Prince vs. Wedding
Es gibt diese Momente im Leben, da möchte man sich selbst in den Hintern beissen, den Kopf in monotoner Regelmässigkeit wieder und wieder auf den Tisch schlagen und in lauter Wut den Fuss in die Tür treten. Nein, ich bin nicht aggressiv. Nehein…
Warum diese leicht schlechte Laune? Nun, es ist so, dass ich quasi glückliche Besitzerin eines begehrten Prince Tickets war. So weit so gut. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Leben ja auch noch in Ordnung. Noch im Freudentaumel machte sich jedoch schleichend ein leicht schlechtes Gefühl bemerkbar, das innere Ich, welches mir auf eine ziemlich penetrante Weise etwas mitteilen wollte. Nun, ich Gutmensch höre ja auf mich (was ich lieber nicht getan hätte) und so sah ich plötzlich das böse Wort in aller Deutlichkeit vor meinem Geistigen Auge: Hochzeitseinladung! Das war der Zeitpunkt, wo ich den ersten klitzekleinen Ausraster zu bewältigen hatte.
Kennt ihr das? Irgendwann zwischen Spargel- und Wildsaison haben alle das Bedürfnis zu heiraten. Was dazu führt, dass der gesamte Sommer von solchen – in den meisten Fällen – Pflichtterminen besetzt ist. Schlimmstenfalls beginnt das ganze Spektakel in der Kirche (schliesslich muss von ganz oben die Erlaubnis erteilt werden….üble Sache, Maloney!) und endet wahlweise bei lustigen Kinderbilderdiashows (haha!), Gedichte vortragen (hahaha!) oder Partyspielchen (ich schmeiss mich weg). Es ist mir sowieso ein Rätsel, wieso Leute bereit sind, an einem einzigen Tag ein gesamtes Jahresgehalt auszugeben, um ein paar Jahre später nochmals ein solches in den Scheidungsanwalt zu investieren. Aber nun gut, jeder wie er will. Aber bitte nicht am selben Tag, an dem ich eigentlich in Montreux bei Prince sein sollte!
So werde ich also an besagter Hochzeit zusammen mit der Braut ein Tränchen verdrücken, jedoch nicht aus Empathie sondern vielmehr vor lauter Selbstmitleid.

Juli 6th, 2009 at 17:42
Der Fall ist ja wohl klar: Hochzeit schwänzen! Begründung: (Mit Kirche) Der Anlass verstösst gegen persönliche Areligiosität; (ohne Kirche) Heiraten ist unmoralisch.
Juli 7th, 2009 at 14:35
Sie haben einfach zu viele Freunde, Frau Korhonen. Sie sollten etwas unausstehlicher sein, dann passiert sowas nicht.