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	<title>Daumenschraube.ch &#187; muslime</title>
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		<title>Hilfe, die Dogen bilden wieder Szenen!</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 13:05:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun ist es ja so, dass auch ich nicht alles weiss, was es auf dieser Welt zu wissen gäbe. Mir war noch knapp geläufig, was &#8220;Dogen&#8221; sind &#8211; Oberhäupter der italienischen Republiken Venedig und Genua im Mittelalter nämlich &#8211; es war mir aber nicht bewusst, dass es mit diesen Dogen Probleme in der Jetztzeit geben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignright" style="width: 226px"><img class="  " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/archive/0/00/20091215083313!Bellini.doge.600pix.jpg" alt="" width="216" height="296" /><p class="wp-caption-text">Auch davor schützt die Reithalle-Initiative!</p></div>
<p>Nun ist es ja so, dass auch ich nicht alles weiss, was es auf dieser Welt zu wissen gäbe. Mir war noch knapp geläufig, was &#8220;Dogen&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doge" target="_blank">sind</a> &#8211; Oberhäupter der italienischen Republiken Venedig und Genua im Mittelalter nämlich &#8211; es war mir aber nicht bewusst, dass es mit diesen Dogen Probleme in der Jetztzeit geben könnte. Geschweige denn, dass sie in der Stadt Bern durch eine besonders ausgeprägte Szenenbildung auffallen würden.</p>
<p>Zum Glück wurde ich diese Woche eines Besseren belehrt, durch jene Postille nämlich, die &#8211; zum Glück! &#8211; vom durch den &#8220;keine Werbung&#8221;-Kleber auf unserem Briefkasten nicht abgeschreckten Verträger in selbigen gesteckt wurde.</p>
<p>Es geht hier natürlich um den Hochglanzprospekt zur fünften oder sechsten oder wasweissichwievielten Reithalle-Initiative, die am 26. September in Bern zur Abstimmung kommt und übrigens ein grandioses Beispiel dafür ist, wie sehr gewissen Politikern der Volkswille am Herzen liegt, vor allem dann, wenn das strunzdumme Volk ums Verrecken nicht begreifen will, was sein Wille zu sein habe. Vielleicht etwas Positives vorweg: der ganze Prospekt kommt mit genau zwei (2!) Ausrufezeichen aus. Das sind, notabene, genau gleich viele, wie ich zum Schreiben dieses Artikels bisher benützt habe.</p>
<p>Ich weiss nicht, ob meine werte LeserInnenschaft jetzt die Sensation wirklich begreift (ihr braucht ja schon mindestens fünf Anläufe, bis ihr endlich kapiert, was ihr eigentlich abstimmen wolltet, gopf): da ist ein Prospekt, der unter anderem das Konterfei von Brokeback-Erich enthält, ich würde jetzt den Textanteil auf rund 2000 Zeichen schätzen, und nur zwei davon sind Ausrufezeichen. Wenn man die textarme Titelseite wegrechnet, sogar nur noch eines! Viermal weniger als ich, unter wohlverstanden hochverantwortlicher Dosierung, bis jetzt hier verschreibt habe! Wahrlich, ich sage euch: der Tag, an dem die Hölle zufriert, ist nahe.</p>
<p>Und wenn wir schon beim Prophetentum sind: Meinen Glückwunsch an die muslimischen MitbürgerInnen, ihr dürft ab morgen ja wieder im Sonnenlicht fressen, saufen, rauchen und ficken, weil das euer nachtblinder Gott dann wieder zulässt. Das finde ich schon mal gut. Vor allem den Punkt mit dem Rauchen, weil das bekanntlich saudumme Verletzungen gibt, wenn man im Dunkeln rauchen will und dann zB die Zigi oder die Shisha falsch herum anzündet.  Das Ende des Ramadans entlastet somit auch die Krankenkassen, und wer kann sich ernsthaft dagegen wehren? Eben.</p>
<p>Apropos Ramadan: im Gegensatz zum Rest der muslimischen Welt <a href="http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Die-Steinigung-zu-rechtfertigen-ist-nicht-akzeptabel/story/29633056" target="_blank">hat Genf ja das ganze Jahr über einen</a>, und dessen Ende ist nicht wirklich absehbar. Bei dem geht es auch keineswegs um Ficken, Fressen und andere das Leben beglückende Ereignisse, sondern um Steinigungen. Die jetzt vielleicht in einer Wüstenlandschaft noch Sinn machen, aber in einer agrarisch geprägten Landschaft wie der Schweiz eher schräg daherkommen. Ich meine, bevor man sich die Mühe macht, hier genügend Steine im aparten Format zu finden, könnte man sich allenfalls überlegen, die Sitte hierzulande mit Kuhfladen umzusetzen. &#8220;Kuhfladigung&#8221; wäre eh noch ein geiles Wort, irgendwie. Kuhfladigung in der Mubarak, hahaha. Ich werde das beim Herrn Ramadan vielleicht bei Gelegenheit mal anregen.</p>
<p>Noch jemand, der grossen Spass am Ende des Ramadans (nicht dem von Genf, jetzt!) hat, ist der Pastor Terry Jones, der sich vor Jahren mal in seiner damals noch in Deutschland angesiedelten Halluzinationsgruppe <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716304,00.html" target="_blank">am Klingelbeutel gütlich getan hat</a>, danach zurück ins gelobte Land gegangen ist und sich nun dem Koran-BBQ widmet. Oder widmen will, man weiss das nicht so genau. Auf jeden Fall hat ihm die Gemeinde Gainesville seine Aktion verboten, <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article9470035/US-Regierung-verurteilt-geplante-Koran-Verbrennung.html" target="_blank">unter Hinweis auf feuerpolizeiliche Bestimmungen</a>, was ich persönlich recht schlappschwanzig finde. <a href="http://www.bernerzeitung.ch/ausland/amerika/Pastor-Koranverbrennung-lediglich-zeitweise-ausgesetzt/story/13639526" target="_blank">Momentan ist noch nicht klar</a>, ob morgen tatsächlich Koräne (-ane?) brennen werden oder nicht, mich persönlich regt aber schon nur die Idee an sich auf. Ich meine, in Zeiten von Rohstoffknappheit, welcher Idiot kommt auf die Idee, wertvolles Papier einfach zu verbrennen? Hat Pastor Jones nichts aus der &#8220;Deep Horizon&#8221;-Katastrophe gelernt? Man muss es fast annehmen, denn sonst würde er nicht nur den Koran, sondern sämtliche überflüssige Fantasy-Literatur (Koran, Bibel, Tora, egal) in grossen Containern sammeln und zu nützlichen Konsumgegenständen wie Bratwurst-Umwickelservietten oder Klopapier verarbeiten. Mister Jones, noch haben Sie Zeit,  zu bereuen und auf den rechten Pfad zurückzukehren!</p>
<p>Man könnte es zugegebenermassen falsch verstehen, dass ich von den Fundamentalisten direkt auf Roland Näf überleite, aber ich bin stolz darauf, meiner lieben LeserInnenschaft mitteilen zu dürfen, dass wir es jetzt amtlich haben: die Tatsache, dass ihr regelmässige Daumenschraube-LeserInnen seid, heisst nicht zwingend, dass deshalb nichts aus euch wird im Leben. Einer der <a href="http://www.daumenschraube.ch/2009/03/13/da-haben-sich-ja-zwei-gefunden/#comments" target="_blank">Daumenschraube-Fans der ersten Stunde</a> wurde nämlich letzthin zum Präsidenten der SP des Kantons Bern gewählt &#8211; wir gratulieren herzlich!</p>
<p>Nicht so viel Freude hatten wir, als wir hörten, dass der Grosse Rat des Kantons Bern einen Vorstoss Näfs, den Kindergärten mehr Stellenprozente zu gönnen, <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Grosser-Rat-will-nicht-mehr-Kindergaertnerinnen/story/17215790">abgelehnt hatte</a>. Da muss man sich schon an den Grind langen: hat der Näf doch endlich mal eine gute Idee und löst sich etwas von seiner Killerspiel-Fixierung, macht ihm der Grosse Rat diese Idee prompt kaputt. In dieses Bild passt übrigens, dass derselbe Grosse Rat auch <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Erziehungsdirektor-zeigt-Bereitschaft-das-Kulturprogramm-anzupassen/story/12454115" target="_blank">das Kulturprogramm abgelehnt</a> hatte. Selbstverständlich will man Integration, selbstredend will man Förderung, und ohne Zweifel ist Bildung, als unsere wertvollste Resource, hochprioritär zu behandeln, nur kosten darf der Scheiss natürlich nichts.</p>
<p>Übrigens, da wir uns nun in die Niederungen des Bildungswesens begeben haben: ich glaube, dies hier mal erwähnt zu haben, euer Dschango ist ja jüngst unter die Lehrmeister gegangen und bildet nun Spätpubertierende zu waschechten Informatikern aus. Macht Spass, macht Freude, und die Kleinen lernen erst noch was dabei statt nur herumzulungern. Keine Freude macht hingegen, was der Dschango da dauernd an Papier von der <a href="http://gibb.ch/" target="_blank">GIBB</a> bzw von der <a href="http://www.oda-ict-bern.ch/" target="_blank">OdA ICT Bern</a> erhält. Nicht weil er grundsätzlich etwas gegen Papier hat &#8211; siehe meine Opposition gegenüber der Verbrennung desselben -  sondern weil diese der Erziehungsdirektion angehängten Läden offenbar des teutschen Sprake night so righik machtig sint. Anders kann ich mir nicht erklären, wie diese Institutionen Papier produzieren können, die vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so strotzen. Ich will hier ja nicht ins Detail gehen, aber als mein Stift letzthin mit einem Brief dazu aufgefordert wurde, zu einem Lehrgang &#8220;nicht leidende Kleidung&#8221; zu tragen, da war sowohl der Stift als auch ich etwas überfordert. Wollte man sicherstellen, dass nur Fair Trade-Baumwolle getragen wurde? Oder, dass dem Stift sein Gwändli nicht in einem Sweatshop produziert wurde? Oder meinte man eher &#8220;nicht-leitend&#8221; und hat einfach das Legasthenen-AddOn aus der Textverarbeitung auszuschalten vergessen? Fragen über Fragen.</p>
<p>Aber zurück zum Reithalle-Prospekt und somit zum Titel dieses Artikels. Nebst der beinahe schon angsteinflössend geringen Anzahl von Ausrufezeichen und dem Bildnis von Richi-Dschei frappiert dieser nämlich auch noch mit folgender schockierenden Feststellung:</p>
<blockquote><p>Es besteht eine Dogenszene, gegen welche die Polizei nicht durchgreifen kann.</p></blockquote>
<p>Zum Glück gibt es noch aufrechte Politiker, die sich dagegen wehren, wenn italienische Herrscher aus dem Mittelalter unkontrolliert nach Bern immigieren und hier ihren Zirkus aufführen, eine rat- und tatlose Polizei vor sich. Und zum Glück gibt es auch noch ein Volk, das diesen Politikern hoffentlich auch beim fünften Mal den wohlverdienten Finger zeigt.</p>
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		<title>Grüne Eier, unschwule Filme, nuttige Models und ein drittplatzierter alter Sack</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 18:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Himmel, Arsch und Zwirn, wie ging es ab bei mir die letzten Wochen&#8230; meine Schräubchen-Aktivität hat darob arg gelitten, deshalb: mea culpa. Als klitzekleine Entschädigung wird dieser Artikel mal wieder epische Länge aufweisen. Genauso wie die Liste der Tags zu diesem Artikel. Soll ja niemand sagen, ich schaue nicht zu meinen LeserInnen.
Also: Jahreswechsel war bekanntlich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Himmel, Arsch und Zwirn</em>, wie ging es ab bei mir die letzten Wochen&#8230; meine Schräubchen-Aktivität hat darob arg gelitten, deshalb: mea culpa. Als klitzekleine Entschädigung wird dieser Artikel mal wieder epische Länge aufweisen. Genauso wie die Liste der Tags zu diesem Artikel. Soll ja niemand sagen, ich schaue nicht zu meinen LeserInnen.</p>
<p>Also: Jahreswechsel war bekanntlich, bzw sogar Jahrzehntewechsel; hoffe, die werte Leserschaft ist gut geflutscht. Bei Beinharts gings wie immer im entspannten Rahmen über die Bühne, unaufgeregt und inmitten vieler lieber Leute. Und ich darf beruhigen: die neue Scheisse scheint zum Glück noch 1:1 der alten Scheisse  zu entsprechen, kein Grund also, sich auch nur annähernd neu zu orientieren. Der Bundesrat ist noch genauso ratlos wie letztes Jahr, Merz hat sein Gesicht noch immer nicht gefunden, Leuthard ihr rechtes Auge noch immer nicht schliessen können und generell darf gesagt werden, dass Denkbefreitheit nach wie vor Breitensport ist.</p>
<p>Soweit so gut.</p>
<h3>Eier trotz grün</h3>
<p>Aber trotzdem gibt es ein paar Dinge, die neu sind. Da war beispielsweise ein gewisser Diego Hättenschwiler (mir bis dato völlig unbekannt, aber offenbar Delegierter der Berner Grünen), der meiner bescheidenen Meinung nach der bisher erste Grüne ist, bei dem zwischen den Beinen etwas anderes als handgerollte Filzkügelchen aus Bio-Wolle baumelt. Und genau dorthin (zwischen die Beine, aber am anderen Ende als an dem, wo idR die Kronjuwelen hängen) zielt auch <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Gruene-stellen-die-maennliche-Beschneidung-zur-Debatte/story/15732458" target="_blank">die Diskussion, die Hättenschwiler anstossen will</a>: die Beschneidung von Knaben ohne entsprechende medizinische (!) Indikation, bei Mädchen ein Straftatsbestand, müsse endlich diskutiert und verboten bzw bestraft werden. Man kann sich vorstellen, dass unsere beschnittenen Mitbürger exotischer Religionszugehörigkeiten am Toben sind.</p>
<p>Dschango aber sagt: Recht so! Meinen Segen habt ihr, liebe Grüne! Endlich wird an einem Tabu gerührt, das mir schon seit Jahren auf den Sack geht und anderen an die infantile Vorhaut. Ich meine: es kann ja nicht sein, dass wenn ich volljährigen, mündigen Leuten auf ihren Wunsch hin ein Piercing verpassen möchte, von Gesundheitsamt und Gewerbepolizei kontrolliert werde, es aber kein Problem darstellt, wenn tatterige Hobby-Chirurgen mit unsichtbaren Freunden auf dem Copiloten-Sitz an Geschlechtsteilen von Säuglingen herumschnippeln. Es ist mir völlig schnuppe, wenn dies zwischen Erwachsenen im Konsens geschieht. Ihr könnt euch dann gegenseitig alle möglichen Körperteile absäbeln, ob von Gott angeordnet oder nicht, ob alte oder neue Tradition, es geht mir komplett am Arsch vorbei. Aber die Lizenz zur Misshandlung von Säuglingen, nur weil man einer bronzezeitlichen Endzeit-Sekte angehört? Hallo?!?</p>
<p>Spassig ist die Reaktion des Schweizerischen Israelischen Gemeindebundes: erstens sei die jüdische Beschneidung eine alte Tradition (das allein rechtfertigt ja schon sämtliche Verstümmelungen), zweitens sei die Beschneidung von Juden durch die Religionsfreiheit geschützt (logo, wir stellen in der Schweiz die Religionsfreiheit <strong>grundsätzlich</strong> über alle anderen Grundrechte, vor allem über diejenigen von Dritten, und ganz besonders dann, wenn die Dritten minderjährig sind) und schliesslich habe die Beschneidung von Knaben handfeste Vorteile, denn sie vermindere das Risiko von Harnwegsinfekten und Peniskrebs. Letzteres stimmt tatsächlich, theoretisch zumindest, man kann denselben Effekt aber auch erzielen, indem man seine Nille hin und wieder &#8220;guet mit Söifi und Wassr&#8221; wischt. Das BAG hat scheints schon einen entsprechenden TV-Werbespot mit Ali Kebap in der Hauptrolle geplant &#8211; man will ja auch die muslimischen MitbürgerInnen erreichen.</p>
<p>Und übrigens: wenn die Theorie des SIG tatsächlich hinhauen würde, wäre Pimmelkrebs in Israel, den USA und fast allen arabischen Ländern komplett ausgerottet. Ist er das? Eben.</p>
<p>Abschliessend kann ich Herrn Hättenschwiler zu seinen haarigen Klöten nur eine unglaublich dicke Haut wünschen. Er wird sie, im traditionell religiösen Absurditäten Sympathie entgegenbringenden Grünen-Umfeld, bitter benötigen.</p>
<h3>Ghey secks for teh win!</h3>
<p>So apropos &#8220;bestens unterhalten&#8221;: wir (Hase, Dschango, der Franzose) waren neulich mal wieder im 3D-Kino, &#8220;Avatar&#8221; ansehen. Wir waren begeistert! Selten, dass ich nach Filmende das dringende Bedürfnis hatte, den Film gleich nochmal zu schauen (machen wir dann auch noch, <em>Mitte-Mitte</em> ist das Stichwort). Die Story ist zwar in maximal drei Hauptsätzen erzählt (ganz witzig: in der Pause haben wir drei überlegt, wie der Film weitergeht, und wir haben im Detail jeden einzelnen Strang genau so fertiggesponnen, wie er dann auf der Leinwand tatsächlich kam), das hat uns aber nicht wirklich gestört &#8211; vor lauter Gucken kommt man eh kaum zum Denken.</p>
<p>Weniger Freude an dem Film hatten einzelne Transgender/Schwulen/Lesben/WTF-Verbände, die auch <a href="http://stopavatarmovie.blogspot.com/2009/12/december-18-2009-international-day-of.html" target="_blank">zum Boykott gegen den Film aufriefen</a>. Wieso das denn, könnte man sich fragen. Ganz einfach: im ganzen Film kommt kein einziger Schwuler vor, keine einzige Lesbe (OK, Frau Weaver spielt mit, immerhin), nicht ein Transgendator, keine Transen, null Sex (letzteres würde ich als valides Argument noch so halb unterstützen). Und das geht so natürlich nicht.</p>
<p>Ich träume schon von einer Welt, in der man keinen Film mehr machen darf, ohne nicht eine Liste von Quoten-Minderheiten rollentechnisch zu berücksichtigen. Das heisst, egal ob Krimi, Science Fiction, HdR, Kostümschinken oder Disney-Weihnachtsfilm, neu müssen folgende Sprechrollen zwingend enthalten sein (die Liste ist als &#8216;work in progress&#8217; zu verstehen und muss noch durch das BunDesamt zum Schutz von Minderheiten [BDSM] freigegeben werden):</p>
<ul>
<li>3 Juden (1 orthodox,  1 liberal, 1 de facto-Atheist)</li>
<li>1 Uigure (einfach bloss, um China anzupissen)</li>
<li>2 Muslime</li>
<li>5 Fetisch-Liebhaber, Ausrichtung je nach Wunsch und/oder Präferenz des Regisseurs besetzt</li>
<li>1 Zeuge Jehowas</li>
<li>1 Atheist</li>
<li>2 Personen mit Schuhgrösse &gt;= 45</li>
<li>1 Agnostiker</li>
<li>3 Schwule (davon mind. 1 Ledertrine, kann <strong>nicht</strong> anstelle eines Fetisch-Liebhabers [s.o.] besetzt werden!)</li>
<li>2 Lesben</li>
<li>8 Informatiker</li>
<li>1 abgehalfteter Ex-Bundesrat mit Profilneurose, Messias-Komplex und Verfolgungswahn (guckt nicht so: endlich ein Job, für den der Mann <em>wirklich</em> die beste Wahl ist!)</li>
<li>6 Hundehasser</li>
<li>1 Outdoor-Fanatiker</li>
<li>2 Bisexuelle</li>
<li>2 Vegetarier</li>
<li>24 Zigeuner (kann man <em>immer, in jedem Film </em>brauchen!)</li>
<li>1 Asexueller</li>
<li>3 Versicherungsvertreter</li>
<li>1 Kleinwüchsiger</li>
<li>3 Schwarze, die Afroamerikaner genannt werden möchten</li>
<li>2 Afroamerikaner, die Schwarze genannt werden möchten</li>
<li>2 Inder</li>
<li>8 Detailhandelsangestellte (paritätisch zwischen Coop und Migros aufgeteilt)</li>
<li>1 Analphabet</li>
<li>5 Fettleibige (BMI nicht unter 52 pP)</li>
<li>3 Magersüchtige (BMI nicht über 7 pP)</li>
<li>4 Allergiker</li>
</ul>
<p>Man müsste auch noch bestimmen, ob man als Regisseur kumulieren darf, also zB mit einer schwarzen, lesbischen, magersüchtigen, muslimischen Inderin gleich fünf Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte. Ich wüsste da ein paar Leute, die so den Sprung in die Selbständigkeit wagen und sich ein recht schickes, regelmässiges Einkommen sichern könnten.</p>
<p>Ach übrigens, mein altes Vorurteil, dass man einfach kein schlechter Mensch sein <em>kann</em>, wenn man einen derart appetitlichen Arsch wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michelle_Rodr%C3%ADguez" target="_blank">die Frau Rodriguez</a> hat, dieses Vorurteil hat sich dann im zweiten Teil des Films vollumfänglich bestätigt. Das Vorurteil wird folglich per sofort zum Dogma erhoben.</p>
<h3>Der Zahn der Zeit</h3>
<p>Bevor jetzt die Gerüchte wieder überkochen: Dschango ist trotz seines hohen Alters noch ein extrem Agiler, Wendiger, ja, gar ein sich stromlinienförmig durch die Welt Bewegender. Physisch wie geistig, wie ich anmerken darf. Trotzdem lässt sich nicht leugnen: wir bauen langsam aber sicher ab.</p>
<p>Da war beispielsweise der Vorfall bei einem Kunden. Es ging darum, ihm ein Outlook 2007 zu installieren (nicht hinterfragen, manchmal muss ein Mann einfach tun, was ein Mann tun muss). Alles lief recht smooth ab, ich startete dieses doofe Outlook, &#8220;wollen Sie Konto einrichten&#8221;, neeee, wie immer halt, mach einfach weiter du Depp&#8230; *tschägäng-tschabbawahnsinn*&#8230; Oh-lala, wie bunt sieht das denn aus? Gut. Ich versuche, ein eMail zu verfassen, um zu schauen, wie sich das Teil so anfühlt. Neue Nachricht, Adresse eingeben, Subject, Text. Und abschicken. Hmmm&#8230; wo zum Henker ist der &#8216;Send&#8217;-Button&#8230;?</p>
<p>Suchen, suchen, suchen&#8230; Zillionen von Optionen, Myriaden von Ribbons, Knöpfe agogo, aber keiner, der ein Mail zu versenden verspricht. Panik macht sich breit. Erstmal den Kollegen rufen (knapp 20 Jahre jünger), er soll den Send-Button finden. Grosses Gelächter, &#8220;na Dschango, jetzt gibst aber wirklich ab, ne?&#8221;, er setzt sich hin&#8230; und sucht&#8230; und sucht&#8230; und sucht&#8230; irgendwann dann &#8220;Gopfertami!&#8221;, aber immer noch kein Send-Button.</p>
<p>Also mal Google anwerfen, und siehe da: <a href="http://www.google.ch/search?q=outlook+2007+no+send+button&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=com.ubuntu:de-CH:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">ungefähr 600&#8242;000 Einträge</a>, alle mit demselben Problem. Und die Lösung? Outlook 2007 kann zwar Mails <em>schreiben</em>, wenn noch kein Konto definiert ist, logischerweise aber keine <em>verschicken</em>. Ein &#8216;dummer&#8217; Mailclient würde jetzt einfach eine Fehlermeldung ausgeben. Und Fehlermeldungen sind gut! Mit Fehlermeldungen kann ich umgehen! Fehlermeldungen verdanke ich seit 20 Jahren einen Grossteil meines Einkommens! Weil aber der Dreck aus Redmond gerne mal für den User denkt, zeigt er in der Folge ganz einfach keinen Send-Button an, so im Stil von: &#8220;Hach, du hast in dem Moment, als <em>ich</em> wollte, nicht das gemacht, was ich für dich vorgesehen habe. Weisste was? Du kannst dir deinen Send-Button sonstwohin stecken. Bevor du den zu sehen bekommst, darfst du mich jetzt erstmal eine halbe Stunde lang bewundern&#8230; bin ich nicht schön geworden? Hast du gesehen? Neuer Lidschatten! In Farben, von denen du gar nicht <em>wusstest</em>, dass sie existieren! Oder streichle mal meine Ribbons, wie sie hübsch aufribbeln&#8230;Wie&#8230;? Ah jetzt lass mal den blöden Send-Button, schau doch mal, <em>die Schuhe&#8230;!!</em>&#8221;</p>
<p>Es ist ein bisschen so, als ob man Paris Hilton  zu seinem Mailclient machen würde. Und das verstehe ich nicht, warum man das tun möchten sollte. Aber gut, das kann man noch damit erklären, dass ich einfach ungern Micromist benütze. Oder dass 600&#8242;000 Google-Hits tatsächlich von einem nicht durchdachten System zeugen. Aber letzthin stand der Dschango an der Tramhaltestelle und sah vis-à-vis ein Plakat hängen. Bisher ist das noch überhaupt nicht erwähnenswert, ihr könnt eure Münder also erstmal wieder zumachen. Aber was Dschango da las, war erstaunlich: &#8220;Peniskassen&#8221; stand da nämlich, in riesigen Lettern auf dreifaches Weltformat gedruckt, appliziert auf einer hundskommunen APG-Plakatwand. Nein, der Zusammenhang mit der BAG-Kampagne wider den Schwanzkrebs muss hier nicht hergestellt werden, weil der zweite (dritte?) Blick enthüllte, dass das Wort eigentlich &#8220;Pensionskassen&#8221; hiess.</p>
<p>Zehn Minuten später, Dschango wirft einen Blick auf den BlAbend, und was steht da: &#8220;Nuttig! Martina wird Model&#8221;, darunter ein Foto von einer etwas seltsam posierenden Frau Hingis. Dschango war erstaunt, weil, auch wenn er die Frau Hingis eine eher unattraktive findet und sich immer panisch die Ohren zuhält, wenn er sie sprechen hört: sie als &#8220;nuttig&#8221; zu bezeichnen erschien ihm dann doch etwas gar derb. Erfreut bemerkte er, nachdem er sein Haupt mehrmals irritiert geschüttelt hatte, dass das Wort eigentlich &#8220;mutig&#8221; hiess. Und Dschango überlegte, ob es nicht langsam doch Zeit für eine Brille wird.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist da noch ein anderes als das vorgängig erwähnte Büro-Gspandli, das, mit Blick auf den BlAbend auf meinem Pult, meinte:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Hey, weisch was hani zersch gläse?!&#8221; </em></p>
<p>&#8220;Nuttig?&#8221;</p>
<p><em>&#8220;Genau!!&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Und dieses Gspändli ist doch ein paar Jährchen jünger als ich. Und hat bereits eine Brille. Kann also noch nicht so schlimm sein mit dem alten Dschango.</p>
<h3>Und was war sonst noch?</h3>
<p>Bei unserem alljährlichen XMas/New Year-Pokerturnier (Schrauben-Red, Schrauben-Red-Hasen, Friends) wurde der Dschango dieses Jahr Dritter. Immerhin. Bisher war er noch immer im Heads Up, das wollte diesmal irgendwie nicht klappen. Im Gegensatz zu meinen werten Blog-KollegInnen (beide relativ sang- und klanglos ausgesemmelt, HA!!) bin ich aber sehr zufrieden, vor allem, weil meine beste Hand des ganzen Abends ein 10er-Trilling war, der von einem Full House verdient geschlagen wurde. Die Bilanz des Abends gestaltete sich trotzdem erfreulich: ausschliesslich mit Bluffs SFr. 11.- verdient und noch die nächsten zwei Tage an den (selbstinduzierten) Folgen des Poker-Events gelitten.</p>
<p>Sch&#8217;äbe geng das.</p>
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		<title>Das auserwählte Volk</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 00:38:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apropos...]]></category>
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		<description><![CDATA[Schon mal überlegt, warum die Klorolle im Büro-WC immer dann leer ist, wenn du auf dem Pott hockst? Oder schon mal gestutzt, weil immer du der- oder diejenige bist, dem/der die Tauben auf den Kopf scheissen? Dass in der Beiz immer du vom Personal übersehen wirst? Kann das einfach nur Zufall sein? Natürlich nicht, du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon mal überlegt, warum die Klorolle im Büro-WC immer dann leer ist, wenn du auf dem Pott hockst? Oder schon mal gestutzt, weil immer du der- oder diejenige bist, dem/der die Tauben auf den Kopf scheissen? Dass in der Beiz immer du vom Personal übersehen wirst? Kann das einfach nur Zufall sein? Natürlich nicht, du gehörst einfach nicht zum <em>Auserwählten Volk</em>.</p>
<div id="attachment_3258" class="wp-caption alignright" style="width: 177px"><a href="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/01/loch-im-zahn.png"><img class="size-full wp-image-3258" src="http://www.daumenschraube.ch/wp-content/uploads/2009/01/loch-im-zahn.png" alt="So schön sah er lange nicht mehr aus" width="167" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">So schön sah er lange nicht mehr aus</p></div>
<p>Es gibt ja einige Gruppen, die von sich behaupten, von Gott auserwählt zu sein. Im Grunde genommen behaupten das auch alle Religionsgemeinschaften von sich, mal mit mehr, mal mit weniger Offenheit und Vehemenz. Allen voran natürlich die Juden, die die Auserwähltheit quasi erfunden haben und die diese Idee bis heute durchziehen. Man kann (und soll) sich jetzt natürlich fragen, ob es unbedingt einen Holocaust, verstümmelte <em>Shnibbeles</em> und Katjuscha-Raketen braucht, damit Gott einem zeigen kann, wie ganz doll lieb er einen hat. Eher nicht, denk ich mir jetzt mal.</p>
<p>Die Muslime hingegen leben mehrheitlich unter grausligen Verhältnissen, bekommen israelische Bomben zum Frühstück und haben Schiss vor Schnaps und Frauen. Und die <em>Shnibbele</em>-Geschichte gilt auch hier. Also die Muslime können wir bezüglich Auserwähltheit wohl ebenfalls knicken.</p>
<p>Dann noch die Christen. Rein vom ökonomischen (lies: calvinistischen) Standpunkt her könnten sie ja auserwählt sein: Wohlstand einer breiten Bevölkerung kommt primär in christlich geprägten Ländern vor. Sie müssen sich auch nicht von Geistlichen an ihren juvenilen Genitalien rumsäbeln lassen, das passt auch. Die besten Gegenargumente hierzu: Weltwirtschaftskrise und katholische Priester. Ausserdem gibt es mittlerweile so viele Abspaltungen, Sekten und Kleinbibelgruppen christlichen Flavours, dass ich darauf wette, nicht mal Gott selbst hätte noch die Übersicht darüber, welche er jetzt genau als auserwählt ansehen würde.</p>
<p>Wenn man lange genug über dieses Thema nachdenkt, kommt man zwangsläufig zu diesem Schluss: Das Auserwählte Volk, meine lieben Leserinnen und Leser, das wirklich und wahrhaftig von Gott Auserwählte Volk, das sind die <em>Zahnärzte dieser Welt</em>.</p>
<p>Mir kam dieser Gedanke, als ich mir vorgestern Nacht mal wieder die Füllung von Molar 17 ausgebissen habe. Molar 17 und ich teilen eine lange, nicht immer erfreuliche Geschichte. Zig Füllungen (Amalgan, Porzellan, Plastik, Araldit, Weisses-Zeug-aus-der-Tube-womit-man-Löcher-in-der-Wand-zustopft), Wurzelbehandlungen, Spülungen und was weiss ich noch alles habe ich diesem verfluchten Zahn geschenkt. Und was kam zurück? Schmerzen und noch mehr Schmerzen. OK, vielleicht war es ja auch mein Fehler, weil wirkliche Aufmerksamkeit habe ich Molar 17  (oder &#8216;17&#8242;, wie mein Zahnarzt und ich ihn liebevoll nennen) nur dann zukommen lassen, wenn er mir mal wieder eine Eiterbeule bescherte, die mein Gesicht leicht rechtslastig wirken liess. Tatsache ist aber: mein Zahnarzt hat sich dank 17 eine Golfausrüstung, ein vergoldetes iPhone und eine Scheidung leisten können. Für einen simplen Backenzahn eine ganz beachtliche Leistung.</p>
<p>Habe ich eigentlich schon mal von meinem Zahnarzt erzählt? Ich mag ihn sehr gut leiden. Bedenkt man, dass wir ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zueinander haben (ich möchte gerne auch morgen noch kraftvoll zubeissen können, er möchte sein Handicap verbessern), kann man sogar sagen, dass wir in einer fröhlichen Symbiose zueinander leben. Er hat es geschafft, dass ich locker und entspannt auf dem Zahnarztstuhl hocken kann und mir nicht mehr die (metaphorische) Seele aus dem Leib schwitze, sobald ich seine Folterwerkzeuge sehe. Er bohrt wie der Teufel und wenn er mir sagt, dass ich keine Spritze brauche, dann ist das auch so. Da ich sehr viel Zeit auf dem Zahnarztstuhl verbringe, habe ich mir auch einige Grundkenntnisse der dentalassistentischen Tätigkeiten angeeinet: absaugen und Füllungs-Pistole nachladen sowie Röntgenaufnahmen meines Gebisses anfertigen kann ich mittlerweile weitestgehend autonom. Ich halte meinem Med. Dent. auch gerne die Werkzeuge. Oder packe ihn am Kragen, damit er mir beim Füllungsaufbau nicht ins Maul fällt.</p>
<p>Wie ich also vorgestern die &#8211; im Übrigen erstaunlich schwere &#8211; Ex-Füllung meines Zahns in der Hand hielt, ging ich folgendem Gedankengang nach:</p>
<p>Wenn Gott existiert, hat er sich etwas dabei überlegt, als er uns gemacht hat. Es kann also nicht sein, dass unsere für das Leben im Zuckerparadies des 21. Jahrhunderts schlecht angepassten Zähne durch Zufall oder gar &#8211; oh Schreck! &#8211; ein fehlerhaftes Design entstanden sein können. Sowieso: etwas derart Kompliziertes wie ein Zahn <em>kann</em> gar nicht durch Zufall entstanden sein. Immerhin braucht es da drinnen einen Nerv, dessen Aufgabe es ist, Unruhe in der Mundhöhle zu stiften und seinen Besitzer regelmässig daran zu erinnern, Gott für seinen tollen Job zu loben.</p>
<p>Nebst diesem &#8211; zugegebenermassen ehrenvollen &#8211; Zweck hat ein Zahn aber auch noch die Aufgabe, mindestens einem Zahnarzt einen gewissen Lebensstandard zu ermöglichen. So schlau war Gott, als er die Welt schuf, dass er schon daran gedacht hat, was er wohl mit den Zahnärzten macht, die sonst nur den ganzen Tag rumhängen und Golf spielen. Müssen Gott ordentlich auf den Sack gegangen sein, all die Golfbälle, die den ganzen Tag durchs Paradies flogen. Und so sehr liebte er die Zahnärzte, dass er schuf den Zahnnerv und den Karies, und Saure Zungen und Sugus, an denen Füllungen kleben bleiben und dann mit diesen zusammen beim TV schauen mit einem lauten Knirschen wieder rauskommen. Und Gott sah, dass es gut war. Vor allem der Part mit Dschango, der im Monatsturnus spuckte und fluchte, gefiel ihm ganz ausgezeichnet und er lachte sich den Ranzen voll.</p>
<p>Molar 17 hat sich nun zur letzten Reise aufgemacht. Mein Lieblings-Folterknecht hat ihn mit einem Gartenkralle-ähnlichen Werkzeug aus dem Kiefer gebrochen, in kleine, handliche Stücke zerkleinert und im Sondermüll entsorgt. Es war eine blutige, trotzdem befriedigende Angelegenheit für alle Beteiligten.</p>
<p>Er ruhe in Frieden, der kleine Sauhund.</p>
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		<title>Das Wort zum Sonntag von Pfarrer Beinhart</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 12:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dschango Beinhart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Brüder und Schwestern,
Liebe Gemeinde.
Was für eine Woche! Wer sich auch nur ein kleines Bisschen für die Trennung von Kirche und Staat interessiert, kam voll auf seine Rechnung. Gute Nachrichten, verwirrende Nachrichte sowie Nachrichten, die eigentlich schlecht sind, sich aber dann doch noch ins Positive wandeln.
Als erstes war die Meldung, dass die Freidenker-Vereinigung sich über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Brüder und Schwestern,<br />
Liebe Gemeinde.</p>
<p>Was für eine Woche! Wer sich auch nur ein kleines Bisschen für die Trennung von Kirche und Staat interessiert, kam voll auf seine Rechnung. Gute Nachrichten, verwirrende Nachrichte sowie Nachrichten, die eigentlich schlecht sind, sich aber dann doch noch ins Positive wandeln.</p>
<p><a href="http://www.freidenker.ch/images/stories/Image/fvsplakat.jpg"><img class="alignright" src="http://www.freidenker.ch/images/stories/Image/fvsplakat.jpg" alt="" width="157" height="221" /></a>Als erstes war die Meldung, dass die <a href="http://www.freidenker.ch/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=609&amp;Itemid=218" target="_blank">Freidenker-Vereinigung</a> sich über Diskriminierung beschwerte. Was ist da passiert? Um auf ihre neu aufgeschaltete Website <a href="http://www.konfessionsfrei.ch" target="_blank">konfessionsfrei.ch</a> aufmerksam zu machen (hier können sich Konfessionsfreie zu ihrem Nicht-Glauben &#8216;bekennen&#8217;), wollte die Vereinigung Plakate im öffentlichen Verkehr aufhängen lassen. Dürfte eigentlich kein Problem sein, denkt man da, aber Holla! In Thun, St. Gallen und Bern weigerten sich die Verkehrsbetriebe, dies zu tun. Manchmal waren die Begründungen schwammig/nebulös (BernMobil), manchmal <a href="http://www.tagblatt.ch/aktuell/st.gallen/st.gallen/art536,976553" target="_blank">einfach nur bescheuert</a> (St. Gallen). Der Vorfall macht deutlich, wie wichtig die Arbeit dieser Vereinigung ist.</p>
<p>Übrigens: wie mir normalerweise gut unterrichtete Kreise mitteilten, war die unbeabsichtigte Werbung, die die Verkehrsbetriebe mit dem Ablehnen des doch sehr biederen Plakats ausgelöst haben, wesentlich effizienter und vor allem günstiger, als wenn die Plakate tatsächlich in den Bussen und Trams gehangen hätten. Von dem her: Danke, ihr lieben fundamentalistischen Jesus-Verkehrsbetriebe!</p>
<p>Interessant ist hier vielleicht noch, wie die lokalen Medien auf diesen Vorfall reagierten: während <a href="http://www.20min.ch/news/bern/story/18135923" target="_blank">20Minuten berichtete</a>, verzichteten BZ und Bund auch nach mehrmaligem Nachhaken der FVS darauf. Beda Stadler hat sich heute zwar in gewohnt polemischer und witziger Weise in der BZ dazu geäussert, ansonsten war die Sache den Blättern keine Zeile wert. Macht auch Sinn, irgendwie, weil wenn man ums Verrecken einen CVP-Kandidaten im Stadtberner Gemeinderat sehen möchte, dann vermeidet man logischerweise alles, was die Leute zum (freien) Denken anregen könnte.</p>
<p>(Hier noch ein kleiner Veranstaltungshinweis: am Montag um 20:15 hält der Philosoph <a href="http://www.schmidt-salomon.de/" target="_blank">Michael Schmidt-Salomon</a> im ONO einen Vortrag zum Thema &#8220;Projekt Aufklärung &#8211; glaubst du noch oder denkst du schon?&#8221;. Der Eintritt ist frei und folglich auch während der Finanzkrise aufbringbar.)</p>
<p>Dann las ich <a href="http://www.20min.ch/news/schweiz/story/25464544" target="_blank">gestern</a>, dass das Bundesgericht einen Entscheid von 1993 korrigiert hat, in dem es um gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht bei muslimischen Schülern geht. Völlig unerwartet hat hier Lausanne einen mutigen, wichtigen, absolut richtigen Akzent gesetzt: Integration geht vor Religionsfreiheit. Gratulation an dieser Stelle nach Lausanne, dieser Entscheid lässt darauf hoffen, dass bei euch doch noch nicht alle Tassen aus dem Schrank gefallen sind. Weiter so!</p>
<p>Und heute, noch vor dem ersten Kafi, las ich (diesmal wieder in den Berner Lokalkäseblättern), dass sich die &#8220;Umma&#8221;, der Dachverband der Muslime im Kanton Bern, aus dem depperten &#8220;Haus der Religionen&#8221; zurückgezogen hat. Offenbar waren da zuviele interkulturelle Probleme, als dass man sie denn innerhalb eines &#8220;kulturverbindenden&#8221; Projekts hätte lösen können. Dschango würde das total schade finden, wenn er meinen würde, dass interreligiöser Dialog etwas Gutes wäre. Tut er aber nicht, hahaha!</p>
<p>Und so möchte ich euch, liebe Gemeinde, in den Sonntag entlassen mit den Worten: unsere Gesellschaft braucht nicht mehr Religion, sondern weniger davon. Diese Woche ist der beste Beweis dafür.</p>
<p>Gehet hin in Frieden!</p>
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