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Status quo

Die Welt ist anders geworden. Irgendwie. Oder vielleicht ich älter. Früher traf man sich auf der Strasse und der Dialog, welcher folgte, lautete in etwa so:

- Geits?
- Iiu, es muess u dir?
- Tiptop.

Oder alternativ:

- Wie tuets dir?
- Cha nid chlage u säuber?
- Me schlaht sech düre, gäu.

Die Befindlichkeiten waren besprochen und alles war gut. Wenn man an weitere Informationen gelangen wollte, fragte man nach. Wenn das Interesse eher bescheiden war, kam der Satz “auso i muess” und gut war.

Heute gibt es Facebook. Und damit verbunden Informationen, oder anders gesagt Statusmeldungen, die die Welt nicht braucht. Früher hiess es “fishing for compliments”, heute wohl eher “fishing for comments”. Das Prinzip funktioniert so: Man postet eine Statusmeldung über den momentanen Zustand und wartet auf möglichst breiten Zuspruch in Form eines Kommentars. Meine diesbezüglichen Favoriten:

  1. X ist gerade traurig
    Who cares, erzähl das deinen Freunden im wirklichen Leben, die können dich im Ernstfall aufpäppeln.
  2. X @ home
    Auch das interessiert – ausser den potentiellen Stalker  – wohl eher niemanden.
  3. X hat den Glauben verloren
    Das habe ich schon lange, muss dies jedoch nicht der virtuellen Welt mitteilen.
  4. X was geht?
    Abgesehen davon, dass der Satz grammatikalisch nicht geht, geht es grundsätzlich überhaupt nicht.

Zugegebenermassen, aus voyeuristischer Sicht ist Facebook super. Aber die Zeit ist gekommen, sich von den trashigen Mitteilungen der virtuellen Freunde zu verabschieden. In diesem Sinne: Aga ist dann mal weg!




Gefacebooked!

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie gewisse Dinge eine Eigendynamik entwickeln. So haben wir drei Daumenschräubler beim Start dieses Blogs wohl gehofft, aber kaum zu träumen gewagt, innert dieser kurzen Zeit in den unendlichen Weiten des Netzes zur Kenntnis genommen zu werden.

So staunten wir nicht schlecht, als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, dass auf Facebook die Gruppe “daumenschraube.ch bringt es auf den Punkt” gegründet wurde. Nun, ein bisschen Lobhudelei in eigener Sache möge man uns verzeihen und wir geben ganz unverblümt zu, dass unsere Brust etwas stolzgeschwellter wurde, unsere Bäckchen in freudiger Verlegenheit leicht erröteten und sich anlässlich einer Redaktionssitzung unsere Mundwinkel immer wieder zu einem dümmlichen Grinsen verzogen (nein, mit irgendwelchen anderen Substanzen hatte das mitnichten zu tun…).

In diesem Sinne: Herzlichen Dank Sophus, Du bist ein heisser Anwärter auf die Daumenschraube des Monats!