Artikel, die mit ‘jesus’ getaggt wurden

Wir wolln den Jesus sehen!

Es war einer dieser tristen Novemberabende als sich Nasse und meine Wenigkeit zusammen mit unseren Liebsten auf eine Reise in die tiefste Teenievergangenheit aufmachten: Depeche Mode in da House oder besser gesagt in Genf…

Gut, ist jetzt nicht Prince, aber da ich dessen Auftritt bekanntermassen so was von verpasst habe, war ich sehr erfreut über die Tatsache, den Dave ansabbern zu können…ähm…die wunderbare Musik von DM geniessen zu können (etwas Contenance, Frau Korhonen, also wirklich!).

Nach ein paar Bierchen vergassen der Nasse und ich dann auch prompt unser nordisch-zurückhaltendes Temperament und hüpften rum wie zwei Springböcke auf Speed. Und -- um ehrlich zu sein -- trotz der fantastischen Mucke und der wunderbaren Show, wollten wir im Grunde doch nur eines hören:

Mei, war des scheen!




Lustige Logik

Jaja, auch den Dschango hat der Brief des BernMobil-Direktors René Schmid erreicht. Logisch, der Dschango ist ja seit gefühlten 100 Jahren BäreAbi-Besitzer (bzw ‘Libero’, wie die Jungen heute sagen) und somit in Herrn Schmids Adresskartei. Aber auch wenn der Dschango nur per Rauchzeichen erreichbar wäre: Herr Schmid wollte auf Nummer Sicher gehen und hat den Brief, nicht, dass dann der Dschango rumsürmelt, er habe von nichts gewusst, auch noch in der einen oder anderen Gratiszeitung abdrucken lassen (was wohl kaum gratis war, auch wenn der Ausdruck ‘Gratiszeitung’ solches suggerieren könnte). Ganzseitig, versteht sich, weil der Herr Schmid hat ja auch einiges zu sagen in seinem Brief.

Was denn? Irrelevant, eigentlich. Er jammert irgendwas davon, dass er am Morgen im 3-Tram den Abfall zusammenräumt und sich dabei offenbar auffällig verhält – fragt mich nicht. Kann ja nicht mein Problem sein, wenn sein Pflichtenheft auch noch den Punkt “allgemeine Sauberkeit in den Fahrzeugen gewährleisten” enthält. Hätte er mal besser beim Einstellungsgespräch auf den Tisch gehauen. Oder wäre Direktor der UBS geworden, die haben nämlich überhaupt keine Trams.

Aber ein Satz ist mir dann doch noch aufgefallen, im Brief von Herrn Schmid:

Legen Sie zum Beispiel Ihre Gratiszeitung in Ihren Zeitungssammler daheim beziehungsweise im
Büro.

Nebst der Tatsache, dass dieser Satz grammatikalsch und stilistisch unter aller Granate ist, hat bei mir beim Lesen desselben doch prompt mein guter, alter Bullshit-Detektor mal wieder angegeben (ich darf solche Sätze machen! Die Welt erwartet das von mir!). Herr Schmid skizziert mit seinem Brief eine Welt, die ungefähr folgendermassen aussieht:

  1. 1) Die Welt dreht sich einzig und allein um Dschango.
  2. 2) Wegen 1) kauft BernMobil jeden Tag einen Haufen Zeitungen, damit der Dschango gut unterhalten in den Tag startet.
  3. 3) Wegen 2) gibt es ein Abfallproblem im Tram.
  4. 4) BernMobil ist eine Non Profit-Organisation, die sich hauptsächlich der Rettung des Weltklimas widmet.
  5. 5) Auch die Angehörigen fremder Kulturen, die als ‘Team Sauber’ durch die Trams streifen, sind unbezahlte Fronarbeiter, die ihren Job eigentlich nur machen, weil sie BernMobil so total groovy finden.
  6. 6) Wegen 3), 4) und 5) fände es BernMobil total easy, wenn der Dschango die Gratiszeitungen im Büro oder zuhause entsorgen würde.

Soweit, so gut. Dummerweise sieht die Realität aber so aus:

  1. BernMobil kassiert von den Gratiszeitungen einen ganz ordentlichen Batzen Geld, damit deren Mist in den Trams aufliegt.
  2. Dank der Tatsache, dass Dschango (und noch zwei oder drei andere) den Mist überhaupt in die Hand nimmt, zahlen die Gratiszeitungen überhaupt was an BernMobil.
  3. Gratiszeitungen sind am einfachsten und angenehmsten zu entsorgen, wie mir ein Mitarbeiter des Team Saubers persönlich gesagt hat.
  4. Dschango war schon verdammt froh, wenn er spätabends noch einen zerknüllten BlAbend gefunden hat, der ihn bis zur Zielhaltestelle in genügendem Masse sediert hat.

Man kann also auch sagen:

  1. Nicht Dschango verursacht die Papierflut, sondern die Gratiszeitungen.
  2. Nicht Dschango profitiert in erster Linie, sondern BernMobil.

Verursacherprinzip? Oh ja! Ich bin weder Drucker, noch Reporter, noch Verleger, noch Austräger, noch nicht mal Tramchauffeur und schon gar nicht BernMobil-Direktor. Weitere Fragen, wer folglich für die Entsorgung der Papierflut zuständig ist? Kein Fragen? Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Ausserdem: Kann ja sein, dass zwei Drittel von Schmids Brief-EmpfängerInnen eine “neue, ungelesene Zeitung” bevorzugen. Aber hallo, gerade aus dem Gedanken des Minderheitenschutzes heraus werde ich jetzt grad extra meine Zeitung immer liegenlassen. Ich meine, möglicherweise kommt da plötzlich der dritte Dritel vorbei, findet keine gelesene, alte Zeitung und fährt, total enttäuscht von sich und der Welt, wieder mit dem Auto zur Arbeit. Und dann ist Scheisse mit der Klimarettung, soll dann ja kein Schmid jammern kommen.

Und noch etwas ist interessant:

Übernehmen Sie ein kleines bisschen Verantwortung für «Ihr» Verkehrsmittel. Ich gebe zu: Am Anfang hat mich diese Umstellung auch ein wenig Überwindung gekostet. Aber ich versichere Ihnen: Ich wurde deswegen noch nie ausgelacht oder beschimpft. Und ich fühle mich dabei wohler als vorher.

Ja, man könnte “ihr Verkehrsmittel” mit “Jesus” austauschen und der Satz bliebe erhalten, das ist aber gar nicht der Punkt (und man wird ausgelacht, wenn man für Jesus Verantwortung übernimmt, zumindest von mir). Viel bemerkenswerter ist die Tatsache, dass sich Herr Schmid, als BernMobil-Direktor wohlverstanden, dazu überwinden musste, für sein Verkehrsmittel ein “kleines bisschen Verantwortung” zu übernehmen.

Schon bedenklich, die Einstellung dieser Manager heutzutage.




Schlechter Verlierer

Der olle Schwabe Jürgen Klinsmann hat grad eine etwas mühsame Phase in seinem Dasein. Nicht nur, dass seine überbezahlten und verwöhnten Kicker-Nulpen vom FC Bayern zur Zeit eher unterirdisch spielen, jetzt wird er auch noch von der Presse und von Gerichten gepiesackt.

Nun gut, die hervorragende Bezahlung als Bayern Trainer setzt eine gewisse Schmerzbefreitheit voraus, könnte man jedenfalls meinen. Aber nein, der Jürgen macht einen auf religiöse Mimose. Herr Klinsmann lässt verlauten, dass die Karikatur in der TAZ ihn in seiner religiösen Ausprägung aufs Massivste und Unerträglichste verletzt hat. Och…

An diesem Punkt würde ich gerne auf ein paar Aussagen/Zitate vom Klinsi stichwortartig meinen Senf dazu geben. Los geht’s:

Klinsi: Er verstünde sich als religiöser Mensch und erzöge seine beiden minderjährigen Kinder auch in diesem Sinne.
Nasse meint: Arme Bälger, wie sollen die sich später mal orientieren können oder so etwas wie seelische Stabilität aufbauen, wenn schon der Papa so einen religiösen Eiertanz aufführt?

Klinsi: Er werde zum Objekt und Opfer blasphemischer Angriffe.
Nasse meint: Wer sich öffentlich zu einer Religion bekennt und dies nicht privat halten kann, der sollte sich auch auf mögliche Kritik einstellen. Es gibt kein Recht auf verbale Unversehrtheit, wenn man sich öffentlich zu Zauberkram bekennt.

Klinsi: Er werde dafür benutzt, dass das Leiden Christi ins Lächerliche gezogen werde – und werde Hohn und Spott ausgesetzt.
Nasse meint: Wer sich mit ernster Miene und schwäbischem Dialekt für die Leiden Christi einsetzt, der muss damit rechnen und sollte es auch ertragen, den einen oder anderen Lacher zu verursachen.

Da wir nicht nur auf die Leute eindreschen sondern auch konkret helfen wollen, haben wir für den alten Jürgen einen Trick aus unserer Lebenshilfe-Kiste parat: Konzentrier Dich auf Dein Kerngeschäft, überlasse den Jesus und seine Kamellen den üblichen Wirrköpfen und ihren Vertretern vom FC Vaticano und heul nicht öffentlich rum, wenn Dich jemand ans Kreuz nagelt. Jesus wäre da sicher hart geblieben. Darum: Jürgen, sei ein Mann!