Berlin, wir fahren nach Berlin!
Wenn ihr diesen Artikel lest, hocken die Hasen bereits im Zug Richtung Berlin. Ja, wir sind dieser Stadt hoffnungslos verfallen. Kann dran liegen, dass sie mich stark an Bern erinnert, einfach um den Faktor 100 aufgeblasen und mit einem schwulen Stapi. Und einer Reithalle, die sich über das ganze Stadtgebiet erstreckt.
Wir sind ja schon ein bisschen herumgekommen in der Welt, aber so zuhause wie in Berlin haben wir uns selten gefühlt. Berliner sind einfach nur geil: Witz, Offenheit, Style, alles passt. Wenn ich an einer Imbissbude mit “na Kleena, wat darf’s denn sein?” (ich bin deutlich über 1.80 gross) angesprochen werde, schmelze ich dahin. Wenn sich der andere dann auch noch kaputtlacht, weil ich “einmal Falafel ohne Spermasauce” bestelle, weiss ich, dass ich unter Freunden bin.
Und dann: Kultur! Und nochmal Kultur! Jeder in dieser Stadt ist ein Künstler und man hat den Eindruck, dass man dem nächsten Pollack, dem nächsten Mozart und der nächsten Dietrich jederzeit an der nächsten Ecke begegnen kann. Die grösste Museendichte Europas, die abgefahrensten Clubs, Russendisko… ich weiss noch, dass wir letztes Mal fix und fertig vom Herumlatschen im Ausgehmagazin Zitty herumblätterten (das Teil erscheint wöchentlich und ist ein VERDAMMTES BUCH!) und von der Masse an Angebot schlicht erschlagen wurden. Wir haben uns dann entschieden, zuhause in der Küche Scrabble zu spielen…
Sowie: Shopping! Meine Fresse, kann man in dieser Stadt Geld ausgeben… kleines Manko: es gibt in ganz Berlin offenbar nur einen einzigen Laden, der Damenschuhe kleiner als Grösse 38 führt. Letztes Mal waren wir jedenfalls während einer Woche in gefühlten fünf Milliarden Schuhläden, bis wir dem Hasen passendes Schuhwerk erwerben konnten.
Und auf der anderen Seite: die Stadt mit der zweitgrössten Türken-Population der Welt (erster Platz: Istambul); darunter eher selten türkisches Bildungsbürgertum. Vollgekokste 15jährige, die sich in U-Bahnen Gangwars liefern. Der Penner, der dir erst von seiner früheren Kapitänskarriere erzählt und dir dann mitten im Satz über die Schuhe kotzt. Neukölln.
Gehört halt alles auch dazu. Und passt.
Ach, was erzähle ich da. Peter Fox hat es schon lange gesagt, weit besser als ich es je könnte und erst noch mit wunderbarer Vertonung:
Des langen Artikels kurzer Sinn: es könnte sein, dass ihr nächste Woche nichts von mir hört. Ich werde zwar versuchen, mein Netbook am Hasen vorbei in die Ferien zu schmuggeln, kann aber nicht garantieren, dass ich dann nicht vom Berliner Flow überwältigt und komplett schreibfaul werde.
Also bis bald, und macht jut!

