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Führer ist nicht gleich Führer!

Da gibt es ja diesen SVP-Politiker, der sich in seiner Freizeit als serbischer Nationaldichter betätigt. Blöderweise hat er noch eine Frisur, die der meinen auf den ersten Blick sehr ähnlich ist, wobei man klar unterscheiden muss: Freysinger trägt die Nazi-Variante zu langhaarig (Seiten kurzrasiert) und nur weil er auch ein paar Strähnen hinten zusammenbindet, verbrüdert uns das noch lange nicht. Musste einfach mal gesagt werden.

Also dieser serbische Dichterfürst, der war kürzlich ganz fest traurig, weil er in einer Zeitung sein Bild neben dem des Führers abgebildet sah. Damit hat der Oschki normalerweise zwar überhaupt kein Problem, geärgert hat ihn bloss, dass es der falsche Führer ist. Nicht der in Herrliberg lebende Wirschaftsflüchtling aus Deutschland, neben dem er sich oft und gerne abbilden lässt, sondern der olle Adolf, wie Freysinger selbst ein aus seinem Heimatland ausgewanderter Österreicher und erfolgloser Künstler, der sich dann aus Frust der Politik zugewandt hat.

Man muss sich die Frage stellen: was hat Freysinger eigentlich gegen Österreicher? Ist das so eine Art übermotivierter Integrationswillen? Die Daumenschraube empfiehlt auch hier, Gelassenheit walten zu lassen. Man kann Österreicher erfolgreich integrieren, dazu braucht es nicht mal Minarette. Freysinger muss hier, ähnlich wie Lumengo, als statistischer Ausreisser verbucht werden, quasi als die Ausnahme, ohne die die Regel nur eine vage Abmachung ist.

Davon völlig abgesehen war letzthin in der SF-Tagesschau ein Wirtschaftsexperte am salbadern, und er sprach von “… Deutschland, China und anderen Schwellenländern”. Fand ich noch so beachtlich. Ein anderer Experte, er sprach davon, wie sich die Lage in Ägypten weiterentwickeln werde, meinte fachmännisch, dass “die Situation besser werden könnte, sie könnte aber auch genausogut schlechter werden”. Wie viele Jahre muss man wohl studieren, um derart tief Sinn schürfen zu können?

Im Übrigen nehme ich mit grossem Erstaunen zur Kenntnis, was momentan im Nahen Osten abgeht. Finde ich ja gut, dass die jetzt alle Demokratie wollen, auch wenn die keinen blassen Dunst haben, worauf sie sich einlassen. Bei einer Diktatur ist man als Volk immerhin nicht verantwortlich für die Vollidioten, von denen man regiert wird. Aber das müssen die ja selbst wissen, da im Nahen Osten unten, ich kann mich nun wirklich nicht um alles kümmern.

Aber Demokratie hin oder her, wirklich bedenklich stimmt mich die Tatsache, dass es jetzt Millionen von guten Witzen gibt, die sich während dreissig Jahren erfolgreich an der Spitze meiner persönlichen Witz-Hitparade halten konnten und denen nun bald der Schnauf ausgeht. Beispiel gefällig? Wuala:

Q: Was heisst “Kuhstall” auf Arabisch?

A: Muh-Barack!

Man stelle sich vor: während dreissig Jahren konnte man an jede Party all around se globe gehen und diesen Witz zum Besten geben. Es haben nicht immer alle gelacht, aber immerhin haben ihn alle, die mehr als einmal pro Jahr Zeitung lesen, verstanden. Und nun hockt die Witzfigur im Taucherparadies und popelt sich in der Nase, bis sowohl sein Name als auch der Witz aus der kollektiven Erinnerung der Menschheit gelöscht sind. Es wird bald die Zeit kommen, wo man diesen Witz erzählt und das Gegenüber schaut einen nur blöd und verständnislos an. So wie mein Stift, als ich ihm sagte, dass er mit seiner Zigi im Mundwinkel ein bisschen aussehe wie James Dean und der Stift mich fragte, wer denn James Dean sei. Das sind eben die Opfer, die auf dem Schlachtfeld der Geschichte liegen bleiben und verantwortungsvolle Bürger wie mich machen solche Dinge tief betroffen.

Oh, von wegen Betroffenheit: während wir uns auf der Bettmeralp die Sonne auf den Pelz scheinen liessen, war ja da der grosse Heim-Skandal mit dem pädophilen Pfleger. Ganz, ganz üble Sache dies, da fallen nicht mal mir mehr blöde Sprüche ein dazu. Jedenfalls keine, die ich nüchtern auch noch lustig finden würde. Also, wie es sich gehört, wurde flugs ein Ziischtigs-Club (ja, ich weiss, dass der schon seit ca. 1821 nicht mehr Ziischtigs-Club sondern nur noch “der Club” heisst, aber das geht mir jetzt wirklich am Arsch vorbei) organisiert und das Thema mit tieftraurigen Mienen dem Volk lang und breit dargeboten. Ich mag jetzt nicht mehr die ganze Sendung schauen, aber irgendwann sagte jemand mehr oder weniger wörtlich:

Ich bin zwar nicht direkt selbst betroffen, spüre aber eine tiefe Betroffenheit mit den Betroffenen und möchte ihnen an dieser Stelle meine Betroffenheit aussprechen.

Es muss wohl ein Experte gewesen sein.

Ich schwöre übrigens, dass der Gaddafi, je älter und wirrer er wird, mehr und mehr meiner verstorbenen Om ähnelt (das hab ich schon mal gesagt hier, oder? Egal, was wahr ist, darf auch wiederholt werden). Der Gesichtsausdruck, die Kleidung, der Bart – alles stimmt. Vor allem, wenn er rumkeift und mit seinen Gesichtszuckungen anfängt, würde ich am liebsten an den TV gehen und ihm sagen, so Oma, ist gut jetzt, hier ist dein Rollator, jetzt geh wieder an dein Strickzeug oder verprass deine AHV am Kirchgemeinde-Lotto. Und das ist vor allem auch deswegen erwähnenswert, weil es zu der Zeit, als meine Oma den Schirm zutat, noch gar keine Rollatoren gab. Vielleicht hat man den Rollatoren damals auch ganz anders gesagt und ich weiss das bloss nicht, es werden ja ständig neue Wörter erfunden. Aber von den Rollatoren mal abgesehen: Manchmal habe ich sogar das Gefühl, ich höre in Gadaffis Reden einen Glarner Dialekt raus. Und das ist dann echt gruselig.

Wie ist das eigentlich, wenn der Gadaffi abdankt – kriegt dann der Merz sein Gesicht zurück?

Und wenn wir schon beim Thema “Realitätsverweigerung” sind, zieht euch doch bei Gelegenheit mal dieses Video rein. Der Star der Sendung ist Shirley Phelps-Roper, ihrerseits eifrige Missionarin der Westboro Baptist Church und Tochter des Gründers derselben. Shirley bekommt vor laufender Kamera sowas ähnliches wie eine schallende Internet-Watsche und dieses Video wird ein Klassiker werden, der den Mubarak-Witz um mindestens hundert Jahre überleben wird, davon bin ich fest überzeugt.

Oh, und noch wegen dem serbischen Nationalpoeten: der hat doch mal ein Gedicht über den Bortoluzzi geschrieben. Aus aktuellem Anlass hätte ich ihm sonst noch einen Reim auf “Amstutz”, der in die gleiche Kategorie passen würde.

Einfach melden, ich helfe ja gern.




Amokläuferinnen in den Bundesrat!

So, wir wären dann jetzt also unter einem Weiberregime.

Finde ich ja grundsätzlich gut, habe hie und da schon erwähnt, dass ich privat in den letzten Jahren damit nur beste Erfahrungen gemacht habe. Ich warte übrigens immer noch darauf, dass ich von Tanja Walliser meinen “Feministen haben besseren Sex”-Button zugeschickt bekomme. Man kann ja von ihrer Idee, Porno zum Schulfach zu machen, halten was man will. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es seinen Notenschnitt massiv verbessert hätte, hätte es schon zu des Dschangos Volksschulzeiten ein solches Fach gegeben.

(Ich würde sonst anstelle des Buttons auch ein T-Shirt nehmen, im Fall.)

Aber eben, Bundesratswahl: Irritiert hat mich höchstens, dass ich fünf oder sechs Minuten, nachdem Frau Sommaruga gewählt wurde, von ihr ein ellenlanges eMail an meine private Adresse erhielt, in dem sie mich als “gewählte Bundesrätin” persönlich begrüsst und mir ihre Positionen und künftigen politischen Schwerpunkte erklärt. Ich war sehr erstaunt, weil, so fragte ich mich, woher nimmt die Frau Sommaruga die Zeit, mir ein eMail zu schicken, während sie noch im Parlament ihre Antrittsrede hält? Es ist verblüffend. So verblüffend, dass ich nicht mal über die Tatsache verblüfft war, dass Frau Sommaruge offenbar in Besitz meiner privaten eMail-Adresse ist. Bzw, darüber war ich dann auch verblüfft, aber erst, nachdem der erste Verbluff verpufft war. Die darauf folgende Verblüffung war dann aber umso verblüffender.

Aber zurück zum faktischen Matriarchat: die im Ausland wundern sich ja mal wieder über die Schweiz. Einerseits wollen wir keine Minarette, andererseits lassen wir uns von Frauen regieren. Den Ausländern muss man jetzt halt geduldig erklären, dass Minarette nach wie vor gebaut werden und der Spass mit der Frauenmehrheit höchstens ein Jahr wähnt.

(Ist euch eigentlich aufgefallen, dass der Merz, als er diese Woche “Bü… hü… BÜNDNERFLEISCH!!” gesagt hat, zur Widmer-Schlumpf rübergeschaut hat? Aber egal.)

Nicht in den Bundesrat, aber in die baldige Versenkung gewählt wird das Léger-Käsli der Nation, aka Linda Fäh, aka Noch-Miss Schweiz. Die gute Linda, die mit so intelligenten Sätze wie “ich bin katholisch und glaube an Gott” zitiert wird (das erste macht ohne das zweite wenig Sinn, irgendwie), verdient(e) zwar nicht übel, hat aber offenbar ein grosses Problem: während ihrer gesamten Missen-Zeit hat sie kaum Liebesbriefe bekommen.

OH – MY – GOD!!

Gut, das Problem hat sich dann wenige Tage später erledigt und es ist ein Sürmel, wer jetzt meint, Frau Fäh habe nur am Schluss ihrer Karriere noch einmal in die Zeitung kommen wollen. Ein bisschen leid tut sie mir aber schon, die Linda. Jetzt nicht ganz so leid, als dass ich mich selbst zu amouröser Poesie zu Handen Frau Fäh verpflichtet gefühlt hätte, aber schon ein bisschen leid. Weil, wozu sonst lässt sich ein gläubiges Landei zur Miss wählen? Doch wohl nur, um einen feschen Kerl von der Schweizergarde abzukriegen! Und jetzt ist die Missen-Zeit schon fast durch und Linda immer noch unbefleckt, stopft sich mit kalorienreduzierten Produkten von der Migros voll und wird davon weder fett noch glücklich. Es ist eine Schande.

Apropos Migros und Frauen: Von letzteren standen diese Woche ein paar vor dem Quartier-ersterem, und sie hatten einen recht improvisiert aussehenden Stand aufgebaut. Von weitem sah es ein bisschen so aus, als ob Zaffaraya eine Filiale vor dem Zähringer-Migros eröffnet hätten. Nunja, an diesem Stand wurde jetzt zwar kein medizinischer Hanf feilgeboten, das fand ich schade, hingegen hing da aber ein Schild mit der Aufschrift:

Kuchenverkauf für Aids-Projekt

Ich habe keine Ahnung, um was für ein Projekt es sich handelte, aber der Kuchen sah… nicht lecker aus. Und irgendwie sprach mich das Aids-Projekt noch viel weniger an, als einen ein wild dahergekommenes Aids-Projekt jetzt in der Regel so anspricht, so im Zusammenspiel Zaffaraya-Stand und unlecker aussehendem Kuchen. Kein: “hallo, ich bin das Aids-Projekt Soundso und ich päpple Aids-Waisen auf” oder: “ey, Alter, ich bin das Aids-Projekt Wasweissich und quäle kleine Säugetiere, um an Aids erkrankten Banken-CEOs einen Weg zu finden, wie sie ihr Aids-Medikament einnehmen können, ohne dass es zu Nebenwirkungen mit Viagra kommt”. Nichts, aber auch rein gar nichts sprach mich an diesem Aids-Projekt direkt an. Ich meine, es ist doch alles eine Frage, wie man daherkommt. Das darf doch wohl auch für ein Aids-Projekt gelten, nicht?

Ich kauf doch keinen unlecker aussehenden Kuchen, nur um irgend so einem aidskranken CEO das Ficken zu ermöglichen.

Ah ja, Hase und ich waren am Mittwoch ja noch in der Dampfzentrale, Pix-Mix kucken. War extrem lustig, gehen wir gerne mal wieder hin. Speziell erwähnenswert: Sister’s Funky Tongue mit einer schlicht brillianten Premiere. Und wenn wir schon bei der Kultur sind, ich habe da noch einen Link zu einem (für mich neuen) Beardyman-Video für euch. Wenn ihr mal eine Stunde (!) Zeit mitbringt, schaut euch das Teil an. Beardyman ist für mich nicht nur ein Wahnsinns-Musiker und ein wandelndes Musiklexikon, sondern momentan schlicht und ergreifend der absolute Gott des Entertainments, und dieses Video unterstreicht meine Einschätzung voll und ganz – wer’s verpasst ist selbst schuld.

Und wo wir schon bei kreativer Freizeitgestaltung sind: Was ist das eigentlich für ein seltsamer Trend zum Amoklauf bzw Co-Suizid in letzter Zeit? In Lörrach hatten sie diese Woche auch wieder einen, ging übel aus, das. Da sag ich mir doch: lieber wählen wir die Frauen in den Bundesrat oder zur Miss Synthokäse, als dass wir sie wild rumschiessend in Krankenhäuser lassen.

Ich meine, wenn man das mal so richtig durchdenkt, kommt man zum Schluss, dass 99.999% aller Amokläuferinnen den Beruf der Rechtsanwältin ausüben. Ist nun die Juristerei das neue Killerspiel? Muss man vorsorglich allen Rechtsanwältinnen die Plastiksäcke wegnehmen? Muss ich besorgt sein, wenn meine Partnerin die Rechts-Hotline des Beobachters anruft? Wieviele Gesetzestexte darf eine Frau besitzen, damit das noch als unbedenklich durchgeht?

Fragen über Fragen.

UPDATE: Links zu Sister’s Funky Tongue und Beardyman korrigiert… danke Nasse!




Zur Mitte, zur Titte, zum Sack – zack, zack!

Es ist, und da spricht jetzt der alte Sack mal wieder aus mir, schon nicht mehr so wie früher. Ich meine, wenn man ein derart hochintellektuelles Produkt wie die Daumenschraube betreut, das sich (vielleicht nicht nur, aber eben doch) der gepflegten Satire verschrieben hat, dann hat man es momentan nicht leicht.

Warum denn dies? Nun, das Stichwort ist “Realsatire”. Ich meine, ist es denn heute überhaupt noch möglich, reale Zustände überspitzt zu formulieren? Kann man überhaupt noch  Personen, Situationen oder Geschehnisse überzeichnen? Schlägt die Realität nicht schon lange jegliche Phantasie um Längen? Ich meine, ich weiss ja schon gar nicht, wo ich mit Beispielen anfangen soll. Also, vielleicht beim Herrn Doerig, der als Präsident der Credit Suisse fungiert. Weil, der Herr Doerig, der lässt sich im TagiBund mit den Worten zitieren: “Sie wissen ja nicht, was ich persönlich mit dem Geld mache”. Schon klar, man könnte Geld verheizen (wurde gerade in letzter Zeit öfters gemacht), man kann es (entgegen gewissen Indianerweisheiten) zu einer schmackhaften Mahlzeit verarbeiten, man kann es als Dämmmaterial verbauen oder man kann es, zu Blöcken geschichtet, als Ziegelsteinersatz verwenden. Von dem her bleibt ja schon eine gewisse Unklarheit in Bezug auf Doerigs Umgang mit Geld. Ich würde aber mal vermuten, dass er es, wie alle anderen Leute, früher oder später einfach ausgeben wird. Gut, im Fall von Herrn Doerig eher später (wenn überhaupt noch), aber egal.

Der Herr Doerig hat heute übrigens GV, was in seinem Alter meist nicht mehr Geschlechtsverkehr meint, sondern Generalversammlung. Das heisst, dass alle Leute, die Aktien von seiner sympathischen Familienklitsche gekauft haben, sich gemütlich im Hallenstadion besammeln und dann reihum den Helden auf der Bühne die Schultern klopfen. Also, eigentlich machen das die im Saal nicht, weil die sind im Grunde genommen in der Minderheit und in der Tendenz angepisst. Diejenigen, die mehrheitlich schulterklopfen, sind andererseits im Saal in der Minderheit (wenn überhaupt anwesend), real aber die absolute, unumstössliche Mehrheit. Da soll noch jemand durchblicken! Man kann zusammenfassen mit: ich möchte Herrn Doerigs Job nicht. Sex statt Millionensalär ist meine Devise, meinen Schef wirds freuen.

Auch so einen Job, den ich ums Verrecken nicht möchte, ist der vom Herrn Provopoulos, angestellt als Geissbock bei der Bank of Greece und bei der Europäischen Zentralbank. Bock zum Gärtner zum Bock, sag ich da nur, ohne das Populus jetzt allzu sehr provozieren zu wollen (Tusch!). Und wenn wir schon bei lustigen Namen bei der Zentralbank sind: wer zur Hölle, der noch alle Sinne beeinander hat, würde jemanden zum Präsidenten der Zetralbank machen, dessen Name verdammt nach “bschiisse” klingt? Die Europäer machen es uns mit Jean-Claude Trichet vor und uns erstaunt nichts mehr.

Ui, lustige Namen, letzthin habe ich in unserem Badezimmer übrigens ein Produkt entdeckt, das durch Hase seinen Weg zu uns gefunden hat. Es heisst “Frizz Ease” und ist gemäss der aufgedruckten Beschreibung dazu geeignet, aus Locken einen haarigen Wahnsinn zu machen. Es müssen tausende von Nobelpreisträgern bei der Entwicklung des Produkts beteiligt gewesen sein, wenigstens liest sich die Inhaltsangabe wie das Who Is Who des Chemiebaukastens. Und übrigens: man muss schon von Natur aus Locken mitbringen, Wellen reichen nicht aus für den Locken-Wahnsinn. Das hat auch Hase gesagt, nachdem ich mir eine halbe Flasche von dem Scheiss eingerieben habe, in der Erwartung, mir wachse jetzt dann gleich ein Afro. Und ja, sie hat dazu DAS GESICHT gemacht. Aber darum geht es gar nicht. Ich habe mir nämlich stattdessen überlegt, dass es noch recht heikel ist, ein Shampoo auf den Markt zu werfen, das mit der heute üblichen Lese- und Verständnisschwäche ganz gut als “Friss es!” gelesen werden könnte. Ich wette, es hat mal wieder niemand an die Kinder gedacht.

Ganz im Gegensatz übrigens zur katholischen Kirche, wo traditionell ganz, ganz viel an Kinder gedacht wird. Der Bischof Mixa beispielsweise, der hat früher mal wahnsinnig viel an Kinder gedacht, dann plötzlich hat er sie vergessen, und auf einmal sind ihm dann die Kinder wieder eingefallen. Beziehungsweise, der Mixa ist den Kindern eingefallen, die heute keine Kinder mehr sind. Und dann haben sie sich mal wieder getroffen, so auf ein Bier und eine Brezn, und hatten es ganz lustig miteinander. So lustig, dass der Mixa gefunden hat, es lange jetzt dann mal mit dem Bischofsein und er gebe jetzt den Hirtenstab mal wieder dem Ratzi, soll der doch einen noch Dümmeren finden.

Was macht eigentlich ein Bischof, wenn er in Rente geht? Ich meine, alte Buchhalter oder Cobol-Programmierer finden immer wieder eine Beschäftigung, auch greise Metzger und senile Ex-Bundesräte bringen wir unter, aber Ex-Bischöfe? Die sind ja schon zur aktiven Zeit zu kaum was nütze, ausser, dass sie dafür sorgen, dass die schönen Kleidchen regelmässig ausgelüftet werden. Und dass der stetige Strom von Austrittswilligen mittlerweile die Ausmasse einer Flutkatastrophe hat. Aber sonst? Kleriker wird man ja nicht, wie in anderen Berufen, weil man etwas besonders gut kann, sondern weil man eben genau gar nichts kann. Da sollte sich Frau Leuthard mal drum kümmern, nicht immer da um diese doofen Jugendlichen, die sowieso schon von der katholischen Kirche reichlich Zucker (o.ä.) in den Arsch geblasen kriegen.

Ja, die Frau Leuthard… die Arme stand ja recht belämmert da am Trottoir in Berlin, als das Merkel sie im (metaphorischen) Regen stehen liess. Auch so ein Job, den ich nicht wollte, Bundesrat. Erst lassen sie dich da stehen, dann schleckt dich die Merkel ab. Und dann muss man eine halbe Ewigkeit rumlaufen, während man vom Militär von einer Seite her mit unglaublich lauter Marschmusik beschallt wird. Und dann sagen die am Schluss auch noch, man sei ja voll die Freunde. Hallo?? Meine Freunde hole ich vom Zug ab, ich drücke ihnen nicht die Arme zusammen, während ich sie küsse und ich versuche auch, sie nicht mit akkustischer Kriegsführung mürbe zu kriegen. Nein, Bundesrat ist kein schöner Job. Oder so wie beim Merz: man wird einfach nicht verstanden. Die Welt ist einfach zu klein für einen Appenzeller Intellektuellen. Übrigens, wäre ich Appenzeller Tourismusdirektor, ich würde sofort den Slogan “Appenzell – intellektuell!” lancieren. Nicht, weil er zur Zielgruppe passen oder auch nur ansatzweise stimmen würde, aber ich finde, den Reim wäre es wert.

Aber wir waren ja beim Merz, weil die Welt ihn eben partout nicht verstehen will. So will es der Welt, dieser doofen Kuh, auch nicht in den sturen Grind, dass eine Biografie sich eben nicht zu stark auf die portraitierte Person fokussieren soll. Und, das muss ich sagen, hier verstehe ich den Hans-Rudolf mal. Es gibt schliesslich nicht Öderes, als wenn man, sagen wir mal, eine Biografie vom Napoleon liest, und auf vielleicht 1000 Seiten kommt dauernd nur Napoleon hier, Napoleon da, Napoleon blah-blah-blah. Vielleicht mal der erste, mal der zweite oder so, aber im Grossen und Ganzen voll der Gähn. Nach spätestens 20 Seiten denken doch eh alle, “uaaaaah, nicht schon wieder Napoleon, ich kann es nicht mehr lesen!” und legen frustriert das Buch zur Seite. Gut, eingefleischte Napoleon-Fans halten vielleicht bis Seite 100 oder so durch, aber da ist Herr Merz eben ganz Realist und kann es sich nicht vorstellen, dass es eingefleischte Merz-Fans gibt. Ich stimme ihm zu, dass es viel spannender ist, wenn jetzt, auch eher exemplarisch zu verstehen, in einer Ghandi-Biografie urplötzlich Richard Löwenherz auftritt. Oder Aliens! Eine Biografie ohne Aliens ist einfach kaum das Papier wert, auf das sie gedruckt wurde. Nackte Weiber müssen auch sein, und, um dem Ganzen noch so einen aufklärerisch-pädagogischen Touch zu geben, eine kurze Abhandlung über das bäuerische Bodenrecht in der Schweiz. Ein Sudoku wär auch fesch. Das wär mal eine Biografie, die sich gewaschen hat!

Achso, ja, stimmt ja, es waren ja auch noch Wahlen im Kanton Bern. Falls ihr da grad aufm Klo wart oder so, hier die Zusammenfassung. Postitives gab es wie folgt:

  • Die Jesus-Freaks (EVP, EDU) wurden abgeklatscht. Bringt offenbar doch was, wenn man diese Leute an die Öffentlichkeit zerrt und sie dazu bringt, ihre “christlichen Werte”, die sie sanft-säuselnd und um verständnisvolles Kopfnicken heischend als ihre Basis deklarieren, mal konrekt auszuformulieren.
  • Auch die FDP, wie obige Parteien mehr als politischen Einfluss suchende Sekte denn als Partei zu verstehen, hat links und rechts paar ans Gesicht gekriegt.
  • Rötlich-grünlich hält sich in der Regierung stabil

An Negativem gäbe es zu vermelden:

  • alles andere.

Ihr seht: nichts los in Satire-Land. Realität fressen Witz auf. Und dieser doofe Eierfallen-Vulkan hat zwar den weltweiten Flugverkehr lahmgelegen können, der Thiel, der nur wenige Kilometer weiter wohnt, lebt aber immer noch.

Was für ein Gott lässt sowas zu?!?




Grüne Eier, unschwule Filme, nuttige Models und ein drittplatzierter alter Sack

Himmel, Arsch und Zwirn, wie ging es ab bei mir die letzten Wochen… meine Schräubchen-Aktivität hat darob arg gelitten, deshalb: mea culpa. Als klitzekleine Entschädigung wird dieser Artikel mal wieder epische Länge aufweisen. Genauso wie die Liste der Tags zu diesem Artikel. Soll ja niemand sagen, ich schaue nicht zu meinen LeserInnen.

Also: Jahreswechsel war bekanntlich, bzw sogar Jahrzehntewechsel; hoffe, die werte Leserschaft ist gut geflutscht. Bei Beinharts gings wie immer im entspannten Rahmen über die Bühne, unaufgeregt und inmitten vieler lieber Leute. Und ich darf beruhigen: die neue Scheisse scheint zum Glück noch 1:1 der alten Scheisse  zu entsprechen, kein Grund also, sich auch nur annähernd neu zu orientieren. Der Bundesrat ist noch genauso ratlos wie letztes Jahr, Merz hat sein Gesicht noch immer nicht gefunden, Leuthard ihr rechtes Auge noch immer nicht schliessen können und generell darf gesagt werden, dass Denkbefreitheit nach wie vor Breitensport ist.

Soweit so gut.

Eier trotz grün

Aber trotzdem gibt es ein paar Dinge, die neu sind. Da war beispielsweise ein gewisser Diego Hättenschwiler (mir bis dato völlig unbekannt, aber offenbar Delegierter der Berner Grünen), der meiner bescheidenen Meinung nach der bisher erste Grüne ist, bei dem zwischen den Beinen etwas anderes als handgerollte Filzkügelchen aus Bio-Wolle baumelt. Und genau dorthin (zwischen die Beine, aber am anderen Ende als an dem, wo idR die Kronjuwelen hängen) zielt auch die Diskussion, die Hättenschwiler anstossen will: die Beschneidung von Knaben ohne entsprechende medizinische (!) Indikation, bei Mädchen ein Straftatsbestand, müsse endlich diskutiert und verboten bzw bestraft werden. Man kann sich vorstellen, dass unsere beschnittenen Mitbürger exotischer Religionszugehörigkeiten am Toben sind.

Dschango aber sagt: Recht so! Meinen Segen habt ihr, liebe Grüne! Endlich wird an einem Tabu gerührt, das mir schon seit Jahren auf den Sack geht und anderen an die infantile Vorhaut. Ich meine: es kann ja nicht sein, dass wenn ich volljährigen, mündigen Leuten auf ihren Wunsch hin ein Piercing verpassen möchte, von Gesundheitsamt und Gewerbepolizei kontrolliert werde, es aber kein Problem darstellt, wenn tatterige Hobby-Chirurgen mit unsichtbaren Freunden auf dem Copiloten-Sitz an Geschlechtsteilen von Säuglingen herumschnippeln. Es ist mir völlig schnuppe, wenn dies zwischen Erwachsenen im Konsens geschieht. Ihr könnt euch dann gegenseitig alle möglichen Körperteile absäbeln, ob von Gott angeordnet oder nicht, ob alte oder neue Tradition, es geht mir komplett am Arsch vorbei. Aber die Lizenz zur Misshandlung von Säuglingen, nur weil man einer bronzezeitlichen Endzeit-Sekte angehört? Hallo?!?

Spassig ist die Reaktion des Schweizerischen Israelischen Gemeindebundes: erstens sei die jüdische Beschneidung eine alte Tradition (das allein rechtfertigt ja schon sämtliche Verstümmelungen), zweitens sei die Beschneidung von Juden durch die Religionsfreiheit geschützt (logo, wir stellen in der Schweiz die Religionsfreiheit grundsätzlich über alle anderen Grundrechte, vor allem über diejenigen von Dritten, und ganz besonders dann, wenn die Dritten minderjährig sind) und schliesslich habe die Beschneidung von Knaben handfeste Vorteile, denn sie vermindere das Risiko von Harnwegsinfekten und Peniskrebs. Letzteres stimmt tatsächlich, theoretisch zumindest, man kann denselben Effekt aber auch erzielen, indem man seine Nille hin und wieder “guet mit Söifi und Wassr” wischt. Das BAG hat scheints schon einen entsprechenden TV-Werbespot mit Ali Kebap in der Hauptrolle geplant – man will ja auch die muslimischen MitbürgerInnen erreichen.

Und übrigens: wenn die Theorie des SIG tatsächlich hinhauen würde, wäre Pimmelkrebs in Israel, den USA und fast allen arabischen Ländern komplett ausgerottet. Ist er das? Eben.

Abschliessend kann ich Herrn Hättenschwiler zu seinen haarigen Klöten nur eine unglaublich dicke Haut wünschen. Er wird sie, im traditionell religiösen Absurditäten Sympathie entgegenbringenden Grünen-Umfeld, bitter benötigen.

Ghey secks for teh win!

So apropos “bestens unterhalten”: wir (Hase, Dschango, der Franzose) waren neulich mal wieder im 3D-Kino, “Avatar” ansehen. Wir waren begeistert! Selten, dass ich nach Filmende das dringende Bedürfnis hatte, den Film gleich nochmal zu schauen (machen wir dann auch noch, Mitte-Mitte ist das Stichwort). Die Story ist zwar in maximal drei Hauptsätzen erzählt (ganz witzig: in der Pause haben wir drei überlegt, wie der Film weitergeht, und wir haben im Detail jeden einzelnen Strang genau so fertiggesponnen, wie er dann auf der Leinwand tatsächlich kam), das hat uns aber nicht wirklich gestört – vor lauter Gucken kommt man eh kaum zum Denken.

Weniger Freude an dem Film hatten einzelne Transgender/Schwulen/Lesben/WTF-Verbände, die auch zum Boykott gegen den Film aufriefen. Wieso das denn, könnte man sich fragen. Ganz einfach: im ganzen Film kommt kein einziger Schwuler vor, keine einzige Lesbe (OK, Frau Weaver spielt mit, immerhin), nicht ein Transgendator, keine Transen, null Sex (letzteres würde ich als valides Argument noch so halb unterstützen). Und das geht so natürlich nicht.

Ich träume schon von einer Welt, in der man keinen Film mehr machen darf, ohne nicht eine Liste von Quoten-Minderheiten rollentechnisch zu berücksichtigen. Das heisst, egal ob Krimi, Science Fiction, HdR, Kostümschinken oder Disney-Weihnachtsfilm, neu müssen folgende Sprechrollen zwingend enthalten sein (die Liste ist als ‘work in progress’ zu verstehen und muss noch durch das BunDesamt zum Schutz von Minderheiten [BDSM] freigegeben werden):

  • 3 Juden (1 orthodox,  1 liberal, 1 de facto-Atheist)
  • 1 Uigure (einfach bloss, um China anzupissen)
  • 2 Muslime
  • 5 Fetisch-Liebhaber, Ausrichtung je nach Wunsch und/oder Präferenz des Regisseurs besetzt
  • 1 Zeuge Jehowas
  • 1 Atheist
  • 2 Personen mit Schuhgrösse >= 45
  • 1 Agnostiker
  • 3 Schwule (davon mind. 1 Ledertrine, kann nicht anstelle eines Fetisch-Liebhabers [s.o.] besetzt werden!)
  • 2 Lesben
  • 8 Informatiker
  • 1 abgehalfteter Ex-Bundesrat mit Profilneurose, Messias-Komplex und Verfolgungswahn (guckt nicht so: endlich ein Job, für den der Mann wirklich die beste Wahl ist!)
  • 6 Hundehasser
  • 1 Outdoor-Fanatiker
  • 2 Bisexuelle
  • 2 Vegetarier
  • 24 Zigeuner (kann man immer, in jedem Film brauchen!)
  • 1 Asexueller
  • 3 Versicherungsvertreter
  • 1 Kleinwüchsiger
  • 3 Schwarze, die Afroamerikaner genannt werden möchten
  • 2 Afroamerikaner, die Schwarze genannt werden möchten
  • 2 Inder
  • 8 Detailhandelsangestellte (paritätisch zwischen Coop und Migros aufgeteilt)
  • 1 Analphabet
  • 5 Fettleibige (BMI nicht unter 52 pP)
  • 3 Magersüchtige (BMI nicht über 7 pP)
  • 4 Allergiker

Man müsste auch noch bestimmen, ob man als Regisseur kumulieren darf, also zB mit einer schwarzen, lesbischen, magersüchtigen, muslimischen Inderin gleich fünf Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte. Ich wüsste da ein paar Leute, die so den Sprung in die Selbständigkeit wagen und sich ein recht schickes, regelmässiges Einkommen sichern könnten.

Ach übrigens, mein altes Vorurteil, dass man einfach kein schlechter Mensch sein kann, wenn man einen derart appetitlichen Arsch wie die Frau Rodriguez hat, dieses Vorurteil hat sich dann im zweiten Teil des Films vollumfänglich bestätigt. Das Vorurteil wird folglich per sofort zum Dogma erhoben.

Der Zahn der Zeit

Bevor jetzt die Gerüchte wieder überkochen: Dschango ist trotz seines hohen Alters noch ein extrem Agiler, Wendiger, ja, gar ein sich stromlinienförmig durch die Welt Bewegender. Physisch wie geistig, wie ich anmerken darf. Trotzdem lässt sich nicht leugnen: wir bauen langsam aber sicher ab.

Da war beispielsweise der Vorfall bei einem Kunden. Es ging darum, ihm ein Outlook 2007 zu installieren (nicht hinterfragen, manchmal muss ein Mann einfach tun, was ein Mann tun muss). Alles lief recht smooth ab, ich startete dieses doofe Outlook, “wollen Sie Konto einrichten”, neeee, wie immer halt, mach einfach weiter du Depp… *tschägäng-tschabbawahnsinn*… Oh-lala, wie bunt sieht das denn aus? Gut. Ich versuche, ein eMail zu verfassen, um zu schauen, wie sich das Teil so anfühlt. Neue Nachricht, Adresse eingeben, Subject, Text. Und abschicken. Hmmm… wo zum Henker ist der ‘Send’-Button…?

Suchen, suchen, suchen… Zillionen von Optionen, Myriaden von Ribbons, Knöpfe agogo, aber keiner, der ein Mail zu versenden verspricht. Panik macht sich breit. Erstmal den Kollegen rufen (knapp 20 Jahre jünger), er soll den Send-Button finden. Grosses Gelächter, “na Dschango, jetzt gibst aber wirklich ab, ne?”, er setzt sich hin… und sucht… und sucht… und sucht… irgendwann dann “Gopfertami!”, aber immer noch kein Send-Button.

Also mal Google anwerfen, und siehe da: ungefähr 600′000 Einträge, alle mit demselben Problem. Und die Lösung? Outlook 2007 kann zwar Mails schreiben, wenn noch kein Konto definiert ist, logischerweise aber keine verschicken. Ein ‘dummer’ Mailclient würde jetzt einfach eine Fehlermeldung ausgeben. Und Fehlermeldungen sind gut! Mit Fehlermeldungen kann ich umgehen! Fehlermeldungen verdanke ich seit 20 Jahren einen Grossteil meines Einkommens! Weil aber der Dreck aus Redmond gerne mal für den User denkt, zeigt er in der Folge ganz einfach keinen Send-Button an, so im Stil von: “Hach, du hast in dem Moment, als ich wollte, nicht das gemacht, was ich für dich vorgesehen habe. Weisste was? Du kannst dir deinen Send-Button sonstwohin stecken. Bevor du den zu sehen bekommst, darfst du mich jetzt erstmal eine halbe Stunde lang bewundern… bin ich nicht schön geworden? Hast du gesehen? Neuer Lidschatten! In Farben, von denen du gar nicht wusstest, dass sie existieren! Oder streichle mal meine Ribbons, wie sie hübsch aufribbeln…Wie…? Ah jetzt lass mal den blöden Send-Button, schau doch mal, die Schuhe…!!

Es ist ein bisschen so, als ob man Paris Hilton  zu seinem Mailclient machen würde. Und das verstehe ich nicht, warum man das tun möchten sollte. Aber gut, das kann man noch damit erklären, dass ich einfach ungern Micromist benütze. Oder dass 600′000 Google-Hits tatsächlich von einem nicht durchdachten System zeugen. Aber letzthin stand der Dschango an der Tramhaltestelle und sah vis-à-vis ein Plakat hängen. Bisher ist das noch überhaupt nicht erwähnenswert, ihr könnt eure Münder also erstmal wieder zumachen. Aber was Dschango da las, war erstaunlich: “Peniskassen” stand da nämlich, in riesigen Lettern auf dreifaches Weltformat gedruckt, appliziert auf einer hundskommunen APG-Plakatwand. Nein, der Zusammenhang mit der BAG-Kampagne wider den Schwanzkrebs muss hier nicht hergestellt werden, weil der zweite (dritte?) Blick enthüllte, dass das Wort eigentlich “Pensionskassen” hiess.

Zehn Minuten später, Dschango wirft einen Blick auf den BlAbend, und was steht da: “Nuttig! Martina wird Model”, darunter ein Foto von einer etwas seltsam posierenden Frau Hingis. Dschango war erstaunt, weil, auch wenn er die Frau Hingis eine eher unattraktive findet und sich immer panisch die Ohren zuhält, wenn er sie sprechen hört: sie als “nuttig” zu bezeichnen erschien ihm dann doch etwas gar derb. Erfreut bemerkte er, nachdem er sein Haupt mehrmals irritiert geschüttelt hatte, dass das Wort eigentlich “mutig” hiess. Und Dschango überlegte, ob es nicht langsam doch Zeit für eine Brille wird.

Auf der anderen Seite ist da noch ein anderes als das vorgängig erwähnte Büro-Gspandli, das, mit Blick auf den BlAbend auf meinem Pult, meinte:

“Hey, weisch was hani zersch gläse?!”

“Nuttig?”

“Genau!!”

Und dieses Gspändli ist doch ein paar Jährchen jünger als ich. Und hat bereits eine Brille. Kann also noch nicht so schlimm sein mit dem alten Dschango.

Und was war sonst noch?

Bei unserem alljährlichen XMas/New Year-Pokerturnier (Schrauben-Red, Schrauben-Red-Hasen, Friends) wurde der Dschango dieses Jahr Dritter. Immerhin. Bisher war er noch immer im Heads Up, das wollte diesmal irgendwie nicht klappen. Im Gegensatz zu meinen werten Blog-KollegInnen (beide relativ sang- und klanglos ausgesemmelt, HA!!) bin ich aber sehr zufrieden, vor allem, weil meine beste Hand des ganzen Abends ein 10er-Trilling war, der von einem Full House verdient geschlagen wurde. Die Bilanz des Abends gestaltete sich trotzdem erfreulich: ausschliesslich mit Bluffs SFr. 11.- verdient und noch die nächsten zwei Tage an den (selbstinduzierten) Folgen des Poker-Events gelitten.

Sch’äbe geng das.




Mann oh Mann!

Keine Angst, heute gibts nichts zum Thema Gaddafi/Merz. Ist ja echt dröge langsam, immer auf demselben Thema herumzuhacken. Mittlerweile beschäftigt sich sogar der Nationalrat mit dem Thema, was in der Regel darauf hindeutet, dass sich keine Sau mehr dafür interessiert. Also weg damit.

Stattdessen möchte ich der werten LeserInnenschaft in Erinnerung rufen, dass am 9.9.09 erstmals (?) der Tag des Mannes gefeiert wurde. Hurra, Heissa, Trallala! Es war ein total wilder Tag, an dem mein Y-Chromosom von oben bis unten beschenkt, gewürdigt und gefeiert wurde.

Naja, in meinen Träumen vielleicht.

Den Kommentar von Hase, was sie mir denn Gutes antun werde am Feiertag der Männlichkeit, kann ich hier leider nicht ganz adäquat abbilden. Es war sehr laut, schrill und enthielt ganz viele Silben wie “muhahahaaaahahaaahaaaaaaa!!!”. Entsprechend konsterniert startete ich in den Tag, der keineswegs besser wurde, je länger er dauerte.

Die finale Ausbeute des Manntages: ein mudriges Plastiksäckli von l’Oreal, zu einem Sechstel “gefüllt” mit drittklassigen Pflegeprodukten “für den Mann”, dazu noch einen Industrie-Espresso im Plastikbecher. War jetzt voll der Bringer, habe mich selten so männlich gefühlt.

Aber schon interessant: während man (!) am Tag der Frau über Themen wie Gleichberechtigung diskutiert, liegt der Fokus beim Tag des Mannes darauf, uns optisch einigermassen passabel und wach zu machen. Das sollte schon zu denken geben.

Da fällt mir ein, dass es neu “Kino speziell für Männer” gibt. Find ich ja gut, im Prinzip. Jeder Randgruppe ihr eigenes Kino, von mir aus können sie auch Kino speziell für maso-pädophile Tourette-Tetraplegiker mit einer Sackhaarphobie machen, wurscht. Aber es wundert mich ja schon, dass sich ein Haufen (mutmasslich heterosexueller) Männer dafür einsetzt, für ein paar Stunden ausschliesslich mit Geschlechtsgenossen in einem dunklen ZImmer hocken zu dürfen, während dazu ein Film läuft. Ich bin ja nicht in der Szene, aber soweit ich weiss, hätten sie das schon vor Jahren an jeder x-beliebigen Gay-Party haben können.

Oh Mann… jetzt, wo ich bei schwul und Tourette bin, kommt mir grad der Gaddafi wieder in den Sinn, aber ich habe ihn ja nicht mehr erwähnen wollen.

Voll die Zwickmühle.




Und wer denkt an Graubünden?

Der Herr Gaddafi, der ist ja ein Lausbub.

Zuerst liess er den Bundesmerz ein lustiges Tänzchen aufführen und lachte sich wohl den revolutionären Arsch wackelig, als er das Schweizer Medienecho darauf vorgelesen bekam. Und dann steht in der Zeitung, dass er der UNO-Vollversammlung (der Libyen nächstes Jahr übrigens vorsitzt) vorschlagen will, die Schweiz, den alten terroristischen Schurkenstaat, zu zerschlagen und auf die Nachbarländer aufzuteilen: die Deutschschweiz den Deutschen, die Frankophonen an Frankreich, das Tessin an Italien.

Gut, der Vorschlag wurde bereits zurückgezogen, weil er die die Satzung der UNO verletzt. Aber ist das nicht gar kleinlich? Weil, man muss ja zugeben: dies würde einige Probleme lösen. Das ganze strukturschwache Zeug ginge an Frankreich (die bekämen dann ja schliesslich auch Genf zum Ausgleich), die Tessiner sind eh wöhler in Italien und mit dem neuen Steuerabkommen sind wir ja sowieso irgendwie schon fast ein bisschen Deutschland. Herr Gaddafi ist hier also durchaus visionär, wenn nicht gar revolutionär. Aber das ist er ja sowieso schon, der Herr Revolutionsführer.

(Da fällt mir ein: Gaddafi sieht ein bisschen aus wie meine verstorbene Oma. Also, als sie noch gelebt hat, meine ich jetzt. Können wohl beide nix für, ausser dass sie beide ein Faible für Sonnenbrillen aus den 70ern haben. Bzw gehabt haben. Und übrigens hätte die ganze Libyen-Affäre gar nie stattgefunden, wenn wir den Bundesmerz vor seinem Besuch in Tripolis mit ein bisschen Lametta und einem lustigen Generalissimo-Hut eingekleidet hätten, weil do in Rome like the Romans do. Das aber nur ganz nebenbei.)

Blöderweise, bei allem VisioRevolutionismus, hapert es mit der Allgemeinbildung beim Herrn Führer. Weil, bei seiner klugen Raumaufteilung hat er die Bündner total vergessen. Scheisse auch. Die Daumenschraube hat sich mal so unverbindlich erkundigt, ob allenfalls Liechtenstein (noch so ein Streitpunkt) die Bündner übernehmen würden. Leider kam da schon eine Absage, man habe schon jetzt kaum genug Briefkästen für alle EinwohnerInnen und man studiere ebenfalls an einem Anschluss ans Reich herum, sie haben deshalb kein Interese am Graubünden. Auch Österreich will nicht: man habe bereits genug starrsinnige Bergler und Steinböcke finde man per se schiach, also naa und schleichts eu, seavus.

Schade eigentlich.

Eine Möglichkeit wäre natürlich, Graubünden zu einer libyschen Exklave zu machen. Mit dem vom Bundesmerz verbockten ausgehandelten Vertrag wäre das kein Problem; wir haben ja neu schon libysches Recht hier. Ausserdem, wenn man einen Bündner mit einem Bettlaken und einer Porno-Sonnenbrille ausstaffiert, dann sieht der voll aus wie ein libyscher Revolutionsführer, merkt jetzt keiner den Unterschied. Reden tun beide in unverständlichem Idiom, also bitte. Jetzt müsste man den Laden nur noch in “Grübien” umbenennen und fertig wäre der Kuchen.

Ist halt alles eine Frage der Definition. So wie bei den Geiseln: die sind neu Geschäftsleute auf Libyenbesuch, die zufälligerweise Visa-Probleme haben. Auch der Bundesmerz-Besuch ist als Erfolg zu werten, schliesslich haben wir unsere Geiseln bereits nach zwei Tagen aus dem Gefängnis gehabt, während andere Länder ihre Krankenschwestern jahrelang in Kerkern schmoren lassen – sch’gengdas.

Und so ist wohl auch Merz’ Ankündigung, er werde sein Gesicht verlieren, wenn die Geiseln (pardon: Geschäftsleute) bis am 1. September nicht zurück sind, zu verstehen: nicht als konkrete Zusage, sondern als Wunschvorstellung.




Geiseln

Wo?




Auch ein Herr Kurer hat seine Probleme

Es ist verdammt schwierig, heutzutage noch eindeutige Feindbilder zu haben. Früher, ich meine, früher, als wir noch Billigzigarettenrauch durch Arafat-Tücher geblasen haben, da war das noch viel einfacher: die in den Banken, das waren die bösen Kapitalisten, und die davor, das waren die lieben Antikapitalisten. Die Bösen waren dafür, dass der Staat sich wie ein alter, zahnloser, impotenter Tattergreis aufführt und sie gefälligst in Ruhe lässt. Und so Spinner wie ich reckten die Faust in die Luft, weil wir wollten, dass der Staat mehr wie ein hübsches, liebes Mami wird, das uns umsorgt und uns die Windeln nicht nur bezahlt sondern auch noch höchstpersönlich anlegt und uns den Arsch dreimal täglich pudert.

Diese Zeiten, liebe Leute, sind jetzt vorbei. Nehmen wir beispielsweise den armen Herrn Kurer von der UBS. Früher hätte ich gesagt: “Scheisskapitalist! Verdient Millionen auf dem Buckel von Millionen! Hängt ihn am höchsten Laternenpfahl auf!”. Und heute merkt man, dass auch dieser Mann seine Probleme hat, gegen die die unseren doch eher jämmerlich anmuten. Ich meine, wenn ich jetzt sofort auf die Hälfte meines Lohns verzichten müsste, was wären das? Paar tausend Kröten? Völlig irrelevant, davon kann man sich ja noch nicht mal ein ordentliches Auto kaufen. Herr Kurer hingegen verliert auf einen Schlag MILLIONEN! Das sind mal Probleme!

Natürlich bleiben ihm noch genau so viele Millionen übrig, aber das ist ja nicht das Thema. Weil, der Kurer und seine Getreuen haben eben Verantwortung zu tragen. Genau wie der Herr Ospel oder der Herr Wuffli damals. Und Verantwortung, das muss mal gesagt sein, gibts nicht einfach nur so für ein paar Fränkli, da muss man schon tief in die Tasche langen, um so viel Verantwortung auch bezahlen zu können. Denn, wie war das noch mal, vor der Ewigkeit von… zwei Monaten, wenn so Sozialromantiker wie ich anmerkten, das gegenwärtige System des All-you-can-eat bei den Managerlöhnen und -boni sei jenseits allen Anstands? Da wurde man belächelt, verbal getätschelt und es wurde einem von einem brummenden Patriarchen-Bass erklärt, dass eben nur dann die besten Leute kommen täten, wenn man diese auch super entlöhne. Dass man nur dann Top-Manager finde, wenn diese für die unglaubliche Verantwortung, die sie tragen würden, auch unglaublich gut entschädigt würden.

Habt ihr das denen damals echt geglaubt? Ich meine… wirklich geglaubt?

Heute ist das ja total anders, weil da nimmt der Herr Kurer in der Tagesschau auch gerne mal Worte wie ‘Ethik’ oder ‘Moral’ in den Mund, ohne in Würgekrämpfe oder hysterisches Gelächter auszubrechen. Mittlerweile lässt sich die grösste Schweizer Bank vom Bund mit einem zarten Tüchli die Fäkalien entfernen, pudern, eincrèmen, wickeln; “Jä-tu-tuuu!” und einen Muntsch aufs Fudi gibts auch noch, ohne dass die Führungsriege damit ein Problem hätte. Was bei jeder x-beliebigen Branche einem ‘Rückfall in den Kommunismus’ gleichgekommen wäre, ist hier absolut kein staatlicher Eingriff und marktwirtschaftlich sinnvoll. Wir lernen: ethisch ist es dann, wenn es den Banken nützt.

Zum Glück meinen die Schweizerinnen und Schweizer ja immer noch, ‘UBS’ stehe für ‘unsere Bank der Schweizer’, wie dies gestern auch die Tante Egerszegi bei Giaccobo & Müller gequakt hat. Die UBS bekommt somit eine Art gefühlten Nationalbankstatus, was insofern beachtenswert ist, weil der gleiche Typ, der schon das eine ‘nationale Symbol’ in Luft auflösen liess (welch Wortspiel in diesem Zusammenhang!), jetzt am anderen Symbol herumkriselt. Herrn Kurer kann man somit guten Willens als ‘Symbol-Demontierer der Nation’ bezeichnen; ein Ehrentitel, den ich jetzt zugegebenermassen frei erfunden habe, der mich aber diebisch freuen würde, wenn er mir denn einmal verliehen würde. Da kann ich aber noch lange drauf warten!

Dschangos Prognose: die UBS wird in spätestens einem halben Jahr der Deutschen Bank verkauft. Die Nationalbank gibt es bis dahin nicht mehr; als Währungsreserve der Schweiz dient dann der Geldspeicher des Führers vom Herrliberg. Bald gibt es auch einen Film zum Grounding der UBS, mit Viktor Giaccobo als Peter Kurer und Whitney Toyloy als Bundesrätin Leuthard, Louis de Funès wird mit Hilfe modernster Computeranimation auferstehen und Bundesrat Merz spielen (in einer Nebenrolle: Matthias Hüppi als Thierry Carrel). Der Film wird ein riesiger Erfolg, vor allem im Multiplex-Kino des Westsides, wo die Leute anstehen werden bis zu den Nudelsuppen. In Langenthal und Burgdorf floppt der Film aber total. Gerne stellt sich Dschango fürs Drehbuchschreiben zur Verfügung, Angebote bitte an dschango@daumenschraube.ch, dankeschön.

Nochmal, damit es auch der/die Letzte kapiert: wir (du, ich, alle in den Arbeits- und Steuerprozess eingegliederten) bezahlen den Managern der UBS stattliche Boni dafür, weil sie so verdammt gut gwärchet haben. Als Detail spannend: Auch die Ex-Swissair-Angestellten bezahlen jetzt die Zeche für die Party, die diejenigen Banker, die ihnen den Job weggenommen haben, gefeiert haben.

Hmmm…

Man kann vom Kapitalismus denken was man will, aber vom Aspekt der Selbsterhaltung her ist das System unschlagbar.




Dr. Jesus, bitte melden, Notfall in OP drei…

An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, Herrn Rudolf Merz, seines Zeichens Finanzbundesoberhoschi, eine gute Genesung zu wünschen. Es geht mir nicht um seine Art, Politik zu machen, sondern rein um ein Anliegen der Gerechtigkeit: ich finde, es ist ungerecht, wenn bloss Frankreich dauernd einen Politiker im Fernsehen hat, der mich frappant an Louis de Funès erinnert. Wenn ich Sarkozy sehe, warte ich immer darauf, dass jetzt dann bald der ausserirdische Kohlsuppenfresser ins Bild rückt und zusammen mit Sarkofunès lustige Ausserirdischensprachengespräche pflegt. Ja, es ist an der Zeit, dass jedes Land Politiker an der Spitze hat, die wie tote französische Komiker aussehen oder zumindest deren Mimik/Gestik übernehmen!

Damit hat dieser Artikel aber eigentlich überhaupt nichts zu tun, wie man unschwer am Titel erkennen kann, der ja noch nicht mal den Namen “Louis” enthält. Kommen wir also endlich zur Sache, Schätzchen.

Dass ein Berner Herzchirurg den Finanzminister bebypasst, wenn selbiger kollabiert, dagegen kann man ja eigentlich nichts haben (siehe auch oben). Man kann meiner Meinung nach nicht mal was dagegen haben, wenn dieser Herzchirurg ein gläubiger Christ ist. Heja, nicht alle sind mit genug Selbstvertrauen ausgestattet, um durchs Leben zu kommen, da reicht es oft nicht mal, als internationale Koryphäe auf einem doch eher schwierigen Gebiet angesehen zu gelten. Jeder so, wie er mag, und mir ist es immer noch lieber, wenn Herzchirurgen in die Kirche gehen, als dass sie Sonntag für Sonntag am Bahnhof herumlungern.

Item.

Wenn der Herr Finanzminister am Herzen operiert wird, ist das ein Ereignis mit News-Charakter, sehe ich ein. Und auch dass der Chirurg, der selbigen Minister operiert hat, zu diesem Thema interviewt wird, kein Einspruch von meiner Seite. Warum aber das Schweizer Fernsehen und hier besonders das von mir sonst sehr geschätzte Magazin “Schweiz Aktuell” in einem Beitrag zu des Merzens Gesundheitszustand Herrn Carrel für seinen Glauben Werbung machen lässt (3:00 – 3:20), muss aber wohl offen bleiben. Der Chirurg beim Beten, der Chirurg beim telegenen Mit-sich-Hadern, der Chirurg beim Vor-dem-Kloster-Stehen – inwiefern hat dies auch nur marginalen News-Wert? Oder auch nur am äussersten Rand mit dem operierten Finanzminister zu tun? Geradezumal, als diese Aussagen aus dem 2005 ausgestrahlten Dokumentarfilm “Der Herzchirurg” stammen (in dem sie im Übrigen auch Sinn machten)?

Das Znacht im Hals stecken blieb mir allerdings (zum Glück nur metaphorisch), als Herr Carrel den folgenden Verbalfurz abliess:

Es gibt für mich die schöpferische Hand hinter mir, die doch noch einen Einfluss hat und die sich wahrscheinlich beim geringsten Fehler, den ich machen würde, manifestieren täte.

Wohlverstanden: Herr Carrel spricht nicht vom Jäten im Garten oder vom Auswählen des korrekten Brotbelags zum Zmorge, sondern vom Operieren am offenen Herzen.

(Um den WTF-Faktor dieser Aussage vollständig entfalten und auf die werte Leserschaft wirken zu lassen, legen wir an dieser Stelle eine Denkpause ein und unterhalten Sie währenddessen mit flockiger Fahrstuhlmusik.)

Haben das alle kapiert? EIn Chirurg zählt darauf, dass Gott, Jesus oder die Aliens einschreiten, wenn er dummerweise mal die falsche Ader trifft. Eine Art übersinnliche Kunstfehlerversicherung, sozusagen. Bei manchen Leuten mag das ja heimelig wirken, vielleicht sogar beruhigend. Bei mir löst dies nur Befremden aus und, in Hinblick auf meinen nicht ganz risikofreien Lebenswandel, leichte Panik.

Und apropos Versicherung: zahlt meine Krankenkasse überhaupt Wunderdoktoren? Hat Jesus einen Vertrag mit meiner Kasse? Muss ich getauft sein, um unter Carrels Zaubermesser liegen zu dürfen? Funktioniert seine chirurgische Notbremse auch bei Muslimen? Atheisten? Anti-Theisten? Fragen über Fragen, die uns alle interessiert hätten, Schweiz Aktuell aber nicht zu beantworten wagte.

Man muss das aber auch positiv sehen, irgendwie. Dank Herrn Carrel haben wir nun einen Grund mehr, zu unseren Pumpen Sorge zu tragen, weil – wer will schon darauf vertrauen, dass Russels Teapot einschreiten, wenn der Chirurg grad dem Musculus Gluteus Maximus der Anästhesistin nachschaut?

OK, brave Christen machen sowas ja eh nicht.

Wuaaaa-hahahaaa…!!