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Zur Mitte, zur Titte, zum Sack – zack, zack!

Es ist, und da spricht jetzt der alte Sack mal wieder aus mir, schon nicht mehr so wie früher. Ich meine, wenn man ein derart hochintellektuelles Produkt wie die Daumenschraube betreut, das sich (vielleicht nicht nur, aber eben doch) der gepflegten Satire verschrieben hat, dann hat man es momentan nicht leicht.

Warum denn dies? Nun, das Stichwort ist “Realsatire”. Ich meine, ist es denn heute überhaupt noch möglich, reale Zustände überspitzt zu formulieren? Kann man überhaupt noch  Personen, Situationen oder Geschehnisse überzeichnen? Schlägt die Realität nicht schon lange jegliche Phantasie um Längen? Ich meine, ich weiss ja schon gar nicht, wo ich mit Beispielen anfangen soll. Also, vielleicht beim Herrn Doerig, der als Präsident der Credit Suisse fungiert. Weil, der Herr Doerig, der lässt sich im TagiBund mit den Worten zitieren: “Sie wissen ja nicht, was ich persönlich mit dem Geld mache”. Schon klar, man könnte Geld verheizen (wurde gerade in letzter Zeit öfters gemacht), man kann es (entgegen gewissen Indianerweisheiten) zu einer schmackhaften Mahlzeit verarbeiten, man kann es als Dämmmaterial verbauen oder man kann es, zu Blöcken geschichtet, als Ziegelsteinersatz verwenden. Von dem her bleibt ja schon eine gewisse Unklarheit in Bezug auf Doerigs Umgang mit Geld. Ich würde aber mal vermuten, dass er es, wie alle anderen Leute, früher oder später einfach ausgeben wird. Gut, im Fall von Herrn Doerig eher später (wenn überhaupt noch), aber egal.

Der Herr Doerig hat heute übrigens GV, was in seinem Alter meist nicht mehr Geschlechtsverkehr meint, sondern Generalversammlung. Das heisst, dass alle Leute, die Aktien von seiner sympathischen Familienklitsche gekauft haben, sich gemütlich im Hallenstadion besammeln und dann reihum den Helden auf der Bühne die Schultern klopfen. Also, eigentlich machen das die im Saal nicht, weil die sind im Grunde genommen in der Minderheit und in der Tendenz angepisst. Diejenigen, die mehrheitlich schulterklopfen, sind andererseits im Saal in der Minderheit (wenn überhaupt anwesend), real aber die absolute, unumstössliche Mehrheit. Da soll noch jemand durchblicken! Man kann zusammenfassen mit: ich möchte Herrn Doerigs Job nicht. Sex statt Millionensalär ist meine Devise, meinen Schef wirds freuen.

Auch so einen Job, den ich ums Verrecken nicht möchte, ist der vom Herrn Provopoulos, angestellt als Geissbock bei der Bank of Greece und bei der Europäischen Zentralbank. Bock zum Gärtner zum Bock, sag ich da nur, ohne das Populus jetzt allzu sehr provozieren zu wollen (Tusch!). Und wenn wir schon bei lustigen Namen bei der Zentralbank sind: wer zur Hölle, der noch alle Sinne beeinander hat, würde jemanden zum Präsidenten der Zetralbank machen, dessen Name verdammt nach “bschiisse” klingt? Die Europäer machen es uns mit Jean-Claude Trichet vor und uns erstaunt nichts mehr.

Ui, lustige Namen, letzthin habe ich in unserem Badezimmer übrigens ein Produkt entdeckt, das durch Hase seinen Weg zu uns gefunden hat. Es heisst “Frizz Ease” und ist gemäss der aufgedruckten Beschreibung dazu geeignet, aus Locken einen haarigen Wahnsinn zu machen. Es müssen tausende von Nobelpreisträgern bei der Entwicklung des Produkts beteiligt gewesen sein, wenigstens liest sich die Inhaltsangabe wie das Who Is Who des Chemiebaukastens. Und übrigens: man muss schon von Natur aus Locken mitbringen, Wellen reichen nicht aus für den Locken-Wahnsinn. Das hat auch Hase gesagt, nachdem ich mir eine halbe Flasche von dem Scheiss eingerieben habe, in der Erwartung, mir wachse jetzt dann gleich ein Afro. Und ja, sie hat dazu DAS GESICHT gemacht. Aber darum geht es gar nicht. Ich habe mir nämlich stattdessen überlegt, dass es noch recht heikel ist, ein Shampoo auf den Markt zu werfen, das mit der heute üblichen Lese- und Verständnisschwäche ganz gut als “Friss es!” gelesen werden könnte. Ich wette, es hat mal wieder niemand an die Kinder gedacht.

Ganz im Gegensatz übrigens zur katholischen Kirche, wo traditionell ganz, ganz viel an Kinder gedacht wird. Der Bischof Mixa beispielsweise, der hat früher mal wahnsinnig viel an Kinder gedacht, dann plötzlich hat er sie vergessen, und auf einmal sind ihm dann die Kinder wieder eingefallen. Beziehungsweise, der Mixa ist den Kindern eingefallen, die heute keine Kinder mehr sind. Und dann haben sie sich mal wieder getroffen, so auf ein Bier und eine Brezn, und hatten es ganz lustig miteinander. So lustig, dass der Mixa gefunden hat, es lange jetzt dann mal mit dem Bischofsein und er gebe jetzt den Hirtenstab mal wieder dem Ratzi, soll der doch einen noch Dümmeren finden.

Was macht eigentlich ein Bischof, wenn er in Rente geht? Ich meine, alte Buchhalter oder Cobol-Programmierer finden immer wieder eine Beschäftigung, auch greise Metzger und senile Ex-Bundesräte bringen wir unter, aber Ex-Bischöfe? Die sind ja schon zur aktiven Zeit zu kaum was nütze, ausser, dass sie dafür sorgen, dass die schönen Kleidchen regelmässig ausgelüftet werden. Und dass der stetige Strom von Austrittswilligen mittlerweile die Ausmasse einer Flutkatastrophe hat. Aber sonst? Kleriker wird man ja nicht, wie in anderen Berufen, weil man etwas besonders gut kann, sondern weil man eben genau gar nichts kann. Da sollte sich Frau Leuthard mal drum kümmern, nicht immer da um diese doofen Jugendlichen, die sowieso schon von der katholischen Kirche reichlich Zucker (o.ä.) in den Arsch geblasen kriegen.

Ja, die Frau Leuthard… die Arme stand ja recht belämmert da am Trottoir in Berlin, als das Merkel sie im (metaphorischen) Regen stehen liess. Auch so ein Job, den ich nicht wollte, Bundesrat. Erst lassen sie dich da stehen, dann schleckt dich die Merkel ab. Und dann muss man eine halbe Ewigkeit rumlaufen, während man vom Militär von einer Seite her mit unglaublich lauter Marschmusik beschallt wird. Und dann sagen die am Schluss auch noch, man sei ja voll die Freunde. Hallo?? Meine Freunde hole ich vom Zug ab, ich drücke ihnen nicht die Arme zusammen, während ich sie küsse und ich versuche auch, sie nicht mit akkustischer Kriegsführung mürbe zu kriegen. Nein, Bundesrat ist kein schöner Job. Oder so wie beim Merz: man wird einfach nicht verstanden. Die Welt ist einfach zu klein für einen Appenzeller Intellektuellen. Übrigens, wäre ich Appenzeller Tourismusdirektor, ich würde sofort den Slogan “Appenzell – intellektuell!” lancieren. Nicht, weil er zur Zielgruppe passen oder auch nur ansatzweise stimmen würde, aber ich finde, den Reim wäre es wert.

Aber wir waren ja beim Merz, weil die Welt ihn eben partout nicht verstehen will. So will es der Welt, dieser doofen Kuh, auch nicht in den sturen Grind, dass eine Biografie sich eben nicht zu stark auf die portraitierte Person fokussieren soll. Und, das muss ich sagen, hier verstehe ich den Hans-Rudolf mal. Es gibt schliesslich nicht Öderes, als wenn man, sagen wir mal, eine Biografie vom Napoleon liest, und auf vielleicht 1000 Seiten kommt dauernd nur Napoleon hier, Napoleon da, Napoleon blah-blah-blah. Vielleicht mal der erste, mal der zweite oder so, aber im Grossen und Ganzen voll der Gähn. Nach spätestens 20 Seiten denken doch eh alle, “uaaaaah, nicht schon wieder Napoleon, ich kann es nicht mehr lesen!” und legen frustriert das Buch zur Seite. Gut, eingefleischte Napoleon-Fans halten vielleicht bis Seite 100 oder so durch, aber da ist Herr Merz eben ganz Realist und kann es sich nicht vorstellen, dass es eingefleischte Merz-Fans gibt. Ich stimme ihm zu, dass es viel spannender ist, wenn jetzt, auch eher exemplarisch zu verstehen, in einer Ghandi-Biografie urplötzlich Richard Löwenherz auftritt. Oder Aliens! Eine Biografie ohne Aliens ist einfach kaum das Papier wert, auf das sie gedruckt wurde. Nackte Weiber müssen auch sein, und, um dem Ganzen noch so einen aufklärerisch-pädagogischen Touch zu geben, eine kurze Abhandlung über das bäuerische Bodenrecht in der Schweiz. Ein Sudoku wär auch fesch. Das wär mal eine Biografie, die sich gewaschen hat!

Achso, ja, stimmt ja, es waren ja auch noch Wahlen im Kanton Bern. Falls ihr da grad aufm Klo wart oder so, hier die Zusammenfassung. Postitives gab es wie folgt:

  • Die Jesus-Freaks (EVP, EDU) wurden abgeklatscht. Bringt offenbar doch was, wenn man diese Leute an die Öffentlichkeit zerrt und sie dazu bringt, ihre “christlichen Werte”, die sie sanft-säuselnd und um verständnisvolles Kopfnicken heischend als ihre Basis deklarieren, mal konrekt auszuformulieren.
  • Auch die FDP, wie obige Parteien mehr als politischen Einfluss suchende Sekte denn als Partei zu verstehen, hat links und rechts paar ans Gesicht gekriegt.
  • Rötlich-grünlich hält sich in der Regierung stabil

An Negativem gäbe es zu vermelden:

  • alles andere.

Ihr seht: nichts los in Satire-Land. Realität fressen Witz auf. Und dieser doofe Eierfallen-Vulkan hat zwar den weltweiten Flugverkehr lahmgelegen können, der Thiel, der nur wenige Kilometer weiter wohnt, lebt aber immer noch.

Was für ein Gott lässt sowas zu?!?




Da haben sich ja zwei gefunden…

Wenn es einen Himmel gibt, dann gibt es auch Beziehnungen, die dort geschlossen worden sein müssen. Ich spreche jetzt nicht von der Hasenliebe, auch wenn diese definitiv in die Kategorie ‘heavenly’ passen würde, nein, es geht mir hier vielmehr um die Medien und ihre enge Beziehungen zu intellektuellen Flachzangen mit grossem Mitteilungsbedürfnis.

Beispiele gefällig? OK.

Die üblichen Verdächtigen sind gut genug

Als erstes möchte ich euch Herrn Roland Näf vorstellen. Ich weiss gar nicht, ob wir über diesen Herrn schon geschrieben haben hier, verdient hat er es sowieso. Herr Näf ist Vizepräsident der SP des Kantons Bern und hat sich auf die Fahne geschrieben, die Welt von Killerspielen zu befreien. Er hat zu diesem Behufe beispielsweise auch schon den Mediamarkt verklagt, weil dieser solche pösen Spiele anbiete – natürlich ist die Klage abgeschmettert worden.

Herrn Näf ehre ich heute mit einem Eintrag in diesem Blog, weil dieser wackere Kämpfer, der nach dem Motto “wenn wir die Wirkung verbieten, wird auch die Ursache von selbst verschwinden” politisiert, offenbar neu auch telepathische Fähigkeiten entwickelt hat. So schrie er, interviewt nach dem Massenmord von Winnenden, in den Medien bereits nach einem Killerspiel-Verbot, als die Polizei den Computer des Mörders noch gar nicht untersucht hatte. Näf zementiert mit seiner sektiererischen, verbissenen Art genau das Image, das seine Partei verzweifelt abzulegen versucht: das einer ängstlichen, verbotsgeilen und bevormundenden Ansammlung von Oberlehrern. Folglich ist das einzige wirkliche Killerspiel, das ich bisher mitverfolgen durfte, dasjenige, das Näf mit den Medien zuungunsten seiner Partei spielt.

Übrigens, Herr Näf: man munkelt, Tischtennis sei das neue Counter-Strike… ihr Engagement ist gefragt!

Kleider machen zwar Leute, aber nicht intelligenter

Ein anderes Beispiel, wie Ignoranz und Durchschnitt unverhältnismässige Wichtigkeit erhalten können, wenn sie nur oft genug in der Medienlandschaft durchgekaut werden, sehen wir am Beispiel Andreas Thiel. Sicher gibt es schlechtere Kabarettisten als ihn, gerade in der Schweiz. Zum Glück wird diesen aber, im Gegensatz zu Thiel, selten Gelegenheit zu öffentlichen Auftritten gegeben, geschweige denn, die eigene Meinung in ganzseitigen Zeitungsberichten der Welt mitzuteilen.

Es geht mir jetzt hier gar nicht darum, dass ich Thiel schlicht nicht lustig weil verdammt platt finde (ok, vielleicht 5% der Gags kommen bei meinem Zwerchfell an). Auch nicht, dass mich sein Gesicht immer wieder an einen Ameisenbären mit selbstgestrickten Ohrenwärmern erinnert. Oder dass die Medien seine “geschliffene Sprache” loben, während es mir jedesmal die Fussnägel hochrollt, wenn Thiel versucht, Bühnenhochdeutsch zu sprechen (Kurz-Tipp: ein ‘ch’ wird niemals als ’sch’ ausgesprochen, auch wenn es nach einem ‘r’ kommt). Und auch, dass Thiel seine politische Gesinnung, die meilenweit von der meinen entfernt ist, zum Hauptverkaufsargument seines Humors macht, ist mir egal. Meinetwegen kann man sich ausgerechnet der Ideologie verschreiben, die uns in die aktuelle Scheisse geritten hat und natürlich profitiert Thiel hier von einem Exoten-Bonus. Ob man das jetzt intelligent finden soll, sei dahingestellt.

Was mich an Thiel aber wirklich nervt ist sein unglaublicher Mangel an Allgemeinbildung. Er ist ja im Solothurnischen aufgewachsen, von dem her habe ich, als Auch-Betroffener des solothurnischen Schulsystems, ein gewisses Verständnis. Gerade an mir, heute weitestgehend erfolgreich in die Restwelt integriert und befähigt, etwas weiter als bis ans Ende meines Rüssels zu denken, lässt sich aber auch aufzeigen, dass man das Stigma einer solchen Schulbildung durchbrechen kann, wenn man nur den Kopf aus dem eigenen Arsch zieht und selbst zu denken beginnt.

Thiel nutzt den Trick aller Populisten: er vereinfacht. Was nicht ausserhalb seiner (zugegebenermassen beeindruckenden) Nasenspitze geschieht, wird ausgeblendet. So war er sich nicht zu blöde, sich selbst in einem 10vor10-Bericht als einen der wenigen (ich meine sogar, er sagte “einzige”) wirklich freien Bühnenkünstler zu bezeichnen. Warum? Ganz einfach, weil er noch nie Subventionen oder staatlich Unterstützung angefordert oder bezogen habe.

Bei wem schellt der Bullshit-Alarm jetzt auf Stufe 10? Gut so. Wer auch nur eine halbe Millisekunde überlegt, merkt, was an dieser Aussage faul ist. Natürlich bekommt Thiel nicht direkt Geld vom Staat. Natürlich wird er nicht subventioniert (er gibt ja auch keine Milch). Aber schon mal dran gedacht, dass die allermeisten Orte, an denen er auftritt, durchaus am Rockzipfel des Staates hängen? Momentan gastiert er im Berner La Capella – hat ihm wohl jemand gesagt, dass dieser Veranstaltungsort nur dank den Subventionen, die der Stadtrat letztes Jahr bewilligt hat, überhaupt noch existiert? Thiel macht es sich so einfach wie die Schweizer Rüstungsindustrie, die zwar Waffen in Kriegsgebiete schickt, aber sämtliche Verantwortung ablehnt, was mit diesen Waffen geschieht – man selbst drückt ja nicht ab.

Die gute Nachricht kam aber diese Woche in der Berner Zeitung: Thiel plant seinen Umzug nach Island, zwecks Auswanderung. Ist zwar schade für diese Insel und ihre Bewohner, die gerade in der letzten Zeit wirklich genug gelitten haben, aber was solls, Island ist ja gross. Er stellt sich vor, ein- oder zweimal pro Monat für Auftritte (an subventionierten Bühnen) in die Schweiz zu kommen. Offenbar weiss er nicht, dass Flüge nach und von Island notorisch verspätet sind oder ausfallen – wir dürfen uns ab Mai also über zahlreiche “Vorstellung fällt aus”-Meldungen in Zusammenhang mit Thiel freuen. Spassig ist in diesem Zusammenhang Thiels Aussage, in der Schweiz gebe es einfach “zu viele Dealer und Pisser”. Nunja, zumindest von Letzteren gibt es ab Mai einen weniger hier.

Noch ein kleiner Tipp: in Island kommt es momentan nicht sehr gut an, wenn man mit Sprüchen wie “weniger Staat, mehr unternehmerische Freiheit” unterwegs ist. Isländer sind zwar extrem cool (im wahrsten Sinne) und auch wahnsinnig (ebenfalls im wahrsten Sinne) nett, ich würde Herrn Thiel aber empfehlen, sich hier vielleicht ein bisschen bedeckt zu halten. Wir wollen ja nicht, dass plötzlich ein Schweizer Kabarettist mit dem Gesicht nach unten in der Bucht von Reykjavik treibt.

Lieber beten als denken (oder gar handeln)

Den Preis für Ignoranz und Verbohrtheit gewinnt diese Woche aber klar die deutsche Bundeskanzlerin Merkel mit ihrem Statement zum Massenmord in Winnenden, sie würde “dem Bundesland alle nötige Hilfe zukommen lassen und für die Angehörigen beten”, das von allen Tagesschauen freudig verbreitet wurde. Ja, klar, mit Beten wird den Angehörigen sicher geholfen. Was ist eigentlich der Witz daran, wenn jemand sagt, er oder sie bete für einen? Will der Betende damit sagen, dass er einen direkten Draht zu Gott habe? Dass sich Gott durch die Gebete irgendwelcher Nacktaffen dazu genötigt fühlen könnte, die Toten umgehend wieder auferstehen zu lassen? Oder ist es halt doch nichts weiter als akkustisches Nasenbohren, das umso besser ankommt, wenn man die bittersäuerliche Trauermiene aufsetzt, in der Merkel Weltmeisterin ist?

Ich bin ja auch gespannt, wie die Hilfe konkret aussehen wird, insbesondere dann, wenn sie, im Gegensatz zum Beschwören eingebildeter Freunde, mit Kosten verbunden sein sollte. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass Frau Merkel tatsächlich eine 180°-Kehrtwende macht und nun vermehrt Gelder für so unnütze Dinge wie schulpsychologische Dienste und Bildung (kleinere Klassen, mehr und besser ausgebildete LehrerInnen, bessere Infrastruktur, Tagesschulen etc, etc, etc) fliessen. Höchstwahrscheinlich war das aber auch nur mal wieder medienwirksames Betroffenheits-Geseier ohne Sinn und rationale Basis – von dem her passt es ja auch wieder zur Beterei. Oder wie sagte mal ein guter Freund von mir:

“To say ‘I pray for you’ is polite for ‘fuck off’”.

In diesem Sinne, an all die Näfs, Thiels, Merkels und sonstigen Experten, Genies und Führer sowie ihre willfährigen Speichellecker, die Medien: ich bete für euch bis ans Ende meiner Tage…