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Glaubensfreiheit für Moses!

Es gibt Tage, an denen sich Dschango frühmorgens einen Kaffee aus der Maschine zieht, nicht wissend, dass dieser Kaffee bald wieder aus seiner Nase sprühen und sich als feiner Nebel in der Küche verteilen wird. So geschehen gestern, als ich in BZ und Bund einen Artikel über den Hund Moses las (der im Bund aus Persönlichkeitsschutzgründen zu ‘Abraham’ anonymisiert wurde). Heute morgen kam die Story auch im 20Min.

Kurz gesagt geht es darum, dass sich die Besitzer von Moses weigern, ihrem Hund einen (seit vorletztem Jahr gesetzlich vorgeschriebenen) Mikrochip einsetzen zu lassen. Und dies begründen sie nicht etwa mit einer Chipallergie des Hundes, sondern mit ihrer in der Bronzezeit erfundenen Religion. Im Märchenbuch der Niederbipper Landwirte-Familie steht nämlich geschrieben, dass “Gottes Strafe jene trifft, die mit einem solchen Mal gekennzeichnet sind”.

Das Verwaltungsgericht hat ihnen schon den juristischen Finger gezeigt (Bussgeld Fr. 1′500.-, ich als braver Steuerzahler danke hiermit den Niederbipper Fundies für ihren tollen Beitrag zur Sanierung der dämonischen Staatskasse); entsprechend wollen sie nun Moses’ Recht auf Glaubens- und Chipfreiheit vor Bundesgericht erstreiten.

Echt Leute… dies ist eine derjenigen Steilvorlagen, bei denen ich kaum weiss, wo ich mit Reintreten anfangen soll…

Mal ganz abgesehen davon, dass es mir kalt den Rücken herunterläuft, wenn aktuell lebende Mitbürger meines Landes denken, dass es über dem Bundesgericht immer noch Gott als letzte Instanz gibt, schreit dieser Vorfall nach einer irgendwie gearteten Beschränkung von Klagen ans Bundesgericht. Es kann schlicht nicht angehen, dass eine höchste juristische Instanz mit derartiger Idiotie beschäftigt wird. Dies aber nur nebenbei.

Stattdessen möchte ich hier Möglichkeiten aufzeigen, wie dem Dilemma von Moses pragmatisch zu begegnen wäre:

1. Moses konvertiert zum Islam

Eine verblüffend einfache Lösung. Für Muslime gelten die Judenmärchen nicht und vom Satanschip wissen die auch nix. Moses müsste sich dann zwar umbenamsen lassen (Dschango wäre für ‘Mohammed Ali’, das rockt!), das wäre aber wohl nicht so ein Problem. Da wir davon ausgehen, dass Moses bereits kastriert ist, wird ihn auch die Beschneidung nicht wirklich stören. Einziger Nachteil: Moses würde sich selbst als perma-unrein ansehen. Das könnte aber wohl mit der einen oder anderen Hadsch ausgeglichen werden. Fragen Sie hierzu den Imam Ihres Vertrauens.

2. Moses muss Farbe bekennen

Die BZ schreibt zwischen den Zeilen, dass Moses offenbar jede Bitch anspringe, die an ihm vorbeiläufigt. Es wurde mir auch zugetragen, dass man Moses dabei beobachtet habe, wie er das Weihwasserbecken der Niederbipper Kirche leergeschlabbert und an eine Wand derselben gepisst habe. Ein wahrer Christ würde das nie tun; es stellt sich also die Frage, wie bibelfest Moses tatsächlich ist.

Ist Moses schon getauft? Wurde der Hund überhaupt schon nach seiner Konfession gefragt? Dschango vermutet, dass die Jesus-Bauern schlicht keinen konfessionsfreien Hund in ihrer Mitte dulden. Ein klarer Fall von Diskriminierung also! Die Freidenker-Vereinigung wurde informiert; man überlegt sich nun, Moses atheistisches Asyl zu gewähren.

(Dass Moses einen ‘Zentralrat der Ex-christlichen Köter’ gründen will, ist hingegen ein reines Gerücht ohne jegliche Faktengrundlage.)

3. Radikal, aber fair

Sicherlich die beste Lösung für alle Beteiligten: nicht nur der Hund wird gechippt, sondern die ganze Familie noch dazu. Die Chippflicht wurde ja eingeführt, um die gefährlichen Kampfhunde in Schach zu halten (fragt jetzt bitte nicht den Dschango, wie das funktionieren soll). Das müsste sich eigentlich auch auf die noch viel gefährlicheren Kampffundis ausweiten lassen. Bei ausgewachsenen Familienmitgliedern würde ich auch einen Maulkorb sowie eine Kastration befürworten; die Welpen sollte man fremdplatzieren.

Wie nun weiter?

Wird Moses den Kampf gegen die satanischen Behörden gewinnen? Rufen Islamisten eine Fatwa gegen das Bundesamt für Veterinärwesen aus? Werden die obligatorischen Hundeführerkurse neu auch eine Lektion Bibelkunde enthalten? Wird das Agnus Dei in einen Canus Dei umbenannt? Wird die Bevölkerung von Niederbipp kollektiv entwurmt? Steht ein Care-Team bereit? Und was meint der Papst zu diesem Skandal? Man weiss es nicht.

Daumenschraube.ch hält euch auf dem Laufenden!




Grenzen der Unbegrenztheit

Beinharts sind ja treue Sunrise-Kunden und als solche eigentlich auch relativ zufrieden. Gut, wir sind die Sorte Kunden, denen alles egal ist, solange sie einigermassen das bekommen, wofür sie bezahlen.

Nunja, Dschango hat sich vor einiger Zeit so ein Sunrise T@KE AWAY (ausgesprochen wohl “Tätki ewei”, muss irgendwas finnisches sein) Teil zugetan, mit der Idee, er wäre dann jederzeit mit einem flotten Internet unterwegs. Das hat eigentlich auch supi funktioniert und Dschango war glücklich. Dann, vor etwa drei Wochen, stelle er fest, dass seine Interwebs nur noch mit maximal 16 KB/s daherkommen. Ja, das ist ungefähr der Datendurchsatz, den wir früher mit unseren analogen Modems erreicht haben. Und nein, mit Technologie aus dem 20. Jahrhundert machen Internet-Anwendungen des 21. Jahrhunderts absolut keinen Spass.

Erster Gedanke: Rechnung nicht bezahlt. Kann ja vorkommen. Flugs Arschlahm geinternetbankt und gesehen, dass ich mal wieder ein vorbildlicher Kunde war. Dann mit dem Notebook in der Hand quer durch Bern gelatscht und festgestellt, dass es definitiv nicht am Standort liegt – überall dieselbe vorsintflutliche Bandbreite. Es führte also kein Weg dran vorbei: ich musste mich beim Sunrise-Kundendienst melden.

Das normale Vorgehen in einem solchen Fall besteht darin, Proviant, Trinkwasser und mediale Unterhaltung für die nächsten zwei Wochen einzulagern, damit man das Hotline-Queuing einigermassen gesund übersteht. Man sucht sich dann eine Sitzgelegenheit, in der man möglichst während mehreren Stunden bequem sitzen kann und stellt sich mental auf die Orgie an drittklassigen Hits aus den 90ern ein, die man bald geniessen darf.

Das Positive zuerst: noch nie war ein Anruf an ein Call-Center so derart schmerzfrei. Natürlich bin ich beim “Wenn Sie Fragen zu…, drücken Sie Taste EINS…”-Gelaber gescheitert – die Situation, dass mein Problem bereits in der Roboter-Schleife korrekt einsortiert wird, wird wohl zu meinen Lebzeiten nie mehr eintreten – und bin folglich beim komplett falschen Herrn gelandet. Als er mir das mitteilte, ging ich als erfahrener Hotliner übergangslos in Kampfstellung: “Könnten Sie mich dann bitte mit der korrekte Stelle verbinden?”. Wie baff war ich, als mir der Herr, immer noch freundlich, aber mit einer leichten Reiznote in der Stimme, zurückgab: “Genau das habe ich Ihnen gerade vorschlagen wollen.”

OK, da war ich jetzt wirklich mal sprachlos. Seit wann denken die Leute in den Callcentern mit? Seit wann kommen die auf die Idee, proaktiv zu überlegen, was der Kunde als nächstes wohl möchte? Seit wann kommen die überhaupt auf Ideen?

Komplett aus dem Häuschen war ich dann, als ich nach nur einmal (!) Umleiten bei der richtigen (!!) Dame landete und diese schon umfassend (!!!) über mein Problem informiert war, inklusive aller relevanten Kundendaten, inklusive der Bandbreitenlimite von 16KB/s, inklusive allem. Dschango zerdrückte eine Freudenträne, wähnte sich im Dienstleistungsparadies und hätte die Dame vor Euphorie fast spontan geheiratet.

Leider bekam Dschango einen doppelten Korb. Auf mein Heiratsangebot ging die Dame überhaupt nicht ein und auf mein Problem in einer Art, die für mich nicht wirklich erfreulich war. Das heisst – und ich kann es nicht genug betonen – die Dame hat es geschafft, mir zu erklären, dass mein Problem halt einfach so sei und dass es auch noch lange so bliebe und dass man da nichts machen könne, dies aber in einer Art, die mich als Kunden einigermassen zufrieden zurückliess. Dafür, liebe Sunrise-Dame mit der netten Stimme, deren Name ich leider nicht mehr weiss, dafür möchte ich mich bei Ihnen nochmals herzlich bedanken. Wenn ich zumindest das Gefühl habe, ernst genommen zu werden, ist es auch nicht mehr so schlimm, wenn Ihre Firma Infrastrukturprobleme hat, die ich als Kunde ausbaden darf.

Mein Problem bestand nämlich darin, dass ich offenbar zuviel Traffic auf meinem Abo hatte. Die nette Frau Sunrise machte mich darauf aufmerksam, dass dies im Vertrag drinstehe, und tatsächlich, da steht zwar:

Inklusive-Datenvolumen unbegrenzt(1)

Aber eben auch:

(1) Fair Usage: Bei Überschreitung einer Datenmenge von 10 GB pro Monat wird die Bandbreite reduziert.

“Hahaaa!”, dachte sich da der Dschango, “das ist wohl, weil ich nur so ein Memmen-Abo (basic) habe. Wenn ich auf das tolle ‘max’ umsteige, dann ist die Limite sicher weg!”

Denkste. Es ist auch nicht möglich, die Bandbreite durch Zahlung eines (meinetwegen saftigen) Aufschlags wieder freizugeben. Die Idee von Frau Sunrise, einfach noch ein zweites Produkt zu kaufen, fand ich dann nicht so super, also bleibt mir nur noch, bis am 4. April (dann beginnt mein Abrechnungszyklus) mit einem Anschluss auszuharren, bei dem sich Internet so anfühlt, als ob jedes Bit einzeln und auf Ochsenkarren zu meinem Computer verschoben würde.

Liebe Sunrise, mit dem Kundendienst hast du diesmal ja punkten können bei mir. Das finnische Internet fliegt aber bei nächster Gelegenheit raus – schick das zu der netten Dame vom Callcenter, die wird dem Siech schon beibringen, wie man Kunden glücklich macht.




Einen an die Waffel!

Man mag sich darüber empören, wie viel Schrott unter dem Label ‘Unterhaltung’ produziert wird. Man kann sich auch darüber wundern, wofür Menschen Geld hinzulegen bereit sind. Dies gilt ganz besonders für den Bereich der Computerspiele, denn beim Gamer paaren sich im Idealfall drei Eigenschaften (Technikverliebtheit, Untervögelung und der Bezahlwille, um dem Zocken auch möglichst exzessiv frönen zu können), die ihn zu einem begehrten Zielobjekt von allerlei Herstellern sinnloser Plastikgeräte machen.

Die Firma TN Games hat nun ein Gerät in Helmform angekündigt, das es dem Computerspieler erlaubt, auf ihn eingehende virtuelle Kopfschüsse und Schläge auf den Kopf mittels Force-Feedback zu spüren. Die Firma hat bereits eine Weste auf den Markt gebracht, mit der man spüren kann, wenn der Gegner einen Körpertreffer gelandet hat – und wo.

Ob das nötig ist? Kaum. Macht es die SVP konkordanzfähig? Eher nicht. Rettet es auch nur eine einzige chinesische Katze vor dem Kochtopf? Man darf es bezweifeln. Trotzdem, Dschango findet, hier wurde Geschichte geschrieben. Wer nicht im IT-Support arbeitet versteht das vielleicht nicht, aber ich sage euch: dieses Teil muss von einem IT-Supporter erfunden worden sein.

Man stelle sich die Möglichkeiten vor, die sich beim unternehmensweiten Einsatz solcher Geräte ergeben würden. So könnte man zum Beispiel den Auslöser mit Windows-Systemereignissen koppeln – wer Rückfragen des Systems provoziert, erhält Schläge auf den Hinterkopf, in stufenlos ansteigender Heftigkeit. Wer den Internet Explorer anstatt einem anständigen Browser startet (bzw Bullshit-Meldungen über solche verbreitet), spürt, wie ihm die Trojaner um die Ohren fliegen. Und vergesst die doofen Pop-Ups und Systemmeldungen, die nur hässlich aussehen und um die sich keine Sau kümmert: findet der Virenscanner verdächtige Objekte, wird der Benutzer künftig erstmal mit einem paralysierenden Stromstoss davon abgehalten, weiteren Schaden anzurichten, bis der Fachmann vorbeikommt. Ein Traum!

Selbstverständlich könnte man den Kopfschuss-Helm auch ferngesteuert auslösen. Dann beispielsweise, wenn man, wie diese Woche in Dschangos Büro geschehen, von einem Kunden das gewünschte Logo zwar tatsächlich in computerlesbarer Form und per eMail erhält – allerdings hübsch eingebunden in eine Excel-Tabelle.

Reply – OK – “Terrorists win”




Darmsaugen

Klistier war gestern

Klistier war gestern

Der Begriff des ‘Augenoptikers’, ich kann es nicht oft genug sagen, ist mir ein Gräuel. Welche Form des Optikers, so schreit es jeweils in mir, wenn ich jemanden dieses Unwort benutzen höre, gibt es denn sonst noch!? Ein Ohrenoptiker macht wenig Sinn und Muschioptiker haben mit ‘Gynäkologe’ bereits ein viel schöneres Wort, was soll dieses bescheuerte ‘Augenoptiker’ also? Könnte man nicht verantwortunsbewusster mit Buchstaben umgehen und in diesem Fall, gerade in Hinblick auf Klimaerwärmung und Finanzkrise, einfach fünf davon einsparen? ‘AUGEN’ gibt in Scrabble nämlich nur sieben Punkte, es kann also gar nicht so besonders sein. Mein Plädoyer (das ist mal ein Wort, mindestens 27 Punkte und wahrscheinlich auch noch der 50er Bonus, von den roten und blauen Bonus-Dingsens gar nicht zu sprechen! Leider habe ich es bisher noch nie legen können) lautet also: verschont die OptikerInnen vor den Augen – unserer aller Augen zuliebe.

In diesem Fall wurde aber der Vogel (hier wohl eher: Steinbock) derart abgeschossen, dass er kaum mehr als solcher zu erkennen ist. Klar, dem Optiker kann man hier eine gewisse Betriebsblindheit seinem Namen gegenüber attestieren. Aber welcher sadistische Legastheniker und typografische Tiefflieger von einem Schildermaler hat dieses Verbrechen begangen? Oder ist dies ein Beispiel dafür, dass man Lehrlinge nicht unbeaufsichtigt Kundenaufträge erledigen sollte?

Lehrling 1: Kannst du vergessen… so kommt das niemals auf ein Poschi…
Lehrling 2: Wetten, dass…?
Lehrling 1: LOL!

Und nein, es liegt nicht an meiner bizarren Fantasie, auch Hase hat spontan ‘Darmsaugen’ gelesen.

Wollte ich nur noch gesagt haben.




Dr. Jesus, bitte melden, Notfall in OP drei…

An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, Herrn Rudolf Merz, seines Zeichens Finanzbundesoberhoschi, eine gute Genesung zu wünschen. Es geht mir nicht um seine Art, Politik zu machen, sondern rein um ein Anliegen der Gerechtigkeit: ich finde, es ist ungerecht, wenn bloss Frankreich dauernd einen Politiker im Fernsehen hat, der mich frappant an Louis de Funès erinnert. Wenn ich Sarkozy sehe, warte ich immer darauf, dass jetzt dann bald der ausserirdische Kohlsuppenfresser ins Bild rückt und zusammen mit Sarkofunès lustige Ausserirdischensprachengespräche pflegt. Ja, es ist an der Zeit, dass jedes Land Politiker an der Spitze hat, die wie tote französische Komiker aussehen oder zumindest deren Mimik/Gestik übernehmen!

Damit hat dieser Artikel aber eigentlich überhaupt nichts zu tun, wie man unschwer am Titel erkennen kann, der ja noch nicht mal den Namen “Louis” enthält. Kommen wir also endlich zur Sache, Schätzchen.

Dass ein Berner Herzchirurg den Finanzminister bebypasst, wenn selbiger kollabiert, dagegen kann man ja eigentlich nichts haben (siehe auch oben). Man kann meiner Meinung nach nicht mal was dagegen haben, wenn dieser Herzchirurg ein gläubiger Christ ist. Heja, nicht alle sind mit genug Selbstvertrauen ausgestattet, um durchs Leben zu kommen, da reicht es oft nicht mal, als internationale Koryphäe auf einem doch eher schwierigen Gebiet angesehen zu gelten. Jeder so, wie er mag, und mir ist es immer noch lieber, wenn Herzchirurgen in die Kirche gehen, als dass sie Sonntag für Sonntag am Bahnhof herumlungern.

Item.

Wenn der Herr Finanzminister am Herzen operiert wird, ist das ein Ereignis mit News-Charakter, sehe ich ein. Und auch dass der Chirurg, der selbigen Minister operiert hat, zu diesem Thema interviewt wird, kein Einspruch von meiner Seite. Warum aber das Schweizer Fernsehen und hier besonders das von mir sonst sehr geschätzte Magazin “Schweiz Aktuell” in einem Beitrag zu des Merzens Gesundheitszustand Herrn Carrel für seinen Glauben Werbung machen lässt (3:00 – 3:20), muss aber wohl offen bleiben. Der Chirurg beim Beten, der Chirurg beim telegenen Mit-sich-Hadern, der Chirurg beim Vor-dem-Kloster-Stehen – inwiefern hat dies auch nur marginalen News-Wert? Oder auch nur am äussersten Rand mit dem operierten Finanzminister zu tun? Geradezumal, als diese Aussagen aus dem 2005 ausgestrahlten Dokumentarfilm “Der Herzchirurg” stammen (in dem sie im Übrigen auch Sinn machten)?

Das Znacht im Hals stecken blieb mir allerdings (zum Glück nur metaphorisch), als Herr Carrel den folgenden Verbalfurz abliess:

Es gibt für mich die schöpferische Hand hinter mir, die doch noch einen Einfluss hat und die sich wahrscheinlich beim geringsten Fehler, den ich machen würde, manifestieren täte.

Wohlverstanden: Herr Carrel spricht nicht vom Jäten im Garten oder vom Auswählen des korrekten Brotbelags zum Zmorge, sondern vom Operieren am offenen Herzen.

(Um den WTF-Faktor dieser Aussage vollständig entfalten und auf die werte Leserschaft wirken zu lassen, legen wir an dieser Stelle eine Denkpause ein und unterhalten Sie währenddessen mit flockiger Fahrstuhlmusik.)

Haben das alle kapiert? EIn Chirurg zählt darauf, dass Gott, Jesus oder die Aliens einschreiten, wenn er dummerweise mal die falsche Ader trifft. Eine Art übersinnliche Kunstfehlerversicherung, sozusagen. Bei manchen Leuten mag das ja heimelig wirken, vielleicht sogar beruhigend. Bei mir löst dies nur Befremden aus und, in Hinblick auf meinen nicht ganz risikofreien Lebenswandel, leichte Panik.

Und apropos Versicherung: zahlt meine Krankenkasse überhaupt Wunderdoktoren? Hat Jesus einen Vertrag mit meiner Kasse? Muss ich getauft sein, um unter Carrels Zaubermesser liegen zu dürfen? Funktioniert seine chirurgische Notbremse auch bei Muslimen? Atheisten? Anti-Theisten? Fragen über Fragen, die uns alle interessiert hätten, Schweiz Aktuell aber nicht zu beantworten wagte.

Man muss das aber auch positiv sehen, irgendwie. Dank Herrn Carrel haben wir nun einen Grund mehr, zu unseren Pumpen Sorge zu tragen, weil – wer will schon darauf vertrauen, dass Russels Teapot einschreiten, wenn der Chirurg grad dem Musculus Gluteus Maximus der Anästhesistin nachschaut?

OK, brave Christen machen sowas ja eh nicht.

Wuaaaa-hahahaaa…!!