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Rettet die braunen Arschlöcher!

So, da bin ich wieder.

Das Gegrippe ist einigermassen gut überstanden, an dieser Stelle nochmals danke für die netten Genesungswünsche und selbige zurück. Mittlerweile krochelt der Hase rum, agiert schon recht genervt, weil sie im Haus bleiben muss, und hat eine Stimme wie Marlene Dietrich nach jahrzehntelangem Zwangsnikotin- und Whisky-Konsum. Finde ich ja noch so rRRRrRRRrrrrRRRRrrrr, findet Hase aber gar nicht gut, vor allem deshalb nicht, weil ich jedesmal lüstern grinse, wenn sie was krächzt. Und damit man versteht, wie ich jetzt von der sexy Stimme meiner Freundin zum übernächsten Absatz und dem eigentlichen Thema dieses Artikels komme, dafür lade ich die werte Leserschaft nun auf eine kleine Assoziationsreise in die Dschango-Welt ein.

Festhalten, meine Damen und Herren, der Assoziations-Express fährt los! Erste Station: tiefe Hasenstimme, Hauptbahnhof. Ohne weiteren Halt geht es da zur Marlene Dietrich, bzw wieder zurück zu dieser. Umsteigen. Nach der Marlene kommt ein Zwischenhalt im Zweiten Weltkrieg. Vom Zweiten Weltkrieg kommen wir nach Algerien. Von Algerien geht es nach Tunesien. Von da zum Thema “lustige Demokratien”, dort nehmen wir dann den Bummler nach Libyen, treffen unterwegs im reservierten Abteil (wo wir während der Fahrt primitive Karikaturen von Mohammed und Hannibal im Darkroom malen) unsere Geiseln/Geschäftsmänner/Gepäckverlierer/Terroristen/whatever  und steuern von da auf direktem Weg zum Bundesmerz im Appenzöllischen. Wenn wir im Appenzöll sind drängt sich der Zölibat und folglich der Katholizismus auf, also besuchen wir rasch den Papst, ziehen aber gleich weiter Richtung Emmental. Nach kurzweiliger Wanderung sehen wir die Freikirchen links und rechts des Wegs aufragen und den Minaretten die Sonne nehmen, folglich biegen wir dort scharf rechts ab und stehen schliesslich vor dem Haus vom Wabers Chrigu von der EDU. Womit wir am Ende unserer Reise wären und der Übergang zum nächsten Thema quasi kanten- und schmerzfrei ist.

Also, ‘Anal Bleaching’ ist das Thema. Irgendwie ist mir dieser Begriff mal ins Hirn gefallen, ich habe ihn fein säuberlich unter “Diverse LOLies” eingeordnet und dann sein lassen. Das war eigentlich eine gute Entscheidung, weil er sich in meinem Alltag nur sehr sperrig auf regelmässiger Basis anwenden lässt. Vielleicht wäre das anders, wenn ich Porno-Darsteller wäre, aber so als IT-Knilch und Teilzeit-Zigeuner kommt man eher selten mit diesem Ausdruck in Kontakt.

Vielleicht etwas einleitende Information für alle diejenigen unter uns, die noch echte Probleme haben: Mit ‘Anal Bleaching’ wird die Hautaufhellung im Bereich des Anus bezeichnet (Wikipedia). Ja, ich weiss, “rund um den Anus” hätte hier auch gut gepasst. Anal Bleaching wird übrigens gerne mit ‘Anal Bleeding’ verwechselt, dabei ist das etwas komplett anderes.  Und es ist tatsächlich so, dass Leute hart in der Krise verdientes Geld dafür hinblättern, sich das eigene (!) Arschloch mit allerlei Chemie farblich pimpen zu lassen. Zwar primär dahingehend, den rektalen Farbton der Umgebung des Restarsches anzupassen, ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass man sich in Zukunft die Rosette passend zum Handtäschli tönen lassen kann. Und will.

Und damit das schon mal klar ist: solange es nicht Pflicht wird und keine Menschen gegen ihren Willen involviert sind, ist mir das sowas von schniezepurzepipifaxegal. Färbt euch doch eure Rekta in allen möglichen Regenbogenfarben, meinetwegen auch kariert, schraffiert und mit Bitmap-Grafik unterlegt. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich keineswegs jemals alles begreifen werde, was die menschliche Natur so umtreibt, wenn sie genug Geld und Freizeit zur Verfügung hat, von dem her habe ich ja gar nicht den Anspruch, verstehen zu wollen, warum Mensch so etwas freiwillig tut. Ausserdem: auch Kosmetikerinnen müssen von etwas leben! Ob jetzt von der Hand in den Mund oder von selbiger am Anus, scheissegal. Und wenn es nun Leute gibt, die es erfüllend finden, anderen Menschen im Broterwerb das Fäkalloch einzufärben, so sei ihnen das unbenommen, meinen Segen habt ihr, ziehet hin und färbet euch bunt und scheckig!

Es geht aber nicht anders als dass ich ganz schüchtern die Frage in den Raum werfe: Wer in aller Welt braucht sowas? Und wozu? Gut, das waren jetzt zwei Fragen, aber trotzdem. Ich mag ja ein bisschen von gestern sein und vielleicht ist das heute anders als bei uns damals, aber mal so ganz ontrenuu: wer um Himmels Willen steht nackig mit dem Rücken zum Spiegel, bückt sich dann derart runter, dass er/sie seine/ihre Fussspitzen berühren kann, linst zwischen den Knien hoch zum Spiegelbild und denkt sich: “hmmm, sonst ist ja alles OK bei mir, mein Körper ist ein Geschenk an die Welt, aber verdammt… meine Rosette ist so… so… braun!”? Wer von euch (Handzeichen bitte!) hat schon mal die Situation erlebt, dass der Sexualpartner den Farbton im Genitalraum bemängelt hätte? Und warum habt ihr dann selbigem Sexualpartner nicht einfach ein mittelgrosses Küchenutensil in den Arsch gerammt und diesen mitsamt dem daranhängenden Ex-ualpartner per Fusstritt aus der Wohnung befördert?

Mal ganz abgesehen davon, dass ich dort, wo täglich die eine oder andere Kackwurst rausgedrückt wird, spontan jetzt keine anderen Farben als – allenfalls herbstlich angereicherte – Brauntöne erwartet hätte: was machen diese Leute eigentlich den ganzen Tag? Hat man ihnen noch nicht erklärt, dass Analbeschnüfflung zwar im Tierreich oft und gerne praktiziert wird, beim Menschen aber eher unüblich ist? Oder unterliegen diese Leute einer unwahrscheinlichen Selbstüberschätzung, indem sie meinen, die ganze Welt sei am Closeup-Anblick ihrer Gagidüse interessiert? Müssten wir auf der Daumenschraube die Kategorie “Nabelschau” in “Analschau” umbenamsen, mal wieder stehenden Fusses dem Zeitgeist voraushinkend? Ich sehe schon, heute gibt es wieder weit mehr Fragen als Antworten.

Man munkelt ja in Expertenkreisen, Rom sei deshalb untergegangen, weil die Dekadenz umgekehrt proportional zur Kultur gewachsen ist und diese Dekadenz die arme Kultur schliesslich abgehängt hat. Das mag sein. Aber man nehme sich die Zeit und stelle sich jetzt bildhaft einen Römer im untergehenden Rom vor, meinetwegen einen Senator oder sonst einen Bonzen, der den ganzen Tag nur faul auf einem Steinbett liegt und sich von blutjungen Sklavinnen Weintrauben in den Hals stecken lässt, also quasi den Archetypen der Dekadenz, was der für Augen machen würde, wenn man ihm ein Anal Bleaching vorschlagen würde. Nebst der Tatsache, dass er mit diesem Begriff nichts, aber auch gar nichts anzufangen wüsste, weil der Lateiner englischen Begriffen generell wenig Verständnis entgegenbringt, er würde wohl nur traurig das archetypisch-dekadente Haupt schütteln, selbst wenn man ihm präzise erklären würde, was Anal Bleaching genau ist. Also sogar für den dekadenten Senator wäre dies ein deutliches Zuviel an Dekadenz, man stelle sich das jetzt mal plastisch und in 3D vor!

Und apropos Senator: man ist es sich ja von der Politik her schon gewohnt, dass die grössten Arschlöcher traditionell braun sind. Ich fände es deshalb schon nur aus soziopolitischen Gründen nicht akzeptabel, wenn diese schöne Tradition aufgeweicht würde. Deshalb: Freiheit für braune Arschlöcher! Gegen die Arisierung von braunen Fäkalrohren! Denn auch deine Rosette hat ein Recht auf ihren Schokohof.

Bin froh, dass wir das jetzt endlich einmal besprochen haben.




Das parfümierte Rektum

Durch eine unglückliche Verkettung von für sich genommen eigentlich ganz harmlosen Zufällen gelangte neulich eine Rolle parfümiertes Luxus-Klopapier an den häsischen Toilettenpapierhalter. Erst wusste ich gar nicht, woher dieser penetrante Gestank nach chemischen Blümchen herkam, als ich dann aber den quietschbunten, zwölflagigen Ausbund an Anal-Dekadenz sah, schwante mir einiges.

Vielleicht sollte ich hier erläutern, wie die Hasen (und somit auch der Dschango) mit diesem Thema sonst umgehen. Also, im Grunde genommen scannen wir das Angebot unseres lokalen Detaillisten nach dem Term ‘Recycling’ und packen davon jeweils die grösste Einheit mit dem niedrigsten Preis in unseren Einkaufswagen. Eine Seite so rauh wie eine Metallfeile, die andere noch viel schlimmer, weitestgehend geruchs- und farbneutral, generell eher unscheinbar, genau so mögen wir unser WC-Papier seit Anbeginn aller Zeiten.

Und nun war da plötzlich dieser gelbe Wahnsinn auf Rolle, der mit seinem Frühlingsgestank penetrante Fröhlichkeit an einem Ort zu verbreiten suchte, an dem ich sonst nur Erleichterung und Kontemplation zu finden erhoffe. Das brachte mich dann aber immerhin auf eine Idee für einen Blog-Artikel.

Und zwar, so fragte ich mich, nähme es mich wahnsinnig wunder, worin denn der Sinn eines parfümierten Klopapiers besteht. Ich meine, es kann ja nicht daran liegen, dass man den Ratten im Abwasserkanal ein hübsches Geschenk machen und auch nicht daran, dass man den Gestank der eigenen Fäkalität kompensieren möchte – in beiden Fällen müsste man dann ja jeden Gagu einzeln mit Klopapier umwickeln.

(Im Übrigen stellt sich mir die Frage nach dem Sinn noch bei so einigen parfümierten Produkten: Kerzen, Raumspray, Slipeinlagen – ein weites Feld. Aber einewä, eins nach dem anderen, ich kann mich ja nicht um alles kümmern, heieiei!)

Wie man es dreht und wendet, es macht keinen Sinn, ausser demjenigen, dass man seinem After eine gewisse Parfümierung angedeihen möchte. Falls dem so ist (und ich habe daran absolut keinen Zweifel), hätte ich auch mehrere Ideen, wie man den eigentlichen Zweck dieses Produkts endlich einmal klar und deutlich herausstellen könnte. Die Idee, die noch am jugendfreiesten und am wenigsten brechreizerregend ist, möchte ich hier kurz vorstellen. Also, hier ein TV-Spot, der wie folgt läuft:

Kamera blendet ein, man sieht das Gesicht einer schlummernden, wunderhübschen Frau. Die Kamera zoomt langsam weg, man sieht, dass die Frau in einem Bett liegt. Beim Zoomen streift die Kamera auch noch die vielen Diplome und Urkunden an der Wand: man will uns suggerieren, dass diese Frau nicht nur schön, sondern auch noch wahnsinnig klug ist. Die Morgensonne scheint durchs Fenster, Vöglein zwitschern, alles ist gut.

Dann hört man auf einmal eine WC-Spülung, danach tapsende Fusstritte, wenig später legt sich ein Mann, der ein bisschen aussieht wie Stefan Weiler in unschwul und ohne Agglo-Aura, zu der Frau, kuschelt sich an sie und es kommt, wie es kommen muss: konsensualer, gegenseitiger Oralverkehr (vulgo: 69ern).

In dem Moment, wo die wunderhübsche Frau dem unschwulen Mann das Rektum auslutscht, hält sie plötzlich inne und sagt: „Oh, dein After riecht heute aber frisch!“ Er: „Kein Wunder, ich habe ihn auch mit Flauschi Frühlingsfrisch gewischt!“ Beide mit Blick in die Kamera: „Flauschi Frühlingsfrisch – für natürlich frischen After!“ Beide lachen glücklich und saugen danach weiter, als ob es kein Morgen gäbe. Erkennungsmelodie, ausblenden.

Zugegebenermassen: im Vorabendprogramm von SF1 würde ich den Spot nicht zeigen. Zwitschernde Vöglein sind einfach zu abgedroschen.