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	<title>Daumenschraube.ch &#187; Lamenti</title>
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		<title>Voll däne</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 14:41:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kulturpessimismus ist eigentlich nicht so meins.
Doch jüngst hatte ich wohl so etwas wie eine kleine Krise in meinem Optimismus-System. Jedenfalls war mein Flow irgendwie komisch an dem Tag.
Erst war der Blätterwald voll mit Sperminators freakiger (ex-)Haushälterin, irgendwo posierten Floncine Jordast total verliebt bis verblödet, der Toni Rominger schaute eine Spalte daneben ohne Hund traurig ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kulturpessimismus ist eigentlich nicht so meins.</p>
<p>Doch jüngst hatte ich wohl so etwas wie eine kleine Krise in meinem Optimismus-System. Jedenfalls war mein Flow irgendwie komisch an dem Tag.</p>
<p>Erst war der Blätterwald voll mit Sperminators freakiger (ex-)Haushälterin, irgendwo posierten Floncine Jordast total verliebt bis verblödet, der Toni Rominger schaute eine Spalte daneben ohne Hund traurig ins Nirgendwo und mitteilungsbedürftige Nobodies gaben ihren Senf ab zur Frage, bis zu welchem Oberschenkeldurchmesser man Leggings tragen darf.</p>
<p>Schlagartig wurde mir klar: Fukushima ist auf einem anderen Planeten, der Klimawandel ist ein Lüge und Rihanna ist die Göttin des zeitgenössischen Entertainments.</p>
<p>Gut, vielleicht sollte ich meinen Prinzipien besser treu bleiben und es sein lassen, den <em>Blick </em>zu lesen. Was ich eigentlich fast immer tue. Oder eben sein lasse, je nach Blickwinkel.</p>
<p>Item, auf jeden Fall fand ich es in besagter Situation eine gute Idee, doch lieber zu <a href="http://www.spiegel.de" target="_blank">SPON</a> zu wechseln und mir den Feuilleton zu gönnen. Ein bisschen Kultur und so.</p>
<p>Mein Flow baute sich wieder auf zu seiner üblichen Geschmeidigkeit, dann stolperte ich über Frau Berg, genauer über eine ihrer  Kolumnen. Nämlich <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,769538,00.html" target="_blank">diese da</a>.</p>
<p>Danach war er wieder kaputt, mein schöner Flow.</p>
<p>Also tat ich, was ich in solchen Situationen immer tue. Ich wandte mich den bildenden Künsten zu.</p>
<p>Mein jüngster Erwerb in Form einer Silikatscheibe mit organisierten Klängen darauf nennt sich <a href="http://www.cede.ch/en/music-cd/frames/frameset.cfm?aobj=761943" target="_blank">Insides</a> und stammt aus der Feder von <a href="http://www.jonhopkins.co.uk/" target="_blank">Jon Hopkins</a>.</p>
<p>Was für ein grandioses Album. Die sorgfältig arrangierten und gefrickelten Sounds kitzeln das Ohr, streicheln den Bauch und lassen die Seele durch subtile, klickende und vor Strom bruzzelnde Landschaften schweben.</p>
<p>Etwas vom Besten, was ich seit langem gehört habe. Unbedingte Kaufempfehlung.</p>
<p>Wenn sich also der Weltuntergang ankündigt und alle hysterisch um ihr Leben rennen, werde ich mein mobiles Musikabspielgerät einschalten, die Kopfhörer überstülpen und mit einem epischen Soundtrack im Ohr still und andächtig verdampfen.</p>
<p>Soll mal einer sagen, ich wäre nicht vorbereitet.</p>
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		<title>Das wird ja mal wieder was</title>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 10:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verleser der Woche:

&#8220;Lady Gaga most influential artist in the world&#8221;

Ach so, nein, ich dachte hier bloss, das wäre ein Verleser gewesen. Beziehungsweise: es war wohl mein Wunschdenken, das mir gesagt hat, dass dies bloss ein Verleser war. Und mit dem Wunschdenken, das weiss man ja, ist das immer so ein zweischneidiges Schwert.
Das wird auch Nadine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verleser der Woche:</p>
<ul>
<li>&#8220;Lady Gaga most influential artist in the world&#8221;</li>
</ul>
<p>Ach so, nein, ich <em>dachte</em> hier bloss, das wäre ein Verleser gewesen. Beziehungsweise: es war wohl mein Wunschdenken, das mir gesagt hat, dass dies bloss ein Verleser war. Und mit dem Wunschdenken, das weiss man ja, ist das immer so ein zweischneidiges Schwert.</p>
<p>Das wird auch Nadine Masshard noch merken, ihres Zeichens im Herbst Kandidierende für den Nationalrat. Frau Masshard hat einen Haufen Kollegen zusammengetrommelt und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ByHBDnt-E78&amp;feature=youtu.be" target="_blank">einen tollen Werbefilm ins Internetz gestellt</a>, bei dem man sich das Zürcher SP-Zebra wieder sehnlichst herbeiwünscht. Immerhin konnte das Zebra (wenn auch nur züri-)deutsch und immerhin wirkte das Zebra nicht ganz so hirn- und blutleer wie die DarstellerInnen des Masshard&#8217;schen Werbefilmchens.</p>
<p>Fragen, die sich beim Betrachten des Films spontan stellen:</p>
<ul>
<li>Warum einen englischen Werbefilm für eine deutschschweizer Kandidatur?</li>
<li>Wenn schon Englisch &#8211; warum ein derart beschissenes?</li>
<li>Wie schafft es der asexuelle Symbolmann, dass er seinen Espresso vom körperlosen Barista zugeworfen bekommt, kaum hat er die Bar betreten?</li>
<li>Ist Nadine Masshard der Schweizer George Clooney?</li>
<li>Wenn ja &#8211; wo ist das Schweizer Gegenstück zu Elisabetta Canalis?</li>
<li>Wo ist John Malkovich?</li>
</ul>
<p>Aber wir wollen den Film jetzt nicht weiter rezensieren, es gilt ja schliesslich nach Fukushima: Hauptsache &#8220;äckolotschikäl&#8221;.</p>
<p>Letzthin erzählte mir jemand von jemandem, dem vom Chefredakteur  eines der einflussreichsten Print-Magazine der Schweiz &#8220;lebenslanges  Schreibverbot in dieser Publikation&#8221; ausgesprochen wurde. Jetzt mal  ernsthaft: wie verdammt <em>endgeil</em> ist das? Wenn ich wählen könnte,  ob ich zB lieber in der &#8220;New York Times&#8221; publizieren oder von selbiger ein  lebenslanges Publikationsverbot ausgesprochen bekommen wolle, ich würde keine  Sekunde zögern, mir das Verbot schriftlich bestätigen lassen, es rahmen,  mit mir herumtragen und es hegen und pflegen und stolz jedem zeigen,  der mir auf der Strasse begegnet, unabhängig von dessen Wille oder Kooperation.</p>
<p>Stellt euch doch mal nur folgende Visitenkarte vor:</p>
<blockquote><p>Dschango Beinhart<br />
Autor</p>
<p>(Hat lebenslanges  Schreibverbot in der &#8220;Weltwoche&#8221;.)</p></blockquote>
<p>Oder, noch besser:</p>
<blockquote><p>Dschango Beinhart<br />
Autor</p>
<p>&#8220;Welches VERDAMMTE ARSCHLOCH hat dem ÜBERHAUPT  eine Kolumne gegeben?!?&#8221;<br />
(R. Köppel)</p></blockquote>
<p>Sorry Leute, gebt mir Whirlpools voll Koks, schnelle Autos, vierzig Jungfrauen, ein Pferdegestüt und dazu noch Roger Federer als persönlichen Balljungen &#8211; ich würde alles zurückweisen, dürfte ich mich stattdessen mit so einer Visitenkarte schmücken.</p>
<p>Was damit nur sehr weit aussen am Rande etwas zu tun hat, ist, dass ich und mein Schurni-Kumpel neulich merkten, dass wir beide eine gleiche Beobachtung gemacht haben. Und zwar insofern, als dass immer mehr Leute, wenn sie doch eigentlich von sich selbst erzählen, in der dritten Person berichten: <em>man </em>ist frustriert, <em>man </em>war extrem schockiert, <em>man </em>musste sich am Riemen reissen, wenn es doch eigentlich das <em>Ich </em>ist, das da seine Seele ausbreitet.</p>
<p>Des Schurnis These war, dass das unpersönliche &#8220;man&#8221; als  emotionale Notbremse dient, um eine gewisse Distanz zwischen dem Erzählten und dem Erzähler zu bringen. Dies vor allem bei Geschichten, die für den Erzähler schwierig zu akzeptieren sind, tief in seinem Innersten wühlen und leichter aus der Distanz des Beobachters wiederzugeben sind. Gleichzeitig, so merkte er an, gleichzeitig dient das &#8220;man&#8221; auch als Berufung auf eine Authorität: wenn <em>ich </em>beim Fischen Regenwürmer gegenüber Mehlwürmern bevorzuge, ist das eine Meinung. Wenn <em>man </em>Regenwürmer nimmt, ist es allgemein anerkannter Fakt. Er ergänzte seine Beobachtung mit der Bemerkung, dass er dieses Verhalten vor allem von mittelständischen Agglomerations- und Talschaftsbewohnern her kennt.</p>
<p>Die Beobachtung des Phänomens an sich konnte ich bestätigen, jedoch fällt mir diese Tatsache vor allem im Umfeld von Doku-Soap-Prolo- und sonstigem Infotainment-TV-Müll auf. wo man halbstundenweise mit indirekter Rede belästigt wird, dabei geht es doch eigentlich um den Erzähler, vom Erzähler selbst erzählt. Subjekt ist das Stichwort hier, direkte Rede. Meine These war also, dass dies eine Art sprachliches Mem darstellt, das, einmal spontan aufgetreten, sich nun über die TV-Netze verbreitet und damit traurigerweise Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch findet.</p>
<p>Gut, ich verbringe jetzt, sagen wir mal, deutlich weniger Zeit in bäuerisch geprägten Agglomerationsgemeinden als mein Schurni-Kumpel. Konkret verbringt er ungefähr gleichviel Zeit in Hägerfultiwolfenosterkringen wie ich im Prolo-TV. Genauer: bei der Betrachtung desselben. Und nur so kann ich mir erklären, dass ich meinem Schurni natürlich Recht geben muss (so ein Studium lohnt sich hin und wieder eben schon!), weil mir der klassische Fehler unterlaufen ist, dass ich Ursache (wut ze Schurni sed) mit Wirkung (Prolo-TV) verwechselt habe.</p>
<p>Eieieieieiei. Da hat mir wohl der Kulturzyniker in mir einen Streich gespielt.</p>
<p>Dasselbe ist wohl auch der Knalltüte passiert, die &#8211; wie so viele Knalltüten vor und wohl noch unzählige nach ihr &#8211; den Weltuntergang vorhergesagt und ihn anschliessend wieder verschoben hat.</p>
<p>Wirkung: Weltuntergang.<br />
Postulierte Ursache: Gott.<br />
Tatsächliche Ursache: Wunschdenken.</p>
<p>Autsch, und schon steckt man in der argumentatorischen Zwickmühle. Besagte Knalltüte hat jetzt nochmal nachgerechnet und den Weltuntergang auf Oktober verschoben; letztes Wochenende hat einfach mal das Jüngste Gericht begonnen, wo Jesus die Schafe von den Böcken trennt. Und wenn man sich mal anschaut, wie lange so Prozessvorbereitungen schon nur auf Erden dauern können, wo es im Vergleich zum Richten über die gesamte Menschheit nur um Pipifax geht, kann man sich vorstellen, dass das schon ein paar Wochen in Anspruch nehmen kann, bis die da soweit sind und mal die paar ersten verdammen können. Also: Geduld ist angesagt.</p>
<p>Meine Theorie ist ja, das der Apokalypt einfach auf Zeit spielt. Getreu dem Motto: die Welt, das bist <em>du</em>. Und die Welt geht dann unter, wenn <em>du</em> untergehst. Hach, jetzt werden wir aber arg philosophisch hier, das hält auf Dauer ja keine Sau aus. Welche uns über Umwegen zu unseren vierbeinigen Freunden bringt.</p>
<p>Diese Annonce, gefunden in der Länggasse, bekommt den soeben geschaffenen  &#8220;Dschango lacht sich an der Busstation den Ranzen kaputt und kriegt sich  nicht mehr ein&#8221;-Award, mit Zusatzpunkten in den Sparten Kreativität und  Lolwut:</p>
<p style="text-align: left">
<div id="attachment_9176" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/05/IMAG0202.jpg"><img class="size-medium wp-image-9176 " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/05/IMAG0202-533x800.jpg" alt="Das kommt eben davon, wenn man die Schöpfungslehre zum Pflichtfach macht..." width="320" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Sieht asiatisch aus, ja, aber Vorsicht!</p></div>
<p style="text-align: left">Würde dort tatsächlich eine Telefonnummer stehen, ich täte ja sowas von anrufen und wenn schon nicht die &#8220;Katze&#8221; abholen, so doch einen Kasten Bier spendieren.</p>
<p style="text-align: left">Und wenn wir schon in der Tierwelt angelangt sind: letzthin musste ich mich über meinen Hasen ja sowas von ärgern. Beim Gang aufs WC stiess ich mir nämlich den Fuss am Altpapierständer, weil sich dieser auf der Wegstrecke zum WC befindet und meine Wenigkeit mit viel Elan und wenig Aufmerksamkeit um die Ecke geschossen kam. Keine Sorge, bis hierhin ist Hase noch komplett unschuldig und mein Ärger bezog sich da noch auf die Massenträgheit von Altpapierständern und fehlende Knautschzonen an Füssen. Beim Reiben meiner Extremitäten, hilflos am Boden liegend, fiel mein Auge aber auf den Altpapierständer, und was musste ich da, lieblos weggeworfen, entdecken? Den Jahresbericht 2010 der Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern!</p>
<p style="text-align: left">Manchen wird nun immer noch nicht klar sein, warum ich Hase in der Folge zürnte, deshalb helfe ich euch auf die Sprünge. In besagtem Jahresbericht nämlich, da steht einiges an Interessantem und Wissenswertem. Beispielsweise steht da, dass im 2010 an der Klinik für Zahnärtzliche Prothetik eine Dissertation abgeschlossen wurde, die den folgenden schönen Titel trägt:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left">Untersuchung zur Zementierung von Einzelzahnimplantatkronen unter Berücksichtigung des Abutmentdesigns: Haftkräfte von zehn Zementen bei Implantatrekonstruktionen nach 48-stündiger Lagerung in 0.9%iger NaCl-Lösung bei 37°C: eine In-vitro-Studie.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left">Hallo? Wie geil ist das denn? Davon muss die Welt doch wissen! Es kann doch nicht angehen, dass solche Informationen einfach mir nix, dir nix, im Altpapier verschwinden! Alleine das Wort &#8220;Abutmentdesign&#8221;: gäbe es das Wort nicht bereits, man müsste es dringend erfinden!</p>
<p style="text-align: left">Nun steht aber das Wochenende vor der Tür (bzw, es ist bereits in der Wohnung und fläzt auf dem Sofa) und ich möchte, um oben beschriebenen Ärger zum Vorteil aller Betroffenen etwas zu mildern, noch ein pikantes Detail aus des Dschangos amourösem Nachrichtenverkehr erzählen. Neulich smste (so sagen die Jungen heute doch, oder?) ich Hase nämlich den folgenden Text:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left">bi hüt im studio, ha do so ne hookline, womer nüm usem gring goht&#8230;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left">Antwort von Hase:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left">was o immer e hookline isch, houptsach si het keni brüscht, de hesch mi säge&#8230;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left">Fragt sich noch <em>irgendjemand</em>, warum ich diese Frau liebe?</p>
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		<item>
		<title>Wundertüten, Knalltüten</title>
		<link>http://www.daumenschraube.ch/2011/04/15/wundertuten-knalltuten/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 13:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verleser diese Woche:

&#8220;Penisbruderschaft&#8221; statt &#8220;Piusbruderschaft&#8221;

Langsam bekommen diese Verleser bei mir einen hermeneutisch-prophetischen Anstrich, irgendwie.
Bester Spam diese Woche:
Sie kennen bereits XYZ oder haben erste Erfahrungen bereits mit uns gesammelt? Auf Ihre Resonanz bin ich gespannt.
Jau, auf meine Resonanz bin ich selbst gespannt wie die E-Saite eines hochgestimmten Basses. Man nennt mich schliesslich nicht umsonst den wandelnden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verleser diese Woche:</p>
<ul>
<li>&#8220;Penisbruderschaft&#8221; statt &#8220;Piusbruderschaft&#8221;</li>
</ul>
<p>Langsam bekommen diese Verleser bei mir einen hermeneutisch-prophetischen Anstrich, irgendwie.</p>
<p>Bester Spam diese Woche:</p>
<blockquote><p>Sie kennen bereits XYZ oder haben erste Erfahrungen bereits mit uns gesammelt? Auf Ihre Resonanz bin ich gespannt.</p></blockquote>
<p>Jau, auf meine Resonanz bin ich selbst gespannt wie die E-Saite eines hochgestimmten Basses. Man nennt mich schliesslich nicht umsonst den wandelnden Resonanzkörper.</p>
<p>Darf ich übrigens mal auf einen Missstand aufmerksam machen, der mir die letzten Monate, wenn nicht Jahre, immer wieder über den Weg läuft und der sich partout nicht verscheuchen lässt? Es geht da um die üble Unsitte, hochdeutsche Ausdrücke und Phrasen auf Biegen und Brechen zu mundartisieren, ohne Rücksicht auf Verluste, was zu üblen Ergebnissen führen kann, vor allem dann, wenn man den ursprünglichen Ausdruck überhaupt nicht kapiert hat. Exemplarisch dafür:</p>
<blockquote><p>De zieh ni de angeri Siite uuf!</p></blockquote>
<p>Oder, gerück-hochdeutscht: &#8220;Dann ziehe ich andere Seiten auf!&#8221;, was nicht nur falsch, sondern komplett sinnentleert ist.</p>
<p>Ein anderes Beispiel: das Wort &#8220;Schmutz&#8221; kannte ich im idiomatischen Gebrauch bis vor Kurzem entweder als Kuss oder als eingesottenes Schweinefett. Ich habe keine Ahnung, warum ein- und dasselbe Wort für zwei derart unterschiedliche Dinge stehen können; vielleicht müsste man dazu mal einen Linguisten befragen. Aber auch dem Linguisten wird aufgefallen sein, dass seit einiger Zeit die Bedeutung &#8220;Dreck&#8221; über die Grenze einwandert, für genau dasselbe Wort. Warum nun in der Werbung &#8220;Schmutz&#8221; verwendet wird, wenn es offensichtlich darum geht, den Dreck aus der Wohnung zu bringen, das muss uns schleierhaft bleiben. Vielleicht kann die gute Hausfrau gerade noch ertragen, dass ihr Heim <em>schmutzig</em> ist; wenn es aber <em>dreckig</em> wäre (*kreisch!*), würde der Himmel über ihr einstürzen, weshalb man sich in deutschen Marketingzentralen wohl gesagt hat, nun gut, die Schweizer Hausfrauen, die sind bekanntlich von recht fragiler Struktur, dann gönnen wir denen halt mal was Beruhigendes. Schön für die Hausfrauen! Dass dann aber auf der anderen Seite ein Dschango steht, der kaum mehr zwischen Dreck, Kuss und Schweinefett unterscheiden kann und die konkrete Bedeutung jeweils mühsam aus dem Kontext herausdestillieren muss, das ist diesen deutschen Werbefuzzis natürlich scheissegal.</p>
<p>Apropos scheissegal: weiss überhaupt noch jemand, was &#8220;Fukushima&#8221; schon wieder war? Ich liess ja letzthin den Optimisten raushängen und meinte, dass dies bis zu den nächsten Wahlen bereits Schnee von gestern sein werde. Schön wärs, weil in der Realität hat es dann keine zwei Wochen gedauert. Dazu passt, dass gestern Morgen die Kantonspolizei mit mindestens 2&#215;2 Schnäutzen bei uns im Quartier herumschlich und buchstäblich dabei zuschaute, wie ein überschneller Porsche Cayenne um ein Haar ein Grosi auf dem Fussgängerstreifen über den Haufen gefahren hätte, während die Staatsgewalt damit beschäftigt war, Velos auf Reifendruck und korrekte Beleuchtung zu kontrollieren.</p>
<p>Man wird bei der SVP gelernt haben, <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Die-SVP-klinkt-sich-in-die-Atomdebatte-ein/story/22016088" target="_blank">dass man sich einfach einen neuen, weniger wehrhaften Gegner suchen muss</a>, wenn man den ursprünglichen Kampf verloren hat. Und wäre die FDP etwas intelligenter, würde auch sie die Konsequenzen ziehen und mit einer Studie beweisen, dass sich sowohl der Klimawandel als auch Fukushima in Nichts auflösen, wenn man bloss den am besten verdienenden 1% der Bevölkerung genügend grosse Steuergeschenke macht. Wobei man ehrlicherweise zugeben muss, dass dies mehr oder weniger die Botschaft war, die der Bundesrat bezüglich &#8220;äs isch jetz doch chly angerscht aus mer gmeint hei&#8221;-Unternehmenssteuerreform II letzthin dem Volk verkündet hat, und im Bundesrat ist die FDP ja glaub immer noch dabei.</p>
<p>Ich finde es übrigens recht funny, wie jetzt alle rumnölen, die FDP solle doch mit den Grünliberalen fusionieren. Ist ja etwa so, als ob der Papst beim russischen Patriarchen anklopfen und meinen würde, sorry Dude, da Konzil von Nizäa, vergiss es, wir waren ja<em> so total von der Rolle da</em> &#8211; können wir sonst für ein Weilchen bei euch unterkommen?, also das sähe ich jetzt gar nicht, und nicht nur, weil weder Ratzinger noch Pelli ein anständiges Russchisch sprechen. Und ob es jetzt um pro/contra Gotteskörper Jesu&#8217; geht oder um antietatistische Haltung im Prinzip, aber Nanny-Staat in einem einzigen, ganz konkreten Fall, das ist doch jetzt wirklich Jacke wie Hose, so unterschiedlich sind die einzelnen Religionen nun auch wieder nicht.</p>
<p>Aber nun zu etwas ganz anderem. Dass ich ein Faible für seltsame Namen habe, ist der werten LeserInnenschaft wohl hinlänglich (wenn nicht gar schädlich) bekannt. Gestern früh kam es im Tram zu einem unkontrollierten Lachanfall meinerseits, weil <a href="http://www.20min.ch/news/zentralschweiz/story/31658394" target="_blank">im 20Min ein Artikel über einen Glarner Radiopiraten</a> drinstand, der, im Haupterwerb als Agronom tätig, eine thailändische Freundin hat. Soweit, so belanglos, könnte man meinen. Lustig beginnt es dann zu werden, wenn man weiss, wie der Glarner Bauer heisst: <strong>Balz Wichser</strong>. Zum Brüller wird die Geschichte, wenn man weiss, wie die thailändische Freundin mit Vornamen heisst: <strong>Supaporn</strong>. Und das Zwerchfell explodiert spätestens dann, wenn man eins und eins zusammenzählt und sich überlegt, wie die arme Frau heissen wird, wenn sie erstmal ihren Glarner Bauern nach Schweizer Recht geheiratet hat.</p>
<p>Und wenn wir schon bei der Balz sind: in der allseits beliebten Blabend-Rubrik &#8220;Single des Tages&#8221; (wieviel Sinn macht eigentlich eine Rubrik &#8220;&#8230; <strong>des Tages</strong>&#8221; in einer Zeitung &#8220;&#8230; <strong>am Abend</strong>&#8220;? Egal.) vom Montag liess sich Tobias aus Bülach ZH mit den Worten zitieren:</p>
<blockquote><p>Eine Frau muss mir ins Auge stechen.</p></blockquote>
<p>Soll doch jeder seinem Fetisch frönen, wie es ihm gerade plaisiert, und beinhalte dieser auch das Penetrieren von Sehorganen mit spitzen Gegenständen.</p>
<p>Man möge mich jetzt eine Memme schimpfen, aber &#8211; ich für meinen Teil würde dann doch Wichsen mit Supaporn bevorzugen.</p>
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		<title>Politik mit Bart: schlecht! Beatboxer mit selbigem: gut!</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 11:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hätte ja nie gedacht, dass ich sowas mal sage bzw schreibe, aber im Moment ist die SVP von allen bürgerlichen Parteien wohl die einzige, die zumindest eine in homöopathischen Spuren erkennbare Form von Eiern zeigt.
Es ist ja schön und gut, dass jetzt alle plötzlich die grüne Spitzwende machen. Aber nimmt das irgendjemand überhaupt noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hätte ja nie gedacht, dass ich sowas mal sage bzw schreibe, aber im Moment ist die SVP von allen bürgerlichen Parteien wohl die einzige, die zumindest eine in homöopathischen Spuren erkennbare Form von Eiern zeigt.</p>
<p>Es ist ja schön und gut, dass jetzt alle plötzlich die grüne Spitzwende machen. Aber nimmt das irgendjemand überhaupt noch ernst? Während sich AKW-Betreiber auf den Standpunkt stellen, jetzt bezüglich Atom-Ausstieg ja nicht voreilige Schlüsse zu ziehen, sind die Meinungen bezüglich Nicht-Ausstieg und Sicherheit <a href="http://www.derbund.ch/bern/Wir-spueren-die-grosse-Verantwortung/story/19324980" target="_blank">längst schon gemacht</a>. Bundesrätin Leuthard tanzt im Viereck und präsentiert uns beinahe täglich eine neue Vision der zukünftigen Energiepolitik, die sich nur in dem einen Punkt überschneiden, dass man ja keiner Lobby weh tun möchte.</p>
<p>Dann schon lieber wie die SVP: wenn man merkt, dass man Scheisse erzählt hat, ist die beste Strategie, erstmal die Fresse zu halten und den Sturm an sich vorüberziehen lassen. Anstatt sich mit Me-Too-Appeasement dem gedrehten Meinungswind anzupassen, bleibt sich die SVP treu und macht das, was sie am besten kann: <a href="http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Bundesrat-will-heikle-Initiativen-auf-den-Pruefstand-schicken/story/20817192" target="_blank">Angriffe auf die Demokratie</a>, unter dem Deckmantel der (natürlich exklusiven) Wahrung der Volksrechte.</p>
<p>Klar ist, dass der Fukushima-Effekt spätestens mit dem nächsten Hitzesommer, dem nächsten Fleischskandal, dem nächsten nahöstlichen Diktatorsturz oder der nächsten provinzpolitischen Posse hinweggespült werden wird. Spätestens im Herbst, wenn Parlamentswahlen anstehen, wird sich der realpolitische Amnesieschleier wieder erfolgreich über die Bedenken und Sorgen der Bürger legen und man wird wieder diejenigen Lobbyisten wählen, die einem das altbewährte Evangelium vom &#8220;auch du könntest morgen Milliardär sein&#8221; herunterbeten. Mühleberg wird noch ein paar Stahlklammern mehr bekommen, statt Gadaffi wird ein neuer Diktator mit Waffen und Know-How versorgt und den Rest der Bevölkerung wird primär interessieren, ob die leckeren Sushi von der Strahlenbelastung her jetzt eigentlich noch bedenkenlos geniessbar sind.</p>
<p>Da passen ja die nächsten zwei Punkte wie die Faust aufs Auge!</p>
<p>Der eine nämlich ist ein reiner Veranstaltungshinweis, nämlich auf den <a href="http://www.dachstock.ch/program/e/a/beardyman-sunday-best-recuk/beardyman.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=1e37e8a420" target="_blank">22. April 2011, wo Gott persönlich im Dachstock in Bern vorbeikommt</a>. Aufmerksame LeserInnen dieser kleinen Netzpublikation wissen bereits von Beardyman und welchen Status er bei der Daumenschraube-Redaktion geniesst. Wer dies verpasst, ist wirklich selbst schuld. Keine Ausrede, kein gar nix. Also: Ticket kaufen und schon mal paar Suggestions für Spontan-Songs brainstormen! Und übrigens: wer auf die Idee kommt, <a href="http://www.cede.ch/de/music-cd/frames/frameset.cfm?aobj=884170" target="_blank">Beardymans erstes Album &#8220;I done a album&#8221;</a> per Filesharing herunterzuladen (<em>baad!</em>) oder gar zum Download anzubieten (<em>baaaaaaaaaaad!</em>), dem wünsche ich hiermit mittels altem Zigeunerfluch einen Fuchs an die Eichel. Alternativ ins Wohnzimmer, je nachdem, was als schlimmer empfunden wird. Hier verstehe ich dann genau überhaupt keinen Spass, im Fall!</p>
<p>Der zweite und letzte Punkt ist ein hoffnungsfroher Versuch, im bzw mit dem Internet Geld zu verdienen. Deshalb möchte ich meine werte LeserInnenschaft auf den Umstand hinweisen, dass ImageLine ihr Produkt &#8220;FL Studio&#8221; seit kurzem in der Version <a href="http://www.image-line.com/documents/news.php?entry_id=1301017795" target="_blank">10 veröffentlicht hat (für die Angelsachsen, damit sie den Scheiss Link auch finden: FL Studio 10 has been launched)</a> und zu diesem Behufe einen Viral-Marketing-Wettbewerb ausgerufen hat, was ja schon an sich recht peinlich ist, fast so peinlich, wie der Versuch, auf diesen Zug aufzuspringen und die Knete abzugreifen. Klar ist, dass <a href="http://reaper.fm" target="_blank">REAPER</a> nach wie vor die bessere, günstigere und performantere DAW ist, aber wenn ich bedenke, dass ich für $1010 ca. 6 kommerzielle bzw 25 reduzierte REAPER-Lizenzen kaufen könnte, ist dies schon eine interessante Vorstellung.</p>
<p>Immerhin ist ja auch schon bald Herbst.</p>
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		<title>Auf, auf in eine strahlende Zukunft!</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 14:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Frage spaltet die Nation: darf Satire in Zeiten explodierender Atommeiler überhaupt noch aus dem Haus oder hat sie sich gefälligst im Hinterzimmer zu verstecken, bis der Normalzustand wieder hergestellt ist? Meinereiner hat da ja eine dezidierte Meinung, und dies nicht nur deshalb, weil ich sowieso bei der Mühleberg-Abstimmung ein &#8220;Nein&#8221; eingelegt und somit ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage spaltet die Nation: darf Satire in Zeiten explodierender Atommeiler überhaupt noch aus dem Haus oder hat sie sich gefälligst im Hinterzimmer zu verstecken, bis der Normalzustand wieder hergestellt ist? Meinereiner hat da ja eine dezidierte Meinung, und dies nicht nur deshalb, weil ich sowieso bei der Mühleberg-Abstimmung ein &#8220;Nein&#8221; eingelegt und somit ein irgendwie reineres Gewissen als die Mehrheit des Kantons habe.</p>
<p>Klingt vielleicht doof, aber wenn jetzt die grosse (also die wirklich ganz, ganz grosse) Katastrophe kommen würde, dann könnte ich zumindest zum Atompilz hochschauen, der sich über dem AKW Mühleberg bildet, und während meine Augen aus den Höhlen verdampfen und während sich mein Schatten in die Wand hinter mir einbrennt, währenddem könnte ich also die noch verbliebene Augenbraue hochziehen und sagen: &#8220;Äbe.&#8221;</p>
<p>Aber auch, wenn ich jetzt zu der kurzsichtigeren Hälfte der Berner Bevölkerung gehören würde, müsste ich hier klar sagen: Satire darf alles. Und vor allem: immer.</p>
<p>Ist ja jedem seine eigene Entscheidung, klar. Ich verstehe die beiden Subventionskomiker G&amp;M schon auch, dass sie nicht die &#8220;glatten Sieche&#8221; spielen wollen, wenn vor und nach ihnen Bilder von havarierten Reaktoren zu sehen sind. Ich frage mich aber: wo ist die Grenze? Wäre eine Satiresendung noch dringelegen, wenn ein Kleinflugzeug abgestürzt wäre? Ein Jumbo, aber ein unbemannter? Ein unbemannter Jumbo, abgestürzt über einem vollen Kindergarten? Einer AIDS-Klinik? Oder kurz: wieviele Tote muss man kurz vor- oder nachher gesehen haben, damit eine Satire-Sendung &#8220;nicht mehr verantwortbar&#8221; ist? Ein Minenfeld tut sich auf und Dschango empfiehlt allen Berufs-Clowns, statt zu Jammern einfach ihren verdammten Job zu machen.</p>
<p>Ferner wäre noch zu klären, was denn eine adäquate Trauerzeit in Zeiten von Natur- und Menschenkatastrophen wäre. Ist relevant, ab wann in einem Katastrophengebiet keine Menschen mehr sterben oder machen wir dies vom aktuellen Medieninteresse abhängig? Weil, dann wäre beispielsweise klar: über Japan darf man momentan keine Witze reissen. Über Libyen darf man wieder.</p>
<p>Übrigens ist jetzt ja Hochsaison für mein Lieblingswort &#8220;betroffen&#8221; in all seinen Varietäten. Letzthin habe ich ja schon das Phänomen der Drittbetroffenheit demonstriert, diese Woche habe ich dank der Tagesschau auch noch herausgefunden, dass es da ganz verschiedene Formen von Betroffenheit gibt, sogar eine Steigerung zu &#8220;sehr betroffen&#8221; ist möglich. Doris Leuthart hat sich ob des Tsunamis immerhin als &#8220;sehr betroffen&#8221; eingeschätzt &#8211; irritierend, wenn man weiss, dass es hier gar keine Tsunamis gibt.</p>
<p>Gibt es eigentlich so wie bei der Richter-Skala eine Betroffenheits-Skala? Ich meine, wo 2 &#8220;ich bin schon auch irgendwie betroffen, aber irgendwie geht es mir auch am Arsch vorbei&#8221; bedeuten würde, aber eine 10 wäre dann &#8220;ich bin so derart betroffen, meine Betroffenheit entwickelt gerade eine eigene Betroffenheit meiner betroffenen Betroffenheit gegenüber&#8221;? Man könnte sich dann extrem viele Floskeln sparen und sachlich mitteilen: &#8220;meine Betroffenheit ereichte gestern Nacht noch keine 4.2 auf der nach oben offenen Betroffenheitsskala, heute Morgen sah ich dann, dass der kritische Betroffenheitswert von über 7 erreicht wurde&#8221; und allen wäre klar, was gemeint ist.</p>
<p>Bei der ganzen Atomdiskussion ist es ja immer wieder dieselbe Leier: was macht man mit dem nuklearen Abfall? Wie entsorgt man potentiell gefährliche, tumbe Bolzen, die völlig nutzlos sind, aber immer noch blödsinnig vor sich hinstrahlen? Im Fall Erich J. Hess wurde diese Woche ein Pilotprojekt gestartet, das aufhorchen lässt: offenbar übernimmt der ORF dankend solche Elemente und integriert sie auch noch in ihre Sendegefässe. Ich wittere hier ein Zukunftsmodell &#8211; falls die Österreicher den Fuchs, den Blocher und den Mörgeli auch noch wollen, einfach Bescheid geben, sind alle gratis abzugeben (müssen aber an der Grenze abgeholt werden).</p>
<p>Ich finde es übrigens funny, wieviele Grünparteien wir auf einmal in der Schweiz haben. Plötzlich nimmt sogar &#8220;sowohle-alse-auche&#8221;-Pelli das Wort &#8220;Aussstieg&#8221; in den Mund, ohne dass gleich das Wort &#8220;Versorgungslücke&#8221; hinten nachgeschoben wird. Und vom glühenden, um nicht zu sagen strahlenden Kernkraft-Evangelisten Christian Wasserfallen hört man momentan auch verdächtig wenig.</p>
<p>Sowieso, das arme Wort &#8220;Versorgungslücke&#8221;&#8230; war es vor einem Monat noch der Star unter den Wörtern, blickt es heute schon neidisch zu seinem alten Kumpel &#8220;Kernschmelze&#8221; hoch, der sich da oben im Scheinwerferlicht feiern lässt. Plötzlich sieht man in allen TV-Kanälen, wie unbeherrschbar Atomenergie ist. Wie wenig wir über die Pulverfässer wissen, die wir zwischen unseren Ärschen und gigantischen Vulkanen installieren. Und wurde anlässlich der Bekanntmachung von Dagobert &#8220;Bäre-Babsi&#8221; Hayoz&#8217; Rücktritt im &#8220;Bund&#8221; noch mit apokalyptischen Worten davor gewarnt, dass der Stadt Bern die Katastrophe einer übermächtigen Rot-Grün-Regierung drohe, ist heute allen Kommentatoren klar, dass der Atomausstieg nichts als logisch und eine Frage der Vernunft sei und sie das alles ja schon immer gesagt hätten.</p>
<p>Man muss annehmen, dass gewisse Journalisten und Politiker bereits die Nase zu tief in die Fukushima-Reaktoren gesteckt und sich dabei seltsame DNS-Mutationen eingefangen haben. Weil, Gummihälse, die sind in der Natur sonst eigentlich nicht lebensfähig.</p>
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		<title>Führer ist nicht gleich Führer!</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 13:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da gibt es ja diesen SVP-Politiker, der sich in seiner Freizeit als serbischer Nationaldichter betätigt. Blöderweise hat er noch eine Frisur, die der meinen auf den ersten Blick sehr ähnlich ist, wobei man klar unterscheiden muss: Freysinger trägt die Nazi-Variante zu langhaarig (Seiten kurzrasiert) und nur weil er auch ein paar Strähnen hinten zusammenbindet, verbrüdert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da gibt es ja diesen SVP-Politiker, der sich in seiner Freizeit als serbischer Nationaldichter betätigt. Blöderweise hat er noch eine Frisur, die der meinen auf den ersten Blick sehr ähnlich ist, wobei man klar unterscheiden muss: Freysinger trägt die Nazi-Variante zu langhaarig (Seiten kurzrasiert) und nur weil er auch ein paar Strähnen hinten zusammenbindet, verbrüdert uns das noch lange nicht. Musste einfach mal gesagt werden.</p>
<p>Also dieser serbische Dichterfürst, der war kürzlich ganz fest traurig, <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ble-Nachrede-gegen-Oskar-Freysinger/story/30392476" target="_blank">weil er in einer Zeitung sein Bild neben dem des Führers abgebildet sah</a>. Damit hat der Oschki normalerweise zwar überhaupt kein Problem, geärgert hat ihn bloss, dass es der <em>falsche</em> Führer ist. Nicht der in Herrliberg lebende Wirschaftsflüchtling aus Deutschland, neben dem er sich oft und gerne abbilden lässt, sondern der olle Adolf, wie Freysinger selbst ein aus seinem Heimatland ausgewanderter Österreicher und erfolgloser Künstler, der sich dann aus Frust der Politik zugewandt hat.</p>
<p>Man muss sich die Frage stellen: was hat Freysinger eigentlich gegen Österreicher? Ist das so eine Art übermotivierter Integrationswillen? Die Daumenschraube empfiehlt auch hier, Gelassenheit walten zu lassen. Man <em>kann</em> Österreicher erfolgreich integrieren, dazu braucht es nicht mal Minarette. Freysinger muss hier, ähnlich wie Lumengo, als statistischer Ausreisser verbucht werden, quasi als die Ausnahme, ohne die die Regel nur eine vage Abmachung ist.</p>
<p>Davon völlig abgesehen war letzthin in der SF-Tagesschau ein Wirtschaftsexperte am salbadern, und er sprach von &#8220;&#8230; Deutschland, China und anderen Schwellenländern&#8221;. Fand ich noch so beachtlich. Ein anderer Experte, er sprach davon, wie sich die Lage in Ägypten weiterentwickeln werde, meinte fachmännisch, dass &#8220;die Situation besser werden könnte, sie könnte aber auch genausogut schlechter werden&#8221;. Wie viele Jahre muss man wohl studieren, um derart tief Sinn schürfen zu können?</p>
<p>Im Übrigen nehme ich mit grossem Erstaunen zur Kenntnis, was momentan im Nahen Osten abgeht. Finde ich ja gut, dass die jetzt alle Demokratie wollen, auch wenn die keinen blassen Dunst haben, worauf sie sich einlassen. Bei einer Diktatur ist man als Volk immerhin nicht verantwortlich für die Vollidioten, von denen man regiert wird. Aber das müssen die ja selbst wissen, da im Nahen Osten unten, ich kann mich nun wirklich nicht um alles kümmern.</p>
<p>Aber Demokratie hin oder her, wirklich bedenklich stimmt mich die Tatsache, dass es jetzt Millionen von guten Witzen gibt, die sich während dreissig Jahren erfolgreich an der Spitze meiner persönlichen Witz-Hitparade halten konnten und denen nun bald der Schnauf ausgeht. Beispiel gefällig? Wuala:</p>
<blockquote><p>Q: Was heisst &#8220;Kuhstall&#8221; auf Arabisch?</p>
<p>A: Muh-Barack!</p></blockquote>
<p>Man stelle sich vor: während dreissig Jahren konnte man an jede Party all around se globe gehen und diesen Witz zum Besten geben. Es haben nicht immer alle gelacht, aber immerhin haben ihn alle, die mehr als einmal pro Jahr Zeitung lesen, verstanden. Und nun hockt die Witzfigur im Taucherparadies und popelt sich in der Nase, bis sowohl sein Name als auch der Witz aus der kollektiven Erinnerung der Menschheit gelöscht sind. Es wird bald die Zeit kommen, wo man diesen Witz erzählt und das Gegenüber schaut einen nur blöd und verständnislos an. So wie mein Stift, als ich ihm sagte, dass er mit seiner Zigi im Mundwinkel ein bisschen aussehe wie James Dean und der Stift mich fragte, wer denn James Dean sei. Das sind eben die Opfer, die auf dem Schlachtfeld der Geschichte liegen bleiben und verantwortungsvolle Bürger wie mich machen solche Dinge tief betroffen.</p>
<p>Oh, von wegen Betroffenheit: während wir uns auf der Bettmeralp die Sonne auf den Pelz scheinen liessen, war ja da der grosse Heim-Skandal mit dem pädophilen Pfleger. Ganz, ganz üble Sache dies, da fallen nicht mal mir mehr blöde Sprüche ein dazu. Jedenfalls keine, die ich nüchtern auch noch lustig finden würde. Also, wie es sich gehört, wurde flugs ein Ziischtigs-Club (ja, ich weiss, dass der schon seit ca. 1821 nicht mehr Ziischtigs-Club sondern nur noch &#8220;der Club&#8221; heisst, aber das geht mir jetzt wirklich am Arsch vorbei) organisiert und das Thema mit tieftraurigen Mienen dem Volk lang und breit dargeboten. Ich mag jetzt nicht mehr die ganze Sendung schauen, aber irgendwann sagte jemand mehr oder weniger wörtlich:</p>
<blockquote><p>Ich bin zwar nicht direkt selbst betroffen, spüre aber eine tiefe Betroffenheit mit den Betroffenen und möchte ihnen an dieser Stelle meine Betroffenheit aussprechen.</p></blockquote>
<p>Es muss wohl ein Experte gewesen sein.</p>
<p>Ich schwöre übrigens, dass der Gaddafi, je älter und wirrer er wird, mehr und mehr meiner verstorbenen Om ähnelt (das hab ich schon mal gesagt hier, oder? Egal, was wahr ist, darf auch wiederholt werden). Der Gesichtsausdruck, die Kleidung, der Bart &#8211; alles stimmt. Vor allem, wenn er rumkeift und mit seinen Gesichtszuckungen anfängt, würde ich am liebsten an den TV gehen und ihm sagen, so Oma, ist gut jetzt, hier ist dein Rollator, jetzt geh wieder an dein Strickzeug oder verprass deine AHV am Kirchgemeinde-Lotto. Und das ist vor allem auch deswegen erwähnenswert, weil es zu der Zeit, als meine Oma den Schirm zutat, noch gar keine Rollatoren gab. Vielleicht hat man den Rollatoren damals auch ganz anders gesagt und ich weiss das bloss nicht, es werden ja ständig neue Wörter erfunden. Aber von den Rollatoren mal abgesehen: Manchmal habe ich sogar das Gefühl, ich höre in Gadaffis Reden einen Glarner Dialekt raus. Und das ist dann echt gruselig.</p>
<p>Wie ist das eigentlich, wenn der Gadaffi abdankt &#8211; kriegt dann der Merz sein Gesicht zurück?</p>
<p>Und wenn wir schon beim Thema &#8220;Realitätsverweigerung&#8221; sind, zieht euch doch bei Gelegenheit mal <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OZJwSjor4hM&amp;feature=player_embedded" target="_blank">dieses Video</a> rein. Der Star der Sendung ist Shirley Phelps-Roper, ihrerseits eifrige Missionarin der Westboro Baptist Church und Tochter des Gründers derselben. Shirley bekommt vor laufender Kamera sowas ähnliches wie eine schallende Internet-Watsche und dieses Video wird ein Klassiker werden, der den Mubarak-Witz um mindestens hundert Jahre überleben wird, davon bin ich fest überzeugt.</p>
<p>Oh, und noch wegen dem serbischen Nationalpoeten: der hat doch mal ein Gedicht über den Bortoluzzi geschrieben. Aus aktuellem Anlass hätte ich ihm sonst noch einen Reim auf &#8220;Amstutz&#8221;, der in die gleiche Kategorie passen würde.</p>
<p>Einfach melden, ich helfe ja gern.</p>
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		<title>Thanks, but no thanks.</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 12:36:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir haben ja in der Schweiz auch unser Akte-X-Format, es nennt sich Abstimmungssontag. Und auch dort ist die Wahrheit irgendwo da draussen.
Anders kann man nicht erklären, warum Alf vorerst die meisten Stimmen geholt hat, der alten Klapperkiste Mühleberg und den unverbesserlichen Atomköpfen von der BKW (wenn auch umstritten) das Vertrauen ausgesprochen wird und man doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben ja in der Schweiz auch unser <em>Akte-X</em>-Format, es nennt sich <em>Abstimmungssontag</em>. Und auch dort ist die Wahrheit irgendwo da draussen.</p>
<p>Anders kann man nicht erklären, warum <a href="http://www.daumenschraube.ch/2011/01/21/wahlen/" target="_blank">Alf</a> vorerst die meisten Stimmen geholt hat, der alten Klapperkiste Mühleberg und den unverbesserlichen Atomköpfen von der BKW (wenn auch umstritten) das Vertrauen ausgesprochen wird und man doch lieber hundertausende Knarren in Haushalten hat als nicht.</p>
<p>Aber die Auswirkungen sind auch lokal nicht zu unterschätzen.</p>
<p>Somit dürfen wir uns im Kanton Bern für die nächsten zehn Jahre von jeglichem Fortschritt jedweder Couleur verabschieden. Mit Alf im Ständerat (muss zwar erst noch passieren, aber viel steht da nicht mehr im Weg) würden die feuchten Träume der Auf<em>rechten</em> ein kleines bisschen wahrer, und mit dem Volksvorschlag zur Fahrzeugbesteuerung gehen wir ökologisch zurück in die roaring eighties.</p>
<p>Zudem haben wir es jetzt amtlich: Es gibt Leute, die immer noch nicht begriffen haben, wie man abstimmt. Da staunt der Laie und wundert sich der Fachmann.</p>
<p>Apropos, grosses Kompliment an die Limmat zur Waffeninitiative. Liebe Stadtzürcher, ihr habt den ganzen Kanton gerettet. Wir fühlen mit euch, wir wissen was es heisst, in einem grossen Kanton von Hillbillies umzingelt zu sein. Nicht schön.</p>
<p>Aber darum geht es ja gar nicht, obwohl ich von dem ganzen Volkswillen(TM) vorerst mal die Schnauze gestrichen voll habe.<em><br />
</em></p>
<p>Meinereiner muss zurück in die kalte Heimat, es gibt dort akut Familienbusiness zu erledigen. Könnte ein wenig dauern, daher sage ich vorläufig mal leise Tschüss.</p>
<p>Ich habe aber für Stellvertretung gesorgt, unser neuer Kollege wird sich diese Tage vorstellen und meine Lücke ohne Probleme füllen.</p>
<p>Ich wünsche euch derweil viel Spass mit den Ewiggestrigen und ihren liebsten Spielzeugen namens Offroader, Brennstab und Sturmgewehr.</p>
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		<title>Afghani oder afghani nid?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 13:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man muss sich manchmal auch was gönnen.
Hase und ich haben deshalb unsere Ängste und Sorgen überwunden und uns in ein noch wenig erforschtes Gebiet aufgemacht, um dort die lokalen Besonderheiten und Gebräuche zu studieren. Und so nebenbei bissi im Schnee rumzutoben. Gerne, als Kontrastprogramm zu unserem normalen Leben, in ein Gebiet, das von religiösen Fundamentalisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss sich manchmal auch was gönnen.</p>
<p>Hase und ich haben deshalb unsere Ängste und Sorgen überwunden und uns in ein noch wenig erforschtes Gebiet aufgemacht, um dort die lokalen Besonderheiten und Gebräuche zu studieren. Und so nebenbei bissi im Schnee rumzutoben. Gerne, als Kontrastprogramm zu unserem normalen Leben, in ein Gebiet, das von religiösen Fundamentalisten und/oder politischen Autokraten beherrscht wird. Im Grunde genommen hatten wir also nur Weissrussland, die Kandahar-Region oder das Wallis zur Auswahl &#8211; wir entschieden uns dann, weil niedrigster CO2-Footprint, für letzteres und sind auf die Bettmeralp gefahren.</p>
<div id="attachment_8786" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/der-zigan-kocht.png"><img class="size-full wp-image-8786 " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/der-zigan-kocht.png" alt="" width="245" height="245" /></a><p class="wp-caption-text">Gypsy Kitchen!</p></div>
<p>Gut, wir haben auch festgestellt, dass das Wallis jedes Jahr ungefähr gleichviel Entwicklungshilfe und Wirtschaftsförderung wie Afghanistan und Weissrussland zusammen erhält, von dem her wollten wir doch auch mal sehen, was die mit unserem Geld so machen den ganzen Tag. Hase hatte im Internet eine Ferienwohnung gesucht und auch gefunden &#8211; sie war zwar schweineteuer, aber immerhin ausgezeichnet ausgestattet. Meine Wenigkeit war ja primär an der Küche interessiert und dementsprechend hocherfreut, als ich feststellen durfte, dass es die mit Abstand besteingerichtete Ferienwohnung war, die ich je zu mieten das Vergnügen hatte. Ich sag jetzt natürlich nicht, wo die Wohung genau war, weil ich vermeiden will, dass schon wieder eine Dschango Beinhart-Gedenkstätte eingerichtet wird, aber nur soviel: man hatte seitens Besitzerfamilie sogar daran gedacht, itauiänische Espresso-Maschinen in dreifacher Ausführung (klein, mittel, gross) anzuschaffen. Und da der Dschango auch ein nettes Sortiment an Pfannen und Töpfen sowie ein ordentlich geschliffenes, grosses Messer vorfand, konnte dem erholsamen Aufenthalt eigentlich gar nichts mehr im Weg stehen.</p>
<p>Man kann vorausschickend sagen, dass man im Wallis, den durchaus berechtigten Vorurteilen zum Trotz, einen ganz hübschen Urlaub verleben kann. Auch sind die Walliser gar nicht so schlimm, wie sie in den Medien dargestellt werden. Man muss im Umgang mit ihnen einfach folgende Themen meiden:</p>
<ul>
<li>die Jagd im Allgemeinen, Wölfe im Speziellen</li>
<li>Zahlungsausgleich</li>
<li>Subventionen</li>
<li>Umweltschutz</li>
<li>Religion, v.a. die Abwesenheit derselben</li>
<li>Politik</li>
<li>Militär / Schusswaffenbesitz</li>
<li>Heli-Skiing</li>
<li>Klimawandel</li>
<li>Frauenrechte</li>
<li>Minderheitenrechte</li>
<li>Europa</li>
<li>EU und UNO (wenn nicht in der Rolle als Geldgeberinnen)</li>
</ul>
<p>Als Faustregel darf gelten: was an einem normalen Familientreffen nicht zur Katastrophe führt, wird auch im Gespräch mit Wallisern in der Regel friedlich enden (your family may vary). Und wie an einem Familientreffen machen grosse Mengen an Alkohol die Sache weit erträglicher.</p>
<p>Übrigens durfte ich feststellen, dass die Bettmeralp und benachbarte Gebiete (ich nehme an, das gilt auch für den Rest des Wallis) ein Paradies ist. Jetzt nicht primär ein Paradies für Wandervögel oder Wintersportbegeisterte, sondern auch und vor allem ein Paradies für den Deppenapostroph. Dieser war derart inflationär in Gebrauch, dass ich mir überlege, ihn zukünftig nur noch &#8220;Bettmerapostroph&#8221; zu nennen. Die nachfolgende Lichtbildreihe, die keineswegs Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit erhebt, mag dies belegen.</p>
<div id="attachment_8789" class="wp-caption aligncenter" style="width: 342px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph03.png"><img class="size-full wp-image-8789    " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph03.png" alt="Bettmerapostroph 1" width="332" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Bettmerapostroph 1 - der zeitlose Klassiker</p></div>
<p style="text-align: center">
<div id="attachment_8788" class="wp-caption aligncenter" style="width: 356px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph02.png"><img class="size-full wp-image-8788  " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph02.png" alt="" width="346" height="461" /></a><p class="wp-caption-text">Bettmerapostroph 2 - originell!</p></div>
<p style="text-align: center">
<div id="attachment_8787" class="wp-caption aligncenter" style="width: 356px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph01.png"><img class="size-full wp-image-8787  " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-bettmerapostroph01.png" alt="" width="346" height="461" /></a><p class="wp-caption-text">Bettmerapostroph 3 - die absolute Härte</p></div>
<p style="text-align: center">
<p>Auffallend ist, dass die Walliser für viele Dinge eine ganz eigene Bezeichnung haben. Dies hat nichts mit dem Walliser Dialekt zu tun, sondern nur mit der Tatsache, dass einige Dinge jenseits des Tunnels einfach ganz anders laufen. Ein Beispiel wäre hier der Begriff &#8220;autofrei&#8221;. Die Bettmeralp wirbt ja damit, autofrei zu sein. Nun stellt sich der strunznormale Tourist unter &#8220;autofrei&#8221; vor, dass er während seines Aufenthalts davon entbunden ist, Abgase aus Motorfahrzeugen einzuatmen. Auf der Bettmeralp bedeutet &#8220;autofrei&#8221; aber nur, dass keine vierrädrigen Personenwagen auf den Strassen fahren, was aufgrund der Topographie sowieso unmöglich wäre. Stattdessen hat man dort auf das CO2-freundliche und völlig lärmneutrale Fahrzeug &#8220;Motorschlitten&#8221; gesetzt und mutmasslich jedem Einwohner von Betten mit einem IQ von über 30 so ein Teil geschenkt, was dazu führt, dass man vor der Seilbahnstation innert fünf Minuten ungefähr dieselbe Menge an Feinstaub und Zweitakter-Abgasen einatmet, wie wenn man sich während einer Stunde in Zürich ans Central gestellt hätte. Aber Autos im Sinne von vierrädrigen PKWs, das muss man sagen, haben wir die ganze Woche über tatsächlich keine gesehen.</p>
<p>Interessant ist auch, wie sich die Touristen in einem &#8220;autofreien&#8221; Gebiet verhalten. Ungedenk der Tatsache, dass ständig Monstertrucks auf Raupen in einem Arschtempo durchs Dorf heizen, lassen Unterschweizer mit einem seligen Grinsen im Gesicht ihre Brut völlig sorglos umhertoben, beziehungsweise sich auf der Strasse hin- und herwälzen. Das Kind an sich verhält sich bei akuter Gefahr ja ähnlich wie das gemeine Reh, nämlich entweder mit Flucht oder mit Schockstarre. Der Fluchtreflex wird aber offenbar durch Winterkleidung und Schnudernase massgeblich behindert, so dass nur die Starre als adäquate Reaktion bleibt. Herzerfrischend, mitanzusehen, wie so einem Laurin oder einer Leonie vor einem 1.5 Tonnen schweren Dröhnmaschin der Kiefer runterklappt, weil der dumme Bratz gerade gemerkt hat, dass nur die just vollstreckte Vollbremsung des umsichtigen Chauffeurs sein Ende als Fettfleck auf Schnee verhindert hat. Gut, bei einigen Kindern hatten wir den Eindruck, als ob die Eltern das absichtlich machen würden (&#8220;Herr Richter, wir können doch nichts dafür, da stand ja extra noch <em>autofrei</em>!&#8221;). Aber das ist eine ganz andere Geschichte.</p>
<p>Und nochwas zum Thema Motorschlitten: für eine Fahrt von der Seilbahnstation zu unserer Wohnung (Fahrtzeit: grob geschätzte 12 Sekunden) durften wir SFr. 30.- (in Worten: dreissig) abdrücken. Zum Vergleich: mit dreissig Franken fahre ich hier mit dem Taxi einmal quer durch Bern und wieder retour. Dass uns der grenzdebile Freizeit-Schlittler auch noch am völlig falschen Ort rausgeschmissen hat und ich anschliessend auf Abwege geriet, deshalb auf die Schnautze knallte und dabei mein eh schon lädiertes Knie in schmerzhafter Weise in den Boden rammte, war in den dreissig Eiern glücklicherweise bereits inbegriffen.</p>
<p>Zum Schnee nur soviel: es hatte Unmengen von dem Zeug. Überall. Hase kam gar nicht mehr aus dem Vergischplen raus und mir, das muss ich zugeben, hing das Material nach vier Tagen doch schon ganz ordentlich aus dem Hals. Auch zeigte man sich auf der Bettmeralp mir gegenüber extrem unkooperativ, indem man jede Nacht den plattgedrückten und runtergeskifahrten Schnee wieder durch Neumaterial aus Schneekanonen und -lanzen ersetzte, wodurch es am nächsten Morgen dann wieder genauso aussah wie am Tag davor. Jede Nacht konnte man buchstäblich mit ansehen, wie sich an den Hängen unsere Steuern in weisses Rutschmaterial verwandelten. Es wäre ein wunderschöner Anblick gewesen, hätte es nicht so einen Höllenlärm veranstaltet.</p>
<div id="attachment_8785" class="wp-caption alignright" style="width: 489px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-panorama.png"><img class="size-full wp-image-8785  " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/02/bettmeralp-panorama.png" alt="" width="479" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Oben blau und unten weiss. Viel mehr gab es da eigentlich nicht zu sehen.</p></div>
<p>Oh, und apropos Schnee: wir waren ja auch noch Schneeschuhlaufen. Das war ein grosser Spass! Weil wir Memmen und blutige Anfänger sind, dachten wir uns, wir schliessen uns vielleicht besser einer geführten Schneeschuhwanderung an und entschieden uns dann für eine Tour mit <a href="http://wandersport.ch/" target="_blank">Ed Kummer</a>, einem alten Hasen im Geschäft. Ed heisst mit vollständigem Namen übrigens weder Edgar, noch Eduard, noch Theodor, sondern <strong>Edelbert</strong>, I shit you not. Nun ja, der Marsch war lange und grandios, dem Aletsch-Gletscher entlang und durch den Aletsch-Wald, ein Traum. Im Übrigen ist Schneeschuhlaufen relativ einfach und gar nicht so anstrengend, wie ich meinte. Hase hat dann auch noch stellvertretend für die Gruppe und zur Erheiterung derselben herausgefunden, dass man in Schneeschuhen nicht rückwärts gehen kann. Hei, was haben wir gelacht.</p>
<p>Nach etwa vier Stunden im Schnee waren wir dann auch relativ gebacken und wollten unbedingt etwas futtern. Das stellte uns aber vor einige logistische Probleme. Wir befanden uns nämlich auf der Riederfurka und wir wollten auf der Bettmeralp einkehren, was erstmal eine gute Stunde Marsch bedeutet. Gut, soweit kein Problem. Wenn man aber einen langen, unanstrengenden Weg geht, kommt man ins Plaudern. Und wenn man gehend und plaudernd Hunger hat, spricht man darüber, was man bald essen möchte. Und irgendwie hatten wir uns die fixe Idee &#8220;Raclette&#8221; eingebrockt. Auf der Bettmeralp angekommen, hatten wir uns die ganze Zeit schon auf Raclette gefreut und waren entsprechend giggerig auf das Zeug. Womit wir aber nicht gerechnet haben: nirgends ist es schwieriger, an ein Walliser Raclette zu gelangen, als im Wallis.</p>
<p>Ja, gut, in der einen oder anderen Beiz hätten wir wohl ein Raclette kredenzt bekommen können. Aber, und dieses aber muss ich gleich fett wiederholen, <strong>aber</strong> also ist es rein vom ökonomischen Standpunkt her extrem uninteressant, mit mir portionenweise Raclette verspeisen zu wollen. So ein Kilo Raclettekäse verdrücke ich nämlich schon locker, wenn ich gar nicht ausgesprochen hungrig bin und da auf der Bettmeralp, ich kann euch sagen, mein Magen lief ständig so zwei, drei Meter hinter mir her und sah schon aus wie ein täupelender Sepp Blatter. Es war kein schöner Anblick.</p>
<p>Wir latschten dann also das elende Dorf auf und ab, um eine Gaststätte zu finden, die uns Raclette à discretion kredenzen würde &#8211; völlig aussichtslos. Schon portionenweise war das nur in einer Beiz möglich (acht Stutz für die Portion &#8211; ja danke, für geschätzt 150 Hämmer kann ich mir den Ranzen auch mit subventionsfreien Sushi vollschlagen). Es war schon lange dunkel und in den Strassen liessen sich mittelalte Touristinnen von mittelschönen Skilehrern das Vorspiel bestehend aus Schüümli Pflüümli und Wodka Redbull angedeihen, als sich Dschango und sein Hase entschlossen, das Raclette-Thema zu vertagen und uns stattdessen eine Pizza zu gönnen. Die zwar wahnsinnig lecker war (gut, man hätte mir an jenem Abend auch eine überfahrene Leonie in der Mikrowelle aufwärmen können und ich hätte sie <em>wahnsinnig lecker</em> gefunden), mir aber die nächsten Tage den Dünnschiss bescherte. Man kann halt einfach nicht immer gewinnen und wer weiss, was mir mit einem Discount-Raclette oder einer Leonie im Bauch widerfahren wäre.</p>
<p>Raclette hatten wir dann übrigens am Tag der Abreise, indem wir uns im Bettmeralper Coop (das originellerweise &#8220;Walliser Wochen&#8221; hatte &#8211; wirklich exotisch so mitten im Wallis) eine Ladung des leckeren Walker-Käses gekauft haben und diesen dann am Abend zuhause in der Hasenhöhle zum Schmelzen brachten.Was zudem ohne einen Wirt zu bewerkstelligen war, der dauernd nervös um mich herumtanzt (&#8220;sitter <em>ganz </em>sicher, dass der no möget&#8230;?!?&#8221;).</p>
<p>Man kann abschliessend also feststellen: ja, es ist möglich, im Wallis Ferien zu machen und dies auch noch zu überleben. Andere Entwicklungsländer sind sicher günstiger, haben auf der anderen Seite aber meist auch weniger Schnee, von Motorschlitten ganz zu schweigen. Oh, da fällt mir noch ein, dass <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Malawi-prueft-Furz-Verbot-article2532101.html" target="_blank">Malawi ein Furz-Verbot kennt und dieses in Zukunft auch durchsetzen will</a>. Also noch eine Gegend, die aus finanziellen Gründen als Feriendestination für den Dschango eher als kostspielig einzuschätzen ist.</p>
<p>Nächstes Jahr also doch Afghanistan.</p>
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		<title>So oder anders</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 22:03:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hurra, der erste August ist gerettet!
Danke, danke, danke, liebe Frau Kohli, dass sie dafür gesorgt haben, dass mein linksnationalistisches Herz am 1. August 2011 doch noch weiss, wo es hingehören darf. Stark, wie sie das Geld von privaten Sponsoren aufgetrieben haben &#8211; immerhin war dies das erste Mal, wo man sie als politisch aktive Figur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hurra, der erste August ist gerettet!</p>
<p>Danke, danke, danke, liebe Frau Kohli, <a href="http://www.20min.ch/news/bern/story/14217029" target="_blank">dass sie dafür gesorgt haben</a>, dass mein linksnationalistisches Herz am 1. August 2011 doch noch weiss, wo es hingehören darf. Stark, wie sie das Geld von privaten Sponsoren aufgetrieben haben &#8211; immerhin war dies das erste Mal, wo man sie als politisch aktive Figur wahrnehmen konnte, von dem her: Hut ab!</p>
<p>Aber einewä, <a href="http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/13452027" target="_blank">irgendwann diese Woche</a> war ja folgende 20Min-Bildunterschrift zu lesen:</p>
<blockquote><p>Die SVP will die Bundesfeier mit Volksmusik statt Rapper-«Gfotz».</p></blockquote>
<p>Ruhig, Brauner, ich nöle jetzt überhaupt nicht wegen dem Satz an sich, auch nicht wegen der SVP. Es geht vielmehr darum, dass ich den Satz erstmal falsch gelesen habe, nämlich so:</p>
<blockquote><p>Die SVP will die Bundesfeier mit Volksmusik statt Rapper «Gfotz».</p></blockquote>
<p>Was in mir die folgenden Gedanken auslöste:</p>
<ul>
<li>Wer ist dieser Rapper &#8220;Gfotz&#8221;?</li>
<li>Irgendwie noch ein cooler Name für einen Rapper.</li>
<li>Bin ich noch Trend, wenn ich noch nie vom weltberühmten Rapper &#8220;Gfotz&#8221; gehört habe, obwohl der immerhin der SVP tierisch auf den Sack zu gehen vermag?</li>
<li>War ich <em>jemals</em> Trend?!</li>
<li>Sinnkrise!!</li>
</ul>
<p>Ja, OK, es war dann nicht ganz so schlimm, weil ich habe die Unterschrift dann nochmal gelesen und war fürs erste beruhigt. Aber man muss mir zustimmen: ein <em>verdammt</em> cooler Name für einen Rapper wärs alleweil.</p>
<p>Tödlich für eine Karriere als Rapper wäre hingegen der Name &#8220;Balsiger&#8221;. Hat einfach keinen <em>Swag</em>, der Name, da stimmen mir wahrscheinlich 98% der West- und mindestens 87% der Eastcoast zu. Wahrscheinlich deshalb hat sich Marc Balsiger darauf beschränkt, zu bloggen statt zu rhymen. Man weiss ja, dass meinereiner mit Herrn Balsiger das Heu selten auf derselben Bühne hat, umso erstaunter war ich dann, als ich <a href="http://www.wahlkampfblog.ch/?p=4064" target="_blank">seine Meditationen bezüglich des Fehr-Slappings vor dem Albisgüetli</a> gelesen habe. Erst habe ich mich versichert, dass ich tatsächlich auf der richtigen Seite gelandet bin &#8211; er schrieb mir direkt aus der Seele.</p>
<p>Muss ich jetzt den &#8220;Gewalt ist undemokratisch und pfui&#8221;-Disclaimer hier auch noch runterbeten? Ich glaube nicht, und falls sich jemand für präventive moralische Notbremsen interessiert, kann er sich diese auch grad so gut <a href="http://www.daumenschraube.ch/2010/12/10/drogen-fur-alle-schaden-kann-es-eh-nicht-mehr/" target="_blank">hier</a> nachlesen und bei Bedarf geistig und sinngemäss hier reincopypasten. Aber einewä. Wie Balsiger bin auch ich der Meinung: wer den Kopf bei Regen aus dem Fenster hält, muss sich nicht wundern, wenn er nass wird. Und wer seine gesamte politische Karriere auf Verhetzung, Polemik und verbaler Gewalt aufbaut, muss sich halt auch nicht wundern, wenn jemand von der Gegenseite diese Kriegsrhetorik tatsächlich ernst nimmt. Natürlich hätte ich nicht auf Fehr eingeprügelt, wenn er vor mir gestanden (bzw gelegen, lol) wäre. Das heisst noch lange nicht, dass ich es nicht <em>gerne getan hätte</em>, wenn mich nicht diverse Faktoren davon abhalten würden (das Strafgesetz ist hier übrigens noch das schwächste Bremsmittel). Von dem her gilt, wie auch im vorher verlinkten Artikel bereits geschrieben: verwerflich, ja, in der Tat, trotzdem qualifiziert es für ein Gratisbier vom Dschango.</p>
<p>Es gibt auf der ganzen Welt keinen Ort, wo Extremisten <em>nicht</em> unter Personenschutz in die Öffentlichkeit treten müssen. Keinen Ort ausser der Schweiz. Und das ändert sich nun keineswegs deswegen, weil sich die Szene &#8220;radikalisiert&#8221; hat, wie uns das die Medien erklären wollen oder weil Blogs &#8220;Hassattacken begünstigen&#8221; würden, wie uns das <a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/01/22/Schweiz/Bedrohte-Politiker-Hasstiraden-Sprengsaetze-Attacken" target="_blank">Karin Keller-Sutter</a> weismachen will. Politisch motivierte Gewalttaten gab es schon immer, auch in der Schweiz. Selten ist nur, dass es mal einen trifft, der es auch verdient hat.</p>
<p>Dass sich die vier grössten Parteien im Anschluss an den Albisgüetli-Vorfall nicht schnell genug zu einer gemeinsamen Erklärung gegen Gewalt in der Politik hinreissen lassen konnten, war klar. Sinnvoller wäre aber vielleicht gewesen, wenn sich stattdessen die gemeinsam immer noch drei grössten Parteien <em>vor dem Vorfall</em> in einer Erklärung gegen Polemik und Verhetzung in der Politik durchgerungen und diese auch eingehalten hätten.</p>
<p>Ah, wo wir schon bei &#8220;kein Rückgrat&#8221; sind: Beeindruckt hat mich diese Woche auch noch <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=2c36931e-695b-4c6d-85ee-a1145ab89ec9;DCSext.zugang=videoportal_sendungsuebersicht" target="_blank">Christian Wasserfallen mit seinem Auftritt bei der Rundschau</a>. Wirkt schon etwas unausgeglichen, der junge Mann. Aber immerhin lieferte er mit seinem Auftritt ein schönes Beispiel dafür ab, was das Wort &#8220;Lobbyist&#8221; genau bedeutet. Aber davon mal abgesehen: ist euch aufgefallen, dass er zu zwinkern vergisst, wenn er spricht? Ich würde Wafa Jr. zu allem zustimmen, wenn er nur aufhören würde, mich so psycho anzuglotzen&#8230;</p>
<p>Und grad lese ich im heutigen Blabend von Steven (22) aus Andelfingen ZH, der &#8220;trug als Teenager extrem breite Jeans, heute haben sie keinen Platz mehr in meinem Kleiderschrank.&#8221;</p>
<p>Da fragt sich jetzt doch primär, ob der Schrank an Breite verloren hat oder die Hosen an Breite gewonnen.</p>
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		<title>Wähl mich!</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 14:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jaja, es ist mal wieder diese gewisse Zeit. Die Zeitungsblätter haben Freude, weil ihnen Inserate auf einmal die Contentlücken wieder lukrativ zu füllen vermögen und ringsum werden wir vierfarbig angelogen, dass es eine Gaudi ist. Welche Zeit, fragt ihr? Ganz einfach: es ist Wahl- und Abstimmungszeit!
Anfangen tut es ja schon beim AKW Mühleberg, über das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jaja, es ist mal wieder diese gewisse Zeit. Die Zeitungsblätter haben Freude, weil ihnen Inserate auf einmal die Contentlücken wieder lukrativ zu füllen vermögen und ringsum werden wir vierfarbig angelogen, dass es eine Gaudi ist. Welche Zeit, fragt ihr? Ganz einfach: es ist Wahl- und Abstimmungszeit!</p>
<p>Anfangen tut es ja schon beim AKW Mühleberg, über das wir am 13. Februar, zwar nicht wirklich rechtskräftig, aber doch immerhin konsultativ abstimmen dürfen. Ich darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass ich in meinem nun schon mehrjahrzehntig wähnenden polititschen Leben vor einer Abstimmung noch selten derart brandschwarz angelogen wurde. Zumindest nicht mit Lügen, die ich selbst mitfinanziert habe.</p>
<p>So heisst es beispielsweise auf <a href="http://www.muehleberg-ja.ch/de/aktuelles/meldungen/medienkonferenz-2011-01-12.php" target="_blank">muehleberg-ja.ch</a> (sowie in grossflächigen Inseraten in der Tagespresse):</p>
<blockquote><p>Der Ersatz des Kernkraftwerks Mühleberg gewährleistet die  Versorgungssicherheit, ist klimafreundlich und basiert auf einheimischer  und preisgünstiger Produktion.</p></blockquote>
<p>Das finde ich ja mal sehr interessant. Nicht nur, weil sogar der &#8220;Bund&#8221; von heute meint, dass, wenn man tatsächlich einigermassen sichere (wie auch immer man diese Sicherheit in Bezug auf Rohstoffe und Abfälle definieren will) Atomkraftwerke bauen will, diese gut das Doppelte kosten würden wie bisher geschätzt, und sich somit das Argument der Preisgünstigkeit schon mal zerschlägt. Nein, ganz besonders spannend finde ich den Hinweis auf die &#8220;einheimische&#8221; Produktion. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das überparteiliche Komitee &#8220;Ja zu Mühleberg&#8221; von geheimen Uranminen im Jura oder im Wallis weiss, die es dann im Ernstfall anzuzapfen gedenkt. Ansonsten müsste man ja auch Ananas, die in der Schweiz eingedost werden, als &#8220;in der Schweiz produziert&#8221; angesehen werden, was irgendwie ja schon stimmt, aber eigentlich eben doch nicht. Oder ist das nun das Cassis-de-Dijon-Prinzip, auf Energieträger angewendet? Dieses Rätsel muss bis auf weiteres ungelöst bleiben.</p>
<p>Schon viel klarer wird es, wenn es um die Waffeninitiative geht. Ich meine, schauen wir uns die ganze Sache mal möglichst emotionsfrei an. Völlig unabhängig davon, was die BefürworterInnen sagen und was die Argumente für die Initiative sind: bisher hatte ich bei allen Leuten, egal ob Polit-Promi oder fernab dem Zirkus, egal ob Mann oder Frau, die mir erklären wollten, warum man <em>gegen</em> die Initiative sein muss, ein wahnsinnig schlechtes Gefühl. Bei allen fand ich irgendwie, dass die Initiative justament wegen diesen Leuten zustandekam und dass ich vielleicht ein bisschen besser schlafen könnte, wenn ich wüsste, dass wenigstens der oder die kein Sturmgewehr mehr neben dem Näscht stehen hat. Von dem her hätten die GegnerInnen der Initiative ihrem Anliegen den grössten Dienst darin erwiesen, indem sie das gemacht hätten, was öfters sinnvoll ist, heute aber zu einer selten vorhandenen Kompetenz geworden zu sein scheint, nämlich die, im richtigen Moment die Fresse zu halten.</p>
<div id="attachment_8592" class="wp-caption alignright" style="width: 264px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_markwalder_01.jpg"><img class="size-full wp-image-8592  " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_markwalder_01.jpg" alt="" width="254" height="169" /></a><p class="wp-caption-text">der Wolf...</p></div>
<p>Nun gut. Aber wir haben ja nicht nur über Sachthemen zu entscheiden, sondern wir dürfen auch mal wieder VolksvertreterInnen wählen, judihui. Ich bin es müssig, auf Inhalte (haha) einzugehen, komme also gleich zur fröhlichen Schelte. Beziehungsweise eben nicht, da ich mit Christa Markwalder anfange. Diese, beziehungsweise ihr Beratungsstab, hat ja wohl so gut wie alles richtig gemacht. Die sonst eher den Sexappeal von einem lauwarmen Glas Mineralwasser versprühende Frau Markwalder, mit der ich ausser der Freude an illegalen Drogen wenig gemeinsam habe, wirkt auf diesen Plakaten wahrlich rrrrhrhrhrhrrrr, wie sie da wölfisch ihre Zähne fletscht und ihr leicht asymmetrisches Auge wirkt wie ein keckes Zuzwinkern &#8211; me likes a lot!</p>
<p>Der Markwaldersche Stab war also auf der Höhe der Zeit. Was man von ihrer Partei nicht wirklich behaupten kann. Mit grossem Erstaunen nehmen wir beispielsweise zur Kenntnis, dass nicht, wie eigentlich zu erwarten wäre, auf der Homepage der FDP Kanton Bern ein grossformatiges Biudaleh vom FDP-Zugpferd der Stunde prangt &#8211; man muss beinahe auf den Gedanken kommen, dass <a href="http://www.news.ch/Thierry+Carrel+steigt+fuer+FDP+in+die+Politik+ein/473783/detail.htm" target="_blank">Herzjesu-Carrel</a> ihr den Zugpferd-Status abgenommen hat und ihre Partei sie bereits vor den Wahlen aufgegeben hat. Aber noch viel erstaunlicher ist, dass das &#8220;<a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011-homepage-ftp-kanton-bern-loremipsum.png" target="_blank">Kantonale Kernthema Nummer 1</a>&#8221; der FDP des Kantons Bern offenbar seit einiger Zeit schon Folgendes ist:</p>
<blockquote><p>Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy  eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed  diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum.  Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor  sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed  diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam  erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et  ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem  ipsum dolor sit amet.</p></blockquote>
<p>Kommt euch bekannt vor? Geht mir ähnlich. Ich meine, ja gut, wenn die FDP schon auf ihrem Informationsmedium Nummer 1 zugibt, dass ihr die Themen ausgegangen sind, dann wäre doch eine Parteiauflösung langsam angesagt, oder nicht?</p>
<div id="attachment_8591" class="wp-caption alignright" style="width: 234px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_wyss_01.png"><img class="size-full wp-image-8591   " src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_wyss_01-e1295611574478.png" alt="" width="224" height="322" /></a><p class="wp-caption-text">... das Lamm...</p></div>
<p>Auf der anderen Seite kandidiert noch ein gut erhaltenes Grosi für einen Sitz ins Stöckli. Ah nein, sorry, ist ja Ursula Wyss. Wenn der Beratungsstab von Frau Markwalder alles richtig gemacht hat, würde ich demjenigen von Frau Wyss ein Komplettversagen attestieren. Oder der Frau Wyss eine Beratungsresistenz, die sich gewaschen hat; keine Ahnung, welche Variante jetzt der Realtität mehr entspricht.</p>
<p>Frau Wyss ist auf ihrem Wahlplakat mal wieder trefflich gelungen, genau das Image der SP zu visualisieren, mit dem die Partei seit Jahren verliert: bieder, bemüht, verklemmt, verkrampft, zahn- und harmlos. Die Frisur! Und ich sage nochmals: DIE FRISUR!!</p>
<p>Ursle macht wieder ihr über Jahre bewährtes Gesicht eines Schäfchens, das gerade unerwartet, wenn auch nicht unwillkommen, beglückt wird und hat fürs Foti die Kleiderkiste von Ruth Dreyfuss geplündert. Die Perlenkette hat sie von Barbara Hayoz ausgeliehen und man fragt sich, was sie mit ihren Händen da anstellt &#8211; betet sie? Knübelt sie an einem Ekzem rum? Oder versucht sie einfach, die Hände oben zu behalten, damit sie sich nicht dauernd am Arsch kratzt? Wieder ein ungelöstes Problem, das wohl auch nach dem 13. Februar einer Auflösung harrt.</p>
<div id="attachment_8590" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_joss_01.jpg"><img class="size-full wp-image-8590" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_joss_01.jpg" alt="" width="200" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">... auf der grünen Wiese...</p></div>
<p>Nun gut.</p>
<p>Es gibt ja noch einen dritten Kandidaten, EVP-Mann Marc Jost, und ich muss neidlos zugeben: der Mann hat was. Ich spreche jetzt natürlich nicht von seiner Partei (dank &#8216;E&#8217; schon an sich so unwählbar wie die Opposition in Weissrussland) oder Politik (häh?), sondern von seinem geradezu unverschämt guten Aussehen. Zumindest fotogen ist der Mann, wenn es ihm auch gefällt, zu unsichtbaren Freunden zu sprechen. Aber geistige Gesundheit war ja noch nie Voraussetzung dafür, in der Politik Erfolg zu haben.</p>
<p>Ich mag Herrn Josts ernsten, doch irgendwie schon kühnen Blick in die Zukunft, mit dem er mir suggeriert: &#8220;Dschango, es wird erstmal schlimmer, bevor es besser wird. Es wird sogar viel, viel schlimmer. Aber gemeinsam kriegen wir das schon hin, keine Sorge.&#8221; Ich würde Herrn Jost gerne wählen, wirklich. Wenn ich weiblich, über fünfzig, geschieden und hirnamputiert wäre, beispielsweise.</p>
<p>Man muss abschliessend sagen, dass, wenn in der Politik nicht Inhalte, sondern nur Äusserlichkeiten zählen würden, dann hätte Marc Jost wirklich eine gute Chance, in den Ständerat gewählt zu werden.</p>
<p>(Und allen, die mir den Einstieg in den letzten Satz geglaubt haben, euch allen hätte ich sonst das Berner Münster zu verkaufen &#8211; einmalig günstige Gelegenheit!).</p>
<p>Schliesslich und endlich gibt es in diesem fröhlichen Ringelreihen der Meinungen und Positionen auch noch eine vierte Kandidatur um den Sitz im Stöckli: das wandelnde Güllefass aus dem Oberland (aussen hart, innen hohl und wenn die Klappe aufgeht, kommt nur Scheisse raus) will es auch noch wissen.</p>
<div id="attachment_8610" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_alfstutz_01.jpg"><img class="size-full wp-image-8610" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2011/01/2011_alfstutz_01.jpg" alt="" width="200" height="282" /></a><p class="wp-caption-text">... HURZ!!</p></div>
<p>Ich habe ja wirklich keine Ahnung, warum das so ist, aber immer, wenn ich Amstutz sehe, kommt mir &#8220;Alf&#8221; in den Sinn. Alle anderen finden, er ähnle Richard Gere, aber ich finde, er sieht dem Katzenfresser aus dem Weltall deutlich ähnlicher.</p>
<p>Muss man zu Amstutz noch was sagen? Eigentlich nicht, da man ja alles Relevante bereits täglich in zig Inseraten in der Tagespresse nachlesen kann. Beeindruckend an Amstutz ist vor allem die einem Füllhorn ähnelnde Wahlkampfkasse der SVP (zu deren Positionen sich im Übrigen unter <a class="linkification-ext" title="Linkification: http://www.wasdiesvpverheimlicht.ch" href="http://www.wasdiesvpverheimlicht.ch">http://www.wasdiesvpverheimlicht.ch</a> eine hervorragend recherchierte Website finden lässt). Weshalb wir Herrn Amstutz an dieser Stelle in ähnlicher Weise ignorieren, wie er das in Bezug auf Intelligenz, Respekt und sachliche Argumente zu handhaben pflegt.</p>
<p>Und um noch einen abschliessenden Gag in diesem Feuerwerk an Humor und Launigkeit zu zünden: möge das Wohl des Landes, möge das Wohl von uns allen, mögen also diejenigen am 13. Februar gewinnen, die ohne Eigeninteressen und nur aus dem Wissen um ihre Verantwortung der Gesellschaft gegenüber Politik betreiben.</p>
<p>(OK, der war jetzt vielleicht sogar für meine Verhältnisse etwas sehr zynisch.)</p>
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		<title>Wo, bitteschön, geht es hier zum Hirn?</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 17:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neulich, da waren Hase und ich in einer Gaststätte in der Altstadt, sie hiess &#8220;Ali Baba&#8221;. Und wie es sich für so einen Namen gehört, waren da nur total trendy Leute drin. Und wir Hasen, natürlich. Die Gaststube ist derart trendy, dass auch die Bedienung grossen Wert darauf legt, möglichst immer ihre Schokoseite zur Fensterfront [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich, da waren Hase und ich in einer Gaststätte in der Altstadt, sie hiess &#8220;Ali Baba&#8221;. Und wie es sich für so einen Namen gehört, waren da nur total trendy Leute drin. Und wir Hasen, natürlich. Die Gaststube ist derart trendy, dass auch die Bedienung grossen Wert darauf legt, möglichst immer ihre Schokoseite zur Fensterfront gut sichtbar erstrahlen zu lassen; der Akt des Bedienens an sich wird da schnell mal zur Nebensache.</p>
<p>Das ist soweit ja auch ihr gutes Recht. Wenn sie gewusst hätte, dass es schon gopfertami viel braucht, damit mir Blondinen den Kopf verdrehen, dann hätte sie auch vielleicht von Anfang an gedacht, dass es nicht viel bringt, mich zu begrinsen. Trinkgeld gibts beim Dschango für gute Dienstleistung, nicht für jämmerliche Flirt-Versuche von Beinahe-Minderjährigen.</p>
<p>Vielleicht bin ich da ja altmodisch, aber es gehört von mir aus gesehen zur Basis-Kompetenz einer Bedienung in der Gastro-Branche, dass a) die Bestellung beim Kunden in einer für alle Beteiligten befriedigenden Weise aufgenommen wird sowie dem Kunden b) diese Bestellung in ihrer Vollständigkeit überbracht wird. Wenn einer dieser Punkte nicht erfüllt wird, ja dann ist das vergleichbar mit einem Metzger, der die Sau zur Wurst verarbeitet, ohne sie vorher zu töten. Klar ist es nicht weltbewegend, wenn der Metzger das so handhabt, blöd ist es aber alleweil, und sei es nur für die Sau.</p>
<p>Der erste Fail kam schon bei der Bestellung. Und zwar gelüstete mich nach einer Apfelschorle. Da ich dies nicht auf der Karte fand und einen grossen Durst zu verspüren meinte, bestellte ich, wörtlich zitiert, einen halben Liter halb-Apfelsaft-halb-Mineralwasser. Und stürzte damit die Bedienung in heillose Verwirrung. Nicht, dass sie hier nicht versucht hätte, Lösungen zu finden: sie schlug mir &#8220;einen Liter Schorle&#8221;, &#8220;je einen Liter Mineralwasser und Apfelsaft&#8221;, &#8220;zwei Gläser, jeweils halbvoll Mineralwasser, und noch ein Glas, bis oben hin gefüllt mit frischen Äpfeln&#8221;, sowie noch weitere spassige Variationen vor, die sie zu bringen bereit gewesen wäre. Wir kamen dann schliesslich überein, dass sie mir &#8220;0,25 Deziliter Mineralwasser und 0,25 Deziliter Apfelsaft in einem Halbliterglas&#8221; bringen würde &#8211; dieser Vorschlag kam von ihr und hätte ich von Anfang an gewusst, dass ich so hätte bestellen müssen, ich hätte es getan. Ehrlich. Schon nur dem Frieden zuliebe.</p>
<p>Nun gut. Nach einer grosszügigen Wartezeit, in der ich meinen Halbliter bereits leergetrunken hatte und mich nicht getraute, Nachschlag zu bestellen, da es noch andere Gäste im Restaurant hatte und ich nicht wollte, dass die Gehirnkapazität der Bedienung ausschliesslich durch mich belegt wurde, kam dann mein (im Übrigen höchst leckeres) Hauptgericht, allerdings vermisste ich die ebenfalls bestellte Vorspeise. Ich fragte deshalb die potentielle Soziologie-Studentin, auf deren CV dann irgendwann mal der Einsatz im Ali Baba als &#8220;hat Einblick in die harte Arbeitswelt gewonnen&#8221; auftaucht, ob meine Vorspeise vergessen gegangen sei. Als Antwort erhielt ich eine längere Denkpause, gefolgt von einem klaren und endgültigen &#8220;Ja&#8221;. Kein &#8220;sorry&#8221;, kein &#8220;das tut mir leid&#8221;, kein gar nix. Einfach nur ein ultimatives &#8220;ja&#8221;. Das war genau der Moment, an dem ihr Trinkgeld, den letzten gräulichen Schneehäufchen draussen gleich, dahinschmolz und nichts als kalten, harten Asphalt zurückliess.</p>
<p>Jetzt erstaunt das bei einer Gaststätten-Bedienung nicht wahnsinnig, wenn die etwas Mühe hat, das Hirn zu bemühen, man möge mir diesen kleinen Elitismus verzeihen, auch und besonders in Hinblick auf das potentielle Soz-Studium. Anders sieht es bei Chefredaktoren von Zeitungen aus, die sich gerne mal in Leitartikeln äussern. Leitartikel, das muss man der jüngeren Generation vielleicht erklären, das sind sowas ähnliches wie Blogs aus der Steinzeit, mit dem Unterschied aber, dass man fürs Lesen von Leitartikeln bezahlen muss und fürs Schreiben derselben bezahlt wird. Und ich befürchte, dass Artur K. Vogel pro Zeilen bezahlt wird. Nur so oder indem ich mir einen hemmungslos bekifften Vogel vorstelle kann ich mir erklären, wie er zum Bund-Leitartikel vom 31.12.2010 gekommen ist.</p>
<p>Anfangen tut der Artikel ja gar nicht mal so schlecht. Vogel prangert Karrieresucht, Geldgier, grenzenlosen Steuerwettbewerb, Raffgier und kurzfristiges Renditestreben an und beschwört das Schweizerische Arbeitsethos, das durch die sich rasant öffnende Armutsschere (gut, Vogel spricht hier von einer &#8220;Reichtumsschere&#8221;, was ja auch irgendwie aussagekräftig ist) beschädigt wird. Dann muss aber der Moment eingetreten sein, wo ihm die klaren Gedanken ausgegangen sind, aber noch ein paar Zeilen fehlten, damit das Auskommen stimmt, weil dann kommt dieser Abschnitt:</p>
<blockquote><p>Zwar mag es zum Wesensmerkmal einer direkten Demokratie gehören, dass an der Urne gelegentlich seltsame Verdikte gesprochen werden. Wenn sich diese aber häufen, wie momentan mit Minaretten, Abschiebung und Verwahrung, wenn «das Volk», das meist als mässigender Faktor auf die Politik einwirkt, seinen Unmut gleich mehrmals äussert, müsste das ein Fingerzeig für die herrschende sozialdemokratischlinksliberalgrüne Konsens-Nomenklatura sein, über die Bücher zu gehen und sich ein paar Gedanken zu machen.</p></blockquote>
<p>Und diesen Abschnitt las ich gleich noch dreimal durch, weil ich sicher war, etwas übersehen zu haben. Es kommt dann auch kein Satz, wo der Abschnitt als Ironie entlarvt wird, nein, ich befürchte, Vogel meint das wirklich ernst. Man müsste ihm vielleicht erklären, dass die Schweiz seit Gründung des Bundesstaates bürgerlich regiert und parlamentiert wird. Nirgends sind auf Bundesebene &#8220;Sozialdemokratischlinksliberalgrüne&#8221; in der Mehrheit, Herr Vogel scheint da Verschwörungstheorien auf den Leim gegangen zu sein. Hoffen wir mal, dass er kein Sturmgewehr zuhause rumliegen hat.</p>
<p>Apropos Realitätsverlust, letzthin, da sprach mich eine mittelalte Frau auf der Strasse an, ob ich denn Jesus im Herzen habe. Ich muss dazu sagen, dass ich noch öfters von mittelalten Frauen auf der Strasse bezüglich Jesus angesprochen werde, ich weiss auch nicht, warum das so ist. Jedenfalls verneinte ich diese Frage klar und meinte noch, dass, wenn ich Jesus im Herzen hätte, dies wohl ein Fall für den Kardiologen sei. Das fand die Frau nicht lustig.</p>
<p>Einer anderen mittelalten Frau, die mir mal auf der Strasse erklärte, Jesus sei ihre geistige Stütze,  versuchte ich mal diesen Gedankengang nahezulegen: Stützen sind doch  eigentlich nichts als Krücken. Krücken sind aber primär für Behinderte  gedacht. Sind dann alsp Leute, die geistige Krücken benötigen, nicht  logischerweise auch geistig Behinderte? Auch diese Frau hatte grosse  Mühe, meinen Gedankengängen zu folgen.</p>
<p>Ganz was anderes: Vor einer Weile flatterte unsere Stromrechnung ins Haus und wir waren not very amused. Aber was wosch. Grosse Freude kam dann hingegen auf, als wir letzthin wieder Post von den Bernischen Kraftwerken BKW bekamen: gross, bunt und mehrseitig wurde uns erklärt, warum wir Atomkraftwerke &#8211; pardon: Kernkraftwerke &#8211; gut finden sollen und warum das alles voll easy ist mit der Spalterei. Es wurde auch erwähnt, dass die Stadt Bern sich letzthin für KKWs ausgesprochen habe, da sie ja die Energiewende-Initiative abgelehnt habe. Natürlich war die Tatsache, dass stattdessen der Gegenvorschlag angenommen wurde, bei dem im Prinzip das spätere Datum der Einführung der einzige Unterschied darstellt, kein Wort wert. Und rückblickend finde ich es unglaublich befriedigend, eine Organisation unterstützen zu dürfen, die sich nicht nur nicht in politische Abstimmungen einmischt, sondern sich diese Nicht-Einmischung auch von sämtlichen Strombezügern des Kantons zu finanzieren weiss.</p>
<p>Und irgendwie schaffe ich es jetzt nicht, den lustigen Versprecher meiner Nichte übergangslos vom AKW herzuleiten, also wird das halt jetzt ein bisschen holprig, weil der Versprecher ist einfach zu gut, um ihn euch zu unterschlagen: meine dreijährige Nichte wollte letzthin ums Verrecken &#8220;telefonanieren&#8221;. Das passt aber wenigstens gut zum Versprecher, den Hase im Büro letzthin aufgeschnappt hatte, als jemand lauthals nach &#8220;Anus-Chräbeli&#8221; verlangte.</p>
<p>Ahso, stimmt ja: ein gutes neues Jahr wünsch ich euch allen &#8211; die Hoffnung stirbt schliesslich zuletzt.</p>
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		<title>Immer schön der Nase lang</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 20:29:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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Doch der Reihe nach.
Für einen grossen Teil der Menschen in unseren Kreisen, uns selbst eingeschlossen, waren die letzten Jahre politisch gesehen schwierig bis beschissen, je nach gesellschaftlicher Positionierung und Wohnort. Natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frisch und erholt melden wir uns aus dem Winterurlaub zurück, mehr denn je bereit, den Finger in die Wunde zu drücken. Und nötigenfalls noch draufzulegen.</p>
<p>Doch der Reihe nach.</p>
<p>Für einen grossen Teil der Menschen in unseren Kreisen, uns selbst eingeschlossen, waren die letzten Jahre politisch gesehen schwierig bis beschissen, je nach gesellschaftlicher Positionierung und Wohnort. Natürlich nicht nur, aber die Tendenz ist klar erkennbar. Das Jahr 2010 hat da nicht unbedingt dazu beigetragen, die Stimmung zu heben.</p>
<p>Vieles ist wirklich schwierig zu verstehen. Es gibt aber Geschichten aus der Mitte unseres Lebens, die diese Stimmung sehr gut ﻿﻿﻿illustrieren.</p>
<p>Da wäre zum Beispiel dieser gut gebildete Sohn eines insgesamt eher linken Anwalts, der freimütig bekennt, dass er SVP wählen würde, wenn er denn schon dürfte. Wir reden hier von einem jungen Mann, der in knapp sechs Monaten seine Wahlzettel einwerfen gehen wird. Hört man sich die Begründungen an, die keineswegs dumm oder unüberlegt sind, kann man sich ein Bild machen, wohin die Karawane im Moment so etwa zieht. Rebellion sieht anders aus.</p>
<p>Dann wären da die entfernten Bekannten, die vor ein paar Jahren noch  liberal-sozial-bürgerlich eingestellt waren, alles im praktikablen und akzeptablen Bereich. Mittlerweile fahren sie ziemlich stramm auf Blocher-Linie und tun dies bei mehr oder weniger vollem Bewusstsein. Das ganze Programm, ultra-strenge Justiz, Kultur an der kurzen Leine, Behandlung von Ausländern jenseits der Genfer Konventionen, you name it. Alles dabei. Ist ja auch ein extremes Beispiel.</p>
<p>Es gibt noch ganz viel dazwischen, ein erstaunlich populärer Ansatz ist beispielsweise die Überwachung durch den Staat auf der ganzen Linie. Wenn man sich ein wenig mit politischen Systemen und Datenschutz beschäftigt, kann einem schon ein bisschen mulmig werden, um mal auf dem Teppich zu bleiben. Und wir sind noch nicht in der Nähe des Stammtisches, dies nur nebenbei.</p>
<p>Die rechte Brei ist bereits ein Weilchen trendy, und es reisst nicht ab. Ich bin ziemlich froh, dass wir keine ausgewachsene Wirtschaftskrise oder Rezession haben, jedenfalls nichts im Format vergangener Tage. Denn das ist eine Mischung, die wir nicht brauchen.</p>
<p>So ein Experiment ging in Europa, nicht weit von hier und nicht allzu lange her, schon mal gehörig in die Hose.</p>
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		<title>Entscheidend ist, was hinten raus kommt</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Dec 2010 16:37:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neulich, auf der mittäglichen Pilgerreise zum Migros. Arscheskälte, dieser zufolge vereiste Wege und Schneehaufen überall. Mitten in dem ganzen Elend ein uraltes Manndli, an der Leine sein Pudel. Der Köter leidet mutmasslich unter Verstopfung und quält sich unter grossen Anstrengungen ein offenbar steinhartes, horziontal aus seinem Anus herausragendes, längliches Kötelchen ab, das sich nicht abschütteln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich, auf der mittäglichen Pilgerreise zum Migros. Arscheskälte, dieser zufolge vereiste Wege und Schneehaufen überall. Mitten in dem ganzen Elend ein uraltes Manndli, an der Leine sein Pudel. Der Köter leidet mutmasslich unter Verstopfung und quält sich unter grossen Anstrengungen ein offenbar steinhartes, horziontal aus seinem Anus herausragendes, längliches Kötelchen ab, das sich nicht abschütteln lässt. Der Hund, sich wohl nicht in ausreichendem Masse erleichtert gefühlt habend, schaut nach hinten, sieht da was in seinem Popo stecken &#8211; und dreht komplett ab. Erst rennt er seinem eigenen Hintern nach, wobei er sein Herrchen, selbiges auf eisigem Untergrund höchst instabil, mit der Leine umwickelt. Dann beginnt der Hund, den Kötel in seinem Arsch anzubellen. Anzuknurren. Läuft vor ihm weg. Winselt. Dreht sich wieder im Kreis. Und im Zentrum das alte, magere Manndli in seinem grauen Kamelhaarmäntelchen und der Fellmütze, das die ganze Zeit &#8220;jetz hör doch uuf, hör jetz uuf! Was bisch du für ne Tschumpu! Hör jetz ändlech uuf!&#8221; schreit, sich mit der Leine in der Hand um die eigene Achse dreht und dabei nur mühsam das Gleichgewicht halten kann. Was auf der anderen Seite den Köter auch wieder zu Höchstleistungen anspornt. Es war so ungefähr das Maximum, das ich an Weihnachtswunder dieses Jahr erwarten darf, und es zauberte mir tatsächlich noch Tage danach ein Lächeln aufs Gesicht.</p>
<p>Als ich den Hund, der Angst vor seinem eigenen Arsch entwickelte, so anschaute, musste ich an die Politik denken. Und tatsächlich sah ich heute Morgen im Bund den alljährlichen <a href="http://www.derbund.ch/bern/Auf-dass-der-Spendentopf-ueberquelle/story/12554172" target="_blank">Lobpreiset-die-Heilsarmee-denn-wir-wissen-ja-nicht-was-sie-tun-Artikel</a>. Wir durften dort lesen, dass die Edith Olibet, ihres Zeichens Gemeinderätin der Stadt Bern, einerseits die diesjährige Stopfkollekte eröffnet, bei der Gelegenheit eine &#8220;stark zusammengefaltete&#8221; (!) Hunderternote in den Topf steckt und nicht müde wird zu betonen, wieviel Gutes die liebe, liebe Heilsarmee so macht.</p>
<p>Nunja. Warum der Faltgrad der Hunderternote dem Bund-Schurni derart viel Eindruck machte, muss wohl Redaktionsgeheimnis bleiben &#8211; wahrscheinlich haben einfach noch 23 Zeichen im Artikel gefehlt. Was aber sowohl Bund als auch Frau Olibet zu erwähnen vergessen, ist die Tatsache, dass sich die Heilsarmee den weitaus grössten Teil ihrer tollen Arbeit für die Bedürftigen von Staat, Kanton und Gemeinde zu marktüblichen Tarifen entlöhnen lässt. Und ihrerseits dann die tatsächliche Arbeit zum grössten Teil durch Freiwilligenarbeit erledigen lässt. DAS nenne ich mal ein Geschäftsmodell! Und dass die Heilsarmee selbst nicht den Einsatz für die Bedürftigen, sondern ganz klar die Missionierung als erste und oberste Priorität sieht, muss man ja auch nicht in den Zeitungen lesen, dafür gibt es ja die Schraube.</p>
<p>Und wenn wir schon bei Belästigung durch religiöse Spinner sind, wir haben seit letztem Sonntag ja ein Tram, das nach Bümpliz fährt, und weiter westwärts, sogar. Aufgefallen ist mir einerseits das schönste öffentliche Klo, das ich je gesehen habe (Bümpliz Endstation, war derart überwältigt, dass ich vergessen habe zu fotografieren), andererseits die extreme Präsenz, welche die verschiedenen Jesus- und sonstwie UnsichtbarerFreund-Vereine an diesem Eröffnungsfest hatten. Der Stand des Hauses der Religionen war beispielsweise lustig, weil sie so bunte Fetzen aufgehängt haben, die alle Hirnkrankheiten symbolisieren sollten, welche dann in dem noch zu bauenden Haus einziehen sollen. Entlarvend war, dass es zwar eine reformierte, eine katholische und eine christkatholische Kirche gibt, hingegen nur je einen Islam, Hinduismus und Buddhismus. Wahrscheinlich hätte das bei der Christenfraktion die Vielfalt in der Einfalt symbolisieren sollen, schliesslich stehen die auf so Symbol-Scheiss.</p>
<p>Aber damit nicht genug: an praktisch jeder Haltestelle der neuen Tramlinie waren temporäre Plakatwände aufgestellt, die irgendwie einen Bezug zum Tram und/oder Quartier versprachen, primär aber den Zweck hatten, einen Bibelspruch prominent in der Mitte zu platzieren. Und tatsächlich wurde diese tolle Aktion von den Landeskirchen der Schweiz gesponsert.</p>
<p>Wir fassen zusammen: mittlerweile macht BernMobil ja keine religiöse Werbung mehr in Tram und Bussen &#8211; die Plakate der Heilsarmee zählen nicht dazu, nenein, genausowenig die Plakate für die &#8220;Nacht der Religionen&#8221; natürlich auch nicht, eh klar, wo soll hier auch der religiöse Bezug erkennbar sein? &#8211; dafür lassen sie sich das Tram-Eröffnungsfest von den Kirchen sponsern und pflastertn zum Dank sämtliche Haltestellen mit Verkündigung voll. Wieder: ein tolles Geschäftsmodell! Würde darauf wetten, dass Olibets gemeinderätlich-kollegiale Grinsmaschine Rytz dahintersteckt.</p>
<p>Ich habe mir vorgenommen, das nächste Mal, wenn ein neues Tram gebaut wird, dann werde ich auch was anbieten. Und ich werde mich ans Beispiel der Methodistischen Kirche halten, die als Attraktion (sic!) einen &#8220;Raum der Stille&#8221; anbot. Ich meine, wie schäbig geht&#8217;s eigentlich noch? Im Luftschutzkeller ein Kerzli anzünden, fertig ist der Raum der Stille. Die Methodistischen Kirche verdient den &#8220;Prix Économique&#8221; dafür, mit nicht nennenswertem Aufwand sowas ähnliches wie einen Event geschaffen zu haben.</p>
<p>Am Schluss zählt, eben, was hinten rauskommt. Das wissen Pudel genau so gut wie Gemeinderätinnen. Und die Heilsarmee sowieso.</p>
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		<title>Drogen für alle! (Schaden kann es eh nicht mehr)</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 13:32:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Drogenkonsum, das muss man hier mal festhalten, muss nicht zwingend gut sein. Weder für einen selbst noch für seine Umwelt.
In diesem Zusammenhang fragt man sich zB, was am Bundesgericht so an einem Apéro aufgetischt wird. Immerhin wurde letzthin ein Urteil publiziert, das nur dann verständlich wird, wenn man exzessiven Drogenkonsum bei den Richtenden voraussetzt. Sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drogenkonsum, das muss man hier mal festhalten, muss nicht zwingend gut sein. Weder für einen selbst noch für seine Umwelt.</p>
<p>In diesem Zusammenhang fragt man sich zB, was am Bundesgericht so an einem Apéro aufgetischt wird. Immerhin wurde letzthin ein Urteil publiziert, das nur dann verständlich wird, wenn man exzessiven Drogenkonsum bei den Richtenden voraussetzt. Sogar die <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/marke_madonna_bleibt_sittenwidrig_1.8236582.html#comment_article" target="_blank">NZZ</a> (!) spricht von einem Urteil, das &#8220;von Realitätssinn weitgehend unbelastet&#8221; sei. Schöner hätte es auch ein Dschango nicht schreiben können, deshalb schliessen wir nun dieses Kapitel.</p>
<p>Auch gut auf Drogen scheint letzhin <a href="Tagesschau-Sprecherin Beatrice Müller" target="_blank">Tagesschau-Sprecherin Beatrice Müller</a> gewesen zu sein (das ist die, die so eine lustige Chruselifrisur hat). Dienstag Abend, Tagesschau, es kam grad eine Einspielung zu den Bombenattentaten in Athen, da beginnt Frau Müller das Interview mit dem Korrespondenten Werner van Gent mit folgendem Halbsatz:</p>
<blockquote><p>Wir haben&#8217;s soeben gehört in den Bildern&#8230;</p></blockquote>
<p>Versprecher, klar. Kann passieren, auch Profis. Vollstes Verständnis. Dann kommt aber diese Frage:</p>
<blockquote><p>Auffallend an dieser neuen Anschlagserie ist ja jetzt, dass die Adressaten immer Botschaften sind &#8211; ist dies ääääh&#8230; wahrscheinlich Absicht?</p></blockquote>
<p>Mal abgesehen davon, dass die Frage schon nur wegen dem &#8220;wahrscheinlich Absicht&#8221; <em>sowas</em> von jenseits ist (dass Werner van Gent überhaupt eine Antwort geben konnte, spricht doch sehr für ihn), mal abgesehen davon also: Nein, liebe Frau Müller, das läuft heute ja ganz anders. Terroristen machen heutzutage mehr so eine Art Bomben-Bingo und schicken ihre Grüsse wahllos in der Welt herum. Dass es jetzt allesamt Botschaften traf, war reiner Zufall. Wahrscheinlich.</p>
<p>Aber Fernsehen ist ja eh so eine Sache. Da war letzthin auch ein &#8220;IT-Experte&#8221; in einer Sendung zu hören, der den interessierten ZuschauerInnen die Vorzüge eines Glasfaser-Internetanschlusses damit erklärt hat, dass man&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; sich damit gegenseitig Youtube-Videos zuschicken kann.</p></blockquote>
<p>So falsch, wie es richtig gemeint ist, leider. Passt auch zu der anderen &#8220;Expertin&#8221;, die in einer Wissenschaftssendung davon  gesprochen hat, dass sich mit Glasfaser &#8220;fast unendlich schnelle&#8221;  Datenverbindungen erzielen liessen. &#8220;Fast unendlich&#8221;, jaja.</p>
<p>In dem Zusammenhang fällt mir auch ein, dass nach dem Abstimmungsdebakel mit Ansage ja das Generalsekretariat der SVP (warum heisst das eigentlich nicht &#8220;Führerbunker&#8221;?) einem Anschlag zum Opfer gefallen ist &#8211; ohje, ohje, ohje. Um dies hier nochmal in aller Form klar zu machen: selbstverständlich bin ich gegen solche Aktionen. Sie sind kontraproduktiv, undemokratisch und pubertär. Ein bisschen wie bei den &#8220;Hacker&#8221;-Angriffen gegen Mastercard, Visa und Konsorten.Und genau wie bei diesen würde ich jeder und jedem, der der SVP mittels Einbruchswerkzeug und Farbe gezeigt hat, dass &#8220;das Volk&#8221; halt ein recht heterogenes Pflänzli ist, das zu allem Elend noch von Ort zu Ort anders wächst, diesen Leuten würde ich, das darf ich hier so sagen, jederzeit ein Bier offerieren. Ganz einfach deshalb, weil sie dadurch, dass sie anstelle von mir etwas Dummes und Unüberlegtes tun, mich von der Notwendigkeit entbinden, meinerseits mein Leben, meine Freiheit oder meinen Job aufs Spiel zu setzen. Ein Bier ist da meiner Meinung nach ein höchst günstiges Kompensat.</p>
<p>Mittlerweile hat die SVP anstelle von grossen Glasfenstern ja nun Holzplatten in den Fensterrahmen. Und somit nun definitiv und offiziell nicht nur eines, sondern gleich mehrere Bretter vor den Köpfen. An der Symbolik gibt es also nun nichts mehr auszusetzen.</p>
<p>Aber die Partei ist ja nicht nur bekannt für Bretter <em>vor</em> dem Kopf, sondern auch für Holzköpfe. Das hat jetzt rein gar nichts mit dem Konkurs der Grosssägerei in Blocherland zu tun, sondern für einmal mit der Politik in Thun. Man wundert sich: da lässt sich jemand ins Exekutivkommittee der drittgrössten Berner Stadt wählen, nur um dann kurz nach der Wahl herauszufinden, dass es sich eben nicht um einen 20%-Aushilfsjob wie im Migros an der Kasse handelt. Das hätte man dem armen Mann ja auch sagen können, Gopferdeckel! (Gut, hat man zwar, bereits vor Monaten. Aber man weiss ja, dass man bei der SVP laaaaaaaangsaaaaaam sprechen, Inhalte immer und immer wiederholen muss sowie ja kein Wort mit mehr als drei Silben benutzen darf. &#8220;Gemeinderatspensum&#8221; hat die Grenze wohl klar überschritten.) Aber ich bin sicher, es entspricht aus SVP-Optik dem Volkswillen, dass jetzt nicht der das Amt antritt, der gewählt wurde. Parallelen zu Haiti sind auch hier rein zufällig.</p>
<p>Und wenn wir schon am rumblochen sind: ich habe ja letzthin mit meinem Schurni-Freund rumgequatscht und dabei festgestellt, dass der auch eine Haustier-Verschwörungstheorie pflegt, nämlich dieselbe wie ich, und die geht so: die BaZ wurde nicht von Moritz Suter mit dessen Geld gekauft, nänääi-Sii! Stattdessen hat Blocher dem Suter das Geld vorgeschossen, damit dieser den Tettamanti auszahlen kann. Blocher steigt aus dem Beratungsmandat aus und benutzt die Marionette Suter dazu, die Redaktionsfäden im Hintergrund zu ziehen. Und die depperten Basler erneuern jetzt ihre Abos und wissen gar nicht, wem sie da das Geld in den dicken Hals werfen.</p>
<p>Zugegebenermassen: die Verschwörungstheorie hat noch ihre Ecken und Kanten. Aber meiner Meinung nach durchaus Zukunft; ich rege hiermit eine Community-Weiterentwicklung an.</p>
<p>Damit ich es nicht vergessen, muss ich hier auch noch mein Bonmot der Woche aufführen. Nein, nicht von Nasse (obwohl dessen Sablé-Bonmot einen knappen zweiten Platz belegt), sondern von einem Leidensgenossen in derselben Branche wie ich, der unliebsame Kunden:</p>
<blockquote><p>&#8230; mit penetrant freundlicher Hartnäckigkeit zu vergraulen sucht.</p></blockquote>
<p>Episch!</p>
<p>Was war sonst noch&#8230;? Eben, international haben wir Schweizer unseren Ruf als xenophob-ignorante Käsehirne erfolgreich verteidigt, auch den der Fussball-Nieten, die SP ist mal wieder daran schuld, dass die SVP Abstimmungen gewinnt, Frau Calmy-Rey ist knapp zur Bundespräsidentin der Herzen gekürt worden und die reine <em>Ankündigung</em>, dass Wikileaks <em>wahrscheinlich irgendwann mal</em> Dokumente <em>veröffentlichen wird,</em> die eine amerikanische Grossbank zu Fall <em>bringen</em> <em>könnten</em>, lässt den Aktienkurs der Bank of America in den Keller rasseln. Man rätselt darüber, ob es die TeleSAT-Knalltüte von der Costa Smeralda nun definitiv übertrieben hat (wahrscheinlich) und ob unsere Wirtschaftspolitiker etwas aus den letzten Finanz- und Wirtschaftskrisen gelernt haben (wahrscheinlich nicht). Und man nimmt befriedigt zur Kenntnis, dass vor allem in Irland nun die zur Kasse gebeten werden, die schliesslich auch vom Schlaraffenland der befreiten Finanzströme am meisten profitiert haben: Sozialhilfeempfänger, alleinerziehende Eltern und Renter.</p>
<p>Achso, ja, stimmt ja, Cécile Bähler hat jetzt übrigens wieder einen Freund. Und wirkt bei der abendlichen Wetterpräsentation bereits ein wenig verschusselt.</p>
<p>Man mag es ihr gönnen.</p>
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		<title>Schrecken und Deppentum</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 19:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Momente, da sitze ich einfach nur da und frage mich, ob das Projekt Menschheit denn überhaupt gut kommen kann.
Wir haben es ja seit der Aufklärung einerseits relativ weit gebracht, andererseits krankt das System Mensch immer wieder an den gleichen Schnittstellen. Man darf sich mit Recht fragen, ob die Menschheit jemals aus ihrer Geschichte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Momente, da sitze ich einfach nur da und frage mich, ob das Projekt Menschheit denn überhaupt gut kommen kann.</p>
<p>Wir haben es ja seit der Aufklärung einerseits relativ weit gebracht, andererseits krankt das System Mensch immer wieder an den gleichen Schnittstellen. Man darf sich mit Recht fragen, ob die Menschheit jemals aus ihrer Geschichte lernen wird. Momentan bezweifle ich das gerade.</p>
<p>Das kann passieren, wenn man sich die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722751,00.html" target="_blank">Resultate</a> der Friedrich-Ebert-Stiftung, die in Deutschland zu rechtsextremen Themen rumgefragt hat, reinzieht und wirken lässt.</p>
<p>Da kräuseln sich mir die Zehennägel, denn Deutschland ist nicht weit von hier. Es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn in der Deutschen Schweiz dieselbe Befragung ganz ähnliche Resultate hervorbringen würde.</p>
<p>Als vorläufiges Fazit kann man festhalten, dass die Leute grundsätzlich mal kein Problem mit Überwachung und staatlich repressivem Verhalten haben, so lange die christlich-jüdisch-abendländische Leitkultur gewahrt ist, bei einem vergleichsweise liberalen und kulturell durchmischten Gesellschaftsmodell kriegen aber alle das grosse Muffensausen.</p>
<p>Da soll mal einer drauskommen.</p>
<p>Wer weiss, vielleicht hilft uns da die Neuro-Forschung weiter, indem sie mal ein Deppen-Neuron oder so etwas ähnliches findet. Es muss ja letztendlich einen biologischen Grund geben, warum die einen völligen Schwachsinn denken und reden, andere hingegen vernünftig und besonnen durchs Leben gehen.</p>
<p>Da kommen sicher noch interessante Erkenntnisse auf uns zu. Ich freue mich schon jetzt auf die Pille, die rassistische und menschenfeindliche Ansichten ausmerzt und aus jedem dissozialen Möchtegern-Nazi einen flotten, sozialen, demokratischen und engagierten Menschen machen. Da werden die Leute staunen.</p>
<p>Bis dahin vertörlen wir uns die Zeit mit den kleinen, täglichen Goodies, die uns die hiesige Kulturszene beschert. Da lese ich doch heute in meinem liebsten <a href="http://www.blick.ch/blickamabend/epaper" target="_blank">Käseblatt</a> (auf der letzten Seite neben Frau Glogger), dass der bärtige Rap-Gangster Greis seine visuelle Duftmarke (aka. Tag) auf den Zeitungskästen derselben Firma hinterlassen hat. Nur war der Herr Greis leider so doof, dies vor Zivis und und mit seiner offenbar bekannten Duftmarke zu tun.</p>
<p>Schon blöd. Ich könnte so etwas besser. Erstens würde ich das Erkennungszeichen eines ungeliebten Kollegen verwenden anstatt des eigenen, zudem würde ich Zivilbullizisten sowieso auf 100 Kilometer gegen den Wind riechen.</p>
<p>Nun ja, jetzt muss der Herr Greis halt ganz gängstermässig die Kästen putzen gehen, damit er sich die Busse sparen kann. Das dürfte für einen Helvetischen Musikanten schon eine Rolle spielen, da man es hierzulande nicht vermag, im Bentley und mit billigen Bitches rumzukurven, obwohl man ein dekorierter Künstler ist.</p>
<p>Vielleicht müsste man dem jungen Mann mal erklären, wie so ein Leben als Musik-Gangster auszusehen hat. Und vor allem, wo man so etwas durchziehen kann, denn in hiesigen Gefilden sind die Voraussetzungen eher schlecht.</p>
<p>Aber mich fragt ja keiner.</p>
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		<title>Hilfe, die Dogen bilden wieder Szenen!</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 13:05:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun ist es ja so, dass auch ich nicht alles weiss, was es auf dieser Welt zu wissen gäbe. Mir war noch knapp geläufig, was &#8220;Dogen&#8221; sind &#8211; Oberhäupter der italienischen Republiken Venedig und Genua im Mittelalter nämlich &#8211; es war mir aber nicht bewusst, dass es mit diesen Dogen Probleme in der Jetztzeit geben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignright" style="width: 226px"><img class="  " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/archive/0/00/20091215083313!Bellini.doge.600pix.jpg" alt="" width="216" height="296" /><p class="wp-caption-text">Auch davor schützt die Reithalle-Initiative!</p></div>
<p>Nun ist es ja so, dass auch ich nicht alles weiss, was es auf dieser Welt zu wissen gäbe. Mir war noch knapp geläufig, was &#8220;Dogen&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doge" target="_blank">sind</a> &#8211; Oberhäupter der italienischen Republiken Venedig und Genua im Mittelalter nämlich &#8211; es war mir aber nicht bewusst, dass es mit diesen Dogen Probleme in der Jetztzeit geben könnte. Geschweige denn, dass sie in der Stadt Bern durch eine besonders ausgeprägte Szenenbildung auffallen würden.</p>
<p>Zum Glück wurde ich diese Woche eines Besseren belehrt, durch jene Postille nämlich, die &#8211; zum Glück! &#8211; vom durch den &#8220;keine Werbung&#8221;-Kleber auf unserem Briefkasten nicht abgeschreckten Verträger in selbigen gesteckt wurde.</p>
<p>Es geht hier natürlich um den Hochglanzprospekt zur fünften oder sechsten oder wasweissichwievielten Reithalle-Initiative, die am 26. September in Bern zur Abstimmung kommt und übrigens ein grandioses Beispiel dafür ist, wie sehr gewissen Politikern der Volkswille am Herzen liegt, vor allem dann, wenn das strunzdumme Volk ums Verrecken nicht begreifen will, was sein Wille zu sein habe. Vielleicht etwas Positives vorweg: der ganze Prospekt kommt mit genau zwei (2!) Ausrufezeichen aus. Das sind, notabene, genau gleich viele, wie ich zum Schreiben dieses Artikels bisher benützt habe.</p>
<p>Ich weiss nicht, ob meine werte LeserInnenschaft jetzt die Sensation wirklich begreift (ihr braucht ja schon mindestens fünf Anläufe, bis ihr endlich kapiert, was ihr eigentlich abstimmen wolltet, gopf): da ist ein Prospekt, der unter anderem das Konterfei von Brokeback-Erich enthält, ich würde jetzt den Textanteil auf rund 2000 Zeichen schätzen, und nur zwei davon sind Ausrufezeichen. Wenn man die textarme Titelseite wegrechnet, sogar nur noch eines! Viermal weniger als ich, unter wohlverstanden hochverantwortlicher Dosierung, bis jetzt hier verschreibt habe! Wahrlich, ich sage euch: der Tag, an dem die Hölle zufriert, ist nahe.</p>
<p>Und wenn wir schon beim Prophetentum sind: Meinen Glückwunsch an die muslimischen MitbürgerInnen, ihr dürft ab morgen ja wieder im Sonnenlicht fressen, saufen, rauchen und ficken, weil das euer nachtblinder Gott dann wieder zulässt. Das finde ich schon mal gut. Vor allem den Punkt mit dem Rauchen, weil das bekanntlich saudumme Verletzungen gibt, wenn man im Dunkeln rauchen will und dann zB die Zigi oder die Shisha falsch herum anzündet.  Das Ende des Ramadans entlastet somit auch die Krankenkassen, und wer kann sich ernsthaft dagegen wehren? Eben.</p>
<p>Apropos Ramadan: im Gegensatz zum Rest der muslimischen Welt <a href="http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Die-Steinigung-zu-rechtfertigen-ist-nicht-akzeptabel/story/29633056" target="_blank">hat Genf ja das ganze Jahr über einen</a>, und dessen Ende ist nicht wirklich absehbar. Bei dem geht es auch keineswegs um Ficken, Fressen und andere das Leben beglückende Ereignisse, sondern um Steinigungen. Die jetzt vielleicht in einer Wüstenlandschaft noch Sinn machen, aber in einer agrarisch geprägten Landschaft wie der Schweiz eher schräg daherkommen. Ich meine, bevor man sich die Mühe macht, hier genügend Steine im aparten Format zu finden, könnte man sich allenfalls überlegen, die Sitte hierzulande mit Kuhfladen umzusetzen. &#8220;Kuhfladigung&#8221; wäre eh noch ein geiles Wort, irgendwie. Kuhfladigung in der Mubarak, hahaha. Ich werde das beim Herrn Ramadan vielleicht bei Gelegenheit mal anregen.</p>
<p>Noch jemand, der grossen Spass am Ende des Ramadans (nicht dem von Genf, jetzt!) hat, ist der Pastor Terry Jones, der sich vor Jahren mal in seiner damals noch in Deutschland angesiedelten Halluzinationsgruppe <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716304,00.html" target="_blank">am Klingelbeutel gütlich getan hat</a>, danach zurück ins gelobte Land gegangen ist und sich nun dem Koran-BBQ widmet. Oder widmen will, man weiss das nicht so genau. Auf jeden Fall hat ihm die Gemeinde Gainesville seine Aktion verboten, <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article9470035/US-Regierung-verurteilt-geplante-Koran-Verbrennung.html" target="_blank">unter Hinweis auf feuerpolizeiliche Bestimmungen</a>, was ich persönlich recht schlappschwanzig finde. <a href="http://www.bernerzeitung.ch/ausland/amerika/Pastor-Koranverbrennung-lediglich-zeitweise-ausgesetzt/story/13639526" target="_blank">Momentan ist noch nicht klar</a>, ob morgen tatsächlich Koräne (-ane?) brennen werden oder nicht, mich persönlich regt aber schon nur die Idee an sich auf. Ich meine, in Zeiten von Rohstoffknappheit, welcher Idiot kommt auf die Idee, wertvolles Papier einfach zu verbrennen? Hat Pastor Jones nichts aus der &#8220;Deep Horizon&#8221;-Katastrophe gelernt? Man muss es fast annehmen, denn sonst würde er nicht nur den Koran, sondern sämtliche überflüssige Fantasy-Literatur (Koran, Bibel, Tora, egal) in grossen Containern sammeln und zu nützlichen Konsumgegenständen wie Bratwurst-Umwickelservietten oder Klopapier verarbeiten. Mister Jones, noch haben Sie Zeit,  zu bereuen und auf den rechten Pfad zurückzukehren!</p>
<p>Man könnte es zugegebenermassen falsch verstehen, dass ich von den Fundamentalisten direkt auf Roland Näf überleite, aber ich bin stolz darauf, meiner lieben LeserInnenschaft mitteilen zu dürfen, dass wir es jetzt amtlich haben: die Tatsache, dass ihr regelmässige Daumenschraube-LeserInnen seid, heisst nicht zwingend, dass deshalb nichts aus euch wird im Leben. Einer der <a href="http://www.daumenschraube.ch/2009/03/13/da-haben-sich-ja-zwei-gefunden/#comments" target="_blank">Daumenschraube-Fans der ersten Stunde</a> wurde nämlich letzthin zum Präsidenten der SP des Kantons Bern gewählt &#8211; wir gratulieren herzlich!</p>
<p>Nicht so viel Freude hatten wir, als wir hörten, dass der Grosse Rat des Kantons Bern einen Vorstoss Näfs, den Kindergärten mehr Stellenprozente zu gönnen, <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Grosser-Rat-will-nicht-mehr-Kindergaertnerinnen/story/17215790">abgelehnt hatte</a>. Da muss man sich schon an den Grind langen: hat der Näf doch endlich mal eine gute Idee und löst sich etwas von seiner Killerspiel-Fixierung, macht ihm der Grosse Rat diese Idee prompt kaputt. In dieses Bild passt übrigens, dass derselbe Grosse Rat auch <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Erziehungsdirektor-zeigt-Bereitschaft-das-Kulturprogramm-anzupassen/story/12454115" target="_blank">das Kulturprogramm abgelehnt</a> hatte. Selbstverständlich will man Integration, selbstredend will man Förderung, und ohne Zweifel ist Bildung, als unsere wertvollste Resource, hochprioritär zu behandeln, nur kosten darf der Scheiss natürlich nichts.</p>
<p>Übrigens, da wir uns nun in die Niederungen des Bildungswesens begeben haben: ich glaube, dies hier mal erwähnt zu haben, euer Dschango ist ja jüngst unter die Lehrmeister gegangen und bildet nun Spätpubertierende zu waschechten Informatikern aus. Macht Spass, macht Freude, und die Kleinen lernen erst noch was dabei statt nur herumzulungern. Keine Freude macht hingegen, was der Dschango da dauernd an Papier von der <a href="http://gibb.ch/" target="_blank">GIBB</a> bzw von der <a href="http://www.oda-ict-bern.ch/" target="_blank">OdA ICT Bern</a> erhält. Nicht weil er grundsätzlich etwas gegen Papier hat &#8211; siehe meine Opposition gegenüber der Verbrennung desselben -  sondern weil diese der Erziehungsdirektion angehängten Läden offenbar des teutschen Sprake night so righik machtig sint. Anders kann ich mir nicht erklären, wie diese Institutionen Papier produzieren können, die vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so strotzen. Ich will hier ja nicht ins Detail gehen, aber als mein Stift letzthin mit einem Brief dazu aufgefordert wurde, zu einem Lehrgang &#8220;nicht leidende Kleidung&#8221; zu tragen, da war sowohl der Stift als auch ich etwas überfordert. Wollte man sicherstellen, dass nur Fair Trade-Baumwolle getragen wurde? Oder, dass dem Stift sein Gwändli nicht in einem Sweatshop produziert wurde? Oder meinte man eher &#8220;nicht-leitend&#8221; und hat einfach das Legasthenen-AddOn aus der Textverarbeitung auszuschalten vergessen? Fragen über Fragen.</p>
<p>Aber zurück zum Reithalle-Prospekt und somit zum Titel dieses Artikels. Nebst der beinahe schon angsteinflössend geringen Anzahl von Ausrufezeichen und dem Bildnis von Richi-Dschei frappiert dieser nämlich auch noch mit folgender schockierenden Feststellung:</p>
<blockquote><p>Es besteht eine Dogenszene, gegen welche die Polizei nicht durchgreifen kann.</p></blockquote>
<p>Zum Glück gibt es noch aufrechte Politiker, die sich dagegen wehren, wenn italienische Herrscher aus dem Mittelalter unkontrolliert nach Bern immigieren und hier ihren Zirkus aufführen, eine rat- und tatlose Polizei vor sich. Und zum Glück gibt es auch noch ein Volk, das diesen Politikern hoffentlich auch beim fünften Mal den wohlverdienten Finger zeigt.</p>
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		<title>Beinhart Dschängu wagt wieder den Hosenlupf</title>
		<link>http://www.daumenschraube.ch/2010/08/27/beinhart-dschangu-wagt-wieder-den-hosenlupf/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 12:28:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir waren da ja in Schweden, auf Urlaub. Hat ein bisschen länger gedauert, sorry.
Zurück in der Heimat merke ich, dass sich dieses eher träge, langweilige Land in der Zwischenzeit zu einer freudigen, dynamischen Irrenanstalt entwickelt hat. So musste ich feststellen, dass der Bundesrat, vor einem halben Jahr noch eine uneinige, streitlustige, inkompetente und handlungsunfähige Selbsthilfegruppe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir waren da ja in Schweden, auf Urlaub. Hat ein bisschen länger gedauert, sorry.</p>
<p>Zurück in der Heimat merke ich, dass sich dieses eher träge, langweilige Land in der Zwischenzeit zu einer freudigen, dynamischen Irrenanstalt entwickelt hat. So musste ich feststellen, dass der Bundesrat, vor einem halben Jahr noch eine uneinige, streitlustige, inkompetente und handlungsunfähige Selbsthilfegruppe, mittlerweile seine zwei grössten Probleme angepackt hat und auf dem Weg ist, in absehbarer Zeit eine Lösung zu finden. Das ist ja schonmal gut. Es foutiert mich auch nicht wirklich, wenn ich in Zukunft von einer Frauenmehrheit regiert werde. Konkret ist dies für mich seit bald zwei Jahrzehnten der Normalzustand und ich kann der Grinsekatz vom Leman hier versichern, dass dieser Zustand auch für Männer durchaus Vorteile hat. Was mich aber stutzig gemacht hat, ist die Aussage diverser Medien, einer Frau, die sich in den Bundesrat wählen lassen wolle, käme wohl &#8220;das Geschlecht in die Quere&#8221;. Hier muss ich doch die anatomischen Kenntnisse einzelner Schurnalisten in Frage stellen und auf eine entsprechende Weiterbildung pochen. Alternativ könnte man natürlich auch von intimem Insiderwissen einzelner Schurnis ausgehen und sich die Frage stellen, ob&#8230; nein, sorry, aber ich möchte heute noch etwas essen, herzlichen Dank.</p>
<p>Anderes Beispiel: Man hat es ja im ganzen In- und Ausland gelesen: die Schweiz führt die Todesstrafe ein! Nein, tut sie natürlich nicht. Für unsere ausländischen Freunde, hier als kleine Guideline, wie politische Meinungsäusserungen in der Schweiz zu gewichten sind:</p>
<ul>
<li>Wenn von knapp 8 Millionen Einwohnern eines Landes deren fünf an einem Küchentisch eine freaky Idee haben, ist dies kein Thema zur Besorgnis, sondern bloss das normale Surrogat von Irren, das man in jedem Land findet.</li>
<li>Wenn 100&#8242;000 Knallköpfe diese Idee supigeil finden und sich zu einer Freudenbekundung qua Unterschrift bewegen lassen, ist dies zwar besorgniserregend, aber noch kein Problem.</li>
<li>Wenn dann das Parlament dieses Landes die Idee auch noch so OK findet, ist dies langsam problematisch, aber noch keine Katastrophe.</li>
<li>Und wenn (und erst wenn!) dann die Mehrheit der Stimmenden an der Urne tatsächlich diese Idee annimmt &#8211; <strong>dann</strong> ist die Katastrophe eingetroffen.</li>
</ul>
<p>Die lustige Idee mit der Todesstrafe ist ja nun knapp über Stufe 1 zur Furzidee verkommen, von dem her kann man sich trefflich darüber bespassen. Aber wichtig ist die Aktion der Initianten schon, weil sie die Debatte neu lanciert hat. Nicht diejenige über die Todesstrafe (ey, hallo?!?), aber doch darüber, ob man das Initiativrecht an eine Zurechnungsfähigkeitsprüfung der Initianten koppeln solle. Die Debatte sei hiermit eröffnet!</p>
<p>Ihre Meinung bereits gut überlegt und kundgetan im 20Min vom 25.8. hat  Christine Burgassi-Spears (19) aus Hombrechtikon ZH:</p>
<blockquote><p>Ich finde sie [die Todesstrafe] gut. Heute kommen viele Mörder bloss ein paar Jahre ins Gefängnis und lernen daraus nichts.</p></blockquote>
<p>Nein, ich möchte nicht Christine sein. Aber noch viel weniger möchte ich ihr Freund sein, der dieses Statement morgens auf dem Weg zur Arbeit liest und spontan eine Kosten-Nutzen-Rechnung zwischen originellem Sex und &#8220;nicht wegen meiner Freundin ausgelacht werden&#8221; aufstellt. An seiner Stelle würde ich mal einen sexy Namen für meine rechte Hand brainstormen. Aber es ist ja seine Entscheidung.</p>
<p>Und apropos Statement: ich las diese Woche, dass Claudia Schiffer 40 geworden ist &#8211; ich gratuliere herzlich, du alte Sau! Ich darf der Claudia übrigens mit Fug und Recht &#8220;alte Sau&#8221; sagen, weil nächstes Jahr werde ich ja selbst eine. Aber eben, Statement: da wurde in irgend so einer Journaille (ich finde den Mist ums Verrecken nicht im Netz, sorry) gefragt, was sie, die Frau Schiffer, denn für die Umwelt <strong>tue</strong>. Und zur Antwort gab die Schifferin, dass sie gerne weniger Wäsche kochen <strong>würde</strong>. Frau Schiffer zeigt hier also, nebst einer schon beinahe übermenschlichen Sorge um unsere Umwelt, dass sie durchaus auch eine intellektuell-philosophische Seite hat, indem sie die Regel, aus dem Sein dürfe man kein Sollen ableiten, in eine neue Dimension erweitert. Chapeau!</p>
<p>Viele Entscheidungen standen auch bei der selbsternannten &#8220;Partei des Mittelstands&#8221; an. Die <a href="http://www.20min.ch/news/bern/story/31731014" target="_blank">Halleluja-Brüste</a> dürfen jetzt ja leider nicht Bundesratten werden, der kleine Fuchs <a href="http://www.20min.ch/news/bern/story/16902507" target="_blank">darf nicht mehr im Stadtrat sein</a> (das glauben wir hingegen erst dann, wenn wir es sehen) und im nachhinein hat man gemerkt, dass die Hauptzielgruppe des bunten Fragebogens von selbigem weit überfordert wurde. Echt jetzt, liebe SVP-Schefstrategen, meint ihr wirklich, eure Wähler könnten mehr als zehn Wörter pro Seite lesen?</p>
<p>Apropos kleiner Fuchs: der ist jetzt sogar Titelheld <a href="http://www.youtube.com/watch?v=7Nw4EEnaHv8" target="_blank">eines schönen Liedes</a>. Und not very amused. Was wiederum erstaunt, da er doch sonst jede Gelegenheit, Medienthema zu werden, freudig nutzt, unter anderem eben auch das Patronat der einen Halleluja-Brust, ihrerseits der Spasspolitik in keinster Weise abgeneigt. Und wer jetzt &#8220;Fake!&#8221; und &#8220;inszeniert!&#8221; schreit, soll ruhig sein, weil als einem der kleine Fuchs vom grossen an Bauernzmorgen als Bettgenosse vorgestellt wurde, da war der kleine Fuchs ja bloss der kleine Hess, den man noch nirgends kannte. Und ipso ergo facto irrelevant.</p>
<p>Zum Erich Dschei und seinen aufrechten Patrioten passt ja auch noch eine Entdeckung, die Hase letzthin gemacht hat, und zwar auf der Schachtel ihrer Slipeinlagen. Da steht nämlich, dass diese ein Verfalldatum haben. Ich muss jetzt ein bisschen ausholen und anmerken, dass Hase das Erreichen des Verfalldatums eines Produkts nicht als &#8220;ablaufen&#8221; bezeichnet&#8221;, sondern als &#8220;nicht mehr gültig sein&#8221;: das Joghurt mit der lustigen grünen Pelzmütze ist also &#8220;nicht mehr gültig&#8221;, genauso wie das Libero-Abi vom fähndrigen Jahr. Aber item. Der Punkt ist, dass Hase entdeckt hat, dass auch ihre Slipeinlagen ein Ablaufdatum haben, also irgendwann den Zustand erreichen, wo sie &#8220;nicht mehr gültig&#8221; sind. Man stelle sich das mal vor. Was, so fragten wir uns, passiert, wenn man das weibliche Genital in Kontakt mit ungültigen Slipeinlagen bringt? Explodiert, wie von Hase (!) angeregt, gleich die ganze Frau oder bekommt man bloss unangenehmen Besuch von der Slipolizei? Man weiss es nicht.</p>
<p>Und wie wir schon beim weiblichen Genital sind: das Wort &#8220;Vuvuzela&#8221; <a href="http://www.insideworldsoccer.com/2010/08/vuvuzela-oxford-dictionary-of-english.html" target="_blank">hat es ja scheints in den Oxford Dictionary geschafft</a>, was saublöd ist, weil ich nach wie vor drauf bestehe, dass das Ding &#8220;Vuzulela&#8221; heisst, weil es so einfach phonetisch und vom Duktus her besser klingt. Das Wort meine ich jetzt; die Tröte klingt genau gleich, völlig gleichgültig, wie man sie nennt.</p>
<p>Ah, und übrigens: Müslüm, ich will ein Kind von dir!</p>
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		<title>Statusmeldungen, die keine Sau braucht.</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 12:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Heiss. Hirn schmilzt dahin. Alles klebt.</p>
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		<title>Sie leben&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 11:23:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja, wir leben noch. Auch wenn der Rhythmus unseres Geschreibsels zuletzt etwas zu wünschen übrig gelassen hat.
Egal, denn im Prioritäten setzen waren wir schon immer gut.
Apropos Prioritäten setzen, nachdem die in Schweizer Besitz befindliche Ölplattform Deepwater Horizon abgegluckert ist und den mexikanischen Golf inklusive Küsten schön einölt, könnte jetzt eine Schweizer Firma Abhilfe schaffen. Man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, wir leben noch. Auch wenn der Rhythmus unseres Geschreibsels zuletzt etwas zu wünschen übrig gelassen hat.</p>
<p>Egal, denn im Prioritäten setzen waren wir schon immer gut.</p>
<p>Apropos Prioritäten setzen, nachdem die in Schweizer Besitz befindliche Ölplattform <em>Deepwater Horizon</em> abgegluckert ist und den mexikanischen Golf inklusive Küsten schön einölt, könnte jetzt eine Schweizer Firma <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/hilfe_aus_zurzach_gegen_die_oelpest_1.5999882.html" target="_blank">Abhilfe schaffen</a>. Man ist da scheinbar zuversichtlich.</p>
<p>Komisch, irgendwie fühlen wir uns ein bisschen an die übliche CH-Kriegsgewinnlerei(TM) erinnert. Ein Schlingel, wer böses dabei denkt&#8230;</p>
<p>Denken ist ein gutes Stichwort. Wir sind immer wieder mal überrascht, wie die Jesus-betrunkenen Polit-Kreuzritter gelegentlich von den Kollegen der SVP in Sachen Hirnakrobatik rechts überholt werden.</p>
<p>Unsichtbare Freunde hin oder her, <a href="http://www.20min.ch/news/schweiz/story/SVP-will-Nachbargebiete-annektieren-11278946" target="_blank">das hier</a> stellt doch einiges in den Schatten, obwohl es in der Schweizer Politik an Dummheiten zuletzt kaum gefehlt hat. Respekt, solch gequirlte Scheisse muss man im Denkstübchen erst mal hinkriegen.</p>
<p>Diskussionen über Fussbälle oder Plastiktröten sparen wir uns an dieser Stelle, da faktisch kein Interesse vorhanden. Ich finde Vuvuzelas aus Metall eh besser, die kann man wenigstens als Rauchinstrument benutzen.</p>
<p>Olé.</p>
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		<title>Knallcharge reloaded</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 19:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute könnte es ein wenig länger gehen. Doch fangen wir von vorne an.
Unser nördlicher Nachbar verliert gleich zwei streitbare Figuren, die in den letzten Jahren die Deutsche Politik massgeblich geprägt haben.
Einerseits hätten wir den angekündigten Abgang der konservativen Krawallbraut Gabriele Pauli, die den Stoiber Edi mit einem gut gesetzten Tritt vors Schienbein zum straucheln, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute könnte es ein wenig länger gehen. Doch fangen wir von vorne an.</p>
<p>Unser nördlicher Nachbar verliert gleich zwei streitbare Figuren, die in den letzten Jahren die Deutsche Politik massgeblich geprägt haben.</p>
<p>Einerseits hätten wir den angekündigten <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697172,00.html" target="_blank">Abgang</a> der konservativen Krawallbraut Gabriele Pauli, die den Stoiber Edi mit einem gut gesetzten Tritt vors Schienbein zum straucheln, dann letztendlich zu Fall gebracht hat. Das war allerdings zum grossen Teil alles, was die Dame an politisch relevantem für das Land hervorgebracht hat. Immerhin. Wir sagen tschüss, prost und wünschen viel Spass bei den zukünftig wohl vermehrten Ausritten mit ihrer Ducati Monster.</p>
<p>Andererseits hat Roland Koch <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,696704,00.html" target="_blank">angekündigt</a>, seinen Bettel hinzuschmeissen. So wie es aussieht wurde er von der strategisch wieder mal griffigen Angie langfristig ins (bundespolitische) Abseits befördert, was diesen reaktionären und verbal gelegentlich haarscharf am Faschismus vorbeischrammenden Hardliner unter anderem wohl zum Rücktritt bewegt hat.</p>
<p>Natürlich will er seine Hackfresse auch zukünftig nicht im Zaum halten, das freut die konservative Klientel in Hessen und womöglich auch darüber hinaus. Nun gut, man muss halt auch wissen, dass man im schönen Hessen ja in Lokalzeitungen auch noch auf  Schwule eindreschen darf, ohne seinen Job als Provinzredaktor zu verlieren. Ist halt nicht alles Frankfurt, was den Löwen im Wappen hat.</p>
<p>Etwas ganz anderes hat Mark Gasson <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,697003,00.html" target="_blank">gemacht</a>. Kurz zusammengefasst hat sich der Froscher einen Virus auf einem bei ihm implantierten RFID Chip (wir erinnern uns: Tiere und Produkte werden gerne mit diesem passiven System versehen) gepackt und ziemlich beeindruckend demonstriert, was bei dieser Technologie alles schief gehen kann.</p>
<p>Bei der nächsten Diskussion über Chip Implantate beim oder rund um den Menschen dürfte dieser Artikel einige gute Argumente für Gegner dieser Technologie bereit halten. Ich habe jedenfalls aufmerksam gelesen, denn die breite Diskussion um RFID hat erst begonnen.</p>
<p>Und dann dies: Eigentlich habe ich mir geschworen, dieses Thema sein zu lassen. Ich kann keine neuen Erkenntnisse bieten, geschweige denn einen konstruktiven Beitrag dazu liefern. Aber es muss raus.</p>
<p>Seit Jahren schon nerve ich mich immer wieder über Mitmenschen, die es nicht fertig bringen, sich im urbanen Raum anständig zu bewegen. Sei es beim Rangieren in öffentlichen Verkehrsmitteln, sei es beim Anstehen, halt dann, wenn grössere Menschenaufläufe abgefertigt werden müssen.</p>
<p>Heute war wieder einer dieser Tage, wo ich mich heimlich nach einem eigenen Auto sehne und in geistigen Bildern schwelge, in denen ich mich mit feiner Musik und geschlossenen Fenstern im Stau in meiner kleinen autistischen Autoblase entspanne. Natürlich mit einem automatischen Getriebe, da sind auch Krämpfe im Kupplungsbein Vergangenheit.</p>
<p>Ich liste die Knackpunkte in zeitlicher Reihenfolge auf:</p>
<ul>
<li>Beim Umladen am Bahnhof stehen die wartenden Bus-Passagiere so rum, dass man als Aus- bzw Umsteiger über Bänke steigen muss, wenn man nicht über einen gefühlten Kilometer Umweg zur eigentlich nahe liegenden Destination machen will.</li>
<li>An der Wartestelle für den Bus ins heimische Gefilde ist es einer breiten Mehrheit offenbar nicht möglich so zu stehen, dass Passanten wenigstens halbwegs noch das Trottoir, das ja bekanntlich für den Fussgänger-<em>Transfer</em> bestimmt ist, artgerecht benutzen können.</li>
<li>Beim umladen des zweiten Busses dann das gleiche Spiel wie beim ersten Punkt. Zu dritt waren wir offenbar die einzigen, die das Drama erkannten und uns wenigstens Mühe gaben, den Aussteigern nicht im Weg zu stehen.</li>
<li>Im Bus selbst sass ich (beinahe 190cm, lange Arme und Beine, nur knapp genug Platz) wieder mal neben einem Dickerchen, das offenbar nicht in der Lage war, seine Beine auch nur annähernd so zusammen zu halten, dass sich unsere Oberschenkel nicht aneinander reiben. Da ich mein möglichstes bereits tat, bat ich um Nachsicht beim Sitznachbar. Ein abschätziger Blick war alles, was ich von dem Kohlenstoff-Bomber bekam.</li>
</ul>
<p>An solchen Tagen macht man es mir sehr, sehr schwer, an das eigentlich dufte Konzept von öffentlich Verkehrsmitteln zu glauben. Es ist ja wie immer: Nicht das System ist das eigentliche Problem, sondern seine Teilnehmer, was dann leider auch auf das System abfärbt, zumindest in der Wahrnehmung.</p>
<p>Hiermit fordere ich den Führerschein für urbane Bewegung, wer den nicht schafft (Kranke, Behinderte, Alte und Kids mal ausgenommen) , darf das Stadtgebiet zur Rush Hour nicht mehr betreten. Oder man darf straffrei auf diese Idioten eindreschen. Echt jetzt.</p>
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		<title>Läckmer mit Handicap</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 18:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neulich hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mit dem gesamten Körpergewicht auf eine Hand zu fallen. Ohne fremdes Zutun notabene, und natürlich ging dabei auch etwas Knochensubstanz kaputt.
Immerhin ist es beruhigend zu wissen, dass ich mir für grosse Missgeschicke nach wie vor selbst genug bin. Andere Leute brechen sich ja beim Kampfsport oder bei näherem Kontakt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mit dem gesamten Körpergewicht auf eine Hand zu fallen. Ohne fremdes Zutun notabene, und natürlich ging dabei auch etwas Knochensubstanz kaputt.</p>
<p>Immerhin ist es beruhigend zu wissen, dass ich mir für grosse Missgeschicke nach wie vor selbst genug bin. Andere Leute brechen sich ja beim Kampfsport oder bei näherem Kontakt mit Migrantenkindern irgendwelche Knochen.</p>
<p>Somit war ich die letzten zwei Wochen gut ausgelastet damit, meiner lieben Lebensabschnittsbegleiterin deutlichen Mehraufwand im Haushalt zu bescheren und meine gesamte Umwelt wissen zu lassen, wie behindert ich mich mit einem geschienten und eingebundenden Arm fühle.</p>
<p>Das erklärt auch einigermassen, warum ich so lange nichts geschrieben habe. Einhändig macht es einfach nicht so viel Spass. Wobei man ja froh sein kann, im Zeitalter der leichtgängigen Tastaturen zu leben. Man stelle sich mal vor, ich würde auf einer alten Olympia mit der schwachen Hand und dem Geier-Sturzflug-System meine Beiträge verfassen. Ein erbärmliches  Bild.</p>
<p>Apropos erbärmlich, ich bin immer wieder beeindruckt vom Mass an Selbstüberschätzung, dass Filippo Leutenegger an den Tag legt. Da gehört schon ein gehöriges Mass an Merkbefreitheit dazu, wenn ein solcher Vollpfosten für das Amt des SRG-Generaldirektors kandidiert.</p>
<p>Immerhin hat mich die Wahl von Roger de Weck etwas milde gestimmt, damit kann die Nulpe Walpen endlich mit gutem Gewissen weggetreten werden. Sogar der Roscheee hat seine Freude an der Wahl, und das will etwas heissen.</p>
<p>Wir sind jedenfalls gespannt darauf, wie sich die SRG ab dem nächsten Jahr entwickeln wird.</p>
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		<title>Zur Mitte, zur Titte, zum Sack &#8211; zack, zack!</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 08:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist, und da spricht jetzt der alte Sack mal wieder aus mir, schon nicht mehr so wie früher. Ich meine, wenn man ein derart hochintellektuelles Produkt wie die Daumenschraube betreut, das sich (vielleicht nicht nur, aber eben doch) der gepflegten Satire verschrieben hat, dann hat man es momentan nicht leicht.
Warum denn dies? Nun, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist, und da spricht jetzt der alte Sack mal wieder aus mir, schon nicht mehr so wie früher. Ich meine, wenn man ein derart hochintellektuelles Produkt wie die Daumenschraube betreut, das sich (vielleicht nicht nur, aber eben doch) der gepflegten Satire verschrieben hat, dann hat man es momentan nicht leicht.</p>
<p>Warum denn dies? Nun, das Stichwort ist &#8220;Realsatire&#8221;. Ich meine, ist es denn heute überhaupt noch möglich, reale Zustände überspitzt zu formulieren? Kann man überhaupt noch  Personen, Situationen oder Geschehnisse überzeichnen? Schlägt die Realität nicht schon lange jegliche Phantasie um Längen? Ich meine, ich weiss ja schon gar nicht, wo ich mit Beispielen anfangen soll. Also, vielleicht beim Herrn Doerig, der als Präsident der Credit Suisse fungiert. Weil, der Herr Doerig, der lässt sich im <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Sie-wissen-ja-nicht-was-ich-persoenlich-mit-dem-Geld-mache/story/10204667?track" target="_blank">TagiBund</a> mit den Worten zitieren: &#8220;Sie wissen ja nicht, was ich persönlich mit dem Geld mache&#8221;. Schon klar, man könnte Geld verheizen (wurde gerade in letzter Zeit öfters gemacht), man kann es (entgegen gewissen Indianerweisheiten) zu einer schmackhaften Mahlzeit verarbeiten, man kann es als Dämmmaterial verbauen oder man kann es, zu Blöcken geschichtet, als Ziegelsteinersatz verwenden. Von dem her bleibt ja schon eine gewisse Unklarheit in Bezug auf Doerigs Umgang mit Geld. Ich würde aber mal vermuten, dass er es, wie alle anderen Leute, früher oder später einfach ausgeben wird. Gut, im Fall von Herrn Doerig eher später (wenn überhaupt noch), aber egal.</p>
<p>Der Herr Doerig hat heute übrigens GV, was in seinem Alter meist nicht mehr Geschlechtsverkehr meint, sondern Generalversammlung. Das heisst, dass alle Leute, die Aktien von seiner sympathischen Familienklitsche gekauft haben, sich gemütlich im Hallenstadion besammeln und dann reihum den Helden auf der Bühne die Schultern klopfen. Also, eigentlich machen das die im Saal nicht, weil die sind im Grunde genommen in der Minderheit und in der Tendenz angepisst. Diejenigen, die mehrheitlich schulterklopfen, sind andererseits im Saal in der Minderheit (wenn überhaupt anwesend), real aber die absolute, unumstössliche Mehrheit. Da soll noch jemand durchblicken! Man kann zusammenfassen mit: ich möchte Herrn Doerigs Job nicht. Sex statt Millionensalär ist meine Devise, meinen Schef wirds freuen.</p>
<p>Auch so einen Job, den ich ums Verrecken nicht möchte, ist der vom Herrn Provopoulos, angestellt als Geissbock bei der Bank of Greece und bei der Europäischen Zentralbank. Bock zum Gärtner zum Bock, sag ich da nur, ohne das Populus jetzt allzu sehr provozieren zu wollen (<em>Tusch!</em>). Und wenn wir schon bei lustigen Namen bei der Zentralbank sind: wer zur Hölle, der noch alle Sinne beeinander hat, würde jemanden zum Präsidenten der Zetralbank machen, dessen Name <em>verdammt</em> nach &#8220;bschiisse&#8221; klingt? Die Europäer machen es uns mit Jean-Claude Trichet vor und uns erstaunt nichts mehr.</p>
<p>Ui, lustige Namen, letzthin habe ich in unserem Badezimmer übrigens ein Produkt entdeckt, das durch Hase seinen Weg zu uns gefunden hat. Es heisst &#8220;Frizz Ease&#8221; und ist gemäss der aufgedruckten Beschreibung dazu geeignet, aus Locken einen haarigen Wahnsinn zu machen. Es müssen tausende von Nobelpreisträgern bei der Entwicklung des Produkts beteiligt gewesen sein, wenigstens liest sich die Inhaltsangabe wie das Who Is Who des Chemiebaukastens. Und übrigens: man muss schon von Natur aus Locken mitbringen, Wellen reichen nicht aus für den Locken-Wahnsinn. Das hat auch Hase gesagt, nachdem ich mir eine halbe Flasche von dem Scheiss eingerieben habe, in der Erwartung, mir wachse jetzt dann gleich ein Afro. Und ja, sie hat dazu DAS GESICHT gemacht. Aber darum geht es gar nicht. Ich habe mir nämlich stattdessen überlegt, dass es noch recht heikel ist, ein Shampoo auf den Markt zu werfen, das mit der heute üblichen Lese- und Verständnisschwäche ganz gut als &#8220;Friss es!&#8221; gelesen werden könnte. Ich wette, es hat mal wieder niemand an die Kinder gedacht.</p>
<p>Ganz im Gegensatz übrigens zur katholischen Kirche, wo traditionell ganz, ganz viel an Kinder gedacht wird. Der Bischof Mixa beispielsweise, der hat früher mal wahnsinnig viel an Kinder gedacht, dann plötzlich hat er sie vergessen, und auf einmal sind ihm dann die Kinder wieder eingefallen. Beziehungsweise, der Mixa ist den Kindern eingefallen, die heute keine Kinder mehr sind. Und dann haben sie sich mal wieder getroffen, so auf ein Bier und eine Brezn, und hatten es ganz lustig miteinander. So lustig, dass der Mixa gefunden hat, es lange jetzt dann mal mit dem Bischofsein und er gebe jetzt den Hirtenstab mal wieder dem Ratzi, soll der doch einen noch Dümmeren finden.</p>
<p>Was macht eigentlich ein Bischof, wenn er in Rente geht? Ich meine, alte Buchhalter oder Cobol-Programmierer finden immer wieder eine Beschäftigung, auch greise Metzger und senile Ex-Bundesräte bringen wir unter, aber Ex-Bischöfe? Die sind ja schon zur aktiven Zeit zu kaum was nütze, ausser, dass sie dafür sorgen, dass die schönen Kleidchen regelmässig ausgelüftet werden. Und dass der stetige Strom von Austrittswilligen mittlerweile die Ausmasse einer Flutkatastrophe hat. Aber sonst? Kleriker wird man ja nicht, wie in anderen Berufen, weil man etwas besonders gut kann, sondern weil man eben genau gar nichts kann. Da sollte sich Frau Leuthard mal drum kümmern, nicht immer da um diese doofen Jugendlichen, die sowieso schon von der katholischen Kirche reichlich Zucker (o.ä.) in den Arsch geblasen kriegen.</p>
<p>Ja, die Frau Leuthard&#8230; die Arme stand ja recht belämmert da am Trottoir in Berlin, als das Merkel sie im (metaphorischen) Regen stehen liess. Auch so ein Job, den ich nicht wollte, Bundesrat. Erst lassen sie dich da stehen, dann schleckt dich die Merkel ab. Und dann muss man eine halbe Ewigkeit rumlaufen, während man vom Militär von einer Seite her mit unglaublich lauter Marschmusik beschallt wird. Und dann sagen die am Schluss auch noch, man sei ja voll die Freunde. Hallo?? Meine Freunde hole ich vom Zug ab, ich drücke ihnen nicht die Arme zusammen, während ich sie küsse und ich versuche auch, sie nicht mit akkustischer Kriegsführung mürbe zu kriegen. Nein, Bundesrat ist kein schöner Job. Oder so wie beim Merz: man wird einfach nicht verstanden. Die Welt ist einfach zu klein für einen Appenzeller Intellektuellen. Übrigens, wäre ich Appenzeller Tourismusdirektor, ich würde sofort den Slogan &#8220;Appenzell &#8211; intellektuell!&#8221; lancieren. Nicht, weil er zur Zielgruppe passen oder auch nur ansatzweise stimmen würde, aber ich finde, den Reim wäre es wert.</p>
<p>Aber wir waren ja beim Merz, weil die Welt ihn eben partout nicht verstehen will. So will es der Welt, dieser doofen Kuh, auch nicht in den sturen Grind, dass eine Biografie sich eben nicht zu stark auf die portraitierte Person fokussieren soll. Und, das muss ich sagen, hier verstehe ich den Hans-Rudolf mal. Es gibt schliesslich nicht Öderes, als wenn man, sagen wir mal, eine Biografie vom Napoleon liest, und auf vielleicht 1000 Seiten kommt dauernd nur Napoleon hier, Napoleon da, Napoleon blah-blah-blah. Vielleicht mal der erste, mal der zweite oder so, aber im Grossen und Ganzen voll der Gähn. Nach spätestens 20 Seiten denken doch eh alle, &#8220;uaaaaah, nicht schon wieder Napoleon, ich <em>kann es nicht mehr lesen</em>!&#8221; und legen frustriert das Buch zur Seite. Gut, eingefleischte Napoleon-Fans halten vielleicht bis Seite 100 oder so durch, aber da ist Herr Merz eben ganz Realist und kann es sich nicht vorstellen, dass es eingefleischte Merz-Fans gibt. Ich stimme ihm zu, dass es viel spannender ist, wenn jetzt, auch eher exemplarisch zu verstehen, in einer Ghandi-Biografie urplötzlich Richard Löwenherz auftritt. Oder Aliens! Eine Biografie ohne Aliens ist einfach kaum das Papier wert, auf das sie gedruckt wurde. Nackte Weiber müssen auch sein, und, um dem Ganzen noch so einen aufklärerisch-pädagogischen Touch zu geben, eine kurze Abhandlung über das bäuerische Bodenrecht in der Schweiz. Ein Sudoku wär auch fesch. <strong>Das</strong> wär mal eine Biografie, die sich gewaschen hat!</p>
<p>Achso, ja, stimmt ja, es waren ja auch noch Wahlen im Kanton Bern. Falls ihr da grad aufm Klo wart oder so, hier die Zusammenfassung. Postitives gab es wie folgt:</p>
<ul>
<li>Die Jesus-Freaks (EVP, EDU) wurden abgeklatscht. Bringt offenbar doch was, wenn man diese Leute an die Öffentlichkeit zerrt und sie dazu bringt, ihre &#8220;christlichen Werte&#8221;, die sie sanft-säuselnd und um verständnisvolles Kopfnicken heischend als ihre Basis deklarieren, mal konrekt auszuformulieren.</li>
<li>Auch die FDP, wie obige Parteien mehr als politischen Einfluss suchende Sekte denn als Partei zu verstehen, hat links und rechts paar ans Gesicht gekriegt.</li>
<li>Rötlich-grünlich hält sich in der Regierung stabil</li>
</ul>
<p>An Negativem gäbe es zu vermelden:</p>
<ul>
<li>alles andere.</li>
</ul>
<p>Ihr seht: nichts los in Satire-Land. Realität fressen Witz auf. Und dieser doofe Eierfallen-Vulkan hat zwar den weltweiten Flugverkehr lahmgelegen können, der Thiel, der nur wenige Kilometer weiter wohnt, lebt aber immer noch.</p>
<p>Was für ein Gott lässt sowas zu?!?</p>
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		<title>Ich will die Scheidung. Oder?</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 18:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bravo. Gratuliere, das habt ihr gut hingekriegt. Danke Evi, danke Roland und danke allen anderen Vor- und Mitreitern aus den Reihen meiner GenossInnen und ausserhalb. Man hat im Zweifel gegen den Angeklagten geurteilt, auch wenn der Nachweis nicht mal Ansatzweise erbracht ist.
Das Ganze mit tatkräftiger Unterstützung aus den Reihen der eigenen Partei, die seit ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bravo. Gratuliere, <a href="http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Parlament-schiesst-Killergames-ab-29129115">das</a> habt ihr gut hingekriegt. Danke Evi, danke Roland und danke allen anderen Vor- und Mitreitern aus den Reihen meiner GenossInnen und ausserhalb. Man hat im Zweifel gegen den Angeklagten geurteilt, auch wenn der Nachweis nicht mal Ansatzweise erbracht ist.</p>
<p>Das Ganze mit tatkräftiger Unterstützung aus den Reihen der eigenen Partei, die seit ein paar Jahren einen klitzekleinen Prozentsatz meines Lohnes bekommt, damit sie ihre &#8211; zugegeben &#8211; oftmals hehren Motive ein klitzekleines bisschen mehr an die Leute bringen kann.</p>
<p>Jetzt denke ich halt eben über die Scheidung nach. Nicht, dass ich das wirklich rational begründen könnte. Die üblichen Verdächtigen in der SP haben schon bei viel grösserem Mist mitgemacht, als das aktuell der Fall ist, und die JuSo finde ich zu guten Teilen ja eigentlich ganz dufte.</p>
<p>Aber dieses eine Mal hat dem Fass den Gipfel geknickt. Manchmal ist das einfach so und man kann nichts dagegen tun. Ist halt so &#8216;ne Gefühls-Kiste.</p>
<p>Irgendwie weiss man instinktiv, wann etwas kaputt ist. Andererseits bin nicht der Typ, der vor so einer Krise davonläuft. Ganz wie die Angie aus Teutonia. Sitzen wir die Sache mal aus und schauen, was sonst noch passiert.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Zehn Gebote 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 11:58:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leute, ich fühle mich momentan ja sowas von entspannt, relaxt und  ausgeglichen. Ich gehe durchs Leben wie eine Hindu-Kuh auf Valium. Der  Grund dafür ist ein Winterwander-Kurzurlaub, der sich dann, infolge  katastrophalen Witterungsverhältnissen, in ein Wellness-Monsterprogramm  verwandelt hat. Euer alter Zigeuner ist nun gepeelt, gewalkt, gewaschen,  gesprudelt und bis in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leute, ich fühle mich momentan ja sowas von entspannt, relaxt und  ausgeglichen. Ich gehe durchs Leben wie eine Hindu-Kuh auf Valium. Der  Grund dafür ist ein Winterwander-Kurzurlaub, der sich dann, infolge  katastrophalen Witterungsverhältnissen, in ein Wellness-Monsterprogramm  verwandelt hat. Euer alter Zigeuner ist nun gepeelt, gewalkt, gewaschen,  gesprudelt und bis in die letzte Hautfalte rebalanct. Hammer.</p>
<p>Hase und ich haben uns bisher ja auf Vals eingeschossen, jetzt waren  wir das erste Mal in Leukerbad (witzigerweise just an dem Wochenende, an  dem Pleitier Otto G. Loretan aus dem Knast entlassen wurde). Und was  soll ich sagen: architektonisch überzeugt Vals nach wie vor um Welten,  dafür ist das Publikum in Leukerbad wesentlich angenehmer. Die wenigen  anwesenden Russen haben sich zivilisiert benommen, trendy Züri-Gigle  fehlen dank nicht vorhandenem Highlife vollkommen und generell ist der  Groove eher heimelig-familiär denn mondän-elitär. Me likes a lot.</p>
<p>Unsere Tipps:</p>
<ul>
<li>Übernachten im <a href="http://www.walliserhof.eu/" target="_blank">Wanderhotel  Walliserhof </a></li>
<li>Römisch-Irisch in <a href="http://www.lindner.de/de/LHAT/175alpinewellness/complexdoc_view" target="_blank">Lindners Alpenthermen</a></li>
<li>Walliser Spezialitäten im <a href="http://www.balmhorn.ch/Restaurant_Balmhorn_Leukerbad.html" target="_blank">Restaurant Balmhorn</a></li>
<li>Relax-Ganzkörpermassage bei Christina Schmid (Schmied?), ebenfalls  bei Lindner</li>
</ul>
<p>Vor allem erwähnenswert ist die Tatsache, dass ich mich in einem  Schweizer Kurort zum ersten Mal nicht als Fremdkörper mit Kreditkarte,  sondern als gern gesehener Gast fühlte: durchs Band weg freundlichstes,  nicht arschkriechendes Personal, das flexibel und kundenorientiert  Wünsche zu erfüllen sucht.</p>
<p>Liebe Leukerbaderinnen, liebe Leukerbader: jederzeit wieder!</p>
<h3>Fusskalender</h3>
<p>Letzthin, da haben Hase und ich übrigens noch was herausgefunden:  anhand meiner Füsse kann man nämlich sofort erkennen, welche Jahreszeit  ist! Und das geht so:</p>
<ul>
<li>Wenn sie himmelschreiend stinken, aber optisch blitzblank sauber  sind: <strong>Winter</strong></li>
<li>Wenn sie einigermassen sauber sind und nur wenig stinken: <strong>Frühling</strong></li>
<li>Wenn sie dauernd vor Dreck strotzen und nur leicht müffeln: <strong>Sommer</strong></li>
<li>Wenn sie total verdreckt sind und stinken wie Sau: <strong>Herbst</strong></li>
</ul>
<p>Ich kann gar nicht genug betonen, wie praktisch so ein Talent  ist.</p>
<h3>Sie wollen alle nur deine Deppenenergie!</h3>
<p>Letzthin, es war schon etwas spät, da lief auf dem Bildschirm neben mir der Film «Monsters Inc.». LeserInnen, die sich hin und wieder auch für Populärkultur interessieren und sich nicht ausschliesslich auf intellektuellen Profitcentern wie der Daumenschraube aufhalten, werden den Film kennen. Für alle anderen hier die Zusammenfassung:</p>
<blockquote><p>Monster bauen Atomkraftwerk, aber mit Kindern statt Brennstäben. Saugen die Energie ab, die von erschreckten Kindern ausströmt. Revolution, Umsturz, Randall ist eine schleimige Ratte! Sully und Mike finden heraus, dass Kinder noch viel mehr Energie produzieren, wenn sie lachen. Sully und Mike werden die Helden der Monsterwelt – the Happy End.</p></blockquote>
<p>Mal ganz abgesehen davon, dass der Film mit glühenden Nadeln in einem uralten Trauma von mir herumpult (ich bin immer noch beleidigt, weil ich als Kind niemals eine nächtliche Monster-Vorstellung in meinem Zimmer hatte, weder in der Schocker-, noch in der Lacher-Version, dabei wäre ich mit beiden total glücklich gewesen), hat er mich auch zum Nachdenken angeregt.</p>
<p>Und zwar, so dachte es mir, wenn es denn möglich wäre, dass man Lachen und Weinen zu Energie umwandeln kann, wäre es dann nicht auch möglich, Dummheit zu Energie umzuwandeln? Könnte man nicht einfach Leute unglaublich viel Dummbatz erzählen lassen, die Deppen-Energie, die dabei entsteht, abziehen und in Strom aus der Steckdose transformieren? Könnte man nicht Deppenkraftwerke (DKW) bauen?</p>
<p>Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr kam ich zur Überzeugung, dass das eigentlich gehen müsste. Flauschemonster lügen schliesslich nicht. Und auf einmal fiel es mir wie die verdammten Schneeflocken, die jetzt dann endlich für eine Weile aus meinem Gesichtsfeld verschwinden, aus dem Hirn: es ist noch viel, viel schlimmer.</p>
<p>Meine Erklärung: es sind die Ausserirdischen. Eine furchterregende Verschwörung</p>
<p>Ich meine, schaut euch doch nur mal an, wie Tempel, Minarette und Kirchtürme sowie andere Horte der Dummheit gebaut sind. Immer hoch zum Himmel ragend, immer hat es oben irgendwas, das an eine Antenne erinnert. Immer wird zum Bau von solchen Gebäuden Metall verwendet, gerne sogar Gold – bekanntlich ein ausgezeichneter Energieleiter! Und gerne verweisen die Erbauer solcher Dinger darauf, dass der Ort ihres Bauwerks ein bekannter «Kraftort» (sic!) sei. Durchschaubarer geht ja wohl kaum mehr!</p>
<p>Klar, vor allem die göttliche Fraktion will uns beruhigen, will uns einreden, ja, der Energiefluss, der finde tatsächlich statt (sie leugnen es ja nicht mal!), allerdings in umgekehrter Richtung: von Gott zu den Gläubigen. Aber sicher doch. Wenn dem so wäre, müsste man Kirchen ja nicht aufwändig mit höchst irdischer Energie beheizen und beleuchten. Verarschen kann ich mich selber.</p>
<p>Nein, wer offenen Auges durch die Welt geht erkennt: hier sind finstere Mächte am Werk. Die Deppenenergie von Tausenden von ahnungslosen Gottesdienstbesuchern wird jeden Sonntag schonungslos abgesaugt, katalysiert und zu den Sternen hochgeschickt. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass intergalaktische Energietransferabkommen bestehen, mit einem klingonischen Leuenberger in der Kommission, der auf Klingonisch &#8220;ääääääääääh&#8230;.!&#8221; sagt. (Momentan kommt aus den katholischen DKWs etwas weniger Stoff, das wird aber durch den komprimierten Dummbatz, der in der Zentrale in Rom produziert wird, locker wieder ausgeglichen.)</p>
<p>Man kann den Leuten nur empfehlen, sich vor jedem Kirchbesuch Alufolien-Hüte aufzusetzen. Oder einfach aus der Kirche auszutreten. Müssen ja nicht unbedingt jedesmal Kinder gequält werden, damit bei den Schäfchen Denkprozesse ausgelöst werden.</p>
<p>Finde ich jetzt persönlich.</p>
<h3>Ja, eben&#8230;</h3>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p>Also, endlich zum Thema – die zehn Gebote. Warum, so fragt ihr euch jetzt sicher, warum braucht es diese? Sind die alten nicht schon völlig ausreichend? Sind wir nicht schon sowieso total überreguliert, zB bezüglich dem Pissen im Stehen, wie der Londoner Stapi meint?</p>
<p>Das mag schon so sein, erwidere ich solchen Fragern in der Regel. Aber man kann doch die zehn Gebote mehr oder weniger  zusammenfassen unter: die Verfasser haben sich wirklich Mühe gegeben und das Ergebnis sieht jetzt auf den ersten Blick so ganz OK aus, es ist aber einfach weder innovativ noch wirklich brauchbar. Da haben die judochristilimischen zehn Gebote also eine gewisse Ähnlichkeit mit dem iPad.</p>
<p>Und zur Überregulierung sage ich nur soviel: ich habe jahrelang unter einem Spanier gewohnt. Das taugt jetzt als Argument noch überhaupt nichts, auch nicht die Tatsache, dass ich ihn in fünf oder sechs Jahren genau einmal mit eigenen Augen gesehen habe. Aber dass er jeden Morgen, pünktlich um drei Uhr dreissig, geschätzte fünf Hektolikter Urin aus &#8211; ebenfalls geschätzten &#8211; zwanzig Metern Höhe in die Kloschüssel prasseln liess, das taugt insofern als Argument, als dass ich zu dieser Zeit, wegen diesem Spanier, mit fliegenden Fahnen für so ein Verbot, wie es der Londoner Stapi in der Schweiz zu geben meint, gekämpft hätte.</p>
<p>Obwohl ich ja sonst gegen Spanier als solche gar nichts habe.</p>
<p>Wir sehen an diesen beiden Punkten: was die Menschen wollen und dringlichst benötigen ist ein Regelwerk, das sie einfach durchs Leben geleitet. Das ihnen Anweisung und Leitplanke bietet, sie sicher durch die stürmischen Wogen des Alltags schifft und zielgenau in den Hafen der Glückseligkeit führt. Die Menschen brauchen etwas, an dem sie sich festhalten können &#8211; gerade in harten Zeiten wie diesen. Da wäre auch sicher der Spanier dankbar gewesen für. Oder der Popel in Rom.</p>
<p>So, genug der vielen Worte, hier sind sie also, exklusiv auf Daumenschraube.ch, für alle Spanier und Nicht-Spanier sowie Spanier im Herzen und Nachfolger der Spanischen Inquisition, die zehn Gebote des Dschango Beinhart!</p>
<blockquote>
<h3>Die Zehn Gebote des Dschango Beinhart</h3>
<ol>
<li>Versuche doch bitte, wenn immer 	möglich, dir und deiner Umgebung gegenüber kein allzu grosses Arschloch zu sein.</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
<li>Siehe 1</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Ualah. Und nun gehet hin und seid gute Menschen.</p>
<p>Amen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie jetzt? Schon wieder Frühling?</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 00:09:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzthin hat der Schweizer Souverän (sowie seine Souveräne) ja den Tierschutzanwalt wuchtig verworfen. Es ist halt so, dass des Eidgenossen liebstes Tier das Kotelett ist und selbiges am artgerechtesten in der Pfanne gehalten wird. Simple Fakten des Lebens. Letzthin im Büro hatte ich aber mit dem neuen Coder-Gspändli eine Diskussion über Guinness. Nämlich, dass dieses schöne Getränk, von dem sich in Irland ganze Familien schon seit Generationen mehrheitlich ernähren,  hierzulande gleich vierfach vergewaltigt wird:</p>
<ul>
<li>Es ist hier nur in der Memmen-Version &#8220;Draught&#8221; erhältlich</li>
<li>Es wird gerne in Büchsen kredenzt, mit so einer grausligen Gummikugel drin (soll wohl das Überschäumen verhindern)</li>
<li>Es wird hier ungern bei mehr als molligen 4° Celsius ausgeschenkt</li>
<li>Um das Büchsen-Feeling zu verschwammen, setzt man in hiesigen Gaststätten das aus der Hülse ins Glas gestürzte Bier auf einen Mini-Vibrator, welcher dann dem Guinness aus der Dose zur arttypischen, schaumigen Krone verhilft.</li>
</ul>
<p>Man kann das oben zusammenfassen mit: schmeckt voll Scheisse.</p>
<p>Und daraus entwickelte sich dann die Idee: wir lancieren einen <strong>Bier</strong>schutzanwalt! Der dann von Pub zu Pub geht, mit einem Thermometer in der Hand, und überprüft, ob alle Biere auch artgerecht gehalten werden. Dieser Anwalt müsste gleichzeitig natürlich auch Kläger, Richter und Henker sein können &#8211; wir dulden keine Toleranz gegenüber Bierquälern!</p>
<p>Das Traurige an der Sache ist: käme so ein Seich an die Urne, das Verhältnis Ja/Nein wäre wohl gerade umgekehrt wie beim Viecheranwalt.</p>
<h3>Die ollen Katholen</h3>
<p>Jaja, die Mutter aller Kirchen ist mal wieder am Pranger. War ja alles in den Medien, Kindsmissbrauch hier und da, grosses Drama, die Obrigkeit hält sich mit systeminterner Kritik nobel zurück, unterstützt die Täter und fordert von den Opfern Initiative, die verklemmte Haltung zur Sexualität ist sicher nicht der Grund, neineneineinen, also alles wie gehabt. Wäre da nicht ein gewisser Bischof Mixa, der meint, diese Vorfälle wären auch Ergebnis der &#8220;<a href="http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1385658/Bischof-Mixa-Kindesmissbrauch-auch-Folge-sexueller-Revolution.html" target="_blank">sogenannten sexuellen Revolution</a>&#8220;.</p>
<p>Seltsam, wie eine gesellschaftliche Entwicklung just in der Institution, die sich dieser Entwicklung seit jeher am vehementesten entgegenstemmt hat, ihre reichste Blütenpracht entfalten kann.</p>
<h3>Confessions of a Stupid Old Man</h3>
<p>Apropos traurig: da war ja neulich im TagiMagi ein Artikel über den Peter Bichsel, der nur noch als Karikatur seiner selbst auftritt (die Parodie von Mike Müller wirkt mittlerweile echter als das Original). Ganz besonders witzig ist der Bichselsche Gottesbeweis, den ich hier in verkürzter Form wiedergebe:</p>
<ul>
<li>Prämisse 1: In Solothurn lebt ein vom Leben und sich selbst enttäuschter alter Mann, der früher mal ganz OK geschreibt hat.</li>
<li>Prämisse 2: Dieser alte Mann bringt es nicht auf die Reihe, aus eigenem Antrieb Lebenssinn zu entwickeln, sondern meint, dass dieser Sinn ihn gefälligst in einer Beiz anspringen solle.</li>
<li>Prämisse 3: Der alte Mann weiss zwar nicht, ob er an Gott glaubt, braucht ihn aber, um Sinn zu schaffen und damit sich der Bichsel noch auf etwas freuen kann.</li>
<li>Logische Schlussfolgerung: Gott existiert!</li>
</ul>
<p>Lieber Peter, such dir doch ein Fumoir und bleib da drin, bis die Asche, die du produzierst, von dir selbst nicht mehr zu unterscheiden ist. Die Tour de France findet ihren Weg über den TV auch ins Flora &#8211; da musst du nicht unbedingt einen Dokumentarfilmer bis in ein Pariser Hotelzimmer mitschleppen.</p>
<h3>Evi löst das Problem der Jugendgewalt</h3>
<p>Mittlerweile weiss man ja, wo das Hauptproblem der Jugend zu verorten ist. Es ist nicht die Unwilligkeit der Politik, massiv in Bildung zu investieren. Es ist auch nicht die krude Auffassung von Integration, die hierzulande gepflegt wird (&#8220;lasst sie einfach alle kommen, es wird ihnen derart gefallen hier, dass sie sich von selbst integrieren&#8221;). Und natürlich ist auch nicht der Leistungsdruck schuld, nicht der alltägliche Medienwahn, nicht die fehlenden Zukunftsperspektiven. Es liegt nicht daran, dass wir als Gesamtgesellschaft kein Bild davon haben, wohin wir uns entwickeln sollen und auch nicht daran, dass die einzigen Führerfiguren, die wir haben, wirklich das sind: führende Figuren.</p>
<p>Nein, Schuld an allem sind Killerspiele.</p>
<p>Schon nur das Wort: ich kenne Kartenspiele, da spielt man mit Karten. Ich kenne Brettspiele, die spielt man mit Brettern. Gesellschaftsspiele werden in Gesellschaft gespielt, Geschicklichkeitsspiele benötigen Geschicklichkeit. Und Killerspiele? Benötigt man da Killer dazu? Spielt man diese mit anderen Killern? Oder dient der Killer gar als Spielfeld? Man weiss es nicht.</p>
<p>Obwohl also eine gewisse Unschärfe bezüglich dieses Begriffs besteht, ist man sich darüber einig, dass solches verboten gehört. Wegen den Kindern. Und ja, nicht nur für Kinder verboten, sondern für alle. Weil es ja bekanntlich allen Kindern schadet, wenn ein Erwachsener zum Zwecke des Zeitvertreibs auf animierte Pixel schiesst. Das Statement von Rolf Schweiger in 10vor10, das betreffe ja sowieso nur ein paar tausend Leute, die Einschränkung der Freiheit sei hier also zumutbar, finde ich schon noch bemerkenswert, vor allem von einem FDPler. Wieviele Millionäre gibt es in der Schweiz? Nur ein paar tausend? Warum beschlagnahmen wir denen nicht ihr Prvatvermögen und senken dafür die Steuern für alle anderen? Sind ja nur ein paar tausend, die Einschränkung deren persönlicher Freiheit ist hier also, da der Gesamtgesellschaft förderlich, durchaus zumutbar. Und denkt endlich mal jemand an die Kinder?!?</p>
<p>Dschango denkt natürlich an die Kinder. Und er weiss, dass heutige Kinder ihren Erziehungsberechtigen in technologischer Hinsicht weit voraus sind. Die Tatsache, dass sich ein in der Agglomeration amtierender und vom Zufall in die Politik gespülten Lehrer von einem Verkaufsverbot davon abhalten lässt, ein &#8220;Killerspiel&#8221; zu spielen, beweist nur, dass der Lehrer eine vorgestrige Nulpe ist. Es gibt kein Spiel, keinen Film und kein Buch, das heute nicht innert Minutenfrist auf die heimische Festplatte gesaugt werden kann. Minimales technisches Verständnis vorausgesetzt, das bei der Zielgruppe (Kinder) vorhanden ist, bei den Bedenkenträgern aber komplett fehlt.</p>
<p>Und da ja das Kinder-Argument immer verfängt: wieviele Kinder sterben jedes Jahr durch den Strassenverkehr? Wieviele Kinder und Jugendliche werden jedes Wochenende in den Entnüchterungszellen eingeliefert? Muss die Konsequenz nicht sein, dass man Autofahren und Alkohol verbietet, um die armen, armen Kinder zu schützen? Und wenn wir Gewaltverherrlichendes und Intolerantes konsequent verbieten wollen: wo ist der Bann für die Bibel? Für den Koran? Das SVP-Parteiprogramm?</p>
<p>Ja, noch wegen SVP&#8230; obwohl ich mir jetzt wohl einen Monat lang die Hände zwangswaschen muss: der Führerlehrling Erich J. Hess setzt sich in einem überparteilichen Kommitee dafür ein, dass dieses Verbot nicht durchkommt. Und vorgestern im 10vor10 hat er fast intelligent gewirkt, wie er da seinen auswendig gelernten Satz aufgesagt hat. Ist ein bisschen wie beim Matthias Stürmer, der einerseits als von mir hochgeschätzter Kämpfer für Open Source Software agitiert, andererseits aber auch ein Jesus-Fundi mit gesellschaftlichen Ansichten aus der Bronzezeit ist.</p>
<p>Hat eben alles zwei Seiten. Mindestens.</p>
<h3>Die grössten Kritiker der Elche&#8230;</h3>
<p>&#8230; waren früher selbst mal welche, so sagt bekanntlich der Volksmund, der ja immer recht hat. Sagt ihrerseits zumindest wieder die SVP, die aber im Moment ein grosses Problem hat: wie macht man dem unfehlbaren Volk klar, dass man zwar einen Haufen Abzocker in den eigenen Reihen hat, deshalb eigentlich gegen jegliche regulative Eingriffe in die Wirtschaft ist, sich aber gleichzeitig gegen die Linke positionieren muss, die blöderweise ein recht populäres Anliegen bereits seit gefühlten zwei Milliarden Jahren predigt, das von der SVP, andererseits, wiederum seit gefühlten vier Milliarden Jahren, verlacht und verhetzt wird, wie also macht man diesem Volk weis, dass man doch auch irgendwie gegen Abzockerei in der Wirtschaft ist? Ganz einfach: man nimmt denjenigen Herrn, der in den 90ern das Mantra des &#8220;mehr, mehr, mehr!&#8221; erfolgreich in der Schweiz eingeführt hat, schliesse diesen mit dem nicht wirklich mit Intelligenz und politischem Gespür gesegneten Initianten der Abzocker-Initiative eine Woche lang in einen fensterlosen Raum, und voilà, schon haben wir:</p>
<ul>
<li>eine eigentlich sinnvolle Initiative, die ständig davor bedroht ist, zurückgezogen zu werden</li>
<li>einen Gegenvorschlag, der in den Erweiterungen interessant, im Kern aber jämmerlich ist</li>
<li>einen gescheiterten Alt-Bundesrat, der endlich mal wieder Auftritte im TV bekommt und sich als (millionenschwerer, aber egal) Paulus und volksnahen Kümmerer aufspielen kann.</li>
</ul>
<p>Es kann einfach nur Gewinner geben. Genau wie bei der Sicherheits-Initiative, die von Philippe &#8220;was tut der eigentlich genau?&#8221; Müller erfolgreich aufgegleist wurde und an der Urne jämmerlich gescheitert ist. Am Montag nach der Abstimmung fühlte sich der Dschango dann im komplett falschen Film, weil sowohl Müller als auch die Medien die Ablehnung der Initiative als Sieg für Müller werteten.</p>
<p>Und in neun Tagen sind Grossratswahlen im Kanton Bern. Am liebsten würde ich mich schon heute ins Koma saufen.</p>
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		<title>Eintopf mit Genudel</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 21:08:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist beinahe schon Realsatire: Zwei Drittel der Redaktion befinden sich momentan im Überlebenskampf mit einem Arbeits-Tsunami, während das dritte Drittel den Kopf im Arsch des Winters stecken hat und kaum wieder raus bringt. Daumenschrauben wo man hinschaut, ob Wirtschaft oder Wetter.
Egal, denn die Welt dreht sich weiter.
Zum Beispiel wurde letztes Wochenende abgestimmt. Keine Überraschungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist beinahe schon Realsatire: Zwei Drittel der Redaktion befinden sich momentan im Überlebenskampf mit einem Arbeits-Tsunami, während das dritte Drittel den Kopf im Arsch des Winters stecken hat und kaum wieder raus bringt. Daumenschrauben wo man hinschaut, ob Wirtschaft oder Wetter.</p>
<p>Egal, denn die Welt dreht sich weiter.</p>
<p>Zum Beispiel wurde letztes Wochenende abgestimmt. Keine Überraschungen so weit, aber das Resultat beim Tieranwalt hat mich dann doch ein wenig geknickt. Offenbar ist die &#8220;aufgeklärte&#8221; Menschheit noch nicht reif dafür, sich vom Menschen-zentrierten Weltbild zu lösen und auf Augenhöhe mit Tieren zu leben. Schade, wieder eine verpasste Chance mehr, denn die Tiere hätten es wahrlich nötig und sind es allemal wert.</p>
<p>Ein Skandälchen könnte sich bei den scheints extensiven Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bei den Hells Angels abzeichnen. Man findet offenbar nix von Relevanz, jedenfalls nicht im Vergleich mit den Deutschen Gesinnungsbrüdern. Finde ich aber gar nicht so schlimm. Und deppert sind solche uniformierten und durchorganisierten Töffbubenclans sowieso. Oder, um es mit Janis Joplin zu sagen: <em>Freedom&#8217;s just another word for nothing left to loose.</em></p>
<p>Zitat des Tages:<em> &#8220;So schön kann Gewalt sein!&#8221;.</em> Und <a href="http://www.gameswelt.ch/articles/reviews/6309-God_of_War_III/index.html" target="_blank">so witzig und geistreich</a> kann Videogame-Journalismus sein. Es geht immer nur um Kontext, Baby.</p>
<p>Last but not least meine Empfehlung des Tages für das elektronischen Klängen zugeneigte Ohr. Gepflegten Drum&#8217;n'Bass aus aller Welt gibt es bei <a href="http://www.bassdrive.com" target="_blank">bassdrive.com</a>, meinem Lieblingssender der Stunde. Ob beim Schreiben oder Zocken, die DJs wissen mich immer wieder zu verzaubern.</p>
<p>E guete.</p>
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		<title>Brechreiz</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 18:25:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer und immer wieder die katholische Kirche. Das ist kein Zufall. Bei der Durchlese dieses Interviews habe ich kurz mal das kalte Kotzen bekommen.
Diese Institution ist wirklich mit bemerkenswerter Konsequenz dabei, sich selbst zu demontieren. Jetzt bitte bloss nicht aufhören, dann erlebe ich vielleicht auch noch das Ende der Katholen und überhaupt der Religionen als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer und immer wieder die katholische Kirche. Das ist kein Zufall. Bei der Durchlese <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,676720,00.html" target="_blank">dieses Interviews</a> habe ich kurz mal das kalte Kotzen bekommen.</p>
<p>Diese Institution ist wirklich mit bemerkenswerter Konsequenz dabei, sich selbst zu demontieren. Jetzt bitte bloss nicht aufhören, dann erlebe ich vielleicht auch noch das Ende der Katholen und überhaupt der Religionen als evolutionsbiologisch völlig, komplett, so was von obsoletes Element aus der Vergangenheit.</p>
<p>Ich ertrage es nicht, wenn sich Arroganz (der Anspruch auf Gottgleichheit fällt der Einfachheit halber auch in diese Kategorie), Unwissen, Unfähigkeit und Deckung bis in die höchsten politischen Kreise auf so hässliche Art und Weise vereinen.</p>
<p>Daumenschrauben auf Kosten des Hauses für alle Erwähnten, ultra tight und mit dem extra Dreh. Echt jetzt.</p>
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		<title>Vom Problem der Problembefreitheit</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 09:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nasse Magnussen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe ein Problem. Zugegeben, es ist ein zutiefst philosophisch anmutendes Problem. Oder anders gesagt: Die Abwesenheit von grösseren Problemen in meinem Leben führt zu einem neuen Problem. Denn die Wahrnehmung von Glück definiert sich ja bekanntermassen nicht durch die Abwesenheit von Problemen oder Herausforderungen, sondern viel eher durch die Bewältigung von Herausforderungen oder dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein Problem. Zugegeben, es ist ein zutiefst philosophisch anmutendes Problem. Oder anders gesagt: Die Abwesenheit von grösseren Problemen in meinem Leben führt zu einem neuen Problem. Denn die Wahrnehmung von Glück definiert sich ja bekanntermassen nicht durch die Abwesenheit von Problemen oder Herausforderungen, sondern viel eher durch die Bewältigung von Herausforderungen oder dem Erreichen von Zielen. So weit die Theorie und der aktuelle Stand der Glücksforschung.</p>
<p>Was tun, wenn man durch einen zusammenhängenden Fluss von mehr oder weniger gelungenen Unternehmungen eben quasi problembefreit dasteht? Man sieht sich um. Sucht das Haar in der Suppe. Regt sich über Nichtigkeiten auf, denn zu viel Harmonie schlägt aufs Gemüt. Und ganz wichtig: Man muss konsequent das bescheiden vorhandene Konfliktpotenzial aufs maximalste ausreizen.</p>
<p>Das tat ich und es kam genau <em>nichts</em> dabei heraus. Sogar das bescheidene Konfliktpotenzial in meinem Leben reicht nicht für eine schöne, ausgewachsene Kontroverse in meiner sonst so wechselhaften Gefühlswelt. Nicht einmal das jährlich wiederkehrende Un-Thema WEF kann mich aus den Socken hauen, geschweige denn das neue iPad von Apple. Beides sehr schlimm, aber nicht schlimm genug, um mich aus meinem wogenden Meer von Beziehungsharmonie und beruflichem Gelingen rauszuziehen. Next, please.</p>
<p>Hat jemand <em>Haiti</em> gesagt? Sorry, viel zu weit weg. Ausserdem kümmern sich da schon unsere Kollegen aus Hollywood und von der Glückskette darum. Das Klima? Wird dauernd mit dem Wetter verwechselt und ist auch sonst irgendwie ungeeignet für eine grössere Verstimmung. Die xenophobe Schweiz? Man gewöhnt sich irgendwie an alles, zumindest so lange man selbst bleichgesichtig durch dieses Land latscht. Religion und der Islam im besonderen? So lange kein Filmemacher oder Zeichner von einem durchgeknallten Muslim abgeschlachtet wird, wohl kaum.</p>
<p>Es hilft aber auch rein gar nichts, da muss ich wohl durch. Merde.</p>
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		<title>Die bunte Welt des Dschango B.</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 12:51:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jetzt müsst ihr euch alle an den Stühlen festhalten, weil jetzt kommt der Hammer: der Dschango ist seit dieser Woche eidgenössisch attestierter Berufsbilder. Huiiiuiui, jetzt sehe ich förmlich eine &#8220;WTF?!?&#8221;-Welle hierher schwappen. Ihr fragt euch jetzt sicherlich, wie das denn passieren kann, und ob jetzt dann eigentlich jeder dahergelaufene Zigeuner Jugendliche ausbilden darf.
Im Grunde genommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt müsst ihr euch alle an den Stühlen festhalten, weil jetzt kommt der Hammer: der Dschango ist seit dieser Woche eidgenössisch attestierter Berufsbilder. Huiiiuiui, jetzt sehe ich förmlich eine &#8220;WTF?!?&#8221;-Welle hierher schwappen. Ihr fragt euch jetzt sicherlich, wie das denn passieren kann, und ob jetzt dann eigentlich jeder dahergelaufene Zigeuner Jugendliche ausbilden darf.</p>
<p>Im Grunde genommen kann man die letzte Frage mit einem klaren  &#8220;Ja!&#8221; beantworten. Viel mehr als die Fähigkeit, während 40 Lektionen nicht extrem negativ aufzufallen, braucht man nämlich nicht, um im Kanton Bern Berufsbilder zu werden. Das schweizerische Berufsbildungssystem ist in seiner Niederschwelligkeit bezüglich den Ausbildern so sympathisch wie irritierend und ich muss zugeben, ich hätte nie gedacht, dass das System tatsächlich so funktioniert. Aber es tut es offenbar seit ungefähr viertausend Jahren.</p>
<p>Überhaupt nicht funktionieren tut momentan aber irgendwas auf Haiti &#8211; keine Angst, wir rufen jetzt nicht auch noch zu Spenden auf, gebt das Geld besser für ein Blümli für den Hasen oder für irgendein Sexspielzeug aus. Da haben die Haitianer nämlich genausowenig von. Aber mir ist aufgefallen, dass <a href="http://newshopper.sulekha.com/hotteline-lozama_photo_1129277.htm" target="_blank">da eine Frau nach zig Tagen ausgegraben wurde</a>. Also nicht das ist mir aufgefallen, weil, das steht ja momentan fast jeden Tag in irgendeiner Zeitung, dass auf Haiti eine Frau ausgegraben wurde oder gerade ausgegraben wird, nein, aber der Name der Frau ist mir aufgefallen und ich habe mir geschworen: falls mir irgendwann eine Tochter geboren werden sollte, sie müsste den Namen &#8220;Hotteline&#8221; tragen, ob sie wollte oder nicht, ob mir das Jugendamt im Nacken hängen würde oder nicht, schniezpupsegal.</p>
<p>Ja, mir ist auch klar, dass man den Namen wahrscheinlich als  &#8220;Ottlin&#8221; aussprechen täte, so mit französisch-stummem Asch. Würde ich aber nicht. Ich würde jeden Mittag &#8220;HOTTELIIIIIIIIINEEEEEEE!!&#8221; quer durchs Quartier schreien, mit extra stark betontem H, und ich würde mir einen Schranz in den Ranzen lachen, weil alle Nachbarn den Hals verdrehen würden, um zu sehen, welches arme Kind denn einen derart abgefahrenen Namen hat. Und Hotteline Beinhart würde zur Berühmtheit werden, nicht bloss, weil sie mit einem Natel in der Hand in einem Erdhaufen gefunden wurde, nein, sondern weil es die mit dem komplett verblödeten Vater ist, der seine Kinder nach haitischen Erdbebenopfern benamst. Und der bildet auch noch Lehrlinge aus, im Fall!</p>
<p>Es gäbe immerhin mehr zu reden als wenn ein Bundesrat mal wieder Gesicht und Eier verliert und vor der versammelten Presse den Hampelmann gibt. Aber halt, von der Béglé-Affäre wollte ich hier eigentlich wirklich nichts schreiben, weil auch wir bei der Daumenschraube haben gewisse Grenzen, was wir an Anti-Ästhetik unseren LeserInnen zumuten wollen. Oder eben nicht.</p>
<p>Da mache ich doch viel lieber ein bisschen auf Diashow und zeige euch, was mir die letzten Wochen so an lustigen Biudaleh vor die Linse gehuscht ist. Als erstes präsentiere ich euch, was die Bernischen Kornhausbibliotheken so ausgetüftelt haben, das meines Wissens einmalig in der ganzen Welt ist: in der Kornhausbibliothek kann man nämlich <em>Bücher verlängern</em>!</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2010/01/bücher-verlänger.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6629" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2010/01/bücher-verlänger.jpg" alt="" width="436" height="290" /></a></p>
<p style="text-align: left">Das mag funktionale Analphabeten jetzt total kalt lassen, für mich aber ist es der Stein der Weisen. Stellt euch vor, ihr seid an einem guten Buch, die letzten zwei Seiten vor euch, und spontan denkt ihr, ha, eigentlich könnte die Story gerne noch für ein paar hundert Seiten so weitergehen. Und ihr schnappt euch den Fernsprecher oder eine Internet-Röhre und verlängert das Buch ganz einfach um ein Kapitel oder zwei, schnell und unkompliziert!</p>
<p style="text-align: left">Gut, man müsste jetzt auch noch Bücher <em>verkürzen </em>können, weil einige Bücher schlicht zu lang sind. Ich vermute nämlich, dass beispielsweise die Bibel von ein paar über-enthusiastischen Literaturfreaks einfach ein paarmal zu oft verlängert wurde. Die Verkürzungs- komplementär zur Verlängerungsmöglichkeit wäre also durchaus angebracht, ich hoffe, dass sich die Kornhausbibliotheken da etwas überlegen.</p>
<p style="text-align: left">Es wäre nämlich auch sonst noch praktisch, wenn man Bücher verkürzen könnte. So wäre beispielsweise das neueste Buch von Hans Küng in der verbesserten, weil verkürzten Version nur noch dies:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left">Ich habe mein Leben mit dem Glauben an unsichtbare Freunde verschwendet und muss nun rechtfertigen, warum ich keinen nützlichen Beruf gelernt habe (zB beim Herrn Beinhart).</p>
<p style="text-align: left">Lobet den Herrn!</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left">Es wäre alles viel, viel einfacher, ehrlich.</p>
<p style="text-align: left">Ich kam in den letzten Wochen übrigens ab und zu in Spiez vorbei, das ist da diese flotte Party-Metropole am Thunersee. Es ist ein spassiges Käffchen, wirklich. Nicht nur, dass man dort den Jesus-Fisch sogar am Schaufenster des Frisörs findet (habe mich leider nicht getraut, den zu fötelen, weil die haben schon so apokalyptisch raus- und den Dschango angeschaut, gruslig) oder dass man auf der Website der Gemeinde Werbung für <a href="http://www.spiez.ch/fileadmin/images/2010/01jan/01pdf/kas.pdf" target="_blank">Fundi-Events</a> macht. Nein, man zeigt sich auch gerne kreativ, wenn es um die Benennung von Firmen geht:</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2010/01/pop-kaformatik.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6630" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2010/01/pop-kaformatik.jpg" alt="" width="484" height="726" /></a></p>
<p style="text-align: left">
<p style="text-align: left">Gut, wenn man jetzt eine Swingerbörse aufmachen würde, da wäre &#8220;Popnet&#8221; sicher der perfekte Name für. Tun sie aber nicht, die Popnetten, die tun nämlich nur Computer vertschutten und so. Von allen guten Geistern verlassen muss aber sein, wer für seine softwareentwicklungstechnischen Bedürfnisse eine Firma engagiert, die sich &#8220;kaformatik&#8221; nennt, das &#8220;ka&#8221; auch noch fein grafisch hervorgehoben. Für Nicht-Nerds: &#8220;KA&#8221; steht für &#8220;keine Ahnung&#8221;. Also im IT-Slang, ob das bei der Firma auch extra so gewählt wurde, weiss ich natürlich nicht.</p>
<p style="text-align: left">Ja, und zum Schluss möchte ich euch noch etwas mit auf den Weg geben, sozusagen mein Lebensmotte für 2010, gefunden am Bahnhof Stöckacker:</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2010/01/willst-du-ficken.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6632" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2010/01/willst-du-ficken.jpg" alt="" width="523" height="348" /></a></p>
<p style="text-align: left">In diesem Sinne noch ein erfreuliches Wochenende &#8211; und immer schön nett bleiben, gell?</p>
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		<title>Wir sind umgezogen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 17:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe mal im TV so eine Doku gesehen, von einer alten Frau, die an der Berliner Mauer (Seite Ost) gelebt hat. Keine Ahnung mehr, worum das genau ging, aber irgendwann hat die Frau mal gemeint, ja, sie habe noch nie woanders gewohnt als in dem Haus, in dem sie auch geboren wurde. Eigentlich ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mal im TV so eine Doku gesehen, von einer alten Frau, die an der Berliner Mauer (Seite Ost) gelebt hat. Keine Ahnung mehr, worum das genau ging, aber irgendwann hat die Frau mal gemeint, ja, sie habe noch nie woanders gewohnt als in dem Haus, in dem sie auch geboren wurde. Eigentlich ist sie auch noch nie aus Berlin herausgekommen. Trotzdem hatte sie in den letzten 70 Jahren sechs verschiedene Wohnadressen und mindestens drei verschiedene Staatsbürgerschaften, einmal war sie auch ein staatenloser Flüchtling.</p>
<p>Das klingt ja aus der Distanz ganz putzig. &#8220;Jaja, die guten alten Zeiten, wo man abends nicht mehr wusste, in welchem Land man morgen aufwacht, haha!&#8221; Blöd nur, wenn einem das selbst passiert. Wenn man irgendwann erwacht, aus dem Fenster sieht, alles schaut normal aus, und dann nimmst du die Zeitung in die Hand und merkst, hoppla, muss gestern wohl ziemlich abgegangen sein. Du hast keine Erinnerung mehr an den letzten Abend, aber irgendwas muss da vorgefallen sein, was in einen (höchstens halblegalen) Grenzübertritt in ein fernes, unbekanntes Land mündete. Zumindest ist es nicht möglich, heute, nach einem Blick in besagte Zeitung, noch einen Zusammenhang herzustellen mit dem Ort, an dem man gestern einzuschlafen glaubte.</p>
<p>Und so geht es momentan mir. Das Land, das ich noch vor fünf Jahren in Diskussionen mit Verve verteidigt habe, dieses Land gibt es nicht mehr. Ich habe keine Ahnung, wo es hin ist, aber was sich da vor meinem Fenster breit macht, hat damit nichts mehr gemein.</p>
<p>Man hat ja übel Angst vor der Wirtschaftskrise gehabt, dass die dann den schönen Schweizer Reichtum wegspülen würde wie sonstwas, und dass man deswegen zB die UBS mit vielen, vielen Steuermilliarden, die beim chronisch kassenknappen Bund witzigerweise innert 24 Stunden zur Verfügung standen, sanieren musste. Oder auch beim Waffenexportverbot: dieselben SchweizerInnen, die sich solidarisch mit den Produzenten von Tötungsmaschinen zeigten und darauf pochten, dass eine Annahme die unglaubliche Zahl von (national, auf 10 Jahre) fast 1000 Arbeitsplätzen unrückbringbar zerstören würde, haben null Probleme damit, wenn 300 Druckereiangestellte zum Teufel gejagt werden. Oder wenn eine Sulzer ganze Werkhallen schliesst, dabei 54jährige Familienväter auf die Strasse stellt. Oder andere Firmen Kurzarbeit dazu nutzen, mühsame (sprich: gewerkschaftlich organisierte) Mitarbeitende sanft zu entsorgen.Weil, im Gegensatz zur Waffenindustrie, die sowas wie Artenschutz geniesst (analog der Schweizer Tabakproduzenten), müssen alle anderen halt wirtschaftlich denken. Vor allem im Bereich Human Resources. OK: eigentlich nur da.</p>
<p>Dazu passt ja ausgezeichnet, dass das Parlament nun diejenigen zur Kasse beten will, die auch tatsächlich für die Wirtschaftkrise verantwortlich sind: unter 30jährige Arbeitslose. Weil, das weiss man ja: Arbeit gibt es genug hier, man muss die Leute nur dazu zwingen. Weg vom Staat, der für alle sorgt, hin zur nach marktwirtschaftlichen Kriterien geführten Staats-AG mit jährlicher Dividendenausschüttung, hin zum Gelobten Land des neoliberalen Sozialdarwinismus, weil ja schliesslich alle können, wenn sie nur wollen. Interessant ist vielleicht, dass halt oft diejenigen bestimmen, die bereits seit Generationen haben und dementsprechend gar nicht mehr wissen, wie es ist, zu müssen, geschweige denn zu können. Aber das ist wohl zu sozialromantisch gedacht.</p>
<p>Das einzige, was ich von der Wirtschaftskrise tatsächlich spüre, ist eine massive populistisch-politische Radikalisierung der Bevölkerung, zusammen mit einer unglaublichen Entsolidarisierung derselben. Klar, die Politik macht es vor: alle müssen ihren Wert gegenüber der Gesellschaft erarbeiten, kennen und kommunizieren. Wenn wir uns zB Behinderte halten, dann wollen wir auch einen Mehrwert dafür, selbiges gilt für Bären, und wir goutieren es uhuere nicht, wenn die sich gegenseitig amüsieren und uns aussen vor lassen. Wir haben nichts gegen Arbeitslose, auf keinen Fall, auch nicht gegen Muslime. Aber wenn erstere anfangen, trotz Arbeitslosigkeit zufrieden zu sein, oder letztere anders und trotzdem sichtbar, dann gibt es Probleme hier. Weil so mögen wir unsere Arbeitslosen und Muslime: mit gesenktem oder gehetztem Blick und möglichst unsichtbar. Und wenn sichtbar, dann gefälligst dankbar dafür, dass wir sie &#8220;tolerieren&#8221; und nicht zum Abschuss freigeben.</p>
<p>Ja eben, wir sind umgezogen. Man nehme diesen Artikel als vorgezogene Adressänderungsmitteilung. Die neue Wohnadresse teile ich euch mit, sobald ich herausgefunden habe, in welches Land es mich verschlagen hat &#8211; die Schweiz kann es auf keinen Fall sein.</p>
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