Status quo
Die Welt ist anders geworden. Irgendwie. Oder vielleicht ich älter. Früher traf man sich auf der Strasse und der Dialog, welcher folgte, lautete in etwa so:
- Geits?
- Iiu, es muess u dir?
- Tiptop.
Oder alternativ:
- Wie tuets dir?
- Cha nid chlage u säuber?
- Me schlaht sech düre, gäu.
Die Befindlichkeiten waren besprochen und alles war gut. Wenn man an weitere Informationen gelangen wollte, fragte man nach. Wenn das Interesse eher bescheiden war, kam der Satz “auso i muess” und gut war.
Heute gibt es Facebook. Und damit verbunden Informationen, oder anders gesagt Statusmeldungen, die die Welt nicht braucht. Früher hiess es “fishing for compliments”, heute wohl eher “fishing for comments”. Das Prinzip funktioniert so: Man postet eine Statusmeldung über den momentanen Zustand und wartet auf möglichst breiten Zuspruch in Form eines Kommentars. Meine diesbezüglichen Favoriten:
- X ist gerade traurig
Who cares, erzähl das deinen Freunden im wirklichen Leben, die können dich im Ernstfall aufpäppeln. - X @ home
Auch das interessiert – ausser den potentiellen Stalker – wohl eher niemanden. - X hat den Glauben verloren
Das habe ich schon lange, muss dies jedoch nicht der virtuellen Welt mitteilen. - X was geht?
Abgesehen davon, dass der Satz grammatikalisch nicht geht, geht es grundsätzlich überhaupt nicht.
Zugegebenermassen, aus voyeuristischer Sicht ist Facebook super. Aber die Zeit ist gekommen, sich von den trashigen Mitteilungen der virtuellen Freunde zu verabschieden. In diesem Sinne: Aga ist dann mal weg!


