Dem Dativ sein Tod
Es gibt gewisse Sachen, die gehen einfach gar nicht. Auch nicht wenn ein gewiefter Werbefuzzi meint, das sei ganz doll lustig. Nein. Einfach nicht. Seit einigen Tagen begegnet mir auf meinem Arbeitsweg ein Werbeplakat eines Kaffeeherstellers. Darauf ist eine der unzähligen Schlag-mich-tot-Ex-Missen zu sehen, lasziv in die Linse blickend. Nun gut, adrett ist sie ja wirklich. Anyway.
Da steht also in grossen Lettern über der blonden Schönen: “Ich liebe jedem seiner Stärken“. Ha! Ich kann ihn direkt vor mir sehen, den für diesen Schund zuständigen Werber. Rechteckige, vorzugsweise schwarze Hornbrille, die leicht angegraute Mähne lässig mit Gel nach hinten gepappt, schwarzes Sakko, junge Modelfreundin, Lieblingsclub: Kaufleuten. Halt eben Klischeewerber mit Jahreseinkommen eines Bundesrates. Hat zwar den Vorteil, dass man sich wenigstens die renommiertesten Herzchirurgen leisten kann. Aber das ist ein anderes Thema.
Nun gut, einen kurzen Moment dachte ich ja noch, dass hier eine übereifrige Werbeassistentin den Druckauftrag etwas zu voreilig erteilt hat. Aber nein, das ist voll Absicht! Frei nach dem Motto: Wenden wir doch mal den Dativ falsch an. Was mit Verona Feldbusch Poth (oder wars Buschpoth-Feld?) vor zig Jahren in Deutschland funktioniert hat, ist doch bestimmt auch in der Schweiz lustig. Hat sich der Herr Werber gedacht. Nein, meine Herren Kreativen, ist es nicht. Es ist bloss eine billige Kopie des abgedroschenen “Hier werden Sie geholfen” Slogans.
Da muss wohl das nächste Mal etwas intensiver gebrainstormt werden, dann klappts dann vielleicht wieder mit dem Idee…


