Artikel, die mit ‘fundis’ getaggt wurden

McJesus drive-through

Dumm gelaufen für den moralisierenden Christo-Fundi auf dem gelben Töffli.

Eigentlich wollten wir ja auf Daumenschrauben nach Art des Hauses für den jetzt (mindestens kurzfristig) arbeitslosen Deppen verzichten, aber wir können uns das nicht verkneifen. Et voilà.

Ja, es scheint, dass die halluzinierenden Mitmenschen aus der Jesus-Klapse gerade Ausgang haben, denn auch die Frau Hagen (die übrigens mal total gut war) fühlt sich bemüssigt, die zeitgenössische Pop-Ikone Lady Gaga nach ihrer Art zu bewerten.

Man mag ja von Frau Germanotta halten, was man will, aber so schamlos und deppert von (viel) früheren Glanzleistungen zu zehren, steht nicht mal der Nina H. aus B. zu. Darum: Maul halten, Frau Hagen, wenn man gerade mal wieder im Delirium verweilt.

Merci, circulez, y’a rien à voir.




Glaubensfreiheit für Moses!

Es gibt Tage, an denen sich Dschango frühmorgens einen Kaffee aus der Maschine zieht, nicht wissend, dass dieser Kaffee bald wieder aus seiner Nase sprühen und sich als feiner Nebel in der Küche verteilen wird. So geschehen gestern, als ich in BZ und Bund einen Artikel über den Hund Moses las (der im Bund aus Persönlichkeitsschutzgründen zu ‘Abraham’ anonymisiert wurde). Heute morgen kam die Story auch im 20Min.

Kurz gesagt geht es darum, dass sich die Besitzer von Moses weigern, ihrem Hund einen (seit vorletztem Jahr gesetzlich vorgeschriebenen) Mikrochip einsetzen zu lassen. Und dies begründen sie nicht etwa mit einer Chipallergie des Hundes, sondern mit ihrer in der Bronzezeit erfundenen Religion. Im Märchenbuch der Niederbipper Landwirte-Familie steht nämlich geschrieben, dass “Gottes Strafe jene trifft, die mit einem solchen Mal gekennzeichnet sind”.

Das Verwaltungsgericht hat ihnen schon den juristischen Finger gezeigt (Bussgeld Fr. 1′500.-, ich als braver Steuerzahler danke hiermit den Niederbipper Fundies für ihren tollen Beitrag zur Sanierung der dämonischen Staatskasse); entsprechend wollen sie nun Moses’ Recht auf Glaubens- und Chipfreiheit vor Bundesgericht erstreiten.

Echt Leute… dies ist eine derjenigen Steilvorlagen, bei denen ich kaum weiss, wo ich mit Reintreten anfangen soll…

Mal ganz abgesehen davon, dass es mir kalt den Rücken herunterläuft, wenn aktuell lebende Mitbürger meines Landes denken, dass es über dem Bundesgericht immer noch Gott als letzte Instanz gibt, schreit dieser Vorfall nach einer irgendwie gearteten Beschränkung von Klagen ans Bundesgericht. Es kann schlicht nicht angehen, dass eine höchste juristische Instanz mit derartiger Idiotie beschäftigt wird. Dies aber nur nebenbei.

Stattdessen möchte ich hier Möglichkeiten aufzeigen, wie dem Dilemma von Moses pragmatisch zu begegnen wäre:

1. Moses konvertiert zum Islam

Eine verblüffend einfache Lösung. Für Muslime gelten die Judenmärchen nicht und vom Satanschip wissen die auch nix. Moses müsste sich dann zwar umbenamsen lassen (Dschango wäre für ‘Mohammed Ali’, das rockt!), das wäre aber wohl nicht so ein Problem. Da wir davon ausgehen, dass Moses bereits kastriert ist, wird ihn auch die Beschneidung nicht wirklich stören. Einziger Nachteil: Moses würde sich selbst als perma-unrein ansehen. Das könnte aber wohl mit der einen oder anderen Hadsch ausgeglichen werden. Fragen Sie hierzu den Imam Ihres Vertrauens.

2. Moses muss Farbe bekennen

Die BZ schreibt zwischen den Zeilen, dass Moses offenbar jede Bitch anspringe, die an ihm vorbeiläufigt. Es wurde mir auch zugetragen, dass man Moses dabei beobachtet habe, wie er das Weihwasserbecken der Niederbipper Kirche leergeschlabbert und an eine Wand derselben gepisst habe. Ein wahrer Christ würde das nie tun; es stellt sich also die Frage, wie bibelfest Moses tatsächlich ist.

Ist Moses schon getauft? Wurde der Hund überhaupt schon nach seiner Konfession gefragt? Dschango vermutet, dass die Jesus-Bauern schlicht keinen konfessionsfreien Hund in ihrer Mitte dulden. Ein klarer Fall von Diskriminierung also! Die Freidenker-Vereinigung wurde informiert; man überlegt sich nun, Moses atheistisches Asyl zu gewähren.

(Dass Moses einen ‘Zentralrat der Ex-christlichen Köter’ gründen will, ist hingegen ein reines Gerücht ohne jegliche Faktengrundlage.)

3. Radikal, aber fair

Sicherlich die beste Lösung für alle Beteiligten: nicht nur der Hund wird gechippt, sondern die ganze Familie noch dazu. Die Chippflicht wurde ja eingeführt, um die gefährlichen Kampfhunde in Schach zu halten (fragt jetzt bitte nicht den Dschango, wie das funktionieren soll). Das müsste sich eigentlich auch auf die noch viel gefährlicheren Kampffundis ausweiten lassen. Bei ausgewachsenen Familienmitgliedern würde ich auch einen Maulkorb sowie eine Kastration befürworten; die Welpen sollte man fremdplatzieren.

Wie nun weiter?

Wird Moses den Kampf gegen die satanischen Behörden gewinnen? Rufen Islamisten eine Fatwa gegen das Bundesamt für Veterinärwesen aus? Werden die obligatorischen Hundeführerkurse neu auch eine Lektion Bibelkunde enthalten? Wird das Agnus Dei in einen Canus Dei umbenannt? Wird die Bevölkerung von Niederbipp kollektiv entwurmt? Steht ein Care-Team bereit? Und was meint der Papst zu diesem Skandal? Man weiss es nicht.

Daumenschraube.ch hält euch auf dem Laufenden!




Jeez!

Ojemine. Christliche Hardliner haben ja die Tendenz, sich gegenüber islamischen Hardlinern als moralisch überlegen darzustellen. Allen Ernstes, versteht sich. Was die Verbreitung von verfassungs- und demokratiefeindlichen Einstellungen angeht, sind beide Gruppen meiner Meinung nach recht identisch, auch wenn man nicht alles über einen Kamm scheren kann.

Auf jeden Fall gabs in Deutschland jüngst wieder einen Fall, wo eine (unter anderem staatlich geförderte) Schülerzeitung einen kritischen Artikel über das Frömmelfestival “Christival” verfasst hat. Das ist nicht überall gut angekommen.

Ich mag jetzt gar nicht weiter auf den Inhalt des zitierten Artikels eingehen, das geneigte Lesewesen kann sich sein Urteil in einer nützlichen Frist selber machen. Kommen wir direkt zum Meinungsteil.

Nasse findet, dass die Geschmacksrichtung einer Religion im Prinzip mal herzlich egal ist. Was nicht angeht, ist, dass religiöse Inhalte und Werte via staatliche Institutionen verbreitet werten. Kritische Anleitungen zum Umgang mit Religionen und dergleichen gehören für mich hingegen zur Grundbildung eines jeden aufgeklärten Bürgers. Wie gesagt, mir ist es herzlich egal, ob jemand an einen Gott oder den Mann im Mond glaubt. Wer aber ernsthaft religiöse Werte über das Fördern von kritischem und freiem Denken setzt, der untergräbt in nicht hinzunehmender Weise die Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Es gibt in der Geschichte der Menschheit genügend Beispiele dafür, dass die Einschränkung oder Abwesenheit des Einflusses von Religion auf den Staat gesellschaftlich äusserst positive Auswirkungen gehabt hat. Die grössten Entwicklungen fanden immer dann statt, wenn das Denken frei oder zumindest unbelastet von dogmatischen und religiösen Werten war.

Es sollte uns also zu denken geben, wenn lieb dreinschauende Jesusfreunde gegen kritische Berichterstattung auf journalistisch derart harmlosem Niveau so rabiat vorgehen wie im weiter oben zitierten Fall. Es ist immer das Gleiche, wenn man persönliche Überzeugungen entgegen jeglicher Ratio in ein System einbringen will:

Es wird so oder so verheerende Folgen haben und das erste Opfer ist immer die geistig-kulturelle Freiheit.