Drogen für alle! (Schaden kann es eh nicht mehr)
Drogenkonsum, das muss man hier mal festhalten, muss nicht zwingend gut sein. Weder für einen selbst noch für seine Umwelt.
In diesem Zusammenhang fragt man sich zB, was am Bundesgericht so an einem Apéro aufgetischt wird. Immerhin wurde letzthin ein Urteil publiziert, das nur dann verständlich wird, wenn man exzessiven Drogenkonsum bei den Richtenden voraussetzt. Sogar die NZZ (!) spricht von einem Urteil, das “von Realitätssinn weitgehend unbelastet” sei. Schöner hätte es auch ein Dschango nicht schreiben können, deshalb schliessen wir nun dieses Kapitel.
Auch gut auf Drogen scheint letzhin Tagesschau-Sprecherin Beatrice Müller gewesen zu sein (das ist die, die so eine lustige Chruselifrisur hat). Dienstag Abend, Tagesschau, es kam grad eine Einspielung zu den Bombenattentaten in Athen, da beginnt Frau Müller das Interview mit dem Korrespondenten Werner van Gent mit folgendem Halbsatz:
Wir haben’s soeben gehört in den Bildern…
Versprecher, klar. Kann passieren, auch Profis. Vollstes Verständnis. Dann kommt aber diese Frage:
Auffallend an dieser neuen Anschlagserie ist ja jetzt, dass die Adressaten immer Botschaften sind – ist dies ääääh… wahrscheinlich Absicht?
Mal abgesehen davon, dass die Frage schon nur wegen dem “wahrscheinlich Absicht” sowas von jenseits ist (dass Werner van Gent überhaupt eine Antwort geben konnte, spricht doch sehr für ihn), mal abgesehen davon also: Nein, liebe Frau Müller, das läuft heute ja ganz anders. Terroristen machen heutzutage mehr so eine Art Bomben-Bingo und schicken ihre Grüsse wahllos in der Welt herum. Dass es jetzt allesamt Botschaften traf, war reiner Zufall. Wahrscheinlich.
Aber Fernsehen ist ja eh so eine Sache. Da war letzthin auch ein “IT-Experte” in einer Sendung zu hören, der den interessierten ZuschauerInnen die Vorzüge eines Glasfaser-Internetanschlusses damit erklärt hat, dass man…
… sich damit gegenseitig Youtube-Videos zuschicken kann.
So falsch, wie es richtig gemeint ist, leider. Passt auch zu der anderen “Expertin”, die in einer Wissenschaftssendung davon gesprochen hat, dass sich mit Glasfaser “fast unendlich schnelle” Datenverbindungen erzielen liessen. “Fast unendlich”, jaja.
In dem Zusammenhang fällt mir auch ein, dass nach dem Abstimmungsdebakel mit Ansage ja das Generalsekretariat der SVP (warum heisst das eigentlich nicht “Führerbunker”?) einem Anschlag zum Opfer gefallen ist – ohje, ohje, ohje. Um dies hier nochmal in aller Form klar zu machen: selbstverständlich bin ich gegen solche Aktionen. Sie sind kontraproduktiv, undemokratisch und pubertär. Ein bisschen wie bei den “Hacker”-Angriffen gegen Mastercard, Visa und Konsorten.Und genau wie bei diesen würde ich jeder und jedem, der der SVP mittels Einbruchswerkzeug und Farbe gezeigt hat, dass “das Volk” halt ein recht heterogenes Pflänzli ist, das zu allem Elend noch von Ort zu Ort anders wächst, diesen Leuten würde ich, das darf ich hier so sagen, jederzeit ein Bier offerieren. Ganz einfach deshalb, weil sie dadurch, dass sie anstelle von mir etwas Dummes und Unüberlegtes tun, mich von der Notwendigkeit entbinden, meinerseits mein Leben, meine Freiheit oder meinen Job aufs Spiel zu setzen. Ein Bier ist da meiner Meinung nach ein höchst günstiges Kompensat.
Mittlerweile hat die SVP anstelle von grossen Glasfenstern ja nun Holzplatten in den Fensterrahmen. Und somit nun definitiv und offiziell nicht nur eines, sondern gleich mehrere Bretter vor den Köpfen. An der Symbolik gibt es also nun nichts mehr auszusetzen.
Aber die Partei ist ja nicht nur bekannt für Bretter vor dem Kopf, sondern auch für Holzköpfe. Das hat jetzt rein gar nichts mit dem Konkurs der Grosssägerei in Blocherland zu tun, sondern für einmal mit der Politik in Thun. Man wundert sich: da lässt sich jemand ins Exekutivkommittee der drittgrössten Berner Stadt wählen, nur um dann kurz nach der Wahl herauszufinden, dass es sich eben nicht um einen 20%-Aushilfsjob wie im Migros an der Kasse handelt. Das hätte man dem armen Mann ja auch sagen können, Gopferdeckel! (Gut, hat man zwar, bereits vor Monaten. Aber man weiss ja, dass man bei der SVP laaaaaaaangsaaaaaam sprechen, Inhalte immer und immer wiederholen muss sowie ja kein Wort mit mehr als drei Silben benutzen darf. “Gemeinderatspensum” hat die Grenze wohl klar überschritten.) Aber ich bin sicher, es entspricht aus SVP-Optik dem Volkswillen, dass jetzt nicht der das Amt antritt, der gewählt wurde. Parallelen zu Haiti sind auch hier rein zufällig.
Und wenn wir schon am rumblochen sind: ich habe ja letzthin mit meinem Schurni-Freund rumgequatscht und dabei festgestellt, dass der auch eine Haustier-Verschwörungstheorie pflegt, nämlich dieselbe wie ich, und die geht so: die BaZ wurde nicht von Moritz Suter mit dessen Geld gekauft, nänääi-Sii! Stattdessen hat Blocher dem Suter das Geld vorgeschossen, damit dieser den Tettamanti auszahlen kann. Blocher steigt aus dem Beratungsmandat aus und benutzt die Marionette Suter dazu, die Redaktionsfäden im Hintergrund zu ziehen. Und die depperten Basler erneuern jetzt ihre Abos und wissen gar nicht, wem sie da das Geld in den dicken Hals werfen.
Zugegebenermassen: die Verschwörungstheorie hat noch ihre Ecken und Kanten. Aber meiner Meinung nach durchaus Zukunft; ich rege hiermit eine Community-Weiterentwicklung an.
Damit ich es nicht vergessen, muss ich hier auch noch mein Bonmot der Woche aufführen. Nein, nicht von Nasse (obwohl dessen Sablé-Bonmot einen knappen zweiten Platz belegt), sondern von einem Leidensgenossen in derselben Branche wie ich, der unliebsame Kunden:
… mit penetrant freundlicher Hartnäckigkeit zu vergraulen sucht.
Episch!
Was war sonst noch…? Eben, international haben wir Schweizer unseren Ruf als xenophob-ignorante Käsehirne erfolgreich verteidigt, auch den der Fussball-Nieten, die SP ist mal wieder daran schuld, dass die SVP Abstimmungen gewinnt, Frau Calmy-Rey ist knapp zur Bundespräsidentin der Herzen gekürt worden und die reine Ankündigung, dass Wikileaks wahrscheinlich irgendwann mal Dokumente veröffentlichen wird, die eine amerikanische Grossbank zu Fall bringen könnten, lässt den Aktienkurs der Bank of America in den Keller rasseln. Man rätselt darüber, ob es die TeleSAT-Knalltüte von der Costa Smeralda nun definitiv übertrieben hat (wahrscheinlich) und ob unsere Wirtschaftspolitiker etwas aus den letzten Finanz- und Wirtschaftskrisen gelernt haben (wahrscheinlich nicht). Und man nimmt befriedigt zur Kenntnis, dass vor allem in Irland nun die zur Kasse gebeten werden, die schliesslich auch vom Schlaraffenland der befreiten Finanzströme am meisten profitiert haben: Sozialhilfeempfänger, alleinerziehende Eltern und Renter.
Achso, ja, stimmt ja, Cécile Bähler hat jetzt übrigens wieder einen Freund. Und wirkt bei der abendlichen Wetterpräsentation bereits ein wenig verschusselt.
Man mag es ihr gönnen.











