Artikel, die mit ‘aufs maul?’ getaggt wurden

Noch ein Häppchen vom News-Buffet?


Auch du bist Deutschland?

Nö, aber den ESC haben wir — Überraschung! — wieder mal verserbelt. Trotz brilliantem Michi in Gold (habe ich mir sagen lassen), es hat nix geholfen. Vermutlich hat das protzige Goldjäckchen in Zeiten der Krise nicht den richtigen Ton getroffen.

Warum tun wir uns so einen Scheiss überhaupt an? Ich bin für den bedingungslosen Rückzug, weil irgendwann muss man es einfach gut sein lassen. Es geht da unter anderem um Würde und solches Gedöns, aber mir hört ja eh keiner zu.

Dafür hat die über-gehypteste Landpomeranze der Neuzeit (mit Pilgererfahrung im Jesus-Camp light) ohne richtige Singstimme und mit Englischem Fantasie-Akzent den Laden gerockt. Alle sind Lena, oder so.

Na ja. Soll mal einer die Teutonen oder den ESC an sich verstehen.


Shalom und Tschüss!

Bei den Israelis piepts wieder mal in den höchsten Tönen. Dafür ernten sie jetzt ziemliche Misstöne aus aller Welt, was auch absolut gerechtfertigt ist. Wir schliessen uns dem Geheule gerne an.

Bezüglich der Lösung für die Nahost-Frage halte ich es mit Henrik M. Broder. Der fand mal (irgendwo, Link leider verloren), dass man die Israelis mitsamt Sack und Pack am besten nach Ostdeutschland umsiedeln sollte.

Liegt irgendwie auf der Hand: Die Ossis sind ihre demographischen und strukturellen Probleme los (man denke nur an die knackigen Israelinnen!) und der Nahe Osten kann aufatmen und endlich wieder in Ruhe die Eselchen über die Golanhöhen treiben, ohne über lästige Siedler zu stolpern.

Idylle pur.


Läuft doch wie geschmiert…

Last but not least möchte ich noch, sozusagen fürs Protokoll, unseren Unmut über die trübe Brühe loswerden, die seit längerem den Golf von Mexiko braun einfärbt. Die ganze Sache ist einfach nur ein Trauerspiel erster Güte, mehr fällt mir da echt auch nicht ein.

Wir fassen zusammen: Daumenschrauben light für Deutschland-Lena und den ESC, einmal extra-fest für die Verantwortlichen in Israel und nochmals extra-fest für die versammelten Öl-Trottel dieser Welt.




Knallcharge reloaded

Heute könnte es ein wenig länger gehen. Doch fangen wir von vorne an.

Unser nördlicher Nachbar verliert gleich zwei streitbare Figuren, die in den letzten Jahren die Deutsche Politik massgeblich geprägt haben.

Einerseits hätten wir den angekündigten Abgang der konservativen Krawallbraut Gabriele Pauli, die den Stoiber Edi mit einem gut gesetzten Tritt vors Schienbein zum straucheln, dann letztendlich zu Fall gebracht hat. Das war allerdings zum grossen Teil alles, was die Dame an politisch relevantem für das Land hervorgebracht hat. Immerhin. Wir sagen tschüss, prost und wünschen viel Spass bei den zukünftig wohl vermehrten Ausritten mit ihrer Ducati Monster.

Andererseits hat Roland Koch angekündigt, seinen Bettel hinzuschmeissen. So wie es aussieht wurde er von der strategisch wieder mal griffigen Angie langfristig ins (bundespolitische) Abseits befördert, was diesen reaktionären und verbal gelegentlich haarscharf am Faschismus vorbeischrammenden Hardliner unter anderem wohl zum Rücktritt bewegt hat.

Natürlich will er seine Hackfresse auch zukünftig nicht im Zaum halten, das freut die konservative Klientel in Hessen und womöglich auch darüber hinaus. Nun gut, man muss halt auch wissen, dass man im schönen Hessen ja in Lokalzeitungen auch noch auf  Schwule eindreschen darf, ohne seinen Job als Provinzredaktor zu verlieren. Ist halt nicht alles Frankfurt, was den Löwen im Wappen hat.

Etwas ganz anderes hat Mark Gasson gemacht. Kurz zusammengefasst hat sich der Froscher einen Virus auf einem bei ihm implantierten RFID Chip (wir erinnern uns: Tiere und Produkte werden gerne mit diesem passiven System versehen) gepackt und ziemlich beeindruckend demonstriert, was bei dieser Technologie alles schief gehen kann.

Bei der nächsten Diskussion über Chip Implantate beim oder rund um den Menschen dürfte dieser Artikel einige gute Argumente für Gegner dieser Technologie bereit halten. Ich habe jedenfalls aufmerksam gelesen, denn die breite Diskussion um RFID hat erst begonnen.

Und dann dies: Eigentlich habe ich mir geschworen, dieses Thema sein zu lassen. Ich kann keine neuen Erkenntnisse bieten, geschweige denn einen konstruktiven Beitrag dazu liefern. Aber es muss raus.

Seit Jahren schon nerve ich mich immer wieder über Mitmenschen, die es nicht fertig bringen, sich im urbanen Raum anständig zu bewegen. Sei es beim Rangieren in öffentlichen Verkehrsmitteln, sei es beim Anstehen, halt dann, wenn grössere Menschenaufläufe abgefertigt werden müssen.

Heute war wieder einer dieser Tage, wo ich mich heimlich nach einem eigenen Auto sehne und in geistigen Bildern schwelge, in denen ich mich mit feiner Musik und geschlossenen Fenstern im Stau in meiner kleinen autistischen Autoblase entspanne. Natürlich mit einem automatischen Getriebe, da sind auch Krämpfe im Kupplungsbein Vergangenheit.

Ich liste die Knackpunkte in zeitlicher Reihenfolge auf:

  • Beim Umladen am Bahnhof stehen die wartenden Bus-Passagiere so rum, dass man als Aus- bzw Umsteiger über Bänke steigen muss, wenn man nicht über einen gefühlten Kilometer Umweg zur eigentlich nahe liegenden Destination machen will.
  • An der Wartestelle für den Bus ins heimische Gefilde ist es einer breiten Mehrheit offenbar nicht möglich so zu stehen, dass Passanten wenigstens halbwegs noch das Trottoir, das ja bekanntlich für den Fussgänger-Transfer bestimmt ist, artgerecht benutzen können.
  • Beim umladen des zweiten Busses dann das gleiche Spiel wie beim ersten Punkt. Zu dritt waren wir offenbar die einzigen, die das Drama erkannten und uns wenigstens Mühe gaben, den Aussteigern nicht im Weg zu stehen.
  • Im Bus selbst sass ich (beinahe 190cm, lange Arme und Beine, nur knapp genug Platz) wieder mal neben einem Dickerchen, das offenbar nicht in der Lage war, seine Beine auch nur annähernd so zusammen zu halten, dass sich unsere Oberschenkel nicht aneinander reiben. Da ich mein möglichstes bereits tat, bat ich um Nachsicht beim Sitznachbar. Ein abschätziger Blick war alles, was ich von dem Kohlenstoff-Bomber bekam.

An solchen Tagen macht man es mir sehr, sehr schwer, an das eigentlich dufte Konzept von öffentlich Verkehrsmitteln zu glauben. Es ist ja wie immer: Nicht das System ist das eigentliche Problem, sondern seine Teilnehmer, was dann leider auch auf das System abfärbt, zumindest in der Wahrnehmung.

Hiermit fordere ich den Führerschein für urbane Bewegung, wer den nicht schafft (Kranke, Behinderte, Alte und Kids mal ausgenommen) , darf das Stadtgebiet zur Rush Hour nicht mehr betreten. Oder man darf straffrei auf diese Idioten eindreschen. Echt jetzt.




Katholen-Polonaise

Zwischendurch mal eine gute Nachricht aus dem Reich (sic!) der Katholen. Nachteil: Die nächste Tröte mit Dackelblick gen Himmel und Ministrant auf dem Schoss steht schon bereit.

Henusode.




McJesus drive-through

Dumm gelaufen für den moralisierenden Christo-Fundi auf dem gelben Töffli.

Eigentlich wollten wir ja auf Daumenschrauben nach Art des Hauses für den jetzt (mindestens kurzfristig) arbeitslosen Deppen verzichten, aber wir können uns das nicht verkneifen. Et voilà.

Ja, es scheint, dass die halluzinierenden Mitmenschen aus der Jesus-Klapse gerade Ausgang haben, denn auch die Frau Hagen (die übrigens mal total gut war) fühlt sich bemüssigt, die zeitgenössische Pop-Ikone Lady Gaga nach ihrer Art zu bewerten.

Man mag ja von Frau Germanotta halten, was man will, aber so schamlos und deppert von (viel) früheren Glanzleistungen zu zehren, steht nicht mal der Nina H. aus B. zu. Darum: Maul halten, Frau Hagen, wenn man gerade mal wieder im Delirium verweilt.

Merci, circulez, y’a rien à voir.




Gott und Teufel

Der Teufel lebt scheints im Vatikan. Ich habe immer gemeint, der sei im Detail. Henusode…

Und Gott ist ein Chatter namens dustball. Oder auch nicht. Gefunden auf ibash.de:

<dustball> ich BIN gott.
<dustball> so und nu versuch ma meine macht zu wiederlegen
<Toxic Soul> widerlegen
<dustball> touché




Sechs, setzen.

Unser Parlament respektive eine seiner Arbeitsgruppen dreht durch.

Geht gar nicht, hatte ja hier schon deswegen rumgemeckert.

Hier kannse unnerschreibn, echt jetzt bitte.

Da ist kompetenter Lesestoff, falls noch Fragen offen sind.

Es ist doch immer das gleiche Theater, wenn geistig Benachteiligte solch komplexe Themen in Angriff nehmen. Ich hasse es.

Update: Es gibt auch bei Facebook eine Gruppe zum Thema.




Brechreiz

Immer und immer wieder die katholische Kirche. Das ist kein Zufall. Bei der Durchlese dieses Interviews habe ich kurz mal das kalte Kotzen bekommen.

Diese Institution ist wirklich mit bemerkenswerter Konsequenz dabei, sich selbst zu demontieren. Jetzt bitte bloss nicht aufhören, dann erlebe ich vielleicht auch noch das Ende der Katholen und überhaupt der Religionen als evolutionsbiologisch völlig, komplett, so was von obsoletes Element aus der Vergangenheit.

Ich ertrage es nicht, wenn sich Arroganz (der Anspruch auf Gottgleichheit fällt der Einfachheit halber auch in diese Kategorie), Unwissen, Unfähigkeit und Deckung bis in die höchsten politischen Kreise auf so hässliche Art und Weise vereinen.

Daumenschrauben auf Kosten des Hauses für alle Erwähnten, ultra tight und mit dem extra Dreh. Echt jetzt.




Ich widerrufe

Verdammt!

Verdammt, verdammt, verdammt!

Da habe ich mich jetzt aber sowas von zum Affen gemacht. Habe jahre-, jahrzehntelang dafür geweibelt, und jetzt das. Mein ganzes Weltbild ist am Arsch, wo bekomme ich jetzt ein neues?

Also, strikte Trennung von Staat und Kirche ist das Thema. Ja, ich weiss: ich habe euch auch hier auf diesem Blog mehrmals die Ohren vollgejammert, wie sehr das zwingend nötig ist. Wie unabdingbar dies für einen Staat sei, der sich als modern bezeichnen will. Und, vor allem, dass diese Trennung möglichst vollständig sein soll, möglichst alle Bereiche umfassend. Ich gebe zu: ich war ein Gläubiger, ein Anhänger des Säkularismus, ein Prophet des allein seligmachenden Laizismus-Mantras. Wenn es nach mir ginge, wäre nie ein Kruzifix an einer Schulzimmerwand gehangen, nie wäre eine verburkaterte Frau in einer Verwaltung bedient worden, nie, nie, nie!

Ich war sehr glücklich in meiner Ignoranz. Und dann passierte dies:

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Jetzt ja nicht falsch verstehen, ich rufe hier keineswegs zu Gewalt gegen den italienischen Premier auf. Will ja nicht, dass der italienische Staatsschutz dieses Blog überwacht (furchtbar beängstigende Vorstellung, ehrlich). Und normalerweise, das möchte ich gesagt haben, normalerweise bin ich ein recht empathischer Mensch. Wenn jemand auf die Fresse bekommt, dann tut der mir in der Regel leid. Also eigentlich immer. Warum nur ist mir hier, als ich das Föteli in der Zeitung gesehen habe, nichts derartiges widerfahren?

Es muss daran liegen, dass ich von der Wahrheit des Moments erschlagen wurde und deshalb mein epathisches Zentrum kurzzeitig (ok, bezüglich obigem Bild nachhaltig) ausgeschaltet wurde. Weil plötzlich fiel es mir wie ein Haarimplantat vom Kopf: das ist jetzt wohl das erste Mal, wo es tatsächlich von Vorteil ist, dass sich Staat (in Form eines notgeilen Premiermafioso) und Kirche (vertreten durch ein Modell des Mailänder Domes) angenähert haben. Was sage ich da, angenähert, sie sind beinahe miteinander verschmolzen!

Endlich wurde eine wirklich sinnvolle Verwendungsmethode für Kirchen entdeckt: sie sind die perfekten Wurfgeschosse. Und zur politischen Meinungsäusserung mehr als geeignet. Ich bin sofort in die Stadt gefahren und habe mir eine ordentliche Charge an Münster-Modellen gekauft, von denen ich immer eines mit mir mittrage. Man weiss ja nie, wann man einem Knalltüten-Politiker begegnet – ich bin dann auf jeden Fall vorbereitet. Und “geistig verwirrt” bin ich ja eh: die Ermittlungsbehörden sollen sich sonst einfach mal meine Daumenschraube-Artikel der letzten 12 Monate reinziehen.

Nunja, mittlerweile ist der Herr B. ja bei uns im schönen Tessin, wo er sich die Fresse wieder richten lässt. Und bald dürfen wir uns auch wieder über den Berlusconi freuen, wie er die Welt mit seiner Awesomeness beglückt:

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Zähne hatte er da auf alle Fälle noch alle, dafür machte damals seine Frisur wohl gerade kurzzeitig Urlaub. Und der kleine Silvio auch. Ob der wohl auch grad im Tessin mitbehandelt wird? Man weiss es nicht, nötig hätte er es alleweil.

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Santo subito!

Eines lässt mich aber einfach nicht los: die Medien haben ja unisono berichtet, dass der Attentäter ein geistig verwirrter Mann war. Das hat er ja mit dem Finn-Behinderten gemein, es gibt meines Wissens aber kein Computerspiel von Berlusconi. Also keines, wo man sich vor Berlusconi retten muss. Aber egal, “WTF?!?”, so habe ich die Zeitung angeabkürztschreit, da es mir partout nicht in den Grind wollte, warum jetzt der Domschmeisser geistig verwirrt sein soll. Weil, so muss ich sagen, von hier aus gesehen scheint mir, als ob der Attentäter der letzte Italiener ist, der sein Gehirn tatsächlich korrekt verdrahtet hat.

Aber wer fragt schon mich.




Deppensteuer subito!

Schon lustig, wie Freunde unsichtbarer Freunde reagieren, wenn Leute, die es wagen, die Existenz von Elfen und Feen nicht nur anzuzweifeln, sondern dies auch noch laut kund zu tun, gleiche Rechte wie die Anhänger von bronzezeitlichen Kulten sowie die Aufhebung derer ungerechtfertigten Privilegien fordern…

Wie wir auf 20min lesen, schlägt die Junge CVP die Einführung einer “Atheistensteuer” vor – wer aus der Landeskirche (die in der Lesart der CVP wohl sowas ähnliches wie die AHV darstellt) ausgetreten ist, soll künftig eine gemeinnützige Organisation oder Glaubensgemeinschaft (!) mit einem finanziellen Beitrag unterstützen müssen, der der gesparten Kirchensteuer entspricht. Die Junge CVP bekommt dabei Schützenhilfe vom Präsi der ‘grossen’ CVP, Christophe Darbellay.

Ganz abgesehen davon, dass hier mal wieder die Begriffe “Steuer” und “vom Staat eingetriebener Mitgliederbeitrag im Auftrag retardierender Nabelschau-Klubs” verwechselt werden, keineswegs alle aus der Kirche ausgetretenen auch Atheisten sind, wohl kaum jemand (nur) aus Steueroptimierungsgründen aus der Kirche austritt (man tut das in erster Linie darum, weil man an diesen spezifischen Mist nicht mehr glaubt) und der JCVP-Präsi ein bisschen wie der verschollene Zwillingsbruder vom Berner JSVP-Präsi und Polit-Clown Erich J. Hess aussieht, finde ich den Vorschlag durchaus überlegenswert.

Man müsste ihn nur konsequent zu Ende denken (ich weiss, damit hapert es bei euch C-Knüllen bekanntlich, übernehme ich aber gerne für euch!) und generell sogenannte Nicht-Steuern einführen – Steuern auf Tätigkeiten, Vorgänge oder Leistungen, die nicht stattfinden oder in Anspruch genommen werden.

So müssten beispielsweise alle, die kein Auto haben, eine Autobahn-Nichtbenützungssteuer bezahlen. Das wäre nur solidarisch, weil die armen Autofahrer können ja nichts dafür, wenn diese langhaarigen Hippies kein Stutz fürs Benzin haben. Sowieso: auf unverbleites Benzin müsste man eigentlich auch eine Steuer bezahlen, eine Bleifreisteuer nämlich, weil wer Blei diskriminiert irgendwie kein guter Mensch sein kann. Dann noch eine Minderwertsteuer im Gegensatz zur Mehrwertsteuer, die dann fällig wird, wenn man etwas im Secondhand-Laden oder von M-Budget kauft. Auch eine Armutssteuer müsste man sich überlegen – schliesslich drückt, wer unter der Armutsgrenze lebt, das Bruttosozialprodukt, konsumiert zuwenig und macht uns so all den schönen Wohlstand kaputt. Und ganz wichtig: eine Deppensteuer! Ist es denn nicht so, dass uns all die Viertel-, Halb- und Vollidioten im Land unglaublich viel Geld kosten? Ist das nicht total unsolidarisch gegenüber den Klugen? Von einer “Alter, du siehst so komplett Scheisse aus, dass ich zum Augenarzt rennen muss, wenn ich dich länger als drei Sekunden anschaue”-Steuer ganz zu schweigen.

Dazu noch eine Unschwerverkehrsabgabe (bei Sexualakten zwischen Leuten unter einem Gesamtgewicht von zusammen 120 kg), eine Alkoholfreisteuer (wer sich nicht an die Regeln der Gesellschaft halten und vom Bier nicht besoffen werden will, soll gefälligst zahlen!) und eine Kein-Hundesteuer (oder scheisst du etwa das ganze Trottoir zu, wenn es keine Hunde mehr gibt? Eben!) – ein weites Feld an Mehreinnahmen für Gemeinden, Kantone und Bund, in Zeiten wie diesen durchaus willkommen.

Klar: es ist völlig offen, wer auf der von der JCVP halluzinierten Liste der zu begünstigenden Organisationen stehen soll. Können da alle drauf, die sich irgendwie noch so als nützlich für die Allgemeinheit sehen? Oder soll es davon abhängen, wieviel ihres Gesamtumsatzes eine Organisation für gemeinnützige Zwecke ausgibt? Greenpeace würde dann gut aussehen, der Beinhart-Haushalt ebenso, die Landeskirchen (gemäss meinen Recherchen maximal 15%. wenn sehr wohlwollend geschätzt) hätten dann aber wohl ein Problem.

Man könnte ja auch noch einen Schritt weitergehen. Würde es denn nicht Sinn machen, wenn man beim Bezahlen der Steuern aus einer Liste auswählen könnte, an welches Amt und/oder Departement der Obulus gehen soll? Oder noch viel besser: eine Liste derjenigen Länder, die man finanziell unterstützen möchte, weil, vielleicht gibt es ja auch Steuerzahler, die gar nicht praktizierende Schweizer sind! Man könnte dann zB sagen, ja ok, die nette Frau Leuthard mit dem Schockblick, die soll jetzt bitte 20% meiner Steuern bekommen, der niedliche Herr Merz nochmals 20% (Appenzeller! Minderheitenschutz!), den Rest bitte gleichmässig zwischen Terre des Hommes, Grönland und der Kebab-Bude ums Eck aufteilen. Transparenz pur und niemand hätte mehr was zu jammern.

Frei nach Darbellay: der Vorschlag respektiert die Denkbefreitheit hundertprozentig.




Bescheuert in Paris

Jüngst hat es mich für keine 24 Stunden nach Paris verschlagen, natürlich geschäftlich, sonst wäre das doch eher ein bisschen fragwürdig. Item, dort gabs etwas Feines zu Essen von einem sogenannt “edlen” Auslieferservice, doch beim Abfallkonzept dahinter ist mir beinahe das Gesicht abgefallen.

Es scheint aus einer Zeit zu stammen, als man das Wort Abfallkonzept noch nicht buchstabieren konnte. Man muss sich beim Betrachten der Bilder einfach bewusst sein, dass alles, wirklich alles à fond perdu ist.

(Für Grossansicht auf die Bilder klicken)

Mahlzeit!




Nastrovje!

Na, da war ja heute wieder mal was los in Bern: Scharfschützen auf den Dächern rund ums Bundeshaus, ein Balkon-Betret-Verbot für Anwohner, Personenkontrollen durch eine Hundertschaft von Polizisten (…i wott doch nume zum Kiosk!), Umleitungen, welche die Innenstadt in ein unübersichtliches Labyrinth verwandelten und Pendler, welche rundum zum lustigen Such-Deinen-Bus-Spiel animiert wurden.

Nein, es handelte sich dabei nicht um eine Grossoffensive der EU, die Schweiz mit Waffengewalt einzunehmen, Grund dafür war vielmehr eine Kurzvisite des russischen Präsidenten. Der Obama des Ostens sozusagen. Eine wahre Schmierenkomödie oder – um es einmal ganz salopp im Stammtischjargon auszudrücken: Da freut man sich als Steuerzahler über die judihui verprassten Millionen, welche hier wahnsinnig sinnvoll in die Sicherheitsvorkehrungen gesteckt wurden.

Fazit: Einem (oder in diesem Falle zwei) geschenkten Bärli schaut man wohl nicht ins Maul…




Bollywood und Dummgeschwätz

Bollywood im HB Züri:

Und ein kleines, aber gut angezogenes Daumenschräubchen geht an den Super-Fashionista-Plattenleger Christopher S. (steht das “S.” eigentlich für Shithole?), der mit seinem merkbefreiten Kommentar im gestrigen Blick am Abend wieder mal klar Position bezogen hat:

“Als SVP-Mitglied hätte ich Christian Lüscher bevorzugt. Ich war den ganzen Morgen mit dem Auto unterwegs und habe die Wahl im Radio verfolgt. Sehr spannend war das nicht. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass das Volk die Bundesräte direkt wählen sollte.”

Und wir meinen, dass der trendy Chrigeli sich besser um seine Fummel und House-Platten kümmern sollte, denn davon scheint er eindeutig mehr zu verstehen.




Unter das Volk gemischt

Ein weiteres seltsames Kapitel aus der Reihe “Reichtum schützt vor Dummheit nicht”:

Da wollte Carl Hirschmann medienwirksam “den Puls der Gesellschaft spüren in dieser wichtigen Zeit” und mischte sich mal so ganz spontan und neugierig unter die 1. Mai Demonstranten um zu sehen, wie das Proletariat so feiert. Diese soziale und noble Geste wurde dann auch prompt an der unbewilligten Nachdemo mit einer Ladung Gummischrot belohnt (ich kann mir an dieser Stelle ein klitzekleines Lächeln echt nicht verkneifen). Carl Hirschmanns erstaunliche Erkenntnis: “Wrong place, wrong time”. Wo er Recht hat, wer konnte denn auch ahnen, dass  ausgerechnet am 1. Mai in Zürich die Demo ausarten wird….wirklich dumm gelaufen.

Ist irgendwie erbärmlich, nach der ersten Demoerfahrung gleich weinend zum nächsten Journi zu rennen und seine Leidensgeschichte zu publizieren. Zumal das Ziel, “den Puls der Gesellschaft zu spüren“, ja ziemlich offensichtlich erreicht wurde. Deshalb mein Tipp: Das nächste Mal wieder gemütlich beim Sechseläuten mit den Zünftlern mitmarschieren und das Demonstrieren den Leuten überlassen, die wirklich etwas zu sagen haben.




Ein Idiot und zwei Räder

Spaziergänge im Wald mit Schatzi und Hund sind ein wahrer Segen. Probleme gibt es selten, sogar mit Reitern und Velofahrern klappt es eigentlich immer, vorausgesetzt, alle Beteiligten tragen ihren Teil dazu bei.

Leider konnte ich letzten Sonntag nicht auf den Spaziergang mitgehen, also war mein wildes Schatzi mit dem Sauzahn alleine unterwegs. Im Forst ob Matzenried, um genau zu sein. Gut, alleine war sie ja nicht wirklich, da noch ein Velo-Wald-Trial (oder wie auch immer das heisst) mit gefühlten 300 Bikern stattfand. Und alle haben sich anständig benommen.

Alle? Nicht ganz, denn ein zäher Kern von bescheuerten Vollidioten stellt nach wie vor das eigene Leistungsziel vor angepasstes Verhalten in entsprechender Umgebung. Es kam also wie es kommen musste:

Mit vollem Caracho kommt einer dieser Offroad-Rabauken um die unübersichtliche Ecke geschossen, ruft kurz Achtung! und erwartet offensichtlich, dass meine Mätresse den Hund in 30 Millisekunden gesichert hat. Das ging natürlich nicht, also lief unser hübscher Blonder vors Velo, der Fahrer strauchelt, fällt und begräbt unser geliebtes Viech unter dem Drahtesel.

Der Hund ist natürlich traumatisiert und verwirrt und weiss nicht wohin, der Fahrer steigt ohne ein Wort zu verlieren wieder auf und fährt im gleichen Tempo davon. Schade nur dass unser Hund in seiner Angst leider immer noch nicht gesichert werden konnte und jetzt vor dem Velofahrer seine Runden zog und sich von diesem gejagt fühlte. Mein Schatzi hat sich schier heiser geschrien und wohl auch seit Monaten nicht mehr in so kurzer Zeit so viel geflucht.

Am Ende war unser Hundi zum Glück wieder bei den Leuten und der Velofahrer ward nicht mehr gesehen. Alle beteiligten haben ihr Trauma bewältigen können und sind immerhin ohne Schaden davon gekommen.

Als mir mein Schatzi die Geschichte erzählte, da erkannte ich das seltene Glück, dass diesen unsäglichen Mountainbiker an diesem Tag ereilt hat: Wäre ich dabei gewesen hätte es für den Biker Nasenbluten gegeben und er wäre mit einem ziemlichen Achti in den Speichen nach Hause geeiert.

Falls der betroffene Biker per Zufall diese Zeilen liest: wenn das jemals passieren sollte wenn ich dabei bin, dann mach dich darauf gefasst, dass ich dich nötigenfalls vom Bike reisse und dir deine dumme Fresse polieren werde. Ich habe kein Verständnis für solch Rücksichtsloses Verhalten.

Ich nehme im Übrigen auch eine Anzeige wegen Körperverletzung in Kauf. Da würde ich bei der Gesichtsmassage sogar ein kleines Supplement geben, damit sich die Anzeige wenigstens lohnt…




Brückensprenger

Eigentlich dachte ich, dass ich mich nicht mehr mit Herrn Steinbrück befassen muss, da er irgendwann von der gehobenen Diplomatie ausgebremst wird. Dem ist ganz offensichtlich nicht so.

Jetzt haben sogar die sonst so entspannten Luxemburger die Schnauze voll von dem Nordisch-by-Nature-Gefasel, das will was heissen. Ich kann dem nur beipflichten. Ein pöbelndes Bübchen ist eine Zeit lang sicherlich unterhaltsam, doch auch beim weitgehend schmerzbefreiten Zuschauer stellt sich irgendwann eine Sättigung ein.

Darum: Husch husch, Peer, ab ins diplomatische Steinkörbchen.




Ausgelutscht und abgehalftert?

Dann wird es Zeit, werter Christoph Blocher, dass Sie sich endlich mal etwas Gutes tun. Wellness zum Beispiel? Man bekommt ja gelegentlich den Eindruck, dass Sie etwas verspannt sind und sich mit der Gestaltung Ihres letzten Lebensabschnittes etwas schwer tun. Ich weiss, die Pension ist ein hartes Los für einen Ackergaul wie Sie es sind.

Dabei wäre gerade Sport für Senioren doch ein optimales Betätigungsfeld für Sie. Stellen Sie sich mal vor, wie viel Dampf Sie beispielsweise bei Soft-Tennis ablassen könnten. Hm? Mal so richtig auf den Softball eindreschen, das befreit. Oder lassen Sie sich mal von Silvia das Frühstück ans Bett bringen und anschliessend die zähen Gliedmassen so richtig durchkneten, mit scharfe Söss und alles. Da hätte die Silvia gleich noch ein Muskeltraining, das würde ihr gut anstehen. Die Gute ist ja schon ganz hager vom jahrelangen Schattenregieren…

Mir fällt da gerade auf, dass zwischen George Dabbeljuh Bush und Ihnen gewisse Parallelen existieren, wenn auch die Grössenverhältnisse nicht stimmen. Ich meine, Sie beide haben wertvolle Werte in Grund und Boden geritten und krasse Flurschäden hinterlassen. Bei Ihnen wie beim Schorsch war die Öffentlichkeit am Ende der Amtszeit ein bisschen müde und gesättigt (falls nicht mit der Behebung der vorher erwähnten Flurschäden beschäftigt). Und, zu guter letzt, haben grossflächig die Korken geknallt, als Sie und Schorschl abgetreten wurden.

Trotz des erwähnten Grössenunterschiedes: Sie und der Schorsch sind Brüder im Geiste. Denn was Sie beide eint, ist diese ganz besondere Merkbefreitheit, die jeglicher Beschreibung spottet. Ehrlich, Herr Blocher, für so etwas finde ich keine Worte. Und das kommt sehr, sehr selten vor…




Oh-mein-Gott!

Ich habe gerade so einen bitte-kneif-mich-ich-glaubs-sonst-ned-Moment. Wie komplett und nachhaltig merkbefreit muss man eigentlich sein, dass man als einer dieser Abzocker-Spasten auch noch die Frechheit besitzt, bei einer totalitären und absurd menschenfeindlichen Institution als Gastautor aufzutreten? Dazu noch zum Thema Ethik, nachdem man prophylaktisch schon mal mit einem Wegzug aus Basel gedroht hat, falls die Sache mit den Parallelimporten “ausharten” sollte. Da staunense, wa?

Das ist ja wie wenn Pol Pot einen Gastbeitrag zum Thema “Nachhaltiges Bevölkerungsmanagement im Kontext kommunistischen Wandels” im Economist veröffentlichen würde.

Das sind die Momente, wo man gerade keine Satire braucht, da die Realität wirklich alles übertrifft…




Abgetrocknet

Oder: fürs Leben lernen. Jimmy Carr, Engländer und Berufskomiker, hat einen etwas eigenwilligen Stil, der rege Interaktion mit dem Publikum und grenzwertiges Ausloten von Tabuthemen beinhaltet. Very dark, very British. Es gibt Unmengen von brilliantem Material auf Youtube, also nur zu.

Ich wollte lediglich auf nachfolgende Session hinweisen, wo der äusserst schlagfertige Mister Carr einem mutigen Kerl im Publikum seine Grenzen aufzeigt. Mahlzeit und Film ab!




Gewaltentrennung für Dummies

Laut NZZ wird im Zuge der Affäre Nef im Moment gegen einen Zürcher Stadtpolizisten ermittelt, der verdächtigt wird, Vernehmungsprotokolle der damaligen Ermittlung gegen Nef an die Presse weitergegeben zu haben. Kleines Detail am Rande: der Herr Polizist ist auch Mitglied bei der Zürcher SVP. Meine Güte, was für ein Zufall…

Der Herr Wachtmeister zeigt sich offenbar nicht so gesprächig und seine Vorgesetzten finden, dass seine Arbeit durch die ganze Geschichte nicht gefährdet sei. Das kann man jetzt sehen wie man will, aber falls das so passiert ist, wie ich es übrigens annehme, dann finde ich das sehr bedenklich. Bedenklich, weil man als Polizist doch etwas sattelfester in Fragen zu Demokratie und insbesondere Gewaltentrennung sein sollte. Bedenklich, weil die SVP ebenfalls immer wieder eindrücklich beweist, dass sie Gewaltentrennung konsequent ignoriert und sehr wenig von Demokratie versteht. Und letzten Endes war es auch beileibe kein Husarenstück der TAMedia respektive ihrer Angestellten, wie die ganze Sache aufgezogen wurde. Dieser Misthaufen stinkt einfach zum Himmel weil wirklich überall gepfuscht wurde, von vorne bis hinten.

Zur Feier des Tages schenken wir allen Beteiligten dieser Knallcharge ein Set Daumenschrauben zum Hausgebrauch. Mit unseren wärmsten Empfehlungen und der Bitte, unser Präsent fest anzuziehen.