Verapplet
Schluss mit lustig. So langsam aber sicher entwickle ich einen gepflegten Hass auf iProdukte.
Ich habe das Zeugs aus dem sonnigen Cupertino ja nie sonderlich gemocht, aber was da neulich abging, war einfach zu viel.
Dabei wollte ich doch nur auf meinem vom Arbeitgeber gesponserten iPhone-iPod etwas aufräumen. Zu viele Songs, zu viel Chaos, zu viel überhaupt. Zudem lief das unsägliche iTunes, das man ja unbedingt benötigt, um seine iProdukte zu verwalten, auf meinem Laptop von Anno dazumal gar etwas langsam.
Ein dickes Dankeschön nach Kalifornien an dieser Stelle für die Software iTunes, der beinahe gesicherte Topfavorit für meinen diesjährigen Biggest Binary Pain In The Ass-Award, und ich habe dieses Jahr mit ein paar ganz blöden Programmen zu tun gehabt, das könnt ihr mir glauben.
Gut, wir sind ja pragmatisch. Also wird der Laptop Software-ethnisch bereinigt, iTunes auf dem deutlich flotteren Desktop PC installiert, die Musikbibliothek flockig geleert und neu angelegt. Hier ein Auszug aus der Mängelliste, die ich während der Neuorganisation meiner Musik für unterwegs im Geiste angelegt habe:
- iTunes blockiert aus unerfindlichen Gründen und das andauernd, ohne dem Benutzer ein nützliches Feedback zu geben. Das nervt gewaltig.
- Das Kontextmenü (Rechtsklick und so, aber das verstehen Apple-isten nicht, da die seit Menschengedenken nur eine Maustaste haben) ist unbrauchbar.
- Ans gleichzeitige anpassen von mehreren MP3 Tags (zB. “Album”, das wäre noch so nützlich, weil es doch hie und da benötigt wird) hat man offenbar auch nicht gedacht. Schade. Ich konnte zumindest in nützlicher Frist kein entsprechendes Feature bei iTunes entdecken. Die Programm-interne Hilfe war auch keine selbige. Falls ich diesbezüglich ein blinder Idiot bin, bitte ich um Benachrichtigung. Könnte ja sein.
- Beim Löschen von Songs aus der Bibliothek braucht iTunes offenbar auch extra Rechenzeit (wofür?), anders kann ich mir die unterirdischen Reaktionszeiten nicht erklären. Dass hier das User-Feedback auch komplett fehlt, notiere ich mal nur so nebenbei.
- etc. usw.
Wer jetzt sagt, ich solle halt einen Mac kaufen, weil es dort rund läuft, dem massiere ich gerne das iGesicht. Es gibt in der Geschichte der Informatik genügend Beispiele für gelungene Portierungen von proprietärer Software auf nicht-heimische Plattformen, also bitte.
Nun gut, ich will mal nicht so sein. Ich werde mein iTelefon bis zu seinem Lebensende, das so fern nicht sein kann, brav weiter benutzen, dabei beide Augen zudrücken und meine lukrativen Geschäfte darauf respektive damit tätigen.
Sobald mein werter Scheff mir ein Budget für ein neues Telefon stellt, werde ich den Apfelkack mit einem breiten Grinsen im Gesicht verbrennen. Und totschlagen. Das unsägliche iTunes werde ich mit einem wohligen Gefühl von sämtlichen Geräten verbannen, allenfalls besorge ich mir einen Peruanischen Schamanen, der das böse Karma aus meinen Rechnern verscheucht.
Genug ist genug.


