösseren Kernel liegt in der Performance, sprich Mini-Kernel sind aufgrund ihres Designs ein bisschen langsamer. Dieser Nachteil konnte aber von Studiengruppen mittels Code-Optimierung auf unter 10 Prozent gedrückt werden, sprich der Benutzer würde das praktisch nicht merken.

Ich kann diese Argumentation verstehen. Ich habe zwar nicht das Problem, einem Informatikguru auf Gedeih’ und Verderben ausgeliefert zu sein, um allfällige Computerprobleme in den Griff zu bekommen. Aber ich kann mich sehr gut in jemanden hineinfühlen, der eben diesen Anspruch auf die 99 Prozent fehlerfreien Betrieb eines Geräts stellt. So sollte es eigentlich sein.

Rein von der Kundenorientierung her ist der aktuelle IT-Markt für den unwissenden Endverbraucher der reinste Horror. Während der unbedarfte Konsument mit hunderten von Anschlüssen, Kabeln, Steckern, schlecht programmierter Software und einer schier erschlagenden Auswahl in sämtlichen Bereichen überfordert ist, schlagen sich Windows-Jünger und Linux-Freaks die Köppe ein. Ist jetzt vielleicht ein kleines bisschen plakativ dargestellt, läuft aber am Ende darauf heraus. Apple wird hier mangels Signifikanz nicht als Alternative in Erwägung gezogen, fault doch Steve Jobs Evangelium letztendlich an den gleichen Ecken wie der Rest der Branche. Einzig das alles-aus-einer-Hand-Konzept verhindert zwar Wildwuchs, aber am Ende kochen alle mit Wasser.

Was heisst das nun für uns, die breite Masse an bequemen Endbenutzern? Erst mal müssen wir uns ziemlich sicher in Geduld üben. Es wird Computer geben, die ein einfacheres, zuverlässigeres und benutzerfreundlicheres Konzept mit sich bringen, aktuelle Subnotebooks wie zum Beispiel der eeePC von Asus sind erste Anzeichen einer solchen Entwicklung. Allerdings kommt das erwähnte Beispiel nach wie vor mit “schweren” Betriebssystemen daher, aber da wird in Zukunft noch einiges gehen. Medizin und Industrie setzen sowieso auf ultra-zuverlässige Mini-Systeme, der restliche Profi-Bereich wird nicht ohne komplizierte und “schwere” Software auskommen, wobei hier zwischen Desktop und Server noch mal unterschieden werden muss. Hier gibt es wenig erkennbaren Tendenzen, Computerhersteller sind zurzeit vor allem damit beschäftigt, die Hardware schlanker, kleiner und viel energieeffizienter zu machen. Auch wenig Neues bei den grossen Softwareschmieden und Open Source Projekten, die sind ganz gut mit sich selbst und dem Markt beschäftigt. Eine drastische Kehrtwende bei Fragen der Systemarchitektur lässt sich (mal abgesehen von den üblichen Streitereien) zumindest nicht erahnen. Anders gesagt: für Jobs als Informatiker jeder Couleur ist weiterhin und auf Jahrzehnte hinaus reichlich gesorgt.

Fazit: Auf jeden Fall ist es gut, dass Leute wie der Herr Tanenbaum (irgendwie saisonal passend, der Name…) ihre Botschaft in die Welt raus plärren. Meine vage Hoffnung ist, dass die Branche auf solche Köpfe hört. Wir werden sehen…




Wir sind Feature!

Wir danken BloggingTom ganz, ganz herzlich, weil er seine Serie “BlogTipp der Woche” mit uns beginnt. Unser Server raucht dank Dir; endlich kriegt die faule Sau mal was zu tun. An dieser Stelle begrüssen wir auch die Zillionen von Leuten, die gestern zum ersten Mal auf der Daumenschraube gelandet sind. Auf dass unser http auf ewig in Euren Bookmarks gespeichert sei und Euer News-Feeder bis zum Ende aller Tage die Daumenschraube rssen werde!

Wir nehmen die Gelegenheit wahr, auch unserer treuen LeserInnenschaft ein grosses Merci auszusprechen, die es – immerhin – schon seit zwei Monaten mit uns aushält.

Danke!

Danke, danke, danke!




Spwhored

SPORE

SPORE

(Warnung: Dieser Artikel wird bei Nicht-GamerInnen Schlaflähmungen im Gesicht verursachen. Müsst ihr jetzt halt einfach durch.)

Vor etwa drei Jahren fleuchte ein digitaler Furz durchs Internet: Will Wright, Schöpfer von grossartigen Simulationsspielen wie den Sims, Sim Earth oder Sim City, plane einen neuen Wurf. Das Spiel solle komplexer, spannender, vielfältiger und abgefahrener sein als alles bisher Dagewesene. Was man auf den Videos sehen konnte, schien diese Aussage zu bestätigen. Und seit dem 7. September 2008 ist es soweit: Spore ist erhältlich. Natürlich habe ich vorher bereits den Creature Creater gekauft. Natürlich war ich Preloader. Und natürlich war ich am Rande des Nervenzusammenbruchs, als nach drei Jahren des Wartens der “Play”-Button im EA Download-Manager erschien, der mir anzeigte, dass es endlich, endlich, endlich losgehen konnte.

Und was ist nun mein Fazit?

Als erstes dies: wenn man unbedingt möchte, dass ein Game als Totgeburt erscheint, ist die Firma Electronic Arts der erste Ansprechpartner. Bekanntlich bietet dieser Publisher langjährige Erfahrung und ein kompetentes Team, wenn es darum geht, auch das genialste Spiel komplett zu versauen. Kaum ein Publisher ist so auf Wal Mart-Kompatibilität getrimmt wie EA und mit Spore haben sie diesbezüglich einen neuen Meilenstein gesetzt. Das Game ist dermassen konsequent von allem befreit, was auch nur im Ansatz an Blut oder Sex erinnert, dass es auch für sechsjährige Amish mit Angst vor Gummibärchen geeignet ist.

Mein Tipp an Will Wright: wenn es irgendeinen Weg gibt, aus dem Vertrag mit EA rauszukommen, tu es. Tu es, solange Spore noch positive Kritiken im Stil von ‘grundsätzlich geil, aber…’ bekommt. Mach Spore so, wie du es geplant hast und schiebe die Änderungen als Expansion nach. Wenn es nicht von EA kommt, gebe ich dir und deinem Spiel noch eine Chance, ehrlich. Und mein Tipp an den Rest der Menschheit: falls EA irgendwann beginnt, Sicherheitsgurte, Schwimmwesten oder Verhütungsmittel zu produzieren – RENNT, FLÜCHTET, EVAKUIERT!!!

Der erste Kritikpunkt betrifft die Länge der Spielphasen vor der Space-Phase. In ungefähr drei Stunden hat man seine Kreatur vom Einzeller bis zum Raumfahrt-Zeitalter gebracht. Ich hätte schon erwartet, dass ich mich da während paar Tagen beschäftigen kann. Bedenkt man aber, dass die Level bei jedem Spiel exakt genau gleich aufgebaut sind (gleiche Anzahl Gegner, im Wesentlichen jedesmal dieselbe Strategie zum Gewinnen), ist dies zugegebenermassen eher ein Pluspunkt.

Und dann die Space-Phase. Geil aufgemacht, sogar an die Bedienung gewöhnt man sich und seit dem letzten Patch sind auch die Klickorgien etwas reduziert worden (in der Original-Version durfte man alle 5 Minuten dieselben dämlichen Piraten durch die halbe Galaxis jagen). Nach ein paar Stunden merkt man aber, wie der Hase läuft. Und von da an ist das Game nur noch Routine. Achievements nachzulaufen ist sicher nicht schlecht und motiviert auch ein Stück weit. Ich habe jetzt etwa die Hälfte aller Achievements, die letzten könnte ich in knapp einer Woche auch noch kassieren, wenn ich mich denn dazu aufraffen könnte. Werde ich aber kaum, da es jetzt nur noch darum geht, dieselbe Strategie mit minimsten Veränderungen noch ungefähr 40 Mal durchlaufen zu lassen.

Wir sprechen hier von einer Art GTA ohne direkte Interaktionsmöglichkeit, nur im Weltall, und ohne Nutten. Und ohne alles andere, was in GTA Spass macht. Das Grinding ist derbe, weil alles nach Schema X abläuft. So besteht beispielsweise die “empfohlene” Strategie zur Expansion darin, einfach alle Zivilisationen, die Ärger machen, platt zu walzen. Da man nicht sterben kann, soll man einfach bei jedem Abkacken wieder losdüsen und erneut auf den Gegner eindreschen. Das klappt auch wunderbar, beweist aber eigentlich nur, dass die Computer-Gegner wesentlich klüger sind als die menschlichen Spieler, denn immerhin geben sie auf, wenn es ihnen zu langweilig wird…

Da sind wir jetzt auch bei den unlogischen Sachen. Zum Beispiel repräsentiere ich zwar die Zivilisation, die das schnellste Raumschiff im ganzen Universum baut. Auf der anderen Seite aber auch die einzige, die ausschliesslich ein einziges Raumschiff bauen kann. Ich bin auch der einzige, der Planetensysteme kaufen und terraformen kann. Überhaupt fühlt man sich in Spore wie eine Art Gott mit Behinderung: einerseits fast allmächtig, andererseits mit völlig irren Beschränkungen versehen. Hierzu passt auch, dass einerseits Aktionen, die den Spielverlauf überhaupt nicht betreffen (beispielsweise das Umbenennen von Planeten) als Cheats angesehen werden, während die die Spielbalance massiv verändernden Mods vom Game widerstandslos akzeptiert werden.

Wirklich schlecht ist Spore nicht. Es hat leider nur sehr, sehr wenig mit dem zu tun, was vor drei Jahren versprochen wurde. Wo ist beispielsweise die Wasserwelt-Phase? Wo sind die dreibeinigen Kreaturen? Warum ist eine Kreatur mit vier Meter langen Beinen genau so schnell wie ein Bodesuri mit Stummelbeinchen? Interessant in dem Zusammenhang sind die Aussagen eines ehemaligen Maxis-Mitarbeiters im Sporum, dass sehr viel aus dem ursprünglichen Spiel gestrichen wurde. Seis, um die Komplexität der Software zu reduzieren, seis, um den 08/15-Gamer nicht mit zu viel Möglichkeiten zu verschrecken. Mal wieder hat also der Massenmarkt ein grossartiges Produkt bis zur Unbrauchbarkeit verwässert.

Ich weiss, Spore ist eher ein Spielzeug als ein Spiel, aber dann erinnert es mich an die Roboter meiner Kindheit, die ausser in eine bestimmte Richtung laufen und ihren Roboter-Tanz aufzuführen nichts konnten. Wie diese Roboter wird wohl deshalb auch Spore sehr bald auf dem Spiele-Schrotthaufen landen – wobei man die Robots wenigstens noch ausschlachten konnte.

Die Idee hinter Spore ist genial, der Creature-Editor superb, das Game an sich bietet aber viel zu wenig. Am Schluss hat man ein Spore Lab Plus, in dem man auch Gebäude, Raumschiffe, Fahrzeuge und Schiffe designen kann (ohne dass das Design irgendeine Auswirkung auf das Gameplay hätte, notabene – ein Kampfstern mit dreitausend Laserkanonen ist genauso stark wie eine fliegende Ente mit Sturmgewehr). Eine Art stark eingeschränkter, virtueller Lego-Baukasten also. Da bringt es auch nichts, auf die riesige Galaxie zu verweisen, die man theoretisch erkunden könnte: Spieltiefe ist nun mal nicht direkt an die Grösse des Spielplans gekoppelt.

Wie bei EA nicht anders zu erwarten, hat man bei Spore das Gefühl, dass einem konstant Geld aus der Tasche gezogen werden soll. Nebst der himmeltraurigen DRM-Implementierung (SecuROM!), die bereits zu einer  Klage gegen EA geführt hat, verstehe ich beispielsweise nicht, warum der Creature Creator, für den ich immerhin bezahlt habe, nach Installation von Spore nicht mehr funktionieren soll. Dass man bei EA jetzt darüber nachdenkt, Micropayment einzuführen, ist hier von Seiten des Publishers nur konsequent. Auch passt ins Bild, dass kurz nach Release von Spore schon das erste (natürlich kostenpflichtige) AddOn angekündigt wurde: man soll nun den Viertel des Preises des Hauptprodukts dafür ausgeben, um mit noch mehr Design-Elementen genau gleich wenig Spielinhalt zu haben.

Und was lerne ich aus der Akte Spore? Erstens, dass ich mich nie, nie, nie, nie, nie mehr auf ein Computerspiel freuen werde. Zweitens, dass ich in Zukunft von allem, was das Label “Electronic Arts” trägt, die Finger lassen werde. Echt jetzt. Ich kann mich an kein Spiel von dieser Klitsche erinnern, das auch nur die Bandbreite wert gewesen wäre, die es beim Herunterladen verschwendet hat. Und drittens schliesslich, dass das Experiment, mal wieder für ein Computerspiel zu bezahlen (“Qualität kostet!”), gründlich in die Hose gegangen ist. Vergleiche ich beispielsweise den Spielspass von Spore (CHF 88.-) mit dem von Armagetron (CHF 0.00), loost ersteres ab. Und zwar extrem.

Will Wright hat irgendwann mal gemeint, dass zwei Sorten Leute Spore kaufen würden: diejenigen, die Spore tatsächlich spielen und diejenigen, die primär Kreaturen, Raumschiffe und was noch alles mit dem Editor kreieren werden. Momentan würde ich mich eher bei letzteren sehen – wenn dann der Austausch der Schöpfungen über die Sporepedia tatsächlich ohne grössere Probleme klappen würde.

Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Wertung

★★½☆☆ für die Grafik, weil ok.
★★★★☆ für den Content, weil primär Community-generiert.
★★★☆☆ für das Gameplay, weil solala.
★★½☆☆ für den Sound, weil ok.
★☆☆☆☆ für die Langzeit-Motivation, weil kaum vorhanden.
★★☆☆☆ Hype/Resultat-Faktor.

★★½☆☆ Total

Dschango-Prädikat: muss nicht sein.




Gamers Paradise

Videospiele sind meines Erachtens ein absolut korrekter und extrem spassiger Zeitvertreib. Und ein offizieller Teil unserer Kultur dazu, Ende der Fahnenstange. Der grosse Markt in der westlichen Hemisphäre ist relativ übersichtlich und – bis auf ein paar Geheimtipps ohne grössere Relevanz – in eine Handvoll Plattformen und Technologien unterteilt. Da wären PCs aktuellster Generation, Xbox 360, die diversen Playstations von Sony und die lustige Welt von Nintendo (DS, Wii etc.). Und ich habe alles extensiv ausprobiert – Pflicht für einen Liebhaber von Videospielen.

Kinder, ich kann euch sagen, dass wir diesbezüglich in goldenen Zeiten leben. Und es wird noch dicker kommen: Hologramme, virtuelle Realität und Ganzkörpercontroller für die Massen. Aber zurück auf den Boden der Realität. All das High-End-Gedöns von wegen Next-Gen-Spielkonsolen und Monster-Hardware kann man getrost mal beiseite schieben, wenn man sich mit einem Spielautomaten der Naomi-Klasse vergnügen darf. Genauer mit einem Ultra G aus dem Jahre 2000.

Etwa so hoch wie Nasse

An sich ist so ein Spielautomat ja nicht sehr spektakulär, vor allem wenn nur ein einzelnes Spielmodul installiert ist. Bei konventionellen Automaten in Spielsalons ist das normalerweise der Fall. Interessant wird es aber, wenn man kein proprietäres Spielmodul installiert, sondern einen zeitgenössischen PC mit Spezialsoftware und Schnittstelle für Spielautomaten anschliesst. So kann man sich Unmengen von Games herunterladen, die alle gratis und unbeschränkt spielbar sind. Nur zum präzisieren: wir reden nicht von ein paar oder -zig Spielen, nein, wir reden von tausenden von Titeln quer über verschiedenste Plattformen aus den letzten 25 Jahren. Tausende!!! Als Game-Afficionado muss man das erst mal verkraften können. Klotzen, nicht kleckern ist hier die Devise.

Hat auch Platz für Getränke und Aschenbecher

Hat auch Platz für Getränke und Aschenbecher

Auf jeden Fall hatte ich neulich an einem Wochenende das Vergnügen, einen guten Freund bei der Installation seines frisch erworbenen Ultra G Cabinets zu unterstützen. Und es war in der Tat ein grosses Vergnügen, schon nur die Vorarbeiten und Konfigurationen haben eine leichte Euphorie ausgelöst. Es gab einiges zu tun, zum Beispiel den Analogmonitor am offenen Gehäuse und und unter Strom an Drehreglern einstellen (Adrenalin!), die Verkabelung der Steuerknöpfe anpassen, die Software auf dem PC einstellen und so weiter. Kurz vor Mitternacht war es dann so weit, wir konnten die ersten Spiele starten und ausprobieren. Dies war dann auch für ein langes Momentchen das letzte Mal, dass ich eine Uhr wahrgenommen habe. Beim nächsten Zeitcheck war es dann plötzlich halb fünf am Morgen.

Der darauf folgende Selbstcheck fiel entsprechend aus: Die Augen gerötet und geschlaucht von den wuchtigen 22 Zoll Analog-Mattscheibe, der Nacken leicht steif, der rechte Zeigefinger komplett wundgeklickt und im Körper eine seltsame Mischung aus Adrenalin, Melatonin und Glückshormonen. Meine Güte, was waren wir verschachert und verballert. Ich hatte seit Jahren nicht mehr so viel Spass beim Zocken.

Fazit: Zocker-Nirvana und kein Gramm weniger. Echt jetzt. Zehn von fünf Sternen.

Der folgende Teil des Artikels richtet sich an die technisch interessierten, die gerne mehr darüber wissen möchten.

Software auf dem PC

Windows XP als Systembasis, GameEx als Hauptprogramm, Mame und diverse andere Emulatoren von Plattformen wie Nintendo, Sega, Atari, Amiga, C64, Playstation 1 und 2, Daphne und noch viele mehr. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme waren bereits mehr als 5000 Titel in der angelegten Sammlung verfügbar.

Ultra G

Der Kasten ist ca. 2m hoch, 90cm tief und 80cm breit. Analoger Röhrenbildschirm mit 22″ Diagonale, Format 4:3. Gewicht ca. 70 Kilogramm. “Jamma”-Schnittstelle für die Verbindung zwischen Controllern und Spielmodul respektive PC. Zwei eingebaute Lautsprecher unter dem Monitor mit sattem Sound. Der integrierte Lüfter im unteren Teil des Kastens wurde entfernt, da kein Spielmodul eingebaut ist. Das Gerät ist damit quasi Geräuschlos.

Anforderungen und GameEx als Launchprogramm

Es ist bereits mit älteren PCs (zB. Pentium 4 oder AMD Athlon) möglich, eine ausreichend leistungsfähige und absolut zufriedenstellende Recheneinheit aufzustellen. Die wenigsten Gameplattformen hatten vergleichbare Leistungen. Die Grafik kann auch von einer mittelmässigen Grafikkarte mit passiver Kühlung ohne den geringsten Stress bewältigt werden. GameEx und gewisse Emulatoren setzen aber DirectX-Kompatibilität voraus.

GameEx kostet nur ein paar Pfund und bietet grosse Möglichkeiten, auf PCs eine Umgebung mit den meisten gängigen Emulatoren komfortabel einzurichten. Man kann effizient nach Games suchen, Favoriten anlegen, Hintergrundmusik (Mp3 und Internetradio) und Screensaver mit Gamedemos abspielen, die Möglichkeiten sind enorm. Mit GameEx kann man sein Cabinet schlicht auch als Jukebox mit Bildschirm verwenden.

Empfehlenswert als Lösung für Arcade-Gaming-Einsteiger (und vor allem Günstiger als ein ganzes Cabinet) ist ein X-Arcade Board Controller, der auf der Website des Herstellers und auf gängigen Handelsplattformen im Netz erhältlich ist.