Archiv für die Kategorie ‘Nerdland’

Das habt ihr euch so gedacht

Ha!

Ging also doch schneller als erwartet, die Sache mit dem Familienbusiness, da oben in Schweden. Kalt war’s auch, nur so nebenbei.

Dank dem lieben Punaise, der seinem Ruf als verpeilter Kulturfuzzi wieder mal völlig gerecht wurde und jede Deadline erfolgreich zu überschreiten wusste, war die Dreifaltigkeit auf dem Schräubchen gewährt.

Merci anyway, mon cher, wenn du schon mal einen Account hast, dann kannse auch gleich hier bleiben, ne!? Dann wird die Dreifaltigkeit halt eben zu einer Quadrille. Ihr hört also noch von JB, aber fragt bloss nicht wann.

Ja, und wenn man sich mal hier umsieht…

Die lieben Gründer-Kollegen von der Redaktion scheinen ja alle beide momentan einen regelrechten Höhenflug zu geniessen, da komme ich gerade recht, um das allgemeine Niveau wieder ein bisschen an die Realität anzunähern. Kann ja nicht ewig so weitergehen, wer braucht schon einen Pulitzer-Preis?

Eben.

Genau das oder ähnlich habe ich gedacht, als ich diesen Quatsch bekommen habe. Mannmannmann.

Wenn man lieber Schulbuben verklagt als anständige Sicherheitssysteme zu bauen, dann passiert so ein Mist eben. Auch toll, dass man erst nach langem Zaudern und Zögern an die Kunden herangegangen ist, danke bestens.

Mein Pech, dass ich jetzt Freunde dazu auffordern durfte, ihre Kreditkartenabrechnungen die nächsten Monate bitte etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Nicht gerade heimelig.

Da habe ich übrigens gestaunt. Meine lieben Nachbarn, die Dänen, drehen schon fast ein bisschen durch, jedenfalls Teile von denen. Anders kann man sich solche Sachen nicht erklären.

Oh mein Gott, die Finnen waren ja auch noch. Man fragt sich auch hier: War es zu viel Lapin Kulta oder sind da ein paar Leute zu lange in der Sauna geblieben?

Echt abgefahren, was da politisch in Europa im Moment vorgelegt wird, man weiss gar nicht, wo man hinschauen soll.

Auch wenn die hysterische Fliege Longchamp im Bezug auf die herbstlichen Wahlen hierzulande bereits ihre Runden dreht, so sind die Helvetischen Hunde grösstenteils doch noch am schlafen, zumindest an der Leine.

Mal sehen, wie es tönt, wenn die Scharfmacher warm gelaufen sind.




Nageln am Hasentag

Top-Verleser diese Woche:

  • “biblezone” statt “mobilezone”

Es muss daran liegen, dass die Christen mal wieder ihren Gott an die Latten genagelt haben, was am Freitag ja bekanntlich geschehen ist:

Und jetzt alle!

Da geht es mir schon bedeutend besser, weil mein Gott kam am Freitag persönlich nach Bern in den Dachstock und rockte das verdammte Haus. Jawoll, Beardyman war bei uns und ich hatte die Kaoss-Pads Gottes ungefähr 50 Zentimeter vor meiner Nase. Es war die Sensation, auch wenn man den Eindruck hatte, dass Beardy nicht wirklich topfit war – die Interaktion war auf ein Minimum beschränkt (“put your hands up in the air” und “make some noise” in der Endlossschleife), was daran gelegen haben mochte, dass das bescheuerte Berner Publikum auch nach der zweiten Erklärrunde nicht in der Lage war, des Künstlers Namen ordentlich zu schreien. Für alle deshalb nochmal zum Mitschreiben: er heisst weder “Birdyman” (*tschilp*) noch “Beerdyman” (*glugg*) – got it?

Aber mit diesen ausländischen Sprachen ist es halt ein weites Minenfeld. Das musste auch der Bund-Schurni erkennen, der auf die Veranstaltung hinzuweisen sich bemühte. Ist ein Ane Hebeisen, seines Zeichens immerhin ehemaliger Gesangsbrüller der damals noch kongenialen Swamp Terrorists und Pionier in Sachen Sampling, zu uninformiert, zu gestresst oder einfach zu blöd, um 2 Sekunden Recherche zu betreiben und herauszufinden, dass des bärtigen Mannes Instrumente eben nicht Chaos-Pats (Chaos-Tätschler? WTF?), sondern Kaoss-Pads heissen? Was zugegebenermassen der Welt scheissegal ist und höchstens die Korg-Marketingabteilung und Nerds wie mich zu mehr als 2 Sekunden Nachdenken bringt.

Apropos Nerd: so einer war ja auch die Vorgruppe namens NEMOY. Ein verfetteter auch noch, der wahrscheinlich im Keller vom Mami haust und dort den lieben langen Tag Instrumente quält. Und das tut er gut! Der Mann schaffte es, in einem Set, das die hundertachzig Tage von Sodom in gefühlter Echtzeit abbildete, ganzganz viele Instrumente ganzganzganz schlecht zu spielen, und damit extrem langweilige Songs zu produzieren. Überraschende Momente gab es immer dann, wenn wieder mal ein Timing danebenlag (öfter) oder ein Sample ins Kraut schoss (ständig). Fehlendes Können wurde virtuos mit übersteuerten Bässen kompensiert, es war also ein eher zweischneidiges Vergnügen. Konsequent erhielt der Künstler auch immer am Ende eines Songs wahnsinnig viel Applaus, das lag aber daran, dass die Leute jedesmal meinten, die Qual hätte nun ein Ende. Der fette Nerd (übrigens sexy im Synthetik-Rollkrägeler – wirklich ein Outfit, das optimal zu jedem Körper und jedem Mass an individueller Schweissabscheidung passt) hatte aber mehr Ausdauer, als alle meinten. Kurz, bevor er von der Bühne geholt wurde, hörte er dann aber doch noch auf, was reihum als provisorischer Höhepunkt des Abends interpretiert wurde.

Übrigens kam der obligate Dachstock-Besucher, der mir jedesmal ein Bier übers T-Shirt leert, am Freitag nicht. Wahrscheinlich hatte er etwas besseres zu tun, Götter nageln oder so. Ist ja jedem unbenommen. Aber zum Glück hatte er eine Urlaubsvertretung geschickt, nämlich den obligaten Dachstock-Besucher mit üblen Blähungen, der das ganze Konzert vor mir steht. Konstante Begasung, gepaart mit opto-akkustischer Folter durch NEMOY – ich sage euch, sowas halte ich nur und ausschliesslich nur für Beardyman durch.

Oder für Hasengötter, selbstredend. Dass das Frühlingsfest der Ostera von fundamentalistischen Christen zu einem alternierenden Jammer- und Jubelfest umfunktioniert wurde, darüber kann man als aufgeklärter Zeitgenosse ja noch schmunzelnd hinwegsehen. Es ist aber definitiv genug der eitlen Possen, wenn Kleriker dem Hasen-Evangelium die Gültigkeit versagen:

Wer Ostern auf den Hasen reduziert, verliert diese Hoffnung auf ein Leben, das auch im Tod Bestand hat.

Der hat ja keine Ahnung – wie sollte er auch? Als ordentlicher Katholen-Kasperl wird er ja wohl keinen Hasen haben, bzw nur einen unsichtbaren, oder einen, von dem niemand wissen darf, schon gar nicht dann, wenn der Hase männlich und/oder minderjährig sein sollte. Also, Herr Stadtdechant, bei dessen Titel ich mehr an “dekantieren” denn an predigen denken muss, was aber wohl im Sinne des Worterfinders sein möge, das nächste Mal muss das Motto lauten, sich erstmal gründlich über Hasen zu infomieren, bevor man gross die Klappe aufreisst und der Welt zeigt, dass man genau überhaupt nichts verstanden hat. Man könnte auch mal vorgängig jemanden fragen, der was davon versteht. Soweit klar? Gut!

(Nebenbei: versteht jemand das obige Zitat? Ein Leben, das im Tod Bestand hat? Are you fucking shitting me?)

Aber zurück zu Göttern, die an Kreuze genagelt werden. Hase hat mich vorhin gefragt, warum man denn am Karfreitag eigentlich Fisch essen müsse und ich wusste da keine vernünftige Antwort drauf. Klar, Freitag ist sowieso Fischtag, weil Fasten und Leiden und Ohjeohje und so, aber warum ausgerechnet Fische? Macht irgendwie keinen Sinn.

Ich musste also Hase recht geben: am Karfreitag wäre das rituelle Verspeisen von Holzwürmern wirklich angemessener.




Wikileaks für Dummies

Direkter Link zum Video




Verapplet

Schluss mit lustig. So langsam aber sicher entwickle ich einen gepflegten Hass auf iProdukte.

Ich habe das Zeugs aus dem sonnigen Cupertino ja nie sonderlich gemocht, aber was da neulich abging, war einfach zu viel.

Dabei wollte ich doch nur auf meinem vom Arbeitgeber gesponserten iPhone-iPod etwas aufräumen. Zu viele Songs, zu viel Chaos, zu viel überhaupt. Zudem lief das unsägliche iTunes, das man ja unbedingt benötigt, um seine iProdukte zu verwalten, auf meinem Laptop von Anno dazumal gar etwas langsam.

Ein dickes Dankeschön nach Kalifornien an dieser Stelle für die Software iTunes, der beinahe gesicherte Topfavorit für meinen diesjährigen Biggest Binary Pain In The Ass-Award, und ich habe dieses Jahr mit ein paar ganz blöden Programmen zu tun gehabt, das könnt ihr mir glauben.

Gut, wir sind ja pragmatisch. Also wird der Laptop Software-ethnisch bereinigt, iTunes auf dem deutlich flotteren Desktop PC installiert, die Musikbibliothek flockig geleert und neu angelegt. Hier ein Auszug aus der Mängelliste, die ich während der Neuorganisation meiner Musik für unterwegs im Geiste angelegt habe:

  • iTunes blockiert aus unerfindlichen Gründen und das andauernd, ohne dem Benutzer ein nützliches Feedback zu geben. Das nervt gewaltig.
  • Das Kontextmenü (Rechtsklick und so, aber das verstehen Apple-isten nicht, da die seit Menschengedenken nur eine Maustaste haben) ist unbrauchbar.
  • Ans gleichzeitige anpassen von mehreren MP3 Tags (zB. “Album”, das wäre noch so nützlich, weil es doch hie und da benötigt wird) hat man offenbar auch nicht gedacht. Schade. Ich konnte zumindest in nützlicher Frist kein entsprechendes Feature bei iTunes entdecken. Die Programm-interne Hilfe war auch keine selbige. Falls ich diesbezüglich ein blinder Idiot bin, bitte ich um Benachrichtigung. Könnte ja sein.
  • Beim Löschen von Songs aus der Bibliothek braucht iTunes offenbar auch extra Rechenzeit (wofür?), anders kann ich mir die unterirdischen Reaktionszeiten nicht erklären. Dass hier das User-Feedback auch komplett fehlt, notiere ich mal nur so nebenbei.
  • etc. usw.

Wer jetzt sagt, ich solle halt einen Mac kaufen, weil es dort rund läuft, dem massiere ich gerne das iGesicht. Es gibt in der Geschichte der Informatik genügend Beispiele für gelungene Portierungen von proprietärer Software auf nicht-heimische Plattformen, also bitte.

Nun gut, ich will mal nicht so sein. Ich werde mein iTelefon bis zu seinem Lebensende, das so fern nicht sein kann, brav weiter benutzen, dabei beide Augen zudrücken und meine lukrativen Geschäfte darauf respektive damit tätigen.

Sobald mein werter Scheff mir ein Budget für ein neues Telefon stellt, werde ich den Apfelkack mit einem breiten Grinsen im Gesicht verbrennen. Und totschlagen. Das unsägliche iTunes werde ich mit einem wohligen Gefühl von sämtlichen Geräten verbannen, allenfalls besorge ich mir einen Peruanischen Schamanen, der das böse Karma aus meinen Rechnern verscheucht.

Genug ist genug.

Wer jetzt sagt, ich solle halt einen Mac kaufen, weil es dort rund läuft,




Der Tag ist schön, die Sonne lacht.

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer fiebrig-heissen Kolumnen, die aktuell überall kleben bleiben. Sommer, halt. Also, wo um Himmels Willen soll ich bloss anfangen?

Ein Walliser auf Achse

Beim Oskar. Freysinger. Der alte Knallkobb aus dem hüere schönen Wallis mit dem gewissen Flair für Mystik und lustiger Politik. Er ist stinkig auf seine glatten Zürcher Parteikollegen und will jetzt eine Art Fraktion innerhalb der SVP gründen, die bei ihren einmal gefällten Entscheiden bleibt, so aus demokratischen Überlegungen heraus. Damit die Politik vor den einfachen Leuten glaubwürdig bleibt.

Ich verstehe zwar jetzt nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat, aber ich habe ja auch nicht mit dem Oski darüber gesprochen, was er sich da ausgedünkt hat. Zudem war ja er derjenige, der im Wallis so quasi die Zürcher Methoden eingeführt hat. Oder bin ich da wieder völlig falsch gewickelt? Die Wahrheit ist irgendwo da draussen.

Peng, du bist tot.

Die E3 ist wieder mal über die Bühne gegangen. Ein irres Spektakel, dessen Rahmenprogramm heuer offenbar besonders opulent ausgefallen ist. Nun ja, unsereins hat natürlich die Sache ein bisschen verfolgt und wir sind ein klitzekleines bisschen enttäuscht. Noch selten sind so viele FPS angekündigt worden, und man scheint sich gegenseitig mit Blut und Tränen überbieten zu wollen.

Nicht, dass ich plötzlich mit Pixelgewalt ein Problem hätte. Nicht, dass ich plötzlich einen Mechanismus entdeckt habe, der irgendwie neu oder bisher nicht wahrnehmbar gewesen ist.

Vielmehr ist mir aufgefallen, dass die kommenden Spiele, die sich nicht zu  gefühlten 95 Prozent mit gegenseitiger Meuchelei und dergleichen beschäftigen, heuer recht selten sind. Es gibt nur wenige Highlights abseits der doch schon recht ausgetretenen Ballerpfade.

Zudem sollen wir uns jetzt alle vor unseren Konsolen bewegen, mit Move und Kinetic. Sorry, liebe Sony und MS, aber Nintendo war zuerst, und das vor laaaanger Zeit. Und hat es bis jetzt am besten gemacht, denn ohne etwas in der Hand finde ich gamen saudoof (MS), und mit einem Objekt, das aussieht wie ein Mikro mit integrierter Fisting-Funktion (Sony), möchte ich nicht gesehen werden.

Nun denn, vielleicht werde ich nur alt und bin schon ein bisschen eingetrocknet, was bei dem Wetter auch kein Wunder ist.

So sei es. Gehet hin und habt warm.




Na, geht doch!

Und sie sind doch lernfähig.

Pressetext:

JUSO kippt Haltung der SP zu Killergames

Mit grossem Mehr hat die Delegiertenversammlung der SP Schweiz heute in Frauenfeld die Resolution der JUSO Schweiz angenommen (im Anhang.)
Die Resolution “Jugend mit Zukunft: Perspektiven statt Diskriminierung, Selbstbestimmung statt Bevormundung, Freiräume statt Verbote” beinhaltet unter anderem die Forderung, auf ein Verbot von so genannten Killergames zu verzichten. Tanja Walliser, Zentralsekretärin der JUSO Schweiz: “Ein riesiger Erfolg. Die SP hat mit der Annahme dieser Resolution bewiesen, dass sie sich für das Recht der Jugendlichen auf eine selbstbestimmte Jugendkultur einsetzt und sich gegen jegliche Bevormundung wehrt. Die Jugendlichen sollen selber bestimmen, womit sie ihr Freizeit verbringen, sei dies Fussball, das Basteln von Modellflugzeugen oder eben das Spielen von Killergames.”
Mit dem heutigen Entscheid ist die Ausgangslage für die parlamentarische Debatte wieder offen. Wir werden uns weiterhin für eine selbstbestimmte Jugendkultur und gegen Verbote von Killergames einsetzen.

Resolution Jugend mit Zukunft (PDF)




Wir lieben Suchmaschinen

Eine Suche nach Leuthard ohne L kann bei der Suche auf 20min.ch unerwartete Resultate hervorbringen:

Danke an 20min.ch für diese kleine Erheiterung…




Gott und Teufel

Der Teufel lebt scheints im Vatikan. Ich habe immer gemeint, der sei im Detail. Henusode…

Und Gott ist ein Chatter namens dustball. Oder auch nicht. Gefunden auf ibash.de:

<dustball> ich BIN gott.
<dustball> so und nu versuch ma meine macht zu wiederlegen
<Toxic Soul> widerlegen
<dustball> touché




Sechs, setzen.

Unser Parlament respektive eine seiner Arbeitsgruppen dreht durch.

Geht gar nicht, hatte ja hier schon deswegen rumgemeckert.

Hier kannse unnerschreibn, echt jetzt bitte.

Da ist kompetenter Lesestoff, falls noch Fragen offen sind.

Es ist doch immer das gleiche Theater, wenn geistig Benachteiligte solch komplexe Themen in Angriff nehmen. Ich hasse es.

Update: Es gibt auch bei Facebook eine Gruppe zum Thema.




Comme il faut

Die Engländianer wissen, wie’s gemacht wird:

Mal ‘ne Scheibe davon abschneiden, wa!?




Der Mörder in uns

Es ist immer wieder mal interessant, sich mit dem Gewaltpotenzial im Menschen auseinanderzusetzen. Im Gegensatz zu einigen Leuten aus dem soziokreativen Gutmenschen-Bereich bin ich ja bedingungslos bereit, Gewalt als unumgänglichen Teil unseres Daseins zu begreifen.

Wenn wir jetzt noch ein wenig Medien und Konsum in diesen Cocktail mischen, landen wir bei der altbekannten Diskussion Medien und Gewalt. Wir hatten ja schon andernorts das zweifelhafte Vergnügen, mit Exponenten der Stoppt!-Killerspiele!-Fraktion und ihrer Unfähigkeit, Ursache und Wirkung richtig einzuordnen, konfrontiert zu werden.

Nun bin ich jüngst über den einen oder anderen guten Artikel gestolpert, der die oftmals erschreckend abwesende Medienkompetenz von gewissen Menschen, die teilweise in relevanten Positionen im Bildungsbereich usw sitzen, wieder mal geschmeidig illustriert.

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Anekdote loswerden: Jüngst haben ein paar Videospiel-affine Freunde und meine Wenigkeit über die mögliche Wirkung von Videospielen mit Gewaltinhalten diskutiert, gerade im Bezug auf das Handling von Waffen und dergleichen. Es stellte sich heraus, dass ich durch Counterstrike – wen wunderts? – genau nichts über Waffen gelernt habe. Hingegen hat die Tatsache, dass ich dieses Spiel über Monate zusammen mit einem ausgebildeten Militär gespielt habe, wesentlich mehr zu meinem Wissen über Waffen und Strategie beigetragen.

Konkret hat mir also ein fachkundiger Panzerfahrer mein militärisch-strategisches Wissen beigebracht, nicht das Spielen selbst. Dass dies im Spiel durchaus eine positive Wirkung auf meine Leistung hatte, braucht nicht zu erstaunen. Genausowenig erstaunt es, dass ich ohne Weitergabe dieses Wissens im Prinzip genauso Ahnungslos geblieben wäre wie vor dem ersten Kontakt mit diesem Spiel.

Was also fehlt diesen Leuten, die immer wieder in die gleiche Falle tappen, wenn es zu dieser Diskussion kommt? Kontext, Baby. Und Medienkompetenz.

Was nützen Altersempfehlungen auf den Spielepackungen, wenn sich die Oldies nicht für die Inhalte ihrer Brut interessieren? Was nützt Aufklärung, wenn sich die immergleichen, oftmals bildungsfernen Schichten getrost darum foutieren? Was nützt Parental Control auf den Spielekonsolen, wenn sie nicht konsequent aktiviert wird?

Wir leben in Zeiten, wo es einfach nicht mehr reicht, wenn die Pornos im elterlichen Schrank eingeschlossen werden. Die allzeitige Verfügbarkeit von gratis Inhalten in Kombination mit Breitband Internet verlangt nach anderen Strategien, als man der unaufgeklärten Öffentlichkeit weismachen will.

Wir müssen uns auch von der Vorstellung lösen, dass Eltern beispielsweise die teils sehr komplexen Geräte ihrer Kinder überwachen können, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Wir können aber kritische Fragen stellen. Brauchen Kinder bis 13 Jahre schon einen eigenen Computer oder gar eine eigene Spielkonsole? Muss es ein Schlag-mich-tot-Internet-fähiges Handy mit allen Schikanen und entsprechendem Abo sein? Brauchen wir nicht eine enttabuisierte, gnadenlose Aufklärung an Schulen, losgelöst vom kulturellen Hintergrund der Schüler? Brauchen wir nicht auch den Mut, von fehlgeleiteten Eltern und ihren Kindern die Bereitschaft einzufordern, sich ihren Taten zu stellen und korrigierende Massnahmen zu treffen und kontrollieren zu lassen?

Das, liebe Politiker und Sachverständige, sind allesamt Fragen, die es zu diskutieren gilt. Denn es führt kein Weg daran vorbei…




Die bunte Welt des Dschango B.

Jetzt müsst ihr euch alle an den Stühlen festhalten, weil jetzt kommt der Hammer: der Dschango ist seit dieser Woche eidgenössisch attestierter Berufsbilder. Huiiiuiui, jetzt sehe ich förmlich eine “WTF?!?”-Welle hierher schwappen. Ihr fragt euch jetzt sicherlich, wie das denn passieren kann, und ob jetzt dann eigentlich jeder dahergelaufene Zigeuner Jugendliche ausbilden darf.

Im Grunde genommen kann man die letzte Frage mit einem klaren  “Ja!” beantworten. Viel mehr als die Fähigkeit, während 40 Lektionen nicht extrem negativ aufzufallen, braucht man nämlich nicht, um im Kanton Bern Berufsbilder zu werden. Das schweizerische Berufsbildungssystem ist in seiner Niederschwelligkeit bezüglich den Ausbildern so sympathisch wie irritierend und ich muss zugeben, ich hätte nie gedacht, dass das System tatsächlich so funktioniert. Aber es tut es offenbar seit ungefähr viertausend Jahren.

Überhaupt nicht funktionieren tut momentan aber irgendwas auf Haiti – keine Angst, wir rufen jetzt nicht auch noch zu Spenden auf, gebt das Geld besser für ein Blümli für den Hasen oder für irgendein Sexspielzeug aus. Da haben die Haitianer nämlich genausowenig von. Aber mir ist aufgefallen, dass da eine Frau nach zig Tagen ausgegraben wurde. Also nicht das ist mir aufgefallen, weil, das steht ja momentan fast jeden Tag in irgendeiner Zeitung, dass auf Haiti eine Frau ausgegraben wurde oder gerade ausgegraben wird, nein, aber der Name der Frau ist mir aufgefallen und ich habe mir geschworen: falls mir irgendwann eine Tochter geboren werden sollte, sie müsste den Namen “Hotteline” tragen, ob sie wollte oder nicht, ob mir das Jugendamt im Nacken hängen würde oder nicht, schniezpupsegal.

Ja, mir ist auch klar, dass man den Namen wahrscheinlich als  “Ottlin” aussprechen täte, so mit französisch-stummem Asch. Würde ich aber nicht. Ich würde jeden Mittag “HOTTELIIIIIIIIINEEEEEEE!!” quer durchs Quartier schreien, mit extra stark betontem H, und ich würde mir einen Schranz in den Ranzen lachen, weil alle Nachbarn den Hals verdrehen würden, um zu sehen, welches arme Kind denn einen derart abgefahrenen Namen hat. Und Hotteline Beinhart würde zur Berühmtheit werden, nicht bloss, weil sie mit einem Natel in der Hand in einem Erdhaufen gefunden wurde, nein, sondern weil es die mit dem komplett verblödeten Vater ist, der seine Kinder nach haitischen Erdbebenopfern benamst. Und der bildet auch noch Lehrlinge aus, im Fall!

Es gäbe immerhin mehr zu reden als wenn ein Bundesrat mal wieder Gesicht und Eier verliert und vor der versammelten Presse den Hampelmann gibt. Aber halt, von der Béglé-Affäre wollte ich hier eigentlich wirklich nichts schreiben, weil auch wir bei der Daumenschraube haben gewisse Grenzen, was wir an Anti-Ästhetik unseren LeserInnen zumuten wollen. Oder eben nicht.

Da mache ich doch viel lieber ein bisschen auf Diashow und zeige euch, was mir die letzten Wochen so an lustigen Biudaleh vor die Linse gehuscht ist. Als erstes präsentiere ich euch, was die Bernischen Kornhausbibliotheken so ausgetüftelt haben, das meines Wissens einmalig in der ganzen Welt ist: in der Kornhausbibliothek kann man nämlich Bücher verlängern!

Das mag funktionale Analphabeten jetzt total kalt lassen, für mich aber ist es der Stein der Weisen. Stellt euch vor, ihr seid an einem guten Buch, die letzten zwei Seiten vor euch, und spontan denkt ihr, ha, eigentlich könnte die Story gerne noch für ein paar hundert Seiten so weitergehen. Und ihr schnappt euch den Fernsprecher oder eine Internet-Röhre und verlängert das Buch ganz einfach um ein Kapitel oder zwei, schnell und unkompliziert!

Gut, man müsste jetzt auch noch Bücher verkürzen können, weil einige Bücher schlicht zu lang sind. Ich vermute nämlich, dass beispielsweise die Bibel von ein paar über-enthusiastischen Literaturfreaks einfach ein paarmal zu oft verlängert wurde. Die Verkürzungs- komplementär zur Verlängerungsmöglichkeit wäre also durchaus angebracht, ich hoffe, dass sich die Kornhausbibliotheken da etwas überlegen.

Es wäre nämlich auch sonst noch praktisch, wenn man Bücher verkürzen könnte. So wäre beispielsweise das neueste Buch von Hans Küng in der verbesserten, weil verkürzten Version nur noch dies:

Ich habe mein Leben mit dem Glauben an unsichtbare Freunde verschwendet und muss nun rechtfertigen, warum ich keinen nützlichen Beruf gelernt habe (zB beim Herrn Beinhart).

Lobet den Herrn!

Es wäre alles viel, viel einfacher, ehrlich.

Ich kam in den letzten Wochen übrigens ab und zu in Spiez vorbei, das ist da diese flotte Party-Metropole am Thunersee. Es ist ein spassiges Käffchen, wirklich. Nicht nur, dass man dort den Jesus-Fisch sogar am Schaufenster des Frisörs findet (habe mich leider nicht getraut, den zu fötelen, weil die haben schon so apokalyptisch raus- und den Dschango angeschaut, gruslig) oder dass man auf der Website der Gemeinde Werbung für Fundi-Events macht. Nein, man zeigt sich auch gerne kreativ, wenn es um die Benennung von Firmen geht:

Gut, wenn man jetzt eine Swingerbörse aufmachen würde, da wäre “Popnet” sicher der perfekte Name für. Tun sie aber nicht, die Popnetten, die tun nämlich nur Computer vertschutten und so. Von allen guten Geistern verlassen muss aber sein, wer für seine softwareentwicklungstechnischen Bedürfnisse eine Firma engagiert, die sich “kaformatik” nennt, das “ka” auch noch fein grafisch hervorgehoben. Für Nicht-Nerds: “KA” steht für “keine Ahnung”. Also im IT-Slang, ob das bei der Firma auch extra so gewählt wurde, weiss ich natürlich nicht.

Ja, und zum Schluss möchte ich euch noch etwas mit auf den Weg geben, sozusagen mein Lebensmotte für 2010, gefunden am Bahnhof Stöckacker:

In diesem Sinne noch ein erfreuliches Wochenende – und immer schön nett bleiben, gell?




Kurz notiert

Auf dem heutigen Schraubenmenu nach Art des Hauses steht eine kleine Tour d’Horizon durch ausgewählte Themen.

Hier gibt Sascha Lobo eine Replik auf die kulturpessimistische Rede von Frank Schirrmacher.

Da gibts ein Interview zum Islam in Europa, das mir nicht in allen Punkten schmeckt, aber doch ein paar nette Anregungen drin hat.

Last but not least offenbart sich die ganze Abgründigkeit des neoliberalen Wirtschaftsmodells in Kombination mit dem WWW in wenigen Worten.

Mahlzeit!




Endlich! Wir sind wieder wer!

Der Titel bezieht sich auf das gewesene Abstimmungs-Wochenende. Dazu aber später. Viel später.

Auch komplett ausgehängt hat es ja bei der Daumenschraube. Wie ihr sicher alle gemerkt habt, war unsere kleine Bastion der Dummheit mit Niveau während einer Weile weg vom Fenster. Kommt halt davon, wenn man im Heimatland des kastrierten Datenschutzes hostet, so könnte man meinen. Entsprechend waren auch die Mails und Telefone, die wir in der letzten Zeit erhalten haben: Verschwörungstheorien for teh win, ich sags euch. Finde ich ja grundsätzlich gut, diese Verschwörungstheorien, aber leider muss ich hier wie folgt rapportieren:

  • Es waren keine christlichen oder sonstwie gearteten Fundies, die uns gehackt haben
  • Es war auch nicht die SVP oder ihr nahestehende Kreise
  • Es waren keine juristischen Schritte, die gegen uns eingeleitet wurden

Irgendwie schade, ich weiss, hätte jetzt viel lieber eine “Alle sind gegen uns!”-Geschichte erzählt, aber der Hoster hat die Kiste bloss vom Netz genommen, weil diese scheints per phpMyAdmin-Exploit ein bisschen in der Gegend rumgescannt habe. Und das hat den Hoster gar nicht happy gemacht, sagt er. Und warum das so lange gedauert hat? Naja, Admin per Interpol zur Fahndung ausschreiben lassen, Admin von den Bahamas… ähm… “abholen” lassen, Admin im Serverraum einsperren, etc pp, das gibt halt schon zu tun. Aber jetzt sind wir ja beim besten Hoster der Welt und alles wird gut.

Behinderter Bär

Nunja. Auch ein Hack fand ja bekanntlich vorletztes Wochenende in Bern statt, wo sich ein (geistig behinderter) Mann als Rüebli sah und folglich in den Bären einbauen lassen wollte. Das hätte auch fast geklappt, wenn die unsensiblen Polizisten statt auf den Bären aufs menschliche Rüebli geschossen hätten. Man prüft jetzt, ob man das Sicherheits-Dispositiv im Bärenpark anpassen wolle/müsse/solle, damit es auch unbeaufsichtigten Marschflugkörpern mit Profilneurose und Hirnklemme genügt. Ziel muss sein, dass man sich das Gehirn bis auf den Hirnstamm rausoperieren und trotzdem noch sicher im Bärenpark aufhalten kann. Warum füllen wir den Bärenpark nicht einfach bis zum Rand mit Drücki-Plastikfolie und stopfen diese mühsamen Bären aus? So echt mit Weichgummizähnen und so, damit man auch endlich wieder gefahrlos mit seinem psychotischen Kampfhamster einen netten Sonntagsausflug in den Bärenpark machen kann.

Scheints haben sich ja deutsche Medien darüber echauffiert, dass man in der Schweiz mehr Mitleid mit einem angeschossenen Bären als mit einem angefressenen Behinderten habe. Ja, liebe Teutonen, das ist so in der Schweiz. Es lässt sich aber rein historisch begründen: im Gegensatz zu euch haben wir halt noch keine schlechte Erfahrungen mit kleinen Braunen aus dem Osten gemacht, die Cheiben haben deshalb bei uns denselben Sympathiebonus wie bei euch Anno 32 oder so. Ich weiss, wir lernen einfach nichts aus der deutschen Geschichte und an selbigem Wesen wollen wir ums Verrecken nicht genesen. Sorry.

Aber nicht nur ennet dem Rhein machen sie auf Berufs-Zeigefingerheber: Das Thema scheint ja auch gut genug zu sein, dass sich ein Blabend-Chefredaktor (eventuell ein eingewanderter Deutscher? Man weiss es nicht) dazu ersaublödet, den freischaffenden Bedenkenträger zu geben. Macht sicher Laune; ich wette, die lachen sich heute noch krumm auf der Blabend-Redaktion. Aber es ist halt auch ein Graus, weil zwar alle am Schicksal eines angeschossenen Bären Anteil nehmen, ein paar weniger an dem eines zerfetzten Behinderten, es würde jetzt aber sicher keine Sau interessieren, wenn ein Blabend-Chefredaktor in den Bärenpark springen würde. Auch die Polizei käme da wohl in arge Bedrängnis, weil: wen erschiessen? Den Bären oder den Aufbinder desselben? Man weiss es nicht.

Traurige Clowns

Letzthin habe ich übrigens mal wieder TV gekuckt und dabei festgestellt, dass es der schweizerischen Kulturlandschaft offenbar dringend an Einkommen fehlt. Erst sah ich den Schlatter, wie er für die Schweinegrippe bzw deren Vermeidung Werbung macht. OK, dachte ich mir, den Schlatter sehe ich sowieso eher als sumpfiges Randbiotop helvetischer Kunst, da macht es irgendwie ja noch Sinn. Tut auch niemandem weh, mal wieder die Hände zu waschen. Und an Glaubwürdigkeit hatte der Schlatter ja eh nicht viel zu verlieren, da werden auch Werbespots für eine Grippe, die so nicht stattgefunden hat, nicht viel dran ändern.

Anders sieht es bei Massimo Rocchi aus, der bei mir auf eine gewisse Glaubwürdigkeit zählen konnte. Ja, der Dschango hat per dato sogar noch ein Ticket für eine Rocchi’sche Vorstellung, das er im Verlaufe der nächsten Wochen einzulösen gedenkt. Und ich bin froh, sagen zu dürfen, dass dies dann wohl das letzte Mal war. Nicht, weil mir der Massimo als Künstler degoutieren täte, sondern einfach deshalb, weil ich aus der Hoffnung heraus denke, dass er beim erwiesenermassen unsensibelsten Unternehmen der Schweiz wesentlich mehr für seine Werbeauftritte bekommt, als er in Jahren mühseliger Bühnenarbeit zusammenkratzen könnte. Ich wünsche Herrn Rocchi hiermit bereits schon mal alles Gute für seine weitere Zukunft, war schön mit Ihnen, schade ist es schon zu Ende.

Übrigens: Die Gerüchteküche kocht ja über, warum sich gerade Rocchi für Cablecom-Werbung hingibt. Die momentan plausibelste Vermutung ist, dass ihn die Scheidung von seiner momentan letzten Ehefrau finanziell ruiniert habe. Was lernen wir daraus? Genau: wenn schon heiraten, dann bitte arm bleiben, sonst hampelt man am Schluss für Cablecom und alle Welt schüttelt mitleidig den Kopf über den Clown, statt über ihn zu lachen.

Ich will auch besseren Sex!

Da gibt es bei uns in Bern übrigens eine Jungpolitikerin, die sich zwecks Verzierung ihres Revers eigene Buttons gebaut hat, auf denen „Feministinnen haben besseren Sex!“ steht. Die Politikerin heisst Tanja Walliser und ich möchte ihr immer Maria sagen, daran sieht man mal wieder, dass ich ein Kind des finsteren Mittelalters 2.0 (vulgo: 80er) bin. Ich weiss nicht, ob die Politikerin Skifahren kann oder ob Maria auch Buttons stanzt, ganz sicher ist aber, dass der Herr Kuhn, der ja auch schon auf der Schraube zu Gast war, an diesem Button gar keine Freude haben dürfte. Schon nur deshalb, weil ein Wort, das mit „innen“ endet und nicht mit „Sexarbeiter“ beginnt, eher quer in seinem Wortschatz stehen dürfte. Ja item. Frau Walliser scheint einen Haufen Hass-Mails bekommen zu haben, worin sich die Stimme des Volkes höchst ungebührlich äussert. Gerüchte besagen ja, dass die meisten Mails aus der Parteizentrale (sagt man da eigentlich noch „Wolfsschanze“ oder ist das auch schon wieder veraltet?) der SVP kommen. Und dass 90% der Mails denselben Absender tragen und jedesmal mit „Anonym!“ unterschrieben sind. Aber einewä, mindestens ein ganz liebes Mail hat die Frau Walliser dann doch noch bekommen, vom Dschango nämlich, denn da schrieb er, die Frau Walliser möge doch bitte eine Dschango-Edition basteln, mit dem Text: „Feministen haben besseren Sex!“. Ich würde diesen Button im Fall subito an meine Textilien heften und ihn mit grossem Stolz tragen. Falls sich in dieser Geschichte etwas tut, werden wir euch rechtzeitig informieren.

Gnarzelgnom ist das neue Adonis

Ja und übrigens, der René Kuhn, seines Zeichens Ex-Politiker, Noch-Russinnenmöger und zukünftiger Shooting Star der Schweizer Jungautoren-Szene. Er hat jetzt eben ein Buch geschrieben, der Herr Kuhn. Nicht so ein dickes, aber immerhin. Und darin erklärt uns der Herr Kuhn die Welt, insbesondere bezüglich Frauen und warum selbige doch gefälligst wieder unten zu liegen haben. Oder zumindest die Position nur auf ausdrückliche Anweisung des Mannes wechseln. Um die universale Gültigkeit seiner Weltsicht zu unterstreichen, lässt sich Herr Kuhn mit den Worten zitieren, dass „sogar ein bekannter TV-Moderator“ ihn, Herrn Kuhn, in seiner Meinung bestätigt habe. Wenn das nun mal nicht als Beweis für eine universale Wahrheit reicht, dann weiss ich echt auch nicht.

Ja, und eben: endlich!

Dann kommen wir mal zum Titelthema. Dazu nur dies: Danke, liebe Stimmberechtigte. Danke, danke, danke!

Vorbei ist es mit den Zeiten, wo man im Ausland belächelt wird. Schluss damit, dass uns alle immer bloss „niedlich“ finden und über unseren Dialekt lachen. Niemand wagt es jetzt noch, uns als “langsam” zu bezeichnen. Endlich sieht man in den Augen der ausländischen Gesprächspartner wieder das blanke Entsetzen, wenn man seinen rotweissen Pass zückt. Das gabs ja seit der Schlacht bei Sempach nicht mehr. Und endlich assoziiert niemand mehr nur Berge und Schoggi mit uns, sondern eben echt schweizerische Werte, die Grundfesten des helvetischen Selbstbewusstseins, die Eigenschaften, die uns schon seit unserer Staatsgründung zu wackeren Eidgenossen machen: blinde Wirtschaftsgläubigkeit, Xenophobie und Kriegsgewinnlerei.

Danke, danke, danke!




Die Sache mit dem Apfel

Ei, ein Ei-Fon

Meine Tätigkeit als Handelsreisender bringt es mit sich, dass ich über ein schlag-mich-tot-Handy verfügen soll, auch Smartphone genannt. Nun wurden die Dinger von der Firma mit dem Apfel gerade dann günstig angeboten, als mein Scheff mich vor die Wahl stellte. Kurz drübergeschaut und bestellt wars.

Jetzt habe ich so ein Ei-Fon auf dem Tisch liegen und bin unterwegs immer wieder gerne am Geschäftsmails runterziehen, SBB-Fahrplan-Abfragen tätigen, Fotos machen, Mucke hören, yadda yadda yadda. Juh get se piktschä.

Bisher grösster Vorteil an der Geschichte: Es hat mich nix gekostet. Denn wäre dies der Fall gewesen, so hätte Apple nie und nimmer einen Fuss in meine Hütte bekommen. Dies aus einem absolut pragmatischem Grund: Das Zeugs aus dem Kalifornischen Cupertino ist mir schlicht und einfach zu Teuer.

Pro:

  • Angenehme Bedienung. Man gewöhnt sich tatsächlich daran, in meinem Fall zwar langsam, aber immerhin…
  • Schönes Design.
  • Google Maps in Kombination mit dem GPS-Modul.
  • iPod ist gleich dabei
  • Gewisse Teile der Software und Bedienung finde ich gut gelungen.
  • Buchse für kleinen Jack-Stecker ohne fummelige und proprietäre Audiokonverter vom Hersteller.
  • Das USB-Kabel für die Verbindung mit dem Computer funktioniert auch mit dem Ladegerät.

Contra:

  • Viel zu teuer (mit oder ohne Subventionierung vom Mobilfunkanbieter).
  • Zu gross.
  • Zu schwer.
  • Inbetriebnahme geht nicht ohne Installation der iTunes Software auf dem PC (Linux wird nicht unterstützt, wtf?)
  • Eher dürftige Qualität bei der Kameralinse.
  • Ungenügende Unterstützung bei Bluetooth.
  • Der Energiekonsum ist schier lächerlich hoch.

Auch wenn Smartphones allgemein mit ihrem Stromverbrauch kämpfen: Mit fortwährender Benutzung von iPod, WLAN und Internet per Mobilfunknetz liegt das Ding nach nur einem Tag ab. Die mögliche Gesprächszeit reduziert sich so drastisch. Viel- und Dauerbenutzer kommen nicht darum herum, das Ding konsequent jede Nacht zu laden, gelegentlich hängt es auch Tagsüber mal am Ladegerät oder PC.

An meinem Notebook mit Linux (Kubuntu 9.04) kann ich nur dank eines beflissenen Programmierers eine alternative Software nutzen, um wenigstens auf die Bilder und die Musikordner zugreifen zu können. iTunes wird nur über die Windows-Schnittstelle Wine unterstützt, was einen ziemlichen Schmerz im Füdli darstellt. Als Anfänger hat man kaum Zugang zu solchen Informationen, also ist die fehlende Unterstützung für Linux ein kapitaler Fehler im Konzept. Mir sind keine Pläne bei Apple bekannt, dies zu ändern.

Handling: ★★★☆☆
Design/Style: ★★★★☆
Laufzeit/Energieverbrauch: ☆☆☆☆☆
Einrichten/Inbetriebnahme: ★☆☆☆☆

Gesamtwertung: ★★☆☆☆

Fazit: Insgesamt würde ich das Gerät als verzichtbar bewerten, ohne dass es mich gross aufregt. Mein nächstes Smartphone wird jedenfalls weder Apple noch Microsoft drin haben, so viel ist klar.




Kölschwasser, Schweiss und Tränen.

Nach meinem Trip an die E3 in L.A. hegte ich die stille Hoffnung, dass die gamescom in Köln etwas übersichtlicher wird. Weit gefehlt, es war mit solidem Abstand die grösste Videospiele-Expo auf dieser leicht deformierten Kugel, die Gehdistanzen brachten meine businesstauglich verpackten Füsse zum glühen.

Zum Glück konnte ich allabendlich die ausgeschwitzen Hektoliter mit Kölschen Blonden kompensieren, ohne dass mir dieses Gebräu zu fest in den Kopf gestiegen wäre. Gleiche Mengen von Schweizer Bier hätten mich gnadenlos niedergestreckt und in ein lallendes und womöglich kotzendes Monster verwandelt. Schwede hin oder her, ich war nie besonders resistent gegen die Wirkung von Alkohol.

Köln an sich ist sehr relaxed, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass hier eine Million bunt gemischter Menschen auf ziemlich engem Raum zusammenlebt. Ich habe in sechs Tagen Köln weniger Polizei gesehen als an einem Nachmittag in Bern. Ein Taxifahrer erklärte mir auf entsprechende Anfrage, dass man in Köln normalerweise keine der sonst so grossstadttypischen Probleme bekommt, ausser man sei ein Fan von Bayer Leverkusen. Tja, die Leute haben halt ihre Prioritäten, nicht wahr.

Und ganz wichtig: von unserem Hotel aus gesehen musste man vor dem Besuch einer Bar entscheiden ob man es lieber schwul oder normal möchte (Zitat der Ostblock-charmanten Dame an der Hotelrezeption), denn schwul ist links und normal ist rechts.

Kölle alaaf!




Köln, isch komme.

Ja ja, das Vertreterleben. Nun zieht es mich an die Gamescom in Köln, damit ich dort meinen Brötchengeber gebührend vertreten kann. Ich freue mich auf viele neue Eindrücke von der digitalen Spielefront und natürlich hie und da ein kühles Kölsch am Abend. Es soll diese Woche ziemlich heiss werden, da tut das sicherlich not.

Die werte Leserschaft hört dann spätestens nächste Woche wieder von mir.

Macht es jut, haut rein und bleibt tight.




Musik mit Sand und Bäumen

Irgendwie eine coole Idee:

Klingender Sand

Klingender Baum




I got the blues

Ferien sind etwas Schönes. Leider sind die meinen demnächst vorüber, weshalb ich den Blues habe:

Irrer Typ, dieser Beardyman…




Randnotiz

Seit ihrer Digitalisierung sind die guten alten Zigeuner auch nicht mehr das, was sie mal waren. Aber wenn sie recht haben…

Egal, das Leben nach L.A. geht weiter (jetzt übrigens wieder mit Netzteil für meinen kuscheligen eeePC) und die Blogging-Vorlagen kommen in Massen und im Eilzugstempo.

Durchaus ein kleines bisschen Nennenswert finde ich die Tatsache, dass wir jetzt in unserem Bubenraum (nicht das was ihr denkt, ihr ollen Zyniker) über eine ausgewachsene ADSL-Leitung verfügen. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein Paradigmenwechsel für die Bubenspielgruppe.

Jetzt kann sogar mein ADSL zu Hause ausfallen und ich bekomme definitiv keine Schübe mehr. Manchmal brauchts halt wenig, um glücklich zu sein…