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Knallcharge reloaded

Heute könnte es ein wenig länger gehen. Doch fangen wir von vorne an.

Unser nördlicher Nachbar verliert gleich zwei streitbare Figuren, die in den letzten Jahren die Deutsche Politik massgeblich geprägt haben.

Einerseits hätten wir den angekündigten Abgang der konservativen Krawallbraut Gabriele Pauli, die den Stoiber Edi mit einem gut gesetzten Tritt vors Schienbein zum straucheln, dann letztendlich zu Fall gebracht hat. Das war allerdings zum grossen Teil alles, was die Dame an politisch relevantem für das Land hervorgebracht hat. Immerhin. Wir sagen tschüss, prost und wünschen viel Spass bei den zukünftig wohl vermehrten Ausritten mit ihrer Ducati Monster.

Andererseits hat Roland Koch angekündigt, seinen Bettel hinzuschmeissen. So wie es aussieht wurde er von der strategisch wieder mal griffigen Angie langfristig ins (bundespolitische) Abseits befördert, was diesen reaktionären und verbal gelegentlich haarscharf am Faschismus vorbeischrammenden Hardliner unter anderem wohl zum Rücktritt bewegt hat.

Natürlich will er seine Hackfresse auch zukünftig nicht im Zaum halten, das freut die konservative Klientel in Hessen und womöglich auch darüber hinaus. Nun gut, man muss halt auch wissen, dass man im schönen Hessen ja in Lokalzeitungen auch noch auf  Schwule eindreschen darf, ohne seinen Job als Provinzredaktor zu verlieren. Ist halt nicht alles Frankfurt, was den Löwen im Wappen hat.

Etwas ganz anderes hat Mark Gasson gemacht. Kurz zusammengefasst hat sich der Froscher einen Virus auf einem bei ihm implantierten RFID Chip (wir erinnern uns: Tiere und Produkte werden gerne mit diesem passiven System versehen) gepackt und ziemlich beeindruckend demonstriert, was bei dieser Technologie alles schief gehen kann.

Bei der nächsten Diskussion über Chip Implantate beim oder rund um den Menschen dürfte dieser Artikel einige gute Argumente für Gegner dieser Technologie bereit halten. Ich habe jedenfalls aufmerksam gelesen, denn die breite Diskussion um RFID hat erst begonnen.

Und dann dies: Eigentlich habe ich mir geschworen, dieses Thema sein zu lassen. Ich kann keine neuen Erkenntnisse bieten, geschweige denn einen konstruktiven Beitrag dazu liefern. Aber es muss raus.

Seit Jahren schon nerve ich mich immer wieder über Mitmenschen, die es nicht fertig bringen, sich im urbanen Raum anständig zu bewegen. Sei es beim Rangieren in öffentlichen Verkehrsmitteln, sei es beim Anstehen, halt dann, wenn grössere Menschenaufläufe abgefertigt werden müssen.

Heute war wieder einer dieser Tage, wo ich mich heimlich nach einem eigenen Auto sehne und in geistigen Bildern schwelge, in denen ich mich mit feiner Musik und geschlossenen Fenstern im Stau in meiner kleinen autistischen Autoblase entspanne. Natürlich mit einem automatischen Getriebe, da sind auch Krämpfe im Kupplungsbein Vergangenheit.

Ich liste die Knackpunkte in zeitlicher Reihenfolge auf:

  • Beim Umladen am Bahnhof stehen die wartenden Bus-Passagiere so rum, dass man als Aus- bzw Umsteiger über Bänke steigen muss, wenn man nicht über einen gefühlten Kilometer Umweg zur eigentlich nahe liegenden Destination machen will.
  • An der Wartestelle für den Bus ins heimische Gefilde ist es einer breiten Mehrheit offenbar nicht möglich so zu stehen, dass Passanten wenigstens halbwegs noch das Trottoir, das ja bekanntlich für den Fussgänger-Transfer bestimmt ist, artgerecht benutzen können.
  • Beim umladen des zweiten Busses dann das gleiche Spiel wie beim ersten Punkt. Zu dritt waren wir offenbar die einzigen, die das Drama erkannten und uns wenigstens Mühe gaben, den Aussteigern nicht im Weg zu stehen.
  • Im Bus selbst sass ich (beinahe 190cm, lange Arme und Beine, nur knapp genug Platz) wieder mal neben einem Dickerchen, das offenbar nicht in der Lage war, seine Beine auch nur annähernd so zusammen zu halten, dass sich unsere Oberschenkel nicht aneinander reiben. Da ich mein möglichstes bereits tat, bat ich um Nachsicht beim Sitznachbar. Ein abschätziger Blick war alles, was ich von dem Kohlenstoff-Bomber bekam.

An solchen Tagen macht man es mir sehr, sehr schwer, an das eigentlich dufte Konzept von öffentlich Verkehrsmitteln zu glauben. Es ist ja wie immer: Nicht das System ist das eigentliche Problem, sondern seine Teilnehmer, was dann leider auch auf das System abfärbt, zumindest in der Wahrnehmung.

Hiermit fordere ich den Führerschein für urbane Bewegung, wer den nicht schafft (Kranke, Behinderte, Alte und Kids mal ausgenommen) , darf das Stadtgebiet zur Rush Hour nicht mehr betreten. Oder man darf straffrei auf diese Idioten eindreschen. Echt jetzt.




Läckmer mit Handicap

Neulich hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mit dem gesamten Körpergewicht auf eine Hand zu fallen. Ohne fremdes Zutun notabene, und natürlich ging dabei auch etwas Knochensubstanz kaputt.

Immerhin ist es beruhigend zu wissen, dass ich mir für grosse Missgeschicke nach wie vor selbst genug bin. Andere Leute brechen sich ja beim Kampfsport oder bei näherem Kontakt mit Migrantenkindern irgendwelche Knochen.

Somit war ich die letzten zwei Wochen gut ausgelastet damit, meiner lieben Lebensabschnittsbegleiterin deutlichen Mehraufwand im Haushalt zu bescheren und meine gesamte Umwelt wissen zu lassen, wie behindert ich mich mit einem geschienten und eingebundenden Arm fühle.

Das erklärt auch einigermassen, warum ich so lange nichts geschrieben habe. Einhändig macht es einfach nicht so viel Spass. Wobei man ja froh sein kann, im Zeitalter der leichtgängigen Tastaturen zu leben. Man stelle sich mal vor, ich würde auf einer alten Olympia mit der schwachen Hand und dem Geier-Sturzflug-System meine Beiträge verfassen. Ein erbärmliches  Bild.

Apropos erbärmlich, ich bin immer wieder beeindruckt vom Mass an Selbstüberschätzung, dass Filippo Leutenegger an den Tag legt. Da gehört schon ein gehöriges Mass an Merkbefreitheit dazu, wenn ein solcher Vollpfosten für das Amt des SRG-Generaldirektors kandidiert.

Immerhin hat mich die Wahl von Roger de Weck etwas milde gestimmt, damit kann die Nulpe Walpen endlich mit gutem Gewissen weggetreten werden. Sogar der Roscheee hat seine Freude an der Wahl, und das will etwas heissen.

Wir sind jedenfalls gespannt darauf, wie sich die SRG ab dem nächsten Jahr entwickeln wird.




Sleep talkin’ Musigstubete

Zückt die Kleenex und strafft das Zwerchfell: Ein scheints sehr netter und zivilisierter Brite namens Adam sagt im Schlaf die derbsten Sachen und seine liebe US-Frau Karen bloggt es für die ganze Welt. Zu geil, echt jetzt.

Da können wir gleich noch eine Perle aus den roaring Eighties ausgraben, die thematisch wunderbar passt. Bühne frei für die übelst frisierten Romantics mit Talking in your sleep:




Hits from the Musigstubete

Himmel, was haben wir zu ihren Sounds abgenickt, jetzt sind die Irren aus South Gate wieder mit einem neuen Album zurück.

Ladies and Gentlemen, Vorhang auf für Cypress Hill:

Wir meinen: Man kann sich seine Rente auch würdeloser verdienen. Get ‘em up!




Zur Mitte, zur Titte, zum Sack – zack, zack!

Es ist, und da spricht jetzt der alte Sack mal wieder aus mir, schon nicht mehr so wie früher. Ich meine, wenn man ein derart hochintellektuelles Produkt wie die Daumenschraube betreut, das sich (vielleicht nicht nur, aber eben doch) der gepflegten Satire verschrieben hat, dann hat man es momentan nicht leicht.

Warum denn dies? Nun, das Stichwort ist “Realsatire”. Ich meine, ist es denn heute überhaupt noch möglich, reale Zustände überspitzt zu formulieren? Kann man überhaupt noch  Personen, Situationen oder Geschehnisse überzeichnen? Schlägt die Realität nicht schon lange jegliche Phantasie um Längen? Ich meine, ich weiss ja schon gar nicht, wo ich mit Beispielen anfangen soll. Also, vielleicht beim Herrn Doerig, der als Präsident der Credit Suisse fungiert. Weil, der Herr Doerig, der lässt sich im TagiBund mit den Worten zitieren: “Sie wissen ja nicht, was ich persönlich mit dem Geld mache”. Schon klar, man könnte Geld verheizen (wurde gerade in letzter Zeit öfters gemacht), man kann es (entgegen gewissen Indianerweisheiten) zu einer schmackhaften Mahlzeit verarbeiten, man kann es als Dämmmaterial verbauen oder man kann es, zu Blöcken geschichtet, als Ziegelsteinersatz verwenden. Von dem her bleibt ja schon eine gewisse Unklarheit in Bezug auf Doerigs Umgang mit Geld. Ich würde aber mal vermuten, dass er es, wie alle anderen Leute, früher oder später einfach ausgeben wird. Gut, im Fall von Herrn Doerig eher später (wenn überhaupt noch), aber egal.

Der Herr Doerig hat heute übrigens GV, was in seinem Alter meist nicht mehr Geschlechtsverkehr meint, sondern Generalversammlung. Das heisst, dass alle Leute, die Aktien von seiner sympathischen Familienklitsche gekauft haben, sich gemütlich im Hallenstadion besammeln und dann reihum den Helden auf der Bühne die Schultern klopfen. Also, eigentlich machen das die im Saal nicht, weil die sind im Grunde genommen in der Minderheit und in der Tendenz angepisst. Diejenigen, die mehrheitlich schulterklopfen, sind andererseits im Saal in der Minderheit (wenn überhaupt anwesend), real aber die absolute, unumstössliche Mehrheit. Da soll noch jemand durchblicken! Man kann zusammenfassen mit: ich möchte Herrn Doerigs Job nicht. Sex statt Millionensalär ist meine Devise, meinen Schef wirds freuen.

Auch so einen Job, den ich ums Verrecken nicht möchte, ist der vom Herrn Provopoulos, angestellt als Geissbock bei der Bank of Greece und bei der Europäischen Zentralbank. Bock zum Gärtner zum Bock, sag ich da nur, ohne das Populus jetzt allzu sehr provozieren zu wollen (Tusch!). Und wenn wir schon bei lustigen Namen bei der Zentralbank sind: wer zur Hölle, der noch alle Sinne beeinander hat, würde jemanden zum Präsidenten der Zetralbank machen, dessen Name verdammt nach “bschiisse” klingt? Die Europäer machen es uns mit Jean-Claude Trichet vor und uns erstaunt nichts mehr.

Ui, lustige Namen, letzthin habe ich in unserem Badezimmer übrigens ein Produkt entdeckt, das durch Hase seinen Weg zu uns gefunden hat. Es heisst “Frizz Ease” und ist gemäss der aufgedruckten Beschreibung dazu geeignet, aus Locken einen haarigen Wahnsinn zu machen. Es müssen tausende von Nobelpreisträgern bei der Entwicklung des Produkts beteiligt gewesen sein, wenigstens liest sich die Inhaltsangabe wie das Who Is Who des Chemiebaukastens. Und übrigens: man muss schon von Natur aus Locken mitbringen, Wellen reichen nicht aus für den Locken-Wahnsinn. Das hat auch Hase gesagt, nachdem ich mir eine halbe Flasche von dem Scheiss eingerieben habe, in der Erwartung, mir wachse jetzt dann gleich ein Afro. Und ja, sie hat dazu DAS GESICHT gemacht. Aber darum geht es gar nicht. Ich habe mir nämlich stattdessen überlegt, dass es noch recht heikel ist, ein Shampoo auf den Markt zu werfen, das mit der heute üblichen Lese- und Verständnisschwäche ganz gut als “Friss es!” gelesen werden könnte. Ich wette, es hat mal wieder niemand an die Kinder gedacht.

Ganz im Gegensatz übrigens zur katholischen Kirche, wo traditionell ganz, ganz viel an Kinder gedacht wird. Der Bischof Mixa beispielsweise, der hat früher mal wahnsinnig viel an Kinder gedacht, dann plötzlich hat er sie vergessen, und auf einmal sind ihm dann die Kinder wieder eingefallen. Beziehungsweise, der Mixa ist den Kindern eingefallen, die heute keine Kinder mehr sind. Und dann haben sie sich mal wieder getroffen, so auf ein Bier und eine Brezn, und hatten es ganz lustig miteinander. So lustig, dass der Mixa gefunden hat, es lange jetzt dann mal mit dem Bischofsein und er gebe jetzt den Hirtenstab mal wieder dem Ratzi, soll der doch einen noch Dümmeren finden.

Was macht eigentlich ein Bischof, wenn er in Rente geht? Ich meine, alte Buchhalter oder Cobol-Programmierer finden immer wieder eine Beschäftigung, auch greise Metzger und senile Ex-Bundesräte bringen wir unter, aber Ex-Bischöfe? Die sind ja schon zur aktiven Zeit zu kaum was nütze, ausser, dass sie dafür sorgen, dass die schönen Kleidchen regelmässig ausgelüftet werden. Und dass der stetige Strom von Austrittswilligen mittlerweile die Ausmasse einer Flutkatastrophe hat. Aber sonst? Kleriker wird man ja nicht, wie in anderen Berufen, weil man etwas besonders gut kann, sondern weil man eben genau gar nichts kann. Da sollte sich Frau Leuthard mal drum kümmern, nicht immer da um diese doofen Jugendlichen, die sowieso schon von der katholischen Kirche reichlich Zucker (o.ä.) in den Arsch geblasen kriegen.

Ja, die Frau Leuthard… die Arme stand ja recht belämmert da am Trottoir in Berlin, als das Merkel sie im (metaphorischen) Regen stehen liess. Auch so ein Job, den ich nicht wollte, Bundesrat. Erst lassen sie dich da stehen, dann schleckt dich die Merkel ab. Und dann muss man eine halbe Ewigkeit rumlaufen, während man vom Militär von einer Seite her mit unglaublich lauter Marschmusik beschallt wird. Und dann sagen die am Schluss auch noch, man sei ja voll die Freunde. Hallo?? Meine Freunde hole ich vom Zug ab, ich drücke ihnen nicht die Arme zusammen, während ich sie küsse und ich versuche auch, sie nicht mit akkustischer Kriegsführung mürbe zu kriegen. Nein, Bundesrat ist kein schöner Job. Oder so wie beim Merz: man wird einfach nicht verstanden. Die Welt ist einfach zu klein für einen Appenzeller Intellektuellen. Übrigens, wäre ich Appenzeller Tourismusdirektor, ich würde sofort den Slogan “Appenzell – intellektuell!” lancieren. Nicht, weil er zur Zielgruppe passen oder auch nur ansatzweise stimmen würde, aber ich finde, den Reim wäre es wert.

Aber wir waren ja beim Merz, weil die Welt ihn eben partout nicht verstehen will. So will es der Welt, dieser doofen Kuh, auch nicht in den sturen Grind, dass eine Biografie sich eben nicht zu stark auf die portraitierte Person fokussieren soll. Und, das muss ich sagen, hier verstehe ich den Hans-Rudolf mal. Es gibt schliesslich nicht Öderes, als wenn man, sagen wir mal, eine Biografie vom Napoleon liest, und auf vielleicht 1000 Seiten kommt dauernd nur Napoleon hier, Napoleon da, Napoleon blah-blah-blah. Vielleicht mal der erste, mal der zweite oder so, aber im Grossen und Ganzen voll der Gähn. Nach spätestens 20 Seiten denken doch eh alle, “uaaaaah, nicht schon wieder Napoleon, ich kann es nicht mehr lesen!” und legen frustriert das Buch zur Seite. Gut, eingefleischte Napoleon-Fans halten vielleicht bis Seite 100 oder so durch, aber da ist Herr Merz eben ganz Realist und kann es sich nicht vorstellen, dass es eingefleischte Merz-Fans gibt. Ich stimme ihm zu, dass es viel spannender ist, wenn jetzt, auch eher exemplarisch zu verstehen, in einer Ghandi-Biografie urplötzlich Richard Löwenherz auftritt. Oder Aliens! Eine Biografie ohne Aliens ist einfach kaum das Papier wert, auf das sie gedruckt wurde. Nackte Weiber müssen auch sein, und, um dem Ganzen noch so einen aufklärerisch-pädagogischen Touch zu geben, eine kurze Abhandlung über das bäuerische Bodenrecht in der Schweiz. Ein Sudoku wär auch fesch. Das wär mal eine Biografie, die sich gewaschen hat!

Achso, ja, stimmt ja, es waren ja auch noch Wahlen im Kanton Bern. Falls ihr da grad aufm Klo wart oder so, hier die Zusammenfassung. Postitives gab es wie folgt:

  • Die Jesus-Freaks (EVP, EDU) wurden abgeklatscht. Bringt offenbar doch was, wenn man diese Leute an die Öffentlichkeit zerrt und sie dazu bringt, ihre “christlichen Werte”, die sie sanft-säuselnd und um verständnisvolles Kopfnicken heischend als ihre Basis deklarieren, mal konrekt auszuformulieren.
  • Auch die FDP, wie obige Parteien mehr als politischen Einfluss suchende Sekte denn als Partei zu verstehen, hat links und rechts paar ans Gesicht gekriegt.
  • Rötlich-grünlich hält sich in der Regierung stabil

An Negativem gäbe es zu vermelden:

  • alles andere.

Ihr seht: nichts los in Satire-Land. Realität fressen Witz auf. Und dieser doofe Eierfallen-Vulkan hat zwar den weltweiten Flugverkehr lahmgelegen können, der Thiel, der nur wenige Kilometer weiter wohnt, lebt aber immer noch.

Was für ein Gott lässt sowas zu?!?




Katholen-Polonaise

Zwischendurch mal eine gute Nachricht aus dem Reich (sic!) der Katholen. Nachteil: Die nächste Tröte mit Dackelblick gen Himmel und Ministrant auf dem Schoss steht schon bereit.

Henusode.




Alles Asche

Kinder, was war das für eine irre Woche. Da muss unsereins erst mal tief Luft holen und sondieren, was jetzt abgefahrener ist: Die halbe Polnische Elite, die nach einem Flugzeugabsturz am nächsten Morgen am Frühstückstisch fehlt oder der Isländische Vulkan, der die Hälfte der Airlines an den Rand der Insolvenz und des Nervenzusammenbruchs bringt.

Doch eins nach dem anderen.

Die lieben Polen und ihre Lieblings-Zwillinge. Fast ein bisschen wie bei Schwarzenegger, vom Film in die Politik, nur viel bleicher und so was von staubtrocken, auf die Polnische Art halt. Nix mit Kalifornischem Sunneschii. Und dann die Reaktionen der Leute. Ich wähnte mich definitiv im falschen Film, als in den Nachrichten ein Pole mit stockender Stimme unter Tränen den Verlust des besten Präsidenten aller Zeiten beklagte. Dem hatte es wohl Vulkanasche ins Gehirn geschneit.

Nun gut, man muss auch das positive sehen. Es dürfte sich in Polen mit diesem Ereignis das eine oder andere politische Problem von alleine gelöst haben. Man denke nur an die Einführung des Euros, dessen grösster Widersacher, der Chef der Notenbank, ebenfalls im Flugzeug sass. Überhaupt, es ist wirklich krass, wie viele Entscheidungsträger in diesem einen Flieger waren. Da werden in Warschau wohl ein paar Regierungsarbeiter nachsitzen müssen.

Und dann dies: ein kleiner Berg mit Verdauungsproblemen in Island stellt die gefühlte Hälfte der weltweiten Fliegerei ins Reduit und verhindert en passant dazu noch die Teilnahme hochrangiger Regierungsmitglieder an der Abdankungsfeier der Polnischen Absturz-Opfer. Mal ehrlich, nicht mal die Coen Brüder hätten das besser hingebracht.

Item, es ist wirklich ein beeindruckendes Naturschauspiel mit enormer Tragweite, ganz grosses Kino. Sogar ich hatte zwei Abwesenheitsnachrichten in meiner Mailbox von irgendwelchen Leuten, die irgendwo gestrandet waren und ihren Urlaub zwangsverlängern mussten. Gelernt habe ich auch etwas, denn dank dem Language Log weiss ich nun, wie man Eyjafjallajökull korrekt ausspricht. So tönts halt, wenn man Wikinger während tausend Jahren auf einer kleinen Insel aussetzt und ihnen Vulkanasche in die Joints streut.

Angesichts solcher Nachrichten braucht unsereins gar nix in den Tabak gestreut, denn da sitzt man nicht nur in der ersten Reihe, das ist der Film-Film mit eingebauter 3D-Brille.




McJesus drive-through

Dumm gelaufen für den moralisierenden Christo-Fundi auf dem gelben Töffli.

Eigentlich wollten wir ja auf Daumenschrauben nach Art des Hauses für den jetzt (mindestens kurzfristig) arbeitslosen Deppen verzichten, aber wir können uns das nicht verkneifen. Et voilà.

Ja, es scheint, dass die halluzinierenden Mitmenschen aus der Jesus-Klapse gerade Ausgang haben, denn auch die Frau Hagen (die übrigens mal total gut war) fühlt sich bemüssigt, die zeitgenössische Pop-Ikone Lady Gaga nach ihrer Art zu bewerten.

Man mag ja von Frau Germanotta halten, was man will, aber so schamlos und deppert von (viel) früheren Glanzleistungen zu zehren, steht nicht mal der Nina H. aus B. zu. Darum: Maul halten, Frau Hagen, wenn man gerade mal wieder im Delirium verweilt.

Merci, circulez, y’a rien à voir.




Ich will die Scheidung. Oder?

Bravo. Gratuliere, das habt ihr gut hingekriegt. Danke Evi, danke Roland und danke allen anderen Vor- und Mitreitern aus den Reihen meiner GenossInnen und ausserhalb. Man hat im Zweifel gegen den Angeklagten geurteilt, auch wenn der Nachweis nicht mal Ansatzweise erbracht ist.

Das Ganze mit tatkräftiger Unterstützung aus den Reihen der eigenen Partei, die seit ein paar Jahren einen klitzekleinen Prozentsatz meines Lohnes bekommt, damit sie ihre – zugegeben – oftmals hehren Motive ein klitzekleines bisschen mehr an die Leute bringen kann.

Jetzt denke ich halt eben über die Scheidung nach. Nicht, dass ich das wirklich rational begründen könnte. Die üblichen Verdächtigen in der SP haben schon bei viel grösserem Mist mitgemacht, als das aktuell der Fall ist, und die JuSo finde ich zu guten Teilen ja eigentlich ganz dufte.

Aber dieses eine Mal hat dem Fass den Gipfel geknickt. Manchmal ist das einfach so und man kann nichts dagegen tun. Ist halt so ‘ne Gefühls-Kiste.

Irgendwie weiss man instinktiv, wann etwas kaputt ist. Andererseits bin nicht der Typ, der vor so einer Krise davonläuft. Ganz wie die Angie aus Teutonia. Sitzen wir die Sache mal aus und schauen, was sonst noch passiert.




Wie jetzt? Schon wieder Frühling?

Letzthin hat der Schweizer Souverän (sowie seine Souveräne) ja den Tierschutzanwalt wuchtig verworfen. Es ist halt so, dass des Eidgenossen liebstes Tier das Kotelett ist und selbiges am artgerechtesten in der Pfanne gehalten wird. Simple Fakten des Lebens. Letzthin im Büro hatte ich aber mit dem neuen Coder-Gspändli eine Diskussion über Guinness. Nämlich, dass dieses schöne Getränk, von dem sich in Irland ganze Familien schon seit Generationen mehrheitlich ernähren,  hierzulande gleich vierfach vergewaltigt wird:

  • Es ist hier nur in der Memmen-Version “Draught” erhältlich
  • Es wird gerne in Büchsen kredenzt, mit so einer grausligen Gummikugel drin (soll wohl das Überschäumen verhindern)
  • Es wird hier ungern bei mehr als molligen 4° Celsius ausgeschenkt
  • Um das Büchsen-Feeling zu verschwammen, setzt man in hiesigen Gaststätten das aus der Hülse ins Glas gestürzte Bier auf einen Mini-Vibrator, welcher dann dem Guinness aus der Dose zur arttypischen, schaumigen Krone verhilft.

Man kann das oben zusammenfassen mit: schmeckt voll Scheisse.

Und daraus entwickelte sich dann die Idee: wir lancieren einen Bierschutzanwalt! Der dann von Pub zu Pub geht, mit einem Thermometer in der Hand, und überprüft, ob alle Biere auch artgerecht gehalten werden. Dieser Anwalt müsste gleichzeitig natürlich auch Kläger, Richter und Henker sein können – wir dulden keine Toleranz gegenüber Bierquälern!

Das Traurige an der Sache ist: käme so ein Seich an die Urne, das Verhältnis Ja/Nein wäre wohl gerade umgekehrt wie beim Viecheranwalt.

Die ollen Katholen

Jaja, die Mutter aller Kirchen ist mal wieder am Pranger. War ja alles in den Medien, Kindsmissbrauch hier und da, grosses Drama, die Obrigkeit hält sich mit systeminterner Kritik nobel zurück, unterstützt die Täter und fordert von den Opfern Initiative, die verklemmte Haltung zur Sexualität ist sicher nicht der Grund, neineneineinen, also alles wie gehabt. Wäre da nicht ein gewisser Bischof Mixa, der meint, diese Vorfälle wären auch Ergebnis der “sogenannten sexuellen Revolution“.

Seltsam, wie eine gesellschaftliche Entwicklung just in der Institution, die sich dieser Entwicklung seit jeher am vehementesten entgegenstemmt hat, ihre reichste Blütenpracht entfalten kann.

Confessions of a Stupid Old Man

Apropos traurig: da war ja neulich im TagiMagi ein Artikel über den Peter Bichsel, der nur noch als Karikatur seiner selbst auftritt (die Parodie von Mike Müller wirkt mittlerweile echter als das Original). Ganz besonders witzig ist der Bichselsche Gottesbeweis, den ich hier in verkürzter Form wiedergebe:

  • Prämisse 1: In Solothurn lebt ein vom Leben und sich selbst enttäuschter alter Mann, der früher mal ganz OK geschreibt hat.
  • Prämisse 2: Dieser alte Mann bringt es nicht auf die Reihe, aus eigenem Antrieb Lebenssinn zu entwickeln, sondern meint, dass dieser Sinn ihn gefälligst in einer Beiz anspringen solle.
  • Prämisse 3: Der alte Mann weiss zwar nicht, ob er an Gott glaubt, braucht ihn aber, um Sinn zu schaffen und damit sich der Bichsel noch auf etwas freuen kann.
  • Logische Schlussfolgerung: Gott existiert!

Lieber Peter, such dir doch ein Fumoir und bleib da drin, bis die Asche, die du produzierst, von dir selbst nicht mehr zu unterscheiden ist. Die Tour de France findet ihren Weg über den TV auch ins Flora – da musst du nicht unbedingt einen Dokumentarfilmer bis in ein Pariser Hotelzimmer mitschleppen.

Evi löst das Problem der Jugendgewalt

Mittlerweile weiss man ja, wo das Hauptproblem der Jugend zu verorten ist. Es ist nicht die Unwilligkeit der Politik, massiv in Bildung zu investieren. Es ist auch nicht die krude Auffassung von Integration, die hierzulande gepflegt wird (“lasst sie einfach alle kommen, es wird ihnen derart gefallen hier, dass sie sich von selbst integrieren”). Und natürlich ist auch nicht der Leistungsdruck schuld, nicht der alltägliche Medienwahn, nicht die fehlenden Zukunftsperspektiven. Es liegt nicht daran, dass wir als Gesamtgesellschaft kein Bild davon haben, wohin wir uns entwickeln sollen und auch nicht daran, dass die einzigen Führerfiguren, die wir haben, wirklich das sind: führende Figuren.

Nein, Schuld an allem sind Killerspiele.

Schon nur das Wort: ich kenne Kartenspiele, da spielt man mit Karten. Ich kenne Brettspiele, die spielt man mit Brettern. Gesellschaftsspiele werden in Gesellschaft gespielt, Geschicklichkeitsspiele benötigen Geschicklichkeit. Und Killerspiele? Benötigt man da Killer dazu? Spielt man diese mit anderen Killern? Oder dient der Killer gar als Spielfeld? Man weiss es nicht.

Obwohl also eine gewisse Unschärfe bezüglich dieses Begriffs besteht, ist man sich darüber einig, dass solches verboten gehört. Wegen den Kindern. Und ja, nicht nur für Kinder verboten, sondern für alle. Weil es ja bekanntlich allen Kindern schadet, wenn ein Erwachsener zum Zwecke des Zeitvertreibs auf animierte Pixel schiesst. Das Statement von Rolf Schweiger in 10vor10, das betreffe ja sowieso nur ein paar tausend Leute, die Einschränkung der Freiheit sei hier also zumutbar, finde ich schon noch bemerkenswert, vor allem von einem FDPler. Wieviele Millionäre gibt es in der Schweiz? Nur ein paar tausend? Warum beschlagnahmen wir denen nicht ihr Prvatvermögen und senken dafür die Steuern für alle anderen? Sind ja nur ein paar tausend, die Einschränkung deren persönlicher Freiheit ist hier also, da der Gesamtgesellschaft förderlich, durchaus zumutbar. Und denkt endlich mal jemand an die Kinder?!?

Dschango denkt natürlich an die Kinder. Und er weiss, dass heutige Kinder ihren Erziehungsberechtigen in technologischer Hinsicht weit voraus sind. Die Tatsache, dass sich ein in der Agglomeration amtierender und vom Zufall in die Politik gespülten Lehrer von einem Verkaufsverbot davon abhalten lässt, ein “Killerspiel” zu spielen, beweist nur, dass der Lehrer eine vorgestrige Nulpe ist. Es gibt kein Spiel, keinen Film und kein Buch, das heute nicht innert Minutenfrist auf die heimische Festplatte gesaugt werden kann. Minimales technisches Verständnis vorausgesetzt, das bei der Zielgruppe (Kinder) vorhanden ist, bei den Bedenkenträgern aber komplett fehlt.

Und da ja das Kinder-Argument immer verfängt: wieviele Kinder sterben jedes Jahr durch den Strassenverkehr? Wieviele Kinder und Jugendliche werden jedes Wochenende in den Entnüchterungszellen eingeliefert? Muss die Konsequenz nicht sein, dass man Autofahren und Alkohol verbietet, um die armen, armen Kinder zu schützen? Und wenn wir Gewaltverherrlichendes und Intolerantes konsequent verbieten wollen: wo ist der Bann für die Bibel? Für den Koran? Das SVP-Parteiprogramm?

Ja, noch wegen SVP… obwohl ich mir jetzt wohl einen Monat lang die Hände zwangswaschen muss: der Führerlehrling Erich J. Hess setzt sich in einem überparteilichen Kommitee dafür ein, dass dieses Verbot nicht durchkommt. Und vorgestern im 10vor10 hat er fast intelligent gewirkt, wie er da seinen auswendig gelernten Satz aufgesagt hat. Ist ein bisschen wie beim Matthias Stürmer, der einerseits als von mir hochgeschätzter Kämpfer für Open Source Software agitiert, andererseits aber auch ein Jesus-Fundi mit gesellschaftlichen Ansichten aus der Bronzezeit ist.

Hat eben alles zwei Seiten. Mindestens.

Die grössten Kritiker der Elche…

… waren früher selbst mal welche, so sagt bekanntlich der Volksmund, der ja immer recht hat. Sagt ihrerseits zumindest wieder die SVP, die aber im Moment ein grosses Problem hat: wie macht man dem unfehlbaren Volk klar, dass man zwar einen Haufen Abzocker in den eigenen Reihen hat, deshalb eigentlich gegen jegliche regulative Eingriffe in die Wirtschaft ist, sich aber gleichzeitig gegen die Linke positionieren muss, die blöderweise ein recht populäres Anliegen bereits seit gefühlten zwei Milliarden Jahren predigt, das von der SVP, andererseits, wiederum seit gefühlten vier Milliarden Jahren, verlacht und verhetzt wird, wie also macht man diesem Volk weis, dass man doch auch irgendwie gegen Abzockerei in der Wirtschaft ist? Ganz einfach: man nimmt denjenigen Herrn, der in den 90ern das Mantra des “mehr, mehr, mehr!” erfolgreich in der Schweiz eingeführt hat, schliesse diesen mit dem nicht wirklich mit Intelligenz und politischem Gespür gesegneten Initianten der Abzocker-Initiative eine Woche lang in einen fensterlosen Raum, und voilà, schon haben wir:

  • eine eigentlich sinnvolle Initiative, die ständig davor bedroht ist, zurückgezogen zu werden
  • einen Gegenvorschlag, der in den Erweiterungen interessant, im Kern aber jämmerlich ist
  • einen gescheiterten Alt-Bundesrat, der endlich mal wieder Auftritte im TV bekommt und sich als (millionenschwerer, aber egal) Paulus und volksnahen Kümmerer aufspielen kann.

Es kann einfach nur Gewinner geben. Genau wie bei der Sicherheits-Initiative, die von Philippe “was tut der eigentlich genau?” Müller erfolgreich aufgegleist wurde und an der Urne jämmerlich gescheitert ist. Am Montag nach der Abstimmung fühlte sich der Dschango dann im komplett falschen Film, weil sowohl Müller als auch die Medien die Ablehnung der Initiative als Sieg für Müller werteten.

Und in neun Tagen sind Grossratswahlen im Kanton Bern. Am liebsten würde ich mich schon heute ins Koma saufen.




Wir lieben Suchmaschinen

Eine Suche nach Leuthard ohne L kann bei der Suche auf 20min.ch unerwartete Resultate hervorbringen:

Danke an 20min.ch für diese kleine Erheiterung…




Gott und Teufel

Der Teufel lebt scheints im Vatikan. Ich habe immer gemeint, der sei im Detail. Henusode…

Und Gott ist ein Chatter namens dustball. Oder auch nicht. Gefunden auf ibash.de:

<dustball> ich BIN gott.
<dustball> so und nu versuch ma meine macht zu wiederlegen
<Toxic Soul> widerlegen
<dustball> touché




Eintopf mit Genudel

Es ist beinahe schon Realsatire: Zwei Drittel der Redaktion befinden sich momentan im Überlebenskampf mit einem Arbeits-Tsunami, während das dritte Drittel den Kopf im Arsch des Winters stecken hat und kaum wieder raus bringt. Daumenschrauben wo man hinschaut, ob Wirtschaft oder Wetter.

Egal, denn die Welt dreht sich weiter.

Zum Beispiel wurde letztes Wochenende abgestimmt. Keine Überraschungen so weit, aber das Resultat beim Tieranwalt hat mich dann doch ein wenig geknickt. Offenbar ist die “aufgeklärte” Menschheit noch nicht reif dafür, sich vom Menschen-zentrierten Weltbild zu lösen und auf Augenhöhe mit Tieren zu leben. Schade, wieder eine verpasste Chance mehr, denn die Tiere hätten es wahrlich nötig und sind es allemal wert.

Ein Skandälchen könnte sich bei den scheints extensiven Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bei den Hells Angels abzeichnen. Man findet offenbar nix von Relevanz, jedenfalls nicht im Vergleich mit den Deutschen Gesinnungsbrüdern. Finde ich aber gar nicht so schlimm. Und deppert sind solche uniformierten und durchorganisierten Töffbubenclans sowieso. Oder, um es mit Janis Joplin zu sagen: Freedom’s just another word for nothing left to loose.

Zitat des Tages: “So schön kann Gewalt sein!”. Und so witzig und geistreich kann Videogame-Journalismus sein. Es geht immer nur um Kontext, Baby.

Last but not least meine Empfehlung des Tages für das elektronischen Klängen zugeneigte Ohr. Gepflegten Drum’n'Bass aus aller Welt gibt es bei bassdrive.com, meinem Lieblingssender der Stunde. Ob beim Schreiben oder Zocken, die DJs wissen mich immer wieder zu verzaubern.

E guete.




Sechs, setzen.

Unser Parlament respektive eine seiner Arbeitsgruppen dreht durch.

Geht gar nicht, hatte ja hier schon deswegen rumgemeckert.

Hier kannse unnerschreibn, echt jetzt bitte.

Da ist kompetenter Lesestoff, falls noch Fragen offen sind.

Es ist doch immer das gleiche Theater, wenn geistig Benachteiligte solch komplexe Themen in Angriff nehmen. Ich hasse es.

Update: Es gibt auch bei Facebook eine Gruppe zum Thema.




Comme il faut not

So gehts nicht:




Comme il faut

Die Engländianer wissen, wie’s gemacht wird:

Mal ‘ne Scheibe davon abschneiden, wa!?




Leistungsindex schmerzbefreit

Aus der Reihe:

Nasse lernt kloppen


Neulich in der Garderobe, kurz vor dem Training.

Nasse: “Du, Housi, bin ich eigentlich auch im Plan für die Gelbgurtprüfung im Frühling?”
Housi: “Nööp, du bist noch zu schlecht dafür.” (breites Grinsen)
Nasse: “Mir würden im Fall deine markigen Statements fehlen, wenns die mal nicht mehr gäbe…”
Housi: “Ich mags halt direkt. Dann weisst du wenigstens, woran du bist.”
Nasse: “Ach Housi, wenn ich mal gross und stark bin, dann lege ich dich auch auf die Matte.”
Housi: “Du bist schon gross und stark. Jetzt musst du halt noch lernen, deine Masse anständig zu bewegen. Technik ist das Stichwort. Und dreissig Jahre Erfahrung.”
Nasse: *seufz*

Wenigstens kann ich jetzt den Obi Knoten.


Bisher in Nasse lernt kloppen erschienen:
  1. Nasse und die Kampfkunst
  2. Gut gerollt
  3. Ballistische Erfahrung
  4. Leistungsindex schmerzbefreit
  5. Die Perfektion und ihr Kind
  6. Wer hätte das gedacht




Brechreiz

Immer und immer wieder die katholische Kirche. Das ist kein Zufall. Bei der Durchlese dieses Interviews habe ich kurz mal das kalte Kotzen bekommen.

Diese Institution ist wirklich mit bemerkenswerter Konsequenz dabei, sich selbst zu demontieren. Jetzt bitte bloss nicht aufhören, dann erlebe ich vielleicht auch noch das Ende der Katholen und überhaupt der Religionen als evolutionsbiologisch völlig, komplett, so was von obsoletes Element aus der Vergangenheit.

Ich ertrage es nicht, wenn sich Arroganz (der Anspruch auf Gottgleichheit fällt der Einfachheit halber auch in diese Kategorie), Unwissen, Unfähigkeit und Deckung bis in die höchsten politischen Kreise auf so hässliche Art und Weise vereinen.

Daumenschrauben auf Kosten des Hauses für alle Erwähnten, ultra tight und mit dem extra Dreh. Echt jetzt.




Ze Dschörman Gründlichkeit

Da haben wir den Salat. Jahrelang ist es gut gegangen, nun knallt es das eine ums andere mal. Alle wollen sie uns ans Ersparte.

Ich bin der Sache gegenüber, gelinde gesagt, etwas ambivalent. Da ist einerseits diese unmögliche Schweizer Tugend, dass wir jahrelang von jedem Dahergelaufenen dankbar jede Kohle angenommen haben. Und ja, wir haben gewusst, mit was für dubiosen Gestalten wir da geschäften. Und nein, wir haben nicht hingeschaut, woher die Knete kommt.

Andererseits gibts diesen klammen Riesenstaat nördlich von uns, dem die letzte territoriale Akquisition finanziel nicht so bekommen ist. Schon klar, vierzig Jahre Sozialismus kann man nicht eben schnell mal in ein paar Jahren weg sanieren.

Und dann gibt es noch so etwas wie staatspolitischen Realismus, der jegliche moralische Diskussion überflüssig macht. Es sind nur Ideologen (sprich: Idioten), die an dem ganzen Vorgang, geklaute Daten zu kaufen und staatlich zu verwerten, moralische Kritik üben. Es gab auch schon vor 9/11 politische Vorgänge, die kaum zu ertragen sind, und doch nötig scheinen.

Wo bitte bleibt die realistische, ideologiebefreite Diskussion, wie wir mit ausgehungerten Staatsfinanzen und deren Auswüchsen umgehen sollten? Der Bundesrat (vor allem unser Appizöller Schatzchäschtlimeischter) macht die gleich dumme Fresse wie eh und jeh und übt sich in Duldungsstarre, während der Deutsche Michel das Bankenwesen von hinten pimpert. Die Presse ersäuft im populistischen Geschrei, und der einseitig informierte Schweizer Bürger hat die Hosen voll, dass uns die Deutschen nach den Jobs noch das Ersparte wegnehmen. Arme Schweiz…

Vorschlag zur Güte: Die Deutschen kriegen ihre gesammelten Vermögen zurück, zusammen mit einer Ladung Ausgewanderter, die uns ja eh nur die Jobs wegnehmen und für unsere sensiblen Öhrchen viel zu forsch tönen.

Damit hätten wir zwei Probleme auf einmal gelöst: keine Steuerprobleme mehr mit dem Land der Dichten und Lenker, und das fehlende Geld kompensieren wir mit den wegfallenden Lohnsummen unserer teutonischen, zukünftigen Ex-Kollegen.

Manchmal sind die einfachsten Lösungen am effizientesten. Ich glaube, da nehme ich zur Feier des Tages ein Gläschen darauf.




Der Mörder in uns

Es ist immer wieder mal interessant, sich mit dem Gewaltpotenzial im Menschen auseinanderzusetzen. Im Gegensatz zu einigen Leuten aus dem soziokreativen Gutmenschen-Bereich bin ich ja bedingungslos bereit, Gewalt als unumgänglichen Teil unseres Daseins zu begreifen.

Wenn wir jetzt noch ein wenig Medien und Konsum in diesen Cocktail mischen, landen wir bei der altbekannten Diskussion Medien und Gewalt. Wir hatten ja schon andernorts das zweifelhafte Vergnügen, mit Exponenten der Stoppt!-Killerspiele!-Fraktion und ihrer Unfähigkeit, Ursache und Wirkung richtig einzuordnen, konfrontiert zu werden.

Nun bin ich jüngst über den einen oder anderen guten Artikel gestolpert, der die oftmals erschreckend abwesende Medienkompetenz von gewissen Menschen, die teilweise in relevanten Positionen im Bildungsbereich usw sitzen, wieder mal geschmeidig illustriert.

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Anekdote loswerden: Jüngst haben ein paar Videospiel-affine Freunde und meine Wenigkeit über die mögliche Wirkung von Videospielen mit Gewaltinhalten diskutiert, gerade im Bezug auf das Handling von Waffen und dergleichen. Es stellte sich heraus, dass ich durch Counterstrike – wen wunderts? – genau nichts über Waffen gelernt habe. Hingegen hat die Tatsache, dass ich dieses Spiel über Monate zusammen mit einem ausgebildeten Militär gespielt habe, wesentlich mehr zu meinem Wissen über Waffen und Strategie beigetragen.

Konkret hat mir also ein fachkundiger Panzerfahrer mein militärisch-strategisches Wissen beigebracht, nicht das Spielen selbst. Dass dies im Spiel durchaus eine positive Wirkung auf meine Leistung hatte, braucht nicht zu erstaunen. Genausowenig erstaunt es, dass ich ohne Weitergabe dieses Wissens im Prinzip genauso Ahnungslos geblieben wäre wie vor dem ersten Kontakt mit diesem Spiel.

Was also fehlt diesen Leuten, die immer wieder in die gleiche Falle tappen, wenn es zu dieser Diskussion kommt? Kontext, Baby. Und Medienkompetenz.

Was nützen Altersempfehlungen auf den Spielepackungen, wenn sich die Oldies nicht für die Inhalte ihrer Brut interessieren? Was nützt Aufklärung, wenn sich die immergleichen, oftmals bildungsfernen Schichten getrost darum foutieren? Was nützt Parental Control auf den Spielekonsolen, wenn sie nicht konsequent aktiviert wird?

Wir leben in Zeiten, wo es einfach nicht mehr reicht, wenn die Pornos im elterlichen Schrank eingeschlossen werden. Die allzeitige Verfügbarkeit von gratis Inhalten in Kombination mit Breitband Internet verlangt nach anderen Strategien, als man der unaufgeklärten Öffentlichkeit weismachen will.

Wir müssen uns auch von der Vorstellung lösen, dass Eltern beispielsweise die teils sehr komplexen Geräte ihrer Kinder überwachen können, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Wir können aber kritische Fragen stellen. Brauchen Kinder bis 13 Jahre schon einen eigenen Computer oder gar eine eigene Spielkonsole? Muss es ein Schlag-mich-tot-Internet-fähiges Handy mit allen Schikanen und entsprechendem Abo sein? Brauchen wir nicht eine enttabuisierte, gnadenlose Aufklärung an Schulen, losgelöst vom kulturellen Hintergrund der Schüler? Brauchen wir nicht auch den Mut, von fehlgeleiteten Eltern und ihren Kindern die Bereitschaft einzufordern, sich ihren Taten zu stellen und korrigierende Massnahmen zu treffen und kontrollieren zu lassen?

Das, liebe Politiker und Sachverständige, sind allesamt Fragen, die es zu diskutieren gilt. Denn es führt kein Weg daran vorbei…